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Halbschwerer Abschied

Carla hat sich zum Glück wieder so weit erholt, dass Sie kommen kann. So fahren Carla, Bob und ich zum Caribean Jack, einem schönen Lokal direkt am Fluss mit herrlichem Ausblick, gutem Essen und Musik. Und natürlich dauert es nicht lange, bis Carla und ich auf der Tanzfläche stehen, zur fetzigen Musik von Altrockern, so genau in meinem Alter. Vermutlich haben sie auch zur Zeit der Beatles angefangen. Mit uns tanzen wieder nur Mädels, was ist eigentlich mit den Jungs los? Die kommen erst mit der Liebsten, wenn langsame Schnulzen gespielt werden.

Dann geht es weiter zu First Turn. Dort spielt heute Hayfire, einer der besten lokalen Bands, und heute, an diesem herrlich warmen Abend, ist es gepackt, wie die Amis sagen. Sicher einige Hundert Menschen, jung und alt, und die Tanzfläche auch hier brechend voll. Da werde ich traurig, dass ich heim muss und finde es so schade, dass es so etwas nicht in Deutschland gibt. Wirklich jeden Abend kann man hier tanzen, jung und alt, es gibt keine Klassen, jeder hat Spaß. Ich bin so glücklich, dass ich diese beiden Freunde gefunden habe, die so unterschiedlich sind wie zwei Welten, aber beide sind treue Freunde. Ich werde sie sehr vermissen und freue mich schon auf das nächste Jahr. Wenn so einige kleine Wenns nicht wären, ich könnte mir vorstellen, ganz hier zu leben.

Aber nun freue ich mich auf das kalte Zuhause, aber vor allem darauf, zu packen und in eine ganz andere Welt zu fahren. Meine dritte Welt.

I dream of Jeannie

Wer kennt sie nicht, die Fernsehserie mit der Jeannie aus der Flasche und dem Astronaut. Sie spielt in Cocoa Beach beim Kennedy Airspace Center. Schon die Lage des Ortes ist einzigartig, auf einer schmalen, lang gestreckten Halbinsel. Und die wollten Bob und ich mal entdecken, auch Bob war noch nicht dort. Nun ist es schon anders, mit Bob zu fahren als mit Carla, Carla will genau wie ich alles ausprobieren, Bob nur durchrasen. Aber man muss seine Freunde so nehmen wie sie kommen und es wurde ein schöner, wenn auch kurzer Ausflug. Wir fuhren nicht die US1 nach Titusville, sondern durch den Naturpark Merritt Island. Und trafen da auch gleich auf zwei dicke, fette Alligatoren, die sich faul in der Sonne räkelten. Weiter ging es nach Port Canaveral, wo die großen Kreuzfahrtschiffe anlegen. Aber auch das haben wir nicht näher erforscht, Bob wollte ja nach Cocoa. Und das ist gar nicht so einfach zu entdecken. Es gibt nur eine Hauptstraße über die Halbinsel, die A1A. Und die ist dicht bebaut. Wo da ein Ort aufhört, der nächste anfängt ist schwer zu erkennen, Ortsschilder gibt es nicht und man kann höchstens von den Namen der Hotels darauf schließen. Cocoa Beach Resort dürfte ja einen klaren Hinweis geben. Wir fuhren also suchend nach Süden, denn Bob wusste, es gibt ein Pier im Zentrum von Cocoa, und das wollte er sehen. Wir fuhren und fuhren und drehten um. Wir schienen schon vorbei zu sein. Ich konnte ihn überzeugen, doch mal anzuhalten und jemand zu fragen, ja, da waren wir dann schon kurz davor. Aber die Parkplätze dort kosten Geld, was Bob gar nicht mag. Aber auch hier konnte ich ihn überzeugen, dass wir uns 2,50 $ für eine Stunde doch leisten können. Das Pier ist wirklich das touristische Zentrum der Halbinsel und war an diesem schönen, sonnigen Tag gut besucht. Jeder ist froh, dass die lange Kälteperiode vorbei ist. Das Pier ist dicht bebaut mit Shops und Restaurants und ganz am Ende muss man 2 $ zahlen, wenn man noch weiter raus will. Zu viel für Bob, aber auch für mich. Wir gingen zurück, Bob kaufte sich ein Eis, für 5,50 $, und siehe da, mit diesem Bon könnten wir umsonst raus aufs Pier. Das haben wir natürlich auch sofort getan. Und ich wollte mich für den Ausflug revanchieren und kaufte für uns 2 Bier. 12,70 $. Mein Gott, ich will doch nicht die ganze Tiki-Bar kaufen. Bei uns in Port Orange hätte es genau 4,50 gekostet. Ja, aber das ist Tourismus. Wir fuhren auf direktem Wege wieder zurück und waren schon um 14 Uhr wieder in Port Orange, mit Carla hätte der Tag erst angefangen.

Aber Carla ist krank. Sie hatte für 4 Tage ihre Mutter im kalten North Carolina besucht und sich ziemlich erkältet. Schade, denn wir wollten doch am Abend wieder tanzen gehen. Nun hoffe ich, dass sie sich bald erholt und wir Freitag meinen Abschied feiern können.

