Archiv für den Monat: Dezember 2017

Mit dem Kayak ins Abenteuer

Heute war wieder Kayakfahren mit Explore Volusia angesagt. Und das mitten in der Kältewelle. Aufgewacht bin ich bei 5 °C, um 8 Uhr, als ich mein Kayak verstauen musste, war es noch so kalt, dass ich eisige Hände hatte und keine warmen Handschuhe. Früher hatte ich ja kaum Wintersachen in Florida, ist doch ein Sonnenland, aber nach den vielen Exkursionen mit Explore Volusia habe ich doch gelernt, dass es anders kommen kann und vorgesorgt. Also habe ich lange Leggings angezogen, T-Shirt mit langen Armen, Fleecejacke. Darüber dann einen Anzug aus Nylon, der Wind und Wasser abhalten sollte. Hat auch gut geklappt. Und natürlich habe ich eine trockene Ausrüstung plus Handtuch mitgenommen, falls ich ins Wasser falle.

Die Gruppe war vollzählig versammelt, die lassen sich nicht so einfach von schlechtem Wetter abhalten. Trey zeigte uns auf der Karte die Strecke, die wir paddeln wollten. Ideal für den Tag, weil es ein enger Kanal war, also kein offenes Wasser und kalter Gegenwind. Wir paddelten los, ich war an dritter Stelle. Der Kanal wurde enger und enger. Wenn hier ein Alligator liegt ist er näher als nur zum Greifen nah. Wir wären eher sein Frühstückstisch. Zwar gibt es Alligatoren dort, Trey hat sie selbst schon gesehen, aber heute bei der Kälte liegen die eher auf dem wärmeren Boden im Wasser. Alligatoren können ihre Körpertemperatur nicht regulieren und müssen sich immer dort aufhalten, wo die Temperatur ideal ist, dafür können sie fast alle ihre Organe abschalten und lange unter Wasser sein ohne zu atmen.

Bald hatte ich aber auch keine Zeit mehr, nach ihnen Ausschau zu halten, denn das Kayak nahm mich voll in Anspruch. Der Kanal war inzwischen so breit wie das Kanu, ständig hing ich in den Binsen fest, zog mich an den Halmen weiter, denn Paddeln war nicht mehr möglich, so viel Platz war links und rechts nicht mehr. Und es stank! Total modrig. Ein Vergnügen war diese Fahrt nicht. Und dann plötzlich rief der Mann an der Spitze, we have to go back, that is the end. Das ist sehr viel leichter gesagt als getan, denn es war absolut kein Platz zum Wenden. Die Frau vor mir, die natürlich nicht an mir vorbei kam, rief mir zu, ich solle rückwärts paddeln. Hah, wie denn? Hinten habe ich keine Augen, das Kanu keinen Rückspiegel und sehr beweglich ist man mit den warmen Sachen und der Schwimmweste eh nicht. Es war ein ziemliches Manöver, alle zogen und zerrten an mir herum, der Gestank wurde immer größer, aber irgendwie war mein Kanu dann doch in der richtigen Richtung und wir konnten das Labyrinth wieder verlassen. Alleine würde ich mich niemals dort rein trauen. Die Fotos zeigen nicht die schlimmsten Stellen, denn da hatte ich keine Zeit zum Fotografieren.

American Sauna

Mein Winterdomizil Port Orange hat 30.000 Einwohner, gehört aber zu einem durchgehend städtischen Bereich, der sich in 7 selbstständige Gemeinden gliedert, die zusammen 176.000 Einwohner haben. Allein in dem kleinen Port Orange sind an die 20 Fitness-Studios, und alle haben gut zu tun. Mein Studio ist LA Fitness, es ist ziemlich neu und für den kleinen Ort überraschend groß, auf zwei Etagen sind unzählige Möglichkeiten sich so richtig auszuschwitzen. Und natürlich sind direkt vor der Tür massenhaft Parkplätze.

