Archiv der Kategorie: Marokko

Reisebericht

Ich spinne

Wenn ich früh am Morgen so ganz langsam mein Bewusstsein wiedererlange mache ich mir einen Sport daraus, die Tageszeit zu erraten. Es ist immer dunkel, ich wache ja früh auf, aber an den Geräuschen versuche ich, die Zeit zu erkennen. Und ich bin gar nicht so schlecht darin. Heute ist Sonntag, da ist es schwieriger, so früh fahren keine Autos. Aber ich habe mich doch nur um 10 Minuten verschätzt. Ist es noch vor 6 räkele ich mich noch ein Weilchen im Bett herum, ab 6 darf ich aufstehen, denn dann ist meine Frühstückszeitung schon da. Das weiß auch Prince, der so lange unter der Tanne wartet, bis ich raus komme und die Zeitung hole, auch er braucht sein Frühstück.

Dann gibt es die Nachrichten zum Frühstück, die Zeitung ist ja hoffnungslos hinterher, das TV ist da besser. Aber in der Zeitung finde ich immer, was so gerade los ist. An diesem Wochenende zum Beispiel die Home Show, eine Messe rund ums Haus, aber da war ich gestern schon mit Ulandis. Wenn dann alles genau studiert ist und das Sudoku mal wieder zu schwierig war gehe ich an den PC und erledige meine Arbeiten für den Tag. Um 9:30 waren dann alle Hausarbeiten erledigt und ich finde, dass das Wetter einfach fantastisch ist und ich unbedingt zum Strand muss. Eine Stunde lang walken, mit den neuen Pfundgewichten um die Handgelenke – die sind mir eigentlich zu leicht, ich glaube, die muss ich umtauschen. Dann noch eine halbe Stunde am Strand lesen, dann zieht es mich wieder nach Hause.

Was gibt es denn heute zu essen? Eine Schüssel Salat wäre toll. Aber der Salat mitsamt dem übrigen Gemüse ist in der unteren Schublade des Kühlschranks, original beschriftet mit „vegetable“. Und dort tief gefroren. Ich habe den Kühlschrank schon niedrig eingestellt, aber dort unten friert es immer. Also muss ich umräumen und meine Getränke dort aufbewahren. Statt Salat gibt es dann nur ein Omelette mit Bacon und Käse. Und leckere Kuchen, die Gabors Mieter mir hinterlassen haben, und die ich eigentlich ja gar nicht essen darf. Aber sie sind köstlich.

Nach einem Mittagspäuschen muss ich dann zur Gym, um die überflüssigen Kalorien wieder abzutrainieren. Aber eigentlich geht es um meinen Rücken. Ich hatte schon zu Hause ziemlich Probleme, wurde bei Dr. Gassen rundum gut behandelt mit Akupunktur, Schröpfen, Physiotherapie und so weiter und dachte schon, oh, außer horrenden Rechnungen ist ja nichts heraus gekommen. Hatte schon wieder vergessen, wie weh mir mein Rücken vor der Behandlung tat. Und eine Kraftmessung ergab dann auch, dass ich absolut und völlig untrainiert bin. Also nahm ich mir vor, mich hier in der „Y“ anzumelden. Das ist das Fitnessstudio, das von YMCA betrieben wird, eigentlich dem christlichen Verein junger Menschen. Die betreiben in USA die besten Studios, das ist viel mehr als nur ein Fitnessstudio, hier wird rundum Sport betrieben und vor allem auch die Jugend gefördert.

Zunächst überwog ja die Faulheit. Aber als ich eines Morgens aufstehen wollte und kaum aus dem Bett kam, mein Rücken mir wieder deutlich zeigte, wie weh er tun kann, da fuhr ich dann doch geradewegs dorthin, meldete mich an und bekam schon am nächsten Tag die Einweisung. Nach zweimaligem Trainieren war ich erstaunt, dass mein Rücken tatsächlich noch mehr weh tun kann, ich konnte mich kaum bewegen. Aber aufgeben ist nicht. Inzwischen war ich viermal da und es geht schon viel besser. Als ich heute gerade mein Programm absolviert hatte sah ich am Eingang ein Blatt liegen, hier konnte man sich eintragen für Spinning. Das hab ich noch nie gemacht, hab nur in meinem alten Studio die stark schwitzenden Menschen gesehen, aber was solls, ich kann es ja mal probieren. Ganz schüchtern fragte ich an, die nette Trainerin, absolut nicht jung, aber durchtrainiert und rank und schlank, stellte mir das Fahrrad ein und meinte, wenn es nicht geht könne ich ja nach 20 Minuten aufhören.

Das Programm ging eine Stunde und ich gab nicht auf! Habs geschafft. Habe vielleicht nicht so stark eingestellt wie die anderen, aber immerhin muss man eine ganze Stunde lang strampeln, oder eben spinnen. Und dazu wird die Körperhaltung angepasst, also Gewichtsverlagerungen gemacht. War gut. Das Training ist jeden Sonntag, ich geh wieder hin.