Schmerzen

Ich bin ein neuer Mensch. Nicht nur wegen dem schönen Wetter. Nach endlosen kalten Tagen, nein Wochen, endlich man wieder ein Abend, wo ich in einem Top weggehen und die Jacke im Auto lassen kann. Da ist die Stimmung einfach besser und die Musik klingt schöner. Heute Abend waren wir im Eagles, dort spielt genau wie im First Turn jeden Abend eine Band und die Leute tanzen wie verrückt. Ich bin ein Youngster hier, der Altersdurchschnitt liegt deutlich über meinem Jahr.

Aber vor allem bin ich wieder schmerzfrei. Ihr könnt euch kaum vorstellen, wie ich die letzten Tage gelitten habe. Ich habe sowieso Probleme mit meiner Wirbelsäule, Rückenschmerzen sind nichts Unbekanntes für mich, aber das war schlimmer. Oben im Nacken-Schulter Bereich tat es unglaublich weh. Am schlimmsten waren die Nächte, ich konnte mich kaum drehen und hätte am liebsten geschrieen vor Schmerzen. Zunächst dachte ich, ein Zug, warm halten, das geht vorbei. Aber es wurde nur schlimmer. Kaufte mir eine spezielle Salbe, half nichts. Und dann kommen hier fern von der Heimat immer schlimme Gedanken auf, wie neulich schon mal. Ich kann halt nicht schnell mal zum Arzt gehen und es abklären, also staut sich da eine richtige Panik an. Rücken nun ganz kaputt, kann nicht mehr gehen, Autofahren ist vorbei, kein Marokko mehr, kein Florida, nur noch Altersheim. Für euch klingt das vielleicht lächerlich, aber in so einer Situation kommen mir die schlimmsten Gedanken. Soll ich hier zum Arzt gehen, soll ich schon einen Termin machen für meinen Arzt in Deutschland? Es geht ja glücklicherweise bald heim.

Da muss ich einfach meine Familie anrufen, in so einer Lage braucht man Zuspruch. Ich erreiche auch gleich meinen Sohn, der ja noch viel mehr als ich von Rückenproblemen geplagt ist. Er sagt, ich brauche Ibuprofen. Mann, ich will doch kein Schmerzmittel, will die Schmerzen nicht verdecken, sondern heilen. Aber er erklärt, dass die Tabletten entzündungshemmend wirken und unbedingt nötig sind, es wäre ein Fehler, die Schmerzen auszuhalten, dann ginge es nicht weg.

Also, wo bekomme ich die? Muss ich zum Arzt, ein Rezept holen? In aller Frühe fahre ich zu Walgreens, und was liegt da? Ibuprofen over the counter. 40 Tabletten für 4,99 $. Sofort gekauft. Erst später erfahre ich bei Dr. Google, dass es auf den Wirkstoffgehalt ankommt, bis 400 mg pro Tablette sind sie rezeptfrei. Ich nehme sofort eine, und es ist kaum zu glauben, nach einer Stunde ist kaum noch etwas von den doch wirklich heftigen Schmerzen zu spüren. Nun ist es Abend, ich habe bisher 2 Tabletten genommen, werde noch eine für die Nacht einwerfen und bin sehr gespannt, wie die Nacht sein wird. Wenn alles gut läuft kann ich morgen in meine Marokko-Planung einsteigen.

Das Ende ist ein neuer Anfang

Seit Wochen jammere ich herum, dass ich nicht heim will. Und nun sind es nur noch wenige Tage bis zum Rückflug und ich würde am liebsten schon morgen fliegen. Komisch wie sich die Gedanken so ändern können. Es liegt natürlich teils auch an dem schlechten Wetter, das wir dieses Jahr hatten. Aber irgendwie ist es auch genug. Ich freue mich nicht auf mein tristes Taunusstein, aber auf den schönen Rückflug, wo ich wieder Champagner schlürfen kann, und auf das Faschingsfrühstück mit meiner Familie. Ist doch schön, sie alle wieder zu sehen. Und dann wird gepackt, ausgepackt, umgepackt, eingepackt, und dann geht es Richtung Marokko.

Lange habe ich ja hin und her überlegt, wie genau ich diesmal reise. Meine Mauretanien-Freunde wollen unbedingt, dass ich komme, um meinen Reiseführer zu aktualisieren. Ganz, ganz langsam normalisiert sich das Leben in dem Land nach den verheerenden Anschlägen im Jahr 2007, nach denen die Touristen wegblieben. Sehr zögernd kommen die ersten wieder. Und natürlich sind die alten Angaben bezüglich Unterkünften völlig überholt. Es kamen ja keine Touristen. Also hat man entweder zu gemacht, die oft ausländischen Besitzer sind abgereist, oder man hat das Anwesen einfach verkommen lassen, es war ja weder Geld noch Nachfrage da. Natürlich gibt es dann auch manchmal stille Vorwürfe, warum denn mein Reiseführer so überholt ist. Aber da muss ich um Verständnis bitten. Ich kann von diesem Buch nur sehr geringe Auflagen drucken, und selbst die tragen sich nicht, die Kosten für den Druck usw. kommen absolut nicht rein. Und von den Kosten für die Reise, die in einem schwierigen Land wie Mauretanien wesentlich höher sind als in Marokko, schon gar nicht. Ich tue das nicht aus geschäftlichen Gründen, es ist ein Zusatzgeschäft, sondern ganz allein für meine Freunde, die wirklich darauf angewiesen sind, dass Touristen kommen. Das kann sich natürlich nur so ein nicht-kommerzieller Verlag wie meiner leisten, ein Dumont etc. würde die Kosten nicht investieren.