Es ist gut besucht von allen Altersgruppen und auffallend sind die schönen Männer und Frauen mit ihren Tattoos. Mein Programm sieht so aus, dass ich zunächst 10 Minuten an einem Ergometer aufwärme, dann 30 Min Workout an Maschinen, Programm extra auf mich zugeschnitten, dann 10 Minuten Runden schwimmen, 10 Minuten in den Whirlpool und am Ende 10 Minuten in die Sauna. Und das ist hier in USA ja wirklich etwas Spezielles.

In der Y, wo ich vorher war, war die Sauna ziemlich herunter gekommen und nur 60 °C warm. Im LA Fitness ist sie neu und groß und immerhin 80 °C heiß. Natürlich darf man auch hier nicht nackt rein und es ist auch streng getrennt nach Männlein und Weiblein, aber ich bin froh, dass es überhaupt so etwas gibt. Herrlich ist es, die anderen Saunagänger zu beobachten, die ganz klar nicht die geringste Ahnung haben, was eine Sauna ist.

Da sind zunächst die Schwimmer. Sie kommen im triefend nassen Badeanzug und werfen sich erschöpft auf die Holzbank, natürlich ohne Handtuch. Glitschnass ist danach alles. Die Männer kann ich ja in der Sauna nicht sehen, nur im Pool und da krieg ich mich nie ein, wenn ich die Kleidung sehe. Sie schwimmen mit Unterhose plus Shorts, und die gehen deutlich über die Knie herunter, haben oft ausladende Taschen, die nach dem Schwimmen nach außen raushängen. Es sieht nicht nur lächerlich aus, sondern hindert auch beim Schwimmen. Die Frauen dagegen dürfen knappe Tangas anhaben.

Aber die größere Gruppe der Saunagängerinnen kommt direkt vom Workout. Heute am kühlen Tag voll gekleidet in langen Leggins, Shirt, Jacke, oft Mütze, Schuhe. In den Ohren Stöpsel, dazu gehört ein iPhone oder sogar ein iPad. Sogar Bücher Lesende habe ich schon gesehen. Natürlich wird weder geduscht noch ein Handtuch benutzt, aber das wäre ja auch beides unnötig, ist doch kein Stückchen Haut auf dem Holz.

Für mich selbst habe ich nun die ideale Routine gefunden. In einem winzigen Fläschchen bringe ich einen Tropfen Zitrusöl mit etwas Wasser mit, dusche zunächst und wickele mich in ein Handtuch. Sobald ich allein bin kommt der Aufguss auf die Steine und das Handtuch wird geöffnet, geschickt drapiert, so dass ich es gleich wieder zudecken kann, wenn jemand kommt.

Ja, das ist USA. Wo die Männer oft gar nicht prüde Frauen gegenüber sind.

Winter in Florida

Während wir im letzten Winter noch bis Ende Dezember richtig schönes, warmes Wetter hatten und im Januar dann Kältewellen insgesamt FÜNF kalte Tage brachten, kommt der Winter in diesem Jahr deutlich früher. In Deutschland auch und ich erlebe oft, dass diese Wellen über die ganze nördlich Halbkugel gleichermaßen rollen. Wenn natürlich auch in Florida deutlich abgemildert. Am Samstag sollte die jährliche Toy Parade in Spruce Creek stattfinden, aber sie wurde wegen der Kältewelle, die mit Regen begann, auf Sonntag verschoben. Sonntag dann hatten wir herrliche Sonne, aber nur noch 12 Grad. Und dieser klare Himmel hat dann die Tore für die große Kälte geöffnet. Meine neue Air Condition musste die ganze Nacht ziemlich arbeiten, draußen waren es 37 °F, d.h. etwa 2 °C und im ungeheizten Zimmer sind es 11 °C. Mein Rasen ist auch jetzt um 8:30 noch von Raureif überdeckt. Das kleine, neu gesetzte Zitronenbäumchen hatte ich über Nacht mit einer warmen Decke eingehüllt. Auch die kommende Nacht müssen wir noch mit Frost rechnen, die Vögel plündern mein Futterhaus, die Katzen warten auf Futter, möchten aber trotz der Kälte lieber draußen bleiben. Inzwischen lacht die Sonne am Himmel, aber es sollen nur 15 °C heute werden, eisig für Florida.