Aber nochmal grundsätzlich zur Y. In Deutschland ist der Altersdurchschnitt ja eher bei 30, hier offensichtlich deutlich jenseits der 70. Natürlich ist Florida ein Rentnerstaat, aber es ist doch überraschend, wie viele sehr alte Menschen dort trainieren. Die Trainerin, die mich einwies, entschuldigte sich für die kleine Verspätung, weil sie zuvor eine 90 Jährige einweisen musste, bei der es doch etwas länger dauerte. Zudem sah ich Menschen, die deutliche, altersbedingte Behinderungen hatten und mit Krücke oder Rollstuhl kamen. Also ich finde das toll!

Gerade als ich hinaus gehen wollte sah ich Jerry am Ergometer, Jerry hatte mir vor 15 Jahren mein Haus verkauft und er war natürlich sehr überrascht, mich zu sehen, wusste nicht dass ich im Land bin. Und wie klein Port Orange ist sieht man auch daran, dass ich auf dem Heimweg an einer roten Ampel anhielt, neben mir eine Harley, und darauf saß Bob. Er war auf dem Weg zum First Turn, aber ich entschied mich, doch lieber für einen gemütlichen Abend nach Hause zu fahren.

Low Carb Explosion

Was für ein schöner Abend! Neulich las ich einen Krimi, in dem war einer der Personen ein Kochlehrling und er hatte gerade ein Gericht getestet, als die Detektivin erschien. Er lud sie zum Mitessen ein und der Name des Gerichts war „Roasted Salmon with Lentils and Bacon“. Die Zutaten gefielen mir sofort, liebe ich doch Lachs, Bacon und Linsen und alles passt perfekt in meine Low Carb Diät. Ich googelte sofort und fand das Gericht. Und da gerade Ulandis, meine Freundin aus Washington, in der Stadt war, lud ich sie ein, zusammen mit ihrer Schwester und noch einer Freundin. Für mich alleine kochen macht ja keinen Spaß. Zwar esse ich Brot nur zum Frühstück, aber ich weiß ja, dass Amis zum Essen Brot brauchen und so stand der komplette Tag im Zeichen der Küche, ab und zu macht mir das richtig Spaß, aber täglich brauche ich das nicht. Ein Dinkelbrot wurde angesetzt, dazu kamen noch Karotten, Sonnenblumen und Leinsamen. Zu Mittag waren die zwei Laiber fertig und trotz Low Carb bestand mein Lunch aus zwei Scheiben Brot mit Butter. Absolut köstlich.

Um Fünf wollten die Damen kommen, ab 4 Uhr fing ich an, die Linsen vorzubereiten. In einer feuerfesten Glasform wurde der Speck ausgelassen, Zwiebeln und Karotten dazu, eine Tasse mit Bouillon, und da geschah es! Das ganze explodierte, Glasscherben flogen mitsamt Karotten durch die Luft und der ganze Ofen war verdreckt. Um Fünf wollten die Mädels kommen. Und ich hab keine Karotten mehr. Also erstmal den ganzen Dreck wegputzen, dann zu Windixie, dem nächst gelegenen Supermarkt, und das ganze neu aufgesetzt. Gerade in dem Moment als alles brodelte und ich mich umgezogen hatte kamen die Mädels. Super Timing trotz Explosion.

Zunächst gab es einen Aldi-Chardonnay, der bei den Damen super ankam. Was ich hier Neukunden für Aldi gewinne, ich müsste Provision bekommen. Wir setzten uns mit einem Glas auf die hintere Terrasse und den Damen gefiel es. Ich mit meinem Armen-Mobilehome mache es halt mit Gastfreundschaft wett. Manchmal wundere ich mich wirklich über mich und die Welt an sich. Wenn ich an all den Rassismus denke, an die rechten Weißen in USA, Deutschland und anderswo, die Angst haben, den letzten Rest ihrer Kultur zu verlieren und wenn ich so schaue, wer meine Freunde sind, dann muss ich sagen, wie schön, dass bisher die Rechten nicht gesiegt haben. In Deutschland sind meine liebsten Freunde – außer der Familie – die Roma, nicht zu vergessen meine Gay-Freunde in USA und Marokko, überhaupt die vielen marokkanischen Freunde, hier in USA die Afro-Amerikanerin Ulandis mit den beiden schwarzen Damen, die heute dabei waren, und die Gespräche waren einzigartig. Sehr interessante, intelligente Gesprächspartner. Welchen Präsidenten der letzten Jahre sie besser fanden könnt ihr euch selbst ausrechnen. Wenn ich es genau überlege habe ich überhaupt keine rein-weißen Freunde.