Mit meinem Auto werde ich vermutlich nicht über die Grenze fahren, es ist nicht nur sehr langwierig, sondern auch unversichert. Europäische Versicherungen gelten nicht in Mauretanien und die Unfallgefahr dort ist ziemlich hoch. Ich werde fliegen. Aber wann genau, und ob mal kurz von Marokko aus oder später im Jahr von Deutschland aus das weiß ich noch nicht. Dazu kommt, dass mein Kontaktmann Idoumou, der mich bei der Recherche unterstützt, jetzt im Frühling doch viele Kunden hat, die mit ihm reisen wollen. Vermutlich werde ich doch wieder im Sommer hinfliegen, zu der gleichen Zeit wie bei meinem ersten Besuch 2007. Ich weiß noch genau, wie heiß es damals war, aber ich liebe ja die Hitze.

Nun hoffe ich, dass der harte Winter, der diesmal wirklich überall herrschte, langsam vorbei ist und ich auf der langen Autofahrt durch Frankreich und Spanien einigermaßen akzeptables Wetter habe.

White Sands Buddhist Center

Es gibt so viele Welten – heute war ich in einer neuen. Schon so oft hatte mein Freund Jerry von dem buddhistischen Temple bei Mims erzählt und immer nahm ich mir vor, einmal dorthin zu fahren. Heute war es endlich so weit.

Die Anfahrt von meinem Wohnort ist weit, 50 km nur um einen Sonntagsgottesdienst zu besuchen? Schon vor der Kleinstadt Mims wurde ich in ein ruhiges Wohngebiet geleitet und hätte beinahe die schmale Schotterstraße übersehen. Sie führt durch einen kleinen Urwald, deren Bäume mit Schildern versehen sind, die die Ruhe und den Frieden des Buddhismus ausdrücken: peace, compassion …

Dann tauchen bereits große Buddha-Statuen auf und ein schön angelegter Garten, der zum Wandeln und Meditieren inspiriert. Es ist kurz vor 10 Uhr und ein Mönch sitzt im Garten und schlägt in rhythmischen Abständen auf eine große Glocke. Vor dem Versammlungsraum zieht man die Schuhe aus, der Saal ist mit Teppichen ausgelegt, darauf kleine Sitzpolster, aber am Rand stehen auch Stühle für die Leute, die nicht so beweglich sind. Ich lasse mich auf dem Boden nieder. Der Gottesdienst ist in englischer und vietnamesischer Sprache, die Texte werden mit einem Projektor angezeigt. Es ist sehr feierlich. Zu Beginn werden einige Gebete gesprochen, wir müssen und abwechselnd zu Boden werfen, dann können wir uns eine angenehme Position suchen und die Meditation beginnt. Während der ganze Service auf zwei Stunden angesetzt ist kann ich nicht genau sagen, wie lange die Meditation dauerte, denn man verliert völlig das Gefühl für Zeit. Später wurden einige Mantras in vietnamesischer Sprache vorgebetet und von der etwa 40 Personen umfassenden Gemeinde wiederholt. Später arrangierten wir uns in einem Kreis und ein Guru machte Dehnungsübungen mit uns. Dann kam ein Mönch und fragte, wer denn neu in der Runde sei. Ich war durchaus nicht allein, neun Personen waren zum erstenmal dabei und sollten sich kurz vorstellen. Aber natürlich kam ich als Deutsche von dem entferntesten Winkel. Als sich die Gruppe auflöste kam ein junger Amerikaner auf mich zu und sprach mich in Deutsch an, er hatte einige Jahre in Nürnberg gelebt und war stolz, seine Sprachkenntnisse anzubringen. Er lud mich ein, mit der Gemeinschaft zu essen. Ich hatte zwar auf vietnamesische Speisen gehofft, aber es gab ein kleines vegetarisches Buffet mit Suppe und Salaten.

Es war eine sehr angenehme Erfahrung, wenn es nur nicht so weit wäre. Wenn doch alle Religionen so friedlich wären.

Danke, Silver Springs, für den schönen Tag

Von Leesburg aus gibt es keine gemütlichen Back Roads, nur verkehrsreiche Highways und ein State Trooper begierig, einen Falschfahrer zu fangen. War oft auf einer Linie mit mir, aber ich habe mich genau an alle Speed Limits gehalten, so hat er sich einen anderen rausgepickt, der für mich ebenso unschuldig schien. Irgendwann kam ich dann aber doch in Silver Springs an und wollte zunächst mal schauen, ob alles mit meinem Hotel direkt neben dem Park in Ordnung ist. Gut so. Denn nichts war in Ordnung. Erstens war das Days Inn ein ziemlich herunter gekommenes Motel, für immerhin 74 $, und dann hatte man keine Reservierung. Ich zeigte meine Bestätigung, und wir fanden den Fehler. Ich hatte versehentlich das Days Inn in Ocala gebucht. Ich entschied mich, es dabei zu belassen, obwohl es bedeutet, dass ich 12 Meilen zurück fahren muss.