Gestern war ich natürlich auf der Toy Parade mit Air Show, aber es ist seltsam, sie wird doch von Jahr zu Jahr kleiner, ich weiß auch nicht warum. Deshalb gibt es nur zwei Fotos. Beachtenswert ist, dass ich richtige lange Hosen anhabe, was äußerst selten vorkommt in Florida.

Die Ruhe vor der Kälte

Weiterhin Entwarnung. Die Farbe wird immer heller. Aber es war doch erschreckend für mich, zu erfahren, wie ein solcher Verdacht sich auf die Stimmung auswirkt. Ich war wirklich völlig am Ende und habe mich gleichzeitig richtig krank, alleine und schwach gefühlt. Musste sogar eine Wanderung mit meiner Gruppe früher beenden, weil es mir einfach nicht gut ging. Nun weiß ich zwar immer noch nicht, woher die schwarze Farbe kommt, es können ja tatsächlich Blutungen gewesen sein und ich werde weiter beobachten, aber ich bin nicht mehr so alarmiert und fühle mich wieder fit.

Das ist auch gut so, denn das Wochenende wird voller Aktivitäten sein. Leider wird es auch das erste richtige Florida-Winter-Wochenende sein mit Temperaturen nachts bis fast zum Gefrierpunkt und am Sonntag nur 13 Grad. Das ist schon eisig in Florida und ich muss meine neu gepflanzten Bäumchen schützen. Morgen dann wird es wieder die Toy Parade auf dem Airport geben und ich werde berichten.

Gestern war ich kurz shoppen im nahe gelegenen Thrift Store. Zwei Frauen unterhielten sich, in Deutsch, und da musste ich mich sofort beteiligen. Stellte sich heraus, dass Monika, ein wenig jünger als ich, schon 25 Jahre gerade bei mir um die Ecke wohnt. Unglaublich. Sie ist auch allein und versprach, sich zu melden. Bisher waren ja alle Versprechen dieser Art ins Leere gelaufen, mal sehen, was diesmal heraus kommt.

Todesangst

Meine Einträge hier sind ja eher humoristisch aus dem Leben, aber nie ernst. Heute ist dies anders. Ich bin eben durch eine Erfahrung gegangen, die ich nicht unbedingt noch einmal erleben möchte. Und es ist auch etwas unappetitlich, aber es muss sein, denn wem sonst soll ich es berichten.

Am 5.12. war mein siebzigster, also ein Tag, an dem man sich daran gewöhnen muss, dass so einige Gebrechen kommen. Und ich habe auch welche, ich sage nur Rücken. Am Geburtstag habe ich einen schönen Ausflug mit Bob gemacht, und in den vielen Stunden, die wir im Auto saßen, haben wir auch viel geredet. Bob ist nur wenige Monate jünger als ich, die 7 ist also noch nicht ganz erreicht, aber auch er erzählte, wie so etliche kleine Gebrechen langsam zum Vorschein kommen. Ich dachte zwar an meinen Rücken, hatte aber nicht so recht was zum Beitragen.

Das änderte sich am nächsten Morgen. Nun wird’s also unappetitlich, wer nicht mag, liest nicht weiter. Auf meiner morgendlichen WC-Sitzung stellte ich fest, dass mein Stuhlgang schwarz war. Richtig schwarz. Schon seit zwei Tagen. Das war noch niemals vorgekommen und so konsultierte ich Dr. Google. Die Antworten waren alarmierend. Blutungen im oberen Darmbereich, Krebsverdacht, sofortiger Arztbesuch!

Aber wie soll ich das hier machen. Ich bin in Florida, und das noch 2 Monate. Ein früherer Rückflug wäre teuer und sehr, sehr unbeliebt. Ich fühle mich hier wohl, zuhause. Ich will nicht weg. Und ein Arztbesuch hier ist unglaublich teuer. Ich habe alle Möglichkeiten durchgedacht, kam zu keinem Ergebnis. Was ich aber sofort tat, war, aus dem