Dazwischen kam der Lachs in den Ofen, er brauchte wirklich nur wenige Minuten. Und dann war das Essen fertig. Ich will mich nicht selbst loben, gebührt der Respekt doch dem Erfinder des Rezepts, doch es war das Beste, das ich in den letzten Jahren gegessen habe. Auch der Aldi-Lachs war einfach genial. Die Linsen so aromatisch. Den Damen schmeckte natürlich das Brot wunderbar, sie konnten kaum glauben, dass man so etwas selbst backen kann. Alles in allem ein sehr gelungener Abend, ein Abend, so wie ich ihn liebe und in Taunusstein nie haben kann. Und wenn ich daran denke, wie schwer es war, Starlet, Ulandis Schwester, dazu zu bekommen. Sie ist eine sehr liebenswerte Frau und hatte einfach Angst, mir zu viel Mühe zu machen. Und natürlich haben sie auch was mitgebracht, und zwar einen Schokoladenkuchen von Starbucks. Das Hyatt-Hotel, in dem sie wohnen, hat ein Starbucks im Haus. Ich musste die kleinen Kuchen in der Mikrowelle erhitzen, dann wurde die Schokolade im Innern weich und eine erneute Geschmacksexplosion ergab sich, nein, Low Carb war das nicht. Aber köstlich.

Hier das Rezept:

http://www.foodandwine.com/recipes/roasted-salmon-lentils-and-bacon

Im Stress

Im Gegensatz zu meinem langweiligen Leben in Taunusstein ist hier immer so viel zu tun, dass ich kaum dazu komme, meinen Blog zu schreiben. Am Samstag war ich im Marine Science Center in Ponce Inlet, das ist ein Hospital für verletzte und kranke Seetiere und Vögel. Sie werden wenn möglich gepflegt und dann wieder in die Freiheit entlassen, aber einige Tiere leben dort auch für immer, weil sie in Freiheit nicht mehr zurecht kommen. So wie der kleine Rundschwanzsperber, ein Tagraubvogel. Sein Nest wurde von einem größeren Vogel angegriffen, gerettet, aber das kleine Jungtier hatte bereits ein Auge verloren, da kann er nicht mehr auf die Jagd gehen und hat im Marine Science Center ein neues Heim gefunden. Die Explore Volusia Gruppe traf sich hier, um für diese Vögel Spielzeug zu basteln, damit sie sich nicht so langweilen. Es hat Spaß gemacht, wir konnten kreativ sein, kamen vor allen den Vögeln ziemlich nah, aber als wir dann die Gebilde in die Käfige hangen haben sich die Tiere absolut nicht dafür interessiert. Wir hätten vielleicht kleine Mäuschen darin verstecken sollen.

Ich war dann nochmal kurz an Jetty von Ponce Inlet, so heißt die Stelle, wo sich der Intracoastal Waterway zum Atlantik hin öffnet. Tonnen von Seegras haben die Wochen starker Ostwind ans Ufer gespült, was zumindest den Seevögeln gut zu gefallen schien. Aber diese ganzen Strände davon wieder zu befreien wird Wochen dauern.

Heute war ich tatsächlich richtig froh, dass ich einmal nicht in aller Frühe wieder zu einem Event muss. So schön die immer sind, es fängt immer schon um 9 Uhr an und da Volusia County ziemlich groß ist sind die Örtlichkeiten oft weit entfernt und ich muss bereits um 8 Uhr abfahren. Dabei ist mir der Morgen wichtig. Nach dem ausgedehnten Frühstück mit lokaler Zeitung und Fernsehnachrichten ist meine beste Schaffenszeit, denn auch hier habe ich täglich viel zu erledigen, mein Geschäft läuft weiter, es gibt Anfragen und auch die Buchführung muss erledigt werden. So gegen 10 bin ich dann aber meistens fertig und heute ging es zum Strand. Das Wetter ist schon außergewöhnlich, es ist heiß und schwül, nach dem vielen Regen ist die Luft sehr feucht. Dazu kam dass statt herrlich breitem Strand, auf dem sich neben den Sonnenhungrigen die Autofahrer tummeln, durch den Ostwind nur ein schmaler Streifen frei ist und der mit Tonnen von Seegras bedeckt. So richtig schön ist es nicht und ich freue mich schon auf den November, wo die Hurrikanzeit vorbei ist und die schönste Zeit des Jahres beginnt.

Eine raue Woche geht zu Ende

Heute morgen bin ich zum erstenmal aufgewacht, ohne dass ein Sturm ums Haus bläst. Sollte es tatsächlich besser werden? Gestern war es ja furchtbar, den ganzen Tag Regen. Mal sanftes Nieseln, mal richtiger tropischer Regensturm. Zum Glück habe ich ums Haus trotz meinem Teich kein Hochwasser, aber die, die an einem Gewässer liegen, das mit dem Meer verbunden ist, haben da schon mehr Probleme. Freund Bob kann sozusagen vor der Haustür ins Kayak steigen.

Doch haben die letzten Tage mehr als nur Sturm gebracht. Jeder hat von dem Massaker in Las Vegas gehört, ich will da nicht mehr groß darüber schreiben. Dieser Mann hat über 40 Waffen, teils Sturmgewehre, zusammengekauft, aber ein Gesetz, das die privaten Waffen beschränkt ist nicht in Sicht. Bei einem so großen Verbrechen ist das Geschrei groß, aber es gibt viel mehr Tote, die auf leise Weise völlig unnötig sterben. Erst vor wenigen Tagen starbin Florida wieder ein kleiner Junge, weil er von seinem Vater in einem geparkten Wagen kurz zurückgelassen wurde, eine Pistole im Wagen fand und sich damit selbst erschoss. Darüber regt sich hier schon keiner mehr auf.