Also zunächst in den Park. Der Kayak Launch war ganz schön besucht, die meisten Leute hatten ihr eigenes Kayak mitgebracht. Schnell stellte sich aber heraus, dass meine Entscheidung richtig war, statt einem unsicheren Transport lieber ein Kayak zu mieten. Es kostete mich nur 20 $ für 2 Stunden, und für einen Launch meines Bootes hätte ich auch 4 $ zahlen müssen. Außerdem kostete es noch 2 $ Parkeintritt.

Der eigentliche Grund für meine Central Florida Rundfahrt war ja, dass ich endlich die Rhesus-Affen in diesem Park sehen wollte. Beim ersten Besuch vor ein paar Wochen hatte sich kein einziger blicken lassen, aber ein Filmbericht vor kurzem zeigte, dass ein Gruppe von Kayakfahrern ziemlich aggressiv von den Affen angegriffen worden waren und man konnte zudem die wunderschöne Flusslandschaft sehen. Nach dem Film hatte ich spontan das Hotel gebucht. Also, wo sind die Affen?

Ich bekam auf einer Karte den knapp 2 km langen Rundtrip gezeigt und paddelte los, ganz allein. Es war einfach unglaublich. So viele Vögel so nahe, den Anhinga, der auf einem Baumast seine Federn trocknete, konnte ich fast anfassen, und überall sonnten sich Schildkröten in allen Größen. Das Wasser war glasklar, wird es ja von einer Quelle gespeist, die nahe zum Zentrum schön warm ist. Und dann war er da, der große Alligator. Bewegungslos lag er am Ufer, fast nicht zu sehen, da seine Tarnung aussieht wie ein Baumstamm. Den grinsenden Kopf abgewandt von mir war er wohl einfach nur müde und nicht hungrig. So ganz leicht ist es ja nicht, alleine zu paddeln und dabei noch zu fotografieren, ohne dass man selbst oder die Kamera ins Wasser fällt und ohne das Reptil zu sehr auf mich aufmerksam zu machen. Ich traute mich auf etwa 5 Meter an ihn heran. Hin und wieder traf ich andere Kanuten sowie einen weiteren großen Gator und schließlich erreichte ich die Bootsanlegestelle im Park, wo die Glasbodenschiffe mit den Touristen abfahren. Aber so ein Kanute fühlt sich absolut nicht als Tourist, hier ist man Teil der Natur, wie es sonst kaum noch möglich ist. Hier kann ich mich in die alten Indianer hineinversetzen, deren Land es einst war. Da ich nur 70 Minuten für die Runde gebraucht hatte, war noch genug Zeit, noch einmal durch die stillen Gewässer zu paddeln und einfach nur den Tag zu genießen. Es war eine der schönsten Kayaktouren, die ich je gemacht habe, aber Affen – Fehlanzeige. Die haben sich mir nicht gezeigt.

Ich ging dann noch mal in den touristischen Teil des Parks, der sehr an einen Kurpark erinnert, aber das ist einfach nicht meine Welt und ich erinnerte mich, dass es ja noch einen zweiten Eingang gibt ein paar Kilometer entfernt. Hier kann man mit dem Wagen einfahren, es kostet 5 $ für eine Person, mit bis zu 5 Personen 8 $. Ich zeigte mein 2 $ Ticket vor und konnte einfahren, Geld gespart, schön. Die Straße führt zu einer Picknick Area mit einem Museum und einem Campingplatz. Dort stieg ich dann aufs Rad um. Es gibt wunderbare natürliche, also unasphaltierte Wege durch den Park, ich fuhr zunächst den Weg zum Fluss und folgte dann dem ausgeschilderten Biketrail. Zu Beginn war ein Warnschild, dass der Weg sehr feucht sei. Als ich dann aber nach etlichen Kilometern an die Stelle kam, wo man im Bogen umdrehen musste, war zwar von Wasser keine Spur, aber der Wald inklusive Pfad vollkommen blockiert von umgestürzten Bäumen. Zu Fuß hätte man die noch überklettern können, mit den Rad war einfach kein Durchkommen. Also musste ich leider den ganzen Weg wieder zurück fahren. Man hätte am Beginn ja auch darauf hinweisen können. Aber wie meinten die Radler, die ich unterwegs traf: das ist Teil des Abenteuers, und so ist es ja auch.