http://www.wftv.com/news/local/double-check-your-weapons-orange-county-deputies-urge-gun-safety-after-child-5-kills-himself-/619046171

Und die Höhe der amerikanischen Heuchelei ereignete sich diese Woche auch noch. Der republikanische Senator Tim Murphy ist schon immer dafür bekannt, sehr streng gegen Abtreibung vorzugehen. Doch als der verheiratete 65jährige nun von seiner Geliebten hörte, sie sei schwanger, textete er zurück, dass sie eine Abtreibung machen müsse. Sie wies in ihrer Antwort darauf hin, dass er im Senat doch ganz anders redet, worauf er antwortete, das ist mein Team, das diese Texte entwirft, nicht ich. Er musste sein Amt niederlegen, auch seine Ehe ist am Ende. Und die Geliebte scheint gar nicht schwanger gewesen zu sein, sondern wollte ihn nur provozieren. Danke, Shannon.

Explore Volusia

Heute ist es richtig stürmisch. Seit Tagen haben wir einen starken Ostwind, der das Wasser des Atlantik in die Creeks treibt, überall Hochwasser. Und genau heute hat Explore Volusia Kayak fahren angesetzt. Um 9 Uhr. Seit halb acht schaue ich in meine Emails und bin ziemlich sicher, dass dies gecancelt wird, andere Veranstalter canceln schon bei lauem Lüftchen. Aber nichts. Und ja, das Kayak ist schon seit dem Abend sicher im Auto verstaut, dann fahre ich also einfach mal los. Es geht nach New Smyrna, nicht weit entfernt. Und tatsächlich, die meisten sind schon vor Ort. 16 Kayaks, einschließlich der zwei Tour Guides, wollen los. Nun muss man sagen, dass ich absolut untrainiert bin, im Leben vielleicht zehnmal im Kayak saß, den ganzen Sommer nichts gemacht habe. Aber egal, es wird los gepaddelt. Und solange es durch kleine Kanäle geht ist es auch unproblematisch. Okay, am Anfang hielt ich das Paddel falsch herum und musste erst aufgeklärt werden, ja okay, kann ja mal passieren. Und wenn das Kayak auch öfter im Kreis herum fuhr statt geradeaus, auch nicht so schlimm. Aber als der Wind dann so richtig im breiteren Intracoastal Waterway durchblies (welchen Namen hat der Sturm denn diesmal?), da fuhr mein Kayak wunderschön rückwärts. Trey, unser Führer, erbarmte sich und verband sich mit mir mittels eines Taus. Dann ging das ganze doch sehr viel leichter. Zweimal habe ich noch versucht, alleine loszukommen, aber irgendwie haben sich das blöde Kayak und auch die Mangroven gegen mich verschworen und sind trotz meiner deutschen Flüche eine enge Verbindung eingegangen, so dass Trey mich doch bis zum Ende andocken musste. Schon beschämend! Aber trotzdem großer Spaß und nette Gruppe. Ich freue mich aufs nächste Mal ohne Sturm.

Explore Volusia ist eine staatliche Stelle (Volusia heißt der Kreis, in dem ich wohne), die extra einen Mitarbeiter (Trey) beschäftigt, der Events organisiert, um die Natur des herrlichen Umlands zu erleben. Es gibt hier sehr viele staatliche Naturparks und dort findet immer ein anderes Event statt, mal einfach nur laufen und viel über die Natur erfahren, mal mit dem Fahrrad oder eben Kayak. Schnorcheln ist leider nur im Sommer, wenn ich im tristen Taunusstein sitze. Gestern zum Beispiel waren wir in der Wiregrass Preserve zu einem Geocaching. Verschiedene Punkte mussten mittels GPS gefunden werden, dort war jeweils eine Kapsel, die Antworten zu der Natur lieferte und danach gab es eine Preisverteilung. Ich liebe diese Events und vor allem sind sie völlig kostenlos.

Weiter im Text

Es ist 10 Uhr und ich bin für heute zum erstenmal durchgeschwitzt, verdreckt und völlig erledigt. Nach dem Frühstück bin ich gleich in den Garten, um das meterhohe Unkraut zu jäten, kaum angefangen, kam schon mein Rasenmähservice. Das hat sich gut ergänzt und jetzt sieht der Garten schon viel besser aus. Allerdings muss nun in den nächsten Tagen noch neu gepflanzt werden. Pflanzen sind hier sehr teuer, genauso wie Obst und Gemüse, das geht ins Geld, und meistens ist im nächsten Jahr alles kaputt. Einzig mein Rosmarin hat vom letzten Jahr überlebt, aber die Büsche, für die ich weit über 100 $ ausgegeben habe, sind weitgehend tot. Vielleicht sollte ich eine Rosmarinhecke pflanzen, sieht man in Marokko oft. Allerdings gehen einige Schäden auch auf das Konto des Rasenmähers, der auf seinem Sitzmäher alles umsägt.