Als ich wieder zum Wagen kam war ich doch ziemlich geschafft nach zwei so aktiven Tagen und freute mich auf mein Hotel. Schließlich sollte es besser sein als das schäbige am Eingang. Die verkehrsreiche Straße brachte mich also etwa 20 km in Gegenrichtung hin, ich hoffte auf ein schönes Hotel im Stadtzentrum, und was bekam ich? Ein Motel direkt an der Autobahn, das gerade vollkommen renoviert wurde, die Arbeiter liefen herum, die Lobby war teilweise gesperrt. Nein, das gefällt mir nicht. Der sehr freundliche Rezeptionist meinte zwar, ich käme doch in ein Zimmer, in dem nicht gebaut würde, aber ich lehnte dankend ab. Und er akzeptierte meine Stornierung, was ich sehr nett fand. Ich fuhr also die 20 km wieder zurück, denn am Park gab es noch mehrere Hotels, die ganz nett aussehen. Doch es war Rush Hour, die Straße vierspurig, und die Hotels immer gerade auf der Seite, wo ich nicht war und nicht durchkam. Ich hatte also keine Chance und musste Richtung Heimat weiter fahren, ca. 150 km. Zwar die Übernachtung gespart, aber ich muss auf den Park verzichten, den ich gerne am nächsten Morgen noch gemacht hätte, Juniper Springs.

Urlaub, endlich Urlaub

Wer vier Monate fest in Florida ist kann ja nicht mehr von Urlaub sprechen. Deshalb habe ich schon im letzten Jahr eine kleine Reise nach Fort Lauderdale gemacht und dieses Jahr soll es nach Mount Dora, Leesburg und Ocala gehen. Kurz vor der Abfahrt sagte Carla, sie möchte mich ein wenig begleiten. Ihr eigenes Auto mitnehmen, mir hinterherfahren, weil sie noch nicht genau weiß, wie lange sie bleiben will.

So treffen wir uns also unterwegs und fahren über die Back Roads, die kleinen Landstraßen Richtung Sanfort. Gut, wenn man ein GPS hat, von den Wegweisern her hätte ich es nicht so gut gefunden. Im ersten Park, dem Lower Wekiva River Preserve State Park, laden wir unsere Bikes ab und fahren los. Zunächst geht es zu Katie’s Landing. Schön am Fluss gelegen könnte man hier sein Kayak zu Wasser lassen. Wir haben uns aber dagegen entschieden, die mitzunehmen. Das Kayak passt zwar in den Innenraum, aber ich kann durch die rechte Scheibe nichts mehr sehen, so mache ich nur kürzere Strecken. Und mit dem Rad ist es doch auch ganz schön. Wir legen schließlich 11 Meilen auf teils sehr sandigem Weg zurück, war schon ziemlich anstrengend. Die Landschaft ist schön, meist Pinienwald, richtig friedlich, an Tieren sahen wir nicht viel. Aber das Wetter einfach perfekt. Sonnig, nicht zu warm, wir kamen auch so ins Schwitzen.

Nun sollte es weiter zum Rock Springs Run State Park gehen. Beide hatte ich in einem Buch gefunden. Aber bevor wir dorthin kamen sah ich ein Schild: Seminole State Park. Der stand nicht in meinem Buch. Dabei ist er sehr groß und schön und enthält zahlreiche meist primitive Zeltplätze. Und ist doch so ein großer schöner Park. Gleich zu Beginn mussten wir eine Eintrittsgebühr von 2 $ in einem Umschlag einwerfen. Ein Teich und ein hübsches Klohaus waren auch da. Wir nahmen die sandige Hauptstraße unter unsere Fahrräder und kamen an den Black Water Creek, wo ein Alligator sich gemütlich sonnte. Auch an dem kleinen Zeltplatz in der Nähe lag ein Gator, ich würde also nicht unbedingt dort zelten. Zum Wandern aber herrlich, auch biken auf der breiten Sandstraße geht gut. Dazu gibt es schmale Wanderwege, die aber teils sehr schlecht und eng sind. Gut zu Fuß, aber unmöglich mit Rädern. In diesen Park komme ich gerne wieder. Es kostet eine Gebühr von 2 $ pro Person.

Nach dieser Gewalttour hatten wir dann keine Lust mehr, den Rock Springs Run State Park zu erkunden. Er liegt nur wenige Meilen weiter, bietet auch hier unendliche Wanderwege, aber wir waren kaputt. Stattdessen fuhren wir weiter ins schöne Mount Dora. Hier wird Südstaatencharme gemixt mit europäischem Flair. Es gehört in jedes Rundreiseprogramm und kommt für mich direkt nach St. Augustine. Im kleinen Stadtzentrum kann man shoppen und speisen, der kleine Hafen am großen Lake Dora bietet Wassersportmöglichkeiten und auch die gepflegten Parks bieten für jeden etwas. Wir setzten uns in ein Café im französischen Stil und ließen es uns gut gehen.