Beim Duschen stelle ich fest, dass meine große Flasche teures Shampoo leer im Schrank steht. Im ebenso teuren Duschgel ist nur noch ein Tropfen drin. Die Mieter! Zur letzten Bikeweek waren ja noch Mieter im Haus, weil ich es zugesagt hatte, aber schon beim letztenmal habe ich diese Zusage sehr bereut. Es sind alles Kleinigkeiten, nichts großes, aber wenn alle meine privaten Dinge verbraucht werden, nichts ersetzt wird, und dann noch der Schalter am Trockner defekt ist, weil wohl jemand die Tür zu heftig zugeschlagen hat, dann reicht es mir einfach. Nie wieder möchte ich Mieter. Ich mache sicher mal eine Ausnahme, wenn es um Freunde geht, aber auch das eigentlich nicht. Es lohnt nicht. Die erhöhten Kosten für Wasser und Strom, das teure Internet, das heute verlangt wird, und Putzfrauen sind hier auch nicht billig. Dazu noch Reparaturen, nein, ganz sicher nicht mehr.

Dafür hatte ich gestern Glück. War mal kurz am Strand, es war sehr windig, vom Meer herüber, so wurde aller mögliche Abfall und Seegras ans Ufer gespült. Schön sah es nicht aus. Aber Fotos habe ich doch gemacht. Hatte wieder alle Hände voll und als ich so schön auf dem Pier stand und filmte, fiel mir auf, dass die Kameratasche fehlt. Mist. Da sind auch meine ganzen Ersatz-Akkus drin. Wegen dem schlechten Wetter war ja nicht allzuviel los, aber die wenigen Leute suchten gezielt in dem Seetang, ob sich vielleicht Schätze finden. Ich ging eilends meinen Weg zurück, sah schon in der Ferne etwas Schwarzes liegen, und tatsächlich, es war meine Tasche. Hat mich sehr gefreut.

Erledigt

Das schwüle Wetter dauert an. Wenn man auch nur einen Handschlag außen macht ist man durch und durch nass und völlig kaputt. Und ich mache viele. Gestern, als ich vom Baumarkt heim fuhr, dachte ich, ach, ich kann ja mal nach dem Haus meiner Freunde sehen. Sie waren bis vor kurzem noch da, sind nun aber zurück in Deutschland, sind halt noch keine Rentner und beneiden mich darum. Vor dem Haus macht es klick und mein Tablet ist im Internet. Oh Gott, ich bin ja wirklich blöd. Gerade um die Ecke ist das schnellste Internet und ich darf es nutzen. Wir verbanden uns über Videokonferenz, ich erfahre, dass bis zum Mittwoch freie Bahn herrscht und ich jederzeit zum Arbeiten kommen darf. Dann mach ich noch den Staub weg und neue Mieter können kommen. Hoffentlich wieder so nette wie im letzten Jahr, wo ein schöner Kontakt entstand.

Auf dem Heimweg will ich kurz ins Big Lots, um zu schauen, ob es da preiswerte Rauchmelder gibt. Schon im Eingang will mir eine Verkäuferin einen Wagen in die Hand drücken, ich, nein danke, brauch nicht viel. Sie sagt, überlegen Sie es sich, heute ist alles 20 % billiger. Wagen bleibt stehen, ich auch, in der Möbelabteilung. Ich sehe einen Tisch mit 4 Stühlen und bin begeistert. Meine bisherigen Stühle sind zu niedrig und ich dachte über die Anschaffung von neuen nach, aber Möbel sind in USA sehr teuer und nicht schön. Dieses Ensemble kostet weniger als 4 Stühle und ich wollte schon immer mal so einen hohen Tisch. Und der Hammer, es gab einen ähnlichen Stuhl als Einzelstück für nur 8 $, wenn mal mehr Besuch kommt.

Die Frage ist nur, wie krieg ich das Ding heim. Wie bei Ikea ist alles in einer Kiste verpackt, der nette Verkäufer misst aus, ich mein Auto, keine Chance. Selbst in meinen schönen SUV, dem Kayaktransporteur, geht die Kiste nicht rein. Ein Transport kostet 45 $. Ich fahre heim, mit dem Einzelstuhl, und rufe meinen Nachbar Tom an, Pickupbesitzer. Schon nach wenigen Minuten geht es zurück zu Big Lots und die Kiste ist auf der Ladefläche.

Hier nur mal kurz: genau das ist es doch, was mir in Taunusstein fehlt. Diese Freundschaft und Hilfsbereitschaft. Fast 8 Jahre wohne ich nun schon da, aber so einen Freundeskreis habe ich dort nicht gefunden. Dürfte also keinen wundern, dass ich mich in Florida viel mehr heimisch fühle.

Tom allerdings ist gerade von einer OP genesen, er kann nur das Auto fahren, alles andere muss ich selbst machen, will ich ja auch. Die 4 Tischbeine sind relativ schnell angeschraubt im Carport, was aber ziemlich schwierig wird, ist den Tisch ins Haus zu schaffen. Ich habe mir das Teil nicht so schwer vorgestellt und ohne Helfer ist es ziemlich schnell passiert, dass ich einen hässlichen Kratzer auf der Tischplatte habe. Müssen halt immer meine schönen Platzdeckchen drauf!

Weiter geht es mit den Stühlen. Ist gar nicht so einfach, die einzelnen Schrauben auseinander zu halten. Der erste Stuhl dauert ziemlich lange, die Finger tun weh vom Schrauben, aber irgendwann ist er fertig. An diesem Abend schaffe ich nur 2 Stühle. Am nächsten Morgen kommen die anderen zwei dran und dann merke ich, dass der letzte Stuhl vom Abend falsch zusammengeschraubt ist. Also alles noch mal aufschrauben, dann sieht es besser aus. Am Ende habe ich kurze Schrauben übrig, aber zwei lange fehlen. Ich bin geschafft.

Aber nein, ausruhen geht nicht. Wenn ein Haus so lange leer steht, vor allem in einem so tropischen Klima und mit dem Durchzug von Irma, dann ist in und ums Haus sehr viel zu machen. Der Garten wird warten müssen, aber im Wohnbereich kann ich mich erst wieder wohl fühlen, wenn zumindest ein wenig sauber gemacht wurde. Zudem ist ja auch alles an Terrassenmöbel usw. in meine Eingangsdiele geräumt. Zuerst mache ich also unter dem Carport sauber, damit ich die Möbel wieder dorthin stellen kann. Und dann sieht es doch schon sehr viel besser aus. Im Grunde ist es doch ganz praktisch, dass das Internet nicht geht, so habe ich mehr Zeit fürs Putzen und mein netter Mitarbeiter zu Hause wird sich schon um alles kümmern.

Um die Mittagszeit (habe ja wegen Jetlag schon sehr früh angefangen) ist dann wenigstens so viel Ordnung eingebracht, dass ich mich etwas besser fühle, wenn auch trotzdem alle Zimmer noch ein zweites Mal sauber gemacht werden müssen.

Ich schildere hier aber lediglich, was ich so alles tue, es ist keinesfalls eine Beschwerde. Ich liebe die Hitze, auch wenn ich dreimal am Tag durchgeschwitzt bin und duschen muss, und ich liebe es, wenn ich so ums Haus werkeln kann. Das alles fehlt mir zu Hause und trägt zu meinem Wohlbefinden bei. Freue mich allerdings auch schon darauf, wenn ich wieder Exkursionen in die Natur machen kann. Am Dienstagmorgen ist Geocaching geplant.

Das ist der neue Tisch

Angekommen

Oh mein Gott, was für ein Stress! Mein Flug war super, alles planmäßig, das Essen gut und die Alkoholzufuhr reichlich. Bob wartete schon am Airport und konnte mir mit meinen 4 Gepäckstücken helfen. Zunächst zeigte er mir das Haus, wo er ein Zimmer gemietet hat. Es liegt nicht weit von einem Wasserlauf, ist aber doch etwas erhöht, ich schätze bestimmt 3 Meter Höhe vom Wasser bis zu der Veranda, von der es ins Haus geht. Und trotzdem hat das Wasser es geschafft, hinein zu kommen. Der Boden ist nass, wohl schimmelig und es riecht furchtbar, Bob hat schon Atmungsprobleme und sucht sich eine neue Wohnmöglichkeit. Und es war ein schönes Haus, von der Lage her hätte ich nicht gedacht, dass es Probleme gibt. Harley und Auto des Hauseigentümers sind auch hinüber, Bob war so schlau und brachte seine Fahrzeuge zum stabilen Haus einer Freundin, das er für sie hütete.

Er schlug vor, doch erst mal heim zu fahren, um zu prüfen, ob sich meine Batterie nicht doch noch aufladen lässt. Das wichtigste überhaupt in USA ist ein einsatzbereites Auto, ohne wäre ich verloren. Alles ist sehr weitläufig und alternative Verkehrsmittel gibt es nicht. Die Luft war schwülheiß und ziemlich feucht. Die Batterie war schnell am Charger, danke Jan und Gabor, dann brachte ich die Koffer ins Haus. Eine Sauna ist nichts dagegen. Der erste Griff ging also zum Schalter der Klimaanlage, aber es tat sich nichts. Irgendwie hatte ich das schon vorher gespürt. Die Anlage ist sehr alt, älter als mein Sohn, aber sie hat immer gut gearbeitet. Nun nimmt sie sich eine Auszeit. Sicher ist, dass man ohne bei diesem Klima nicht schlafen kann und ich überlegte schon, wie ich meine große Matratze auf die hintere Terrasse bekomme.

Aber es gibt ja noch Bob, den Baumeister. Ich rief ihn an, um zu fragen, ob er mir nicht jemand besorgen kann, der sich mit Klimaanlagen auskennt. Vor allem jetzt, am Freitagabend, ist es ja nicht so leicht, schnelle Hilfe zu bekommen. Doch Bob Baumeister setzte sich ins Auto, war in Windeseile da, und als ich mit Bob 1 zurück vom Supermarkt kam, wo ich das erste fürs Frühstück einkaufen musste, sass er schon vor dem Gerät. Und hatte auch schon den Fehler gefunden. Irgendein Relais hat wohl durch Irma zu viel Wasser bekommen. Schon war er am Telefon, rief einen befreundeten Fachmann an und eine Stunde später hatten wir das Teil. Noch rechtzeitig vor der Schlafenszeit lief das Teil wie eins.