Danach wollte Carla wieder nach Hause und ich fuhr weiter ins 12 Meilen entfernte Leesburg, wo ich das Hotel Quality Inn gebucht hatte. Die waren dort preiswerter als in Mount Dora, aber wenn ich es noch einmal zu tun hätte würde ich doch Mount Dora wählen. Dort kann man abends schön bummeln und es ist sicher die höhere Ausgabe wert. Jetzt folgte mein erstes Erlebnis in einem Florida – Hotel, denn damals in Fort Lauderdale hatte ich in einer Ferienwohnung übernachtet. Es ist schon ein Ding für sich. Ganz sicher nicht so wie in Marokko. Das Zimmer, als Single gebucht, hatte zwei Doppelbetten. Und das war auch wirklich das Beste, denn die waren herrlich bequem. Der Fernseher hatte kein Signal, aber der zu Hilfe gerufene Techniker kam sofort und löste das Problem. Alles war also gut, bis darauf, dass ich auch bei gutem Wetter niemals in den Pool steigen würde, der einsehbar direkt an einer vielbefahrenen Straße liegt. Und das Frühstück. Es wurde als reichhaltig angepriesen, aber für Deutsche ist dies doch gewöhnungsbedürftig. Gut war die Möglichkeit, sich eine frische Waffel selbst zuzubereiten. Dazu gab es aber nur langweilige, etwas trockene Spiegeleier, kein Bacon, Milch, schlechter O-Saft, Mini-Donuts und Bagels, Toastbrot. Und Grits, eine Art Brei, den wirklich nur ein Einheimischer runterbekommt. Aber ich wollte mich ja sowieso auf Diät setzen.

Visum für die USA

Ein Deutscher, der seinen Urlaub in USA verbringen will, muss zuvor kein Visum beantragen, weil eine solche Urlaubsreise ja nicht länger als drei Monate dauert. Wer aber vorhat, länger im Land zu bleiben, weil er zum Beispiel in Rente ist und ein Haus in Florida oder sonstwo, wo es schön warm ist, besitzt, der muss zunächst ein Visum beantragen, damit kann er bis zu sechs Monate im Land bleiben. Dann muss er aber wieder heim. Es handelt sich um ein „B2 Nonimmigrant visa“

Ein solches Visum muss zunächst online beantragt werden auf folgender Seite:

https://ceac.state.gov/genniv/

Für den folgenden Prozess sollte man sich 2 Stunden Zeit an einem ruhigen Platz nehmen.

Günstig ist es, einen relativ neuen Pass zu haben, denn das Visum gilt 10 Jahre. Außerdem benötigt man ein digitales Passbild, das den biometrischen Anforderungen entspricht. Ich hatte nur ein Papierpassfoto, das habe ich abfotografiert, dann muss man es auf der Webseite noch bearbeiten und erhält ein „cropped photo“.

Zunächst bestimmt man, an welcher Stelle man zum Interview erscheinen will, möglich sind Berlin, Frankfurt und München. Dann folgt man Schritt auf Schritt den Anweisungen, muss endlos viele Fragen beantworten (Planen Sie einen Terrorangriff auf die USA?) und erhält am Ende die Aufforderung, eine Gebühr von 150 $ bzw. 144 Euro zu bezahlen. Das sollte man mit Kreditkarte tun, denn nur so bekommt man eine Bestätigungsnummer. Es geht zwar auch mit Banküberweisung, aber das dauert ein paar Tage, bis die Zahlung bestätigt ist. Die Bestätigung hat einen Barcode, den braucht man bei der Vorsprache.

Mit der Zahlungsbestätigung klickt man sodann auf „Schedule My Appointment“. Es wird einem der nächste freie Termin angezeigt (bei mir nach 14 Tagen) und wieder eine Bestätigung mit Barcode erzeugt, die man ebenfalls mitnehmen muss.

Interview

Mein Interview war für 8:15 Uhr angesetzt. In den Unterlagen steht, dass man nicht früher als 30 Minuten vorher da sein soll und wichtig ist es auch, alle elektronischen Geräte im Fahrzeug zu lassen. Mit Handy und dergleichen kommt man nicht rein und es gibt auch keine Lagermöglichkeit.

Leider hatte ich den Berufsverkehr in Frankfurt völlig falsch eingeschätzt und zudem schickte mich mein Navi auf einen riesigen Umweg um Frankfurt herum. Ich hatte Stress pur, war viel zu spät, aber beschloss, es trotzdem zu versuchen, weil ich immerhin mir das Gebäude mal ansehen wollte. Mit all den Vorschriften war mir eigentlich klar, dass man absolute Pünktlichkeit erwartet. Ich stellte mir vor, dass ich in ein Büro gerufen werde, wie beim Zahnarzt so alle 15 Minuten kommt ein Antragsteller und dann fragt man mich aus.

Es war ganz anders.

Um den großen Komplex, wo das Generalkonsulat angesiedelt ist, sind zwar viele Parkplätze. Aber alle besetzt. Ich bin schon 10 Minuten zu spät. Ich fahre ums Karree und finde nur das Ibis-Hotel, auf dessen Parkplatz ich zwar nicht darf, aber ich tus trotzdem. Hetze wie verrückt zurück zum Tor, der Wachmann empfängt mich sehr freundlich und sagt, ich solle doch erstmal verschnaufen und ich könnte meinen Termin noch wahrnehmen.

Das hätte ich echt nicht erwartet. Der Mann war sehr freundlich. Und es standen auch ziemlich viele Leute in der Warteschlange. Also von wegen, so alle 10 Minuten ein Antragsteller. Aber alles lief sehr geordnet und zügig ab.

Zunächst stellt man sich in die Schlange vor einem Fenster, dort zeigt man seine beiden Formulare und den Pass und erhält eine Nummer. Dann wieder zum Wachmann, dort kommt alles, was bei der Schleuse piepsen kann, in einen Plastikbeutel und rein geht’s.