Nun meckerte eine Freundin in Facebook ja gleich über den Gebrauch der Klimaanlage. Man sollte nicht meckern, wenn man die Gegebenheiten nicht wirklich kennt. Einerseits gibt es kaum jemand, der so sparsam ist wie ich, andererseits gibt es Wetterbedingungen. In Deutschland die Kälte, gegen die man heizen muss. Ein Leben in einer Wohnung im Winter ohne Heizen ist einfach nicht möglich. Man kann diskutieren, bei wieviel Grad man anfängt und wie hoch man heizt, aber es muss sein. Und genauso, nur umgekehrt, ist es in einem tropischen Landstrich wie Florida. Hier ist die Sommerhitze das Problem, nicht die Kälte. In den milden Wintermonaten braucht mal hier die Klimaanlage nicht, aber jetzt geht es nicht ohne, das ist alles andere als Luxus. Viele Leute, mit teuren Häusern, lassen die AC sogar an, wenn sie im Sommer nicht da sind, denn die Feuchtigkeit dringt ins Haus, sorgt für Schimmel und verdirbt Möbel und Elektronik. Wer den Tropen die Klimaanlage absprechen will hat einfach keine Ahnung und muss es erstmal selbst erleben.

So, genug liebe Petra, weiter im Text. Für den Abend hatte ich genug von Problemlösungen, wusste aber, dass am Morgen da noch etliches auf mich wartet. Wir hatten am Abend mal versucht das Auto zu starten und immerhin hatten die LED-Anzeigen wieder geleuchtet, es bestand also Hoffnung. Am Morgen ging dann mein erster Weg zum Auto, ich startete und der Motor lief. Ich klemmte den Charger ab und kümmerte mich zunächst um häusliche Dinge. Dann wollte ich zu Spectrum fahren, um meinen Internetanschluss zu bestellen. Das Auto machte keinen Mucks. War sicher ein Fehler, nur zu starten und schon abzuklemmen, aber wenn die Batterie so schnell wieder leer ist, kauft man doch besser eine neue. Bob 1 hatte sich ja bereit erklärt, mir zu helfen und so ging es auch ruckzuck, neue Batterie drin, Auto läuft. 107 $, ist okay.

Dann zu Spectrum. Wegen dem Wochenende kann der Mechaniker erst am Montagabend kommen, damit war zu rechnen. Womit ich nicht gerechnet hatte, ist, dass die SIM-Karte, die ich über amazon für teures Geld gekauft und aktiviert hatte, nicht geht. Das Internet ist extrem langsam und meist geht gar nichts. Whatsapp und so geht, aber selbst emails machen Schwierigkeiten. Und so muss ich mir halt immer Möglichkeiten suchen, wo ich ins Netz komme. Wollte in die Bücherei, normal die beste Adresse. Aber nicht heute. Direkt davor, im City Center, ist heute ein Volksfest und alle Parkplätze belegt. Zu McDonalds will ich nicht, da ich ja Figur- und umweltbewusst esse. Aber vom Baumarkt brauchte ich etwas, so sitze ich nun also davor auf einer Bank und schreibe.

Nach einem ausführlichen Einkauf beim neuen Aldi geht es wieder heim, wo noch viele, viele andere Probleme auf mich warten. Bis ich zum Erholen komme und auch den Strand mal sehe wird noch etwas dauern.

 

Inflight

Die ganze Zeit, seit ich aus Marokko zurück kam, war ich im Wartemodus. In Taunusstein fühle ich mich nicht wohl. Oder soll ich sagen, in Deutschland? Der einzige Lichtpunkt hier ist meine Familie, meine winzig kleine, beste und wunderbare Familie. Doch abgesehen davon fühle ich mich nur wohl, wenn ich auf Reisen bin. Nun sitze ich also in der Business Class und entstanden ist das nur, weil ich – zurück aus Marokko – in ein tiefes Loch gefallen war und kaum wusste, was ich da tat. Und gerade weil ich mich so auf diesen Flug gefreut habe, habe ich die Zeit einfach ausgeblendet, damit es schneller so weit ist, bis ich im Flieger sitze.

Und nun genieße ich jede Minute bewusst. Früher habe ich mich nur gefreut, nach Florida zu kommen, diesmal freue ich mich allein schon auf den Weg dahin. Ähnlich wie ich es heute mit Marokko mache, wo ich schon auf dem Weg dorthin so gut wie möglich die Fahrt genieße und mir möglichst schöne Hotels aussuche, manchmal auch eine Nacht länger bleibe. Man muss es realistisch sehen: viel Zeit bleibt nicht mehr, und die muss ich nutzen.

So hat mich also meine liebe Geli in aller Frühe zum Flughafen gefahren und ich habe mein Frühstück in der Sakura Lounge eingenommen. Obwohl – so gut war es nicht. Weiches Brot und keine Croissants, aber Latte und Sekt um 8 am Morgen. Und ein japanisches selbstreinigendes Klo, dessen geheizte Klobrille allerdings den Eindruck erweckte, es hätte gerade jemand anderes darauf gesessen.