Aber wie gesagt, keine Messer, elektronischen Geräte usw. Eine Frau hatte ein Handy und kein Fahrzeug zur Ablage, sie wurde in ein Blumengeschäft etwa 100 Meter entfernt geschickt, dort hat man ein Abkommen, dass die Sachen dort deponiert werden können.

Nach Eintritt ins Haus und Passieren der Schleuse kam ich in einen großen Raum mit vielen Schaltern. Dort am ersten Schalter wieder alle Papiere vorzeigen und 10 Finger-Abdrücke machen. Weiter zum nächsten Schalter, dort noch einmal Fingerabdruck-Kontrolle. Weiter zur dritten Schlange mit Schalter, dort fand dann das sogenannte Interview statt. Warum will ich in die USA? Habe ein Haus, bin in Rente und möchte den Winter dort verbringen. Your visa is approved, heißt es sofort und der Pass käme in einer Woche per Post.

Bei den anderen Antragstellern, die wesentlich jünger waren, ging es nicht so schnell. Vor allem ein Mann um die 45, der etwa ein Kilo Papiere mit sich führte, sprach so lange heftig am Schalter, dass ich den Ausgang des Interviews nicht mehr mitbekam. Es schien mir schon so, dass wir Hausbesitzer in Rente doch sehr gern gesehene Devisenbringer sind, immerhin unterstütze ich die lokale Handwerkerschaft ja auch regelmäßig.

Alles in allem hat es eine Stunde gedauert und mein Auto auf dem Hotelparkplatz war auch noch da.

Wie in der Anweisung zu lesen hatte ich alles außer meinen Papieren im Auto gelassen. Auch mein Geld. Das habe ich aber bereut, denn es gibt eine kleine Kaffeeecke, wo man auch schöne Muffins bekommt. Schade.

Chlorhühnchen

Sicher erinnern sich noch alle an die Chlorhühnchen von den TTIP-Verhandlungen. Genauso fühle ich mich nun. Auch heute Morgen, nach einer erholsamen Nacht, rieche ich noch komplett nach Chlor und auch mein Badezimmer, wo der Bikini trocknet, duftet diskret nach der Chemikalie. Zumindest bin ich nun weitgehend keimfrei.

Aber wie kam das? Gestern war ich wieder in meiner schönen Gym, natürlich mit dem üblichen Abschluss der 10 Minuten im Jacuzzi. Der ist stark gechlort, muss ja sein als öffentliches Heißwasser-Paradies für Keime. Wie immer waren auch andere Leute dort, darunter ein recht gut aussehender Mann, den ich auf 50+ schätzte, nur wenig älter als mein Sohn. Nach meinem ersten Wort fand er heraus, dass ich Deutsche bin (wie geht das eigentlich so schnell). Und daraufhin waren alle anderen im Becken abgemeldet. Wir stiegen ein in eine so lange, interessante Unterhaltung, dass ich am Ende 1,5 Stunden in der Chlorbrühe saß. Manchmal auf dem Rand, weil kein Kreislauf das aushält, dann wieder im Becken. Und es war ziemlich schwierig, im endlosen Redefluss von Al eine Pause zu finden, wo ich einwerfen konnte, dass wir die Unterhaltung doch lieber an einem anderen Tag weiterführen sollten. Aber schön wars. Al ist nicht der typische Florida-Redneck, der niemals aus dem Land heraus kommt und kein Wort einer Fremdsprache spricht. Er ist aus New York, war Banker in Wall Street, hat dort wohl so viel zusammen gezockt, dass er nun nicht mehr arbeiten muss, lebt in Florida, aber reist um die ganze Welt. Wo er wie ein Seeman in jedem Hafen eine Braut hat. Dazu spielt er Gitarre, teils auch in einer Band und ist wirklich eine sehr interessante Persönlichkeit. Irgendwann kamen wir aufs Alter zu sprechen und ich war ziemlich platt zu erfahren, dass er 63 ist. Er sieht selbst für einen, der 53 wäre, sehr jugendlich aus. Witzig war nur, als wir aus dem Becken stiegen und ich merkte, dass er fast einen halben Kopf kleiner ist als ich. Aber Größe zeigt sich anders.