Im American Airline Flieger dann gibt es keine First Class, meine Business ist die Top. Ein Sekt zum Empfang, während die anderen einsteigen, ein Einzelsitz am Fenster, den man wunderbar zum Schlafen ausfahren kann, ohne dem Hintermann die Lehne ins Gesicht zu drücken, Abstellflächen für die verschiedenen Kleinigkeiten und gute Bose-Kopfhörer. Schon vor Abflug fragt Rebecca, meine Flugbegleiterin, welchen Drink ich nach dem Abflug möchte, wohlgemerkt, alles noch ziemlich früh am Morgen. Dazu gibt es warme Nüsschen und schon um 10:20 Uhr wird das Mittagessen serviert, mein Angus Beef hatte ich schon zwei Wochen zuvor online bestellt.

Ich habe für dieses Ticket ein Schweinegeld bezahlt, aber ganz ehrlich, ich weiß nicht, ob ich jemals noch anders fliegen kann, es ist schon bequem auf eine so langen Strecke (0:15 Minuten) und ich bereue keinen einzigen Cent.

Meine Wahl 2017

Die Wahl ist gelaufen, die Ergebnisse liegen vor. Das hohe Ergebnis für die AfD war zu erwarten und schockt mich daher nicht, wenn es mir auch Angst macht. Aber noch schlimmer finde ich, dass in meinem Taunusstein das Ergebnis für diese Partei noch deutlich über dem Bundesergebnis liegt, 13,9 zu 12,6 % und 11,9 % in ganz Hessen. Taunusstein also eine AfD-Hochburg?

Es gab schon früher extreme Parteien im Bundestag, aber noch nie hat es ein Anhänger einer rechtsextremen Partei in mein persönliches Umfeld geschafft. Ein Skinhead mit Springerstiefeln und Hakenkreuz auf dem Arm eingeritzt, nein, so was kenne ich nicht. Aber diesmal ist es ganz anders. Ich habe etliche Bekannte, die ich teils schon Jahrzehnte kenne und schätze, und sie sind bekennende AfD-Anhänger. Das erschreckt mich wirklich und ich verstehe sie nicht. Auch ich sehe große Fehler bei der bisherigen Regierung, habe Merkel noch nie gewählt, obwohl es ganz sicher viel schlechtere Kanzler gegeben hat. Was in Griechenland gelaufen ist fand ich nicht gut, wie unser persönliches Vermögen daraufhin vernichtet wurde, hat mich sehr geschmerzt. Aber am meisten tangiert die Menschen und mich die Flüchtlingspolitik. Ich fand es nicht gut, dass die Tore bedingungslos und weit geöffnet wurden und habe auch das bereits in meinem Blog 2015 geschrieben:

„Meiner Meinung nach gibt es nur einen einzigen Weg: Es muss ein einheitlicher Topf gebildet werden, aus dem alle Kosten bezahlt werden. Zunächst Registrierungsheime an den Außengrenzen, dort werden wirklich alle Hereinkommenden erfasst und einheitlich abgespeichert. Die Unterkunft und Versorgung der Flüchtlinge wird nicht von den Erstländern bezahlt, sondern aus dem gemeinsamen Topf, in den alle Staaten gemessen an ihrer Wirtschaftskraft zahlen.“

http://taunussteinblog.apps-1and1.net/wundert-froehlich-20724870

Ich reise viel, aber wohin ich auch reise, ich brauche ordentliche Papiere. Ohne die lässt mich kein Land herein. Ich habe Verständnis, dass es Menschen auf der Flucht gibt, die einfach nur weg von den Bomben wollen. Aber auch bereits in der Türkei und auf der langen Balkanroute gibt es keine Bomben mehr, doch die Menschen wollten ganz gezielt nach Deutschland. Weil es hier am meisten Geld gibt. Und sie wussten, wenn sie ihre Papiere weg werfen, dann ist es für sie leichter zu bleiben. Und als viele in Deutschland angekommen waren dann verschwanden sie spurlos, gingen wohin auch immer. Es gab keine Kontrolle und wir wussten nicht mehr, wer sich denn in unserem Land aufhält. Das war ein riesengroßer Fehler, der sich schon lange gerächt hat. Dass ich viel Verständnis für Flüchtlinge habe kann man in meinem Blog lesen, ich habe lange ehrenamtlich geholfen, bin keine Rechte, bin offen und liberal.

Aber zurück zur AfD. Ich denke, es gibt auch noch andere Möglichkeiten, in einer demokratischen Ordnung und unter Einhaltung des Grundgesetzes zu protestieren. Mein Wunsch war es, die Groko abzulösen. Und hoffentlich ist dies auch geglückt. Ich bin nicht ganz begeistert über den Einzug der Grünen in die Jamaika-Koalition, die haben es bei mir ziemlich verschissen. Ich hätte mir lieber die Linke dazu gewünscht und verstehe nicht, warum Merkel noch nicht mal Verhandlungen mit dieser Partei in Erwägung zieht, die doch immerhin mehr als andere das Wohl des einfachen Menschen im Programm hat. So setze ich also alle Hoffnung auf meinen Held Christian Lindner!