Doch ich musste weg, da ich am Abend mit Carla im First Turn verabredet war. Bob war natürlich auch dort. Der Abend war kalt, und so baute die Band diesmal ihre Instrumente im Innenraum auf, ungewöhnlich, denn sonst bleibt trotz Kälte, Sturm und Regen jeder draußen, hält sich rund um das Fire Pit warm. Diesmal also drin, was insofern schlecht war, dass es nicht genug Platz zum Tanzen gibt. Denn Carla hat die Musik im Blut und liebt Tanzen, ich habe ja auch Lust dazu, traue mich aber nicht allein auf die Tanzfläche. Und Bob ist ja ziemlich faul geworden. Um 18 Uhr fing die Band also an, sie heißen Penta, sind Altrocker, und waren superspitze gut. 18 Uhr ist die Florida Zeit, da geht man abends aus und liegt dann meist um 22 Uhr schon im Bett. Und es dauerte nicht lange, da rockten auch Carla und ich und eine Menge anderer Mädels in dem engen Gang herum. Das ist genau das was ich an Florida liebe. Man kann in jedem Alter ausgehen, findet immer gute Bands, kann tanzen, was das Zeug hält und braucht noch nicht mal einen Partner dazu. Ein Deutscher würde nun sagen: Hier fühle ich mich wieder jung. Aber ein Floridianer kann immer jung sein, egal in welchem Alter. Es gibt so viele Möglichkeiten, auszugehen, dass ich schon jetzt wieder in meine Depression verfalle, wenn ich an Taunusstein denke. Dort gibt es am Abend nichts, als auf der Couch zu sitzen. Selbst im nahen Wiesbaden sind die coolen Lokale nur für die Jugend, da kann man als alte Frau alleine nicht hingehen und Spaß haben.

Ach, ich will nicht heim.

Lehigh Bike Trail

So viele Leute fahren zum Shoppen und für die Themenparks nach Florida, mich interessiert das überhaupt nicht. Die Natur ist mir wichtig, und die kann man wunderbar in den Parks erleben. Was ich aber erst seit diesem Jahr so richtig schätze sind die Bike Trails. Da tut Florida etwas, was es in Deutschland so nicht gibt. Es sind nicht Fahrradwege gemeint entlang der Straßen, sondern es sind eigens angelegte Fahrradwege durch die herrliche Natur. Meist schön asphaltiert mit 2 Spuren, aber teils auch richtig schwere Mountainbike Trails. Mein Sohn beabsichtigt, einmal mit dem Rad von Miami herauf zu mir zu fahren, so habe ich ihm also kurzentschlossen ein Buch gekauft: Florida’s Paved Bike Trails (hoffe, er liest nicht den Blog). Und natürlich auch sofort ausprobiert. Das erste Problem sah ich sofort beim Aufschlagen. Das Buch ist Ausgabe 2016, aber der schöne Biketrail in Edgewater ist nicht drin. Es gab ihm schon im letzten Jahr, aber wann er genau eröffnet wurde weiß ich nicht. Ich habe mir den Trail ausgesucht, der am nächsten bei mir liegt, der Lehigh Trail in Flagler Beach.

Viele hier wissen es ja, ich schreibe Reiseführer, aber über Marokko, und dort geht es in erster Linie um Routenbeschreibungen, also genau um das, um was es hier auch geht, wenn auch das Verkehrsmittel unterschiedlich ist. Und da habe ich dann auch die erste Kritik. Die Beschreibung ist viel zu ungenau, das könnte ich besser. Die Straße, in der er beginnt, heißt Colbert Lane und nicht wie im Buch Colbert Boulevard. Eine Hausnummer gibt es nicht, deshalb hätten hier die GPS-Punkte stehen müssen, die ich natürlich sofort aufgeschrieben habe. Am liebsten möchte ich nun einen Radreise-Führer über Florida schreiben, aber wer soll ihn in Deutsch kaufen. Die Disney-Shopper bestimmt nicht. Und mein Englisch ist nicht gut genug für ein Buch. Er beschreibt nur die Trails an sich, ich würde ein richtiges Radreise-Buch daraus machen mit den Dingen, die man am Rande sehen und wo man schlafen kann.

Zu Beginn gibt es einen Parkplatz (N29 30.107 W081 09.557) mit Klohaus, auf dem Trail gibt es keines mehr. Der Trail fängt dann 300 m versetzt mit einem Boardwalk über ein Sumpfgebiet an und reichlich Warnschilder vor den Alligatoren. Die müssen das aber gelesen haben, denn sie lassen sich nicht sehen. Aber sonst, Wildlife pur! Selbst bei meinen Kayakfahrten habe ich nicht so viele Vögel gesehen, dazu gab es zwei Gürteltiere. Es geht meist schnurgerade in Ost-West-Richtung entlang eines künstlich gegrabenen Kanals, die Landschaft ist sumpfig bestanden mit Palmen und anderen Bäumen, sehr, sehr hübsch und keine Wohnhäuser. Hin und wieder gibt es Bänke und Abfallkörbe, alles ist sauber und gepflegt. Die insgesamt 6,7 Meilen sind alle halben Meilen mit Markern versehen. Dazwischen müssen zweimal Straßen überquert werden.

Nach 3,6 km die Old Kings Road mit der auf einer Brücke kreuzenden Autobahn I95. Dort ist ein nicht-gekennzeichneter bzw. nicht-asphaltierter Parkplatz. Und auch eine Reparaturstation, falls jemand einen Platten hat.

Jenseits der Straße geht es wieder am Kanal entlang bis nach 6,5 km der Belle Terre Parkway kommt, der am sichersten an der versetzt liegenden Ampel zu überqueren ist. Nach 11 km enden sowohl der Kanal als auch der Pfad an der US1 (N29 29.774 W081 15.887), wo keine Parkmöglichkeit wäre. So kann der Pfad nur vom Osten oder von der Mitte aus angegangen werden und man muss die gleiche Strecke zurück fahren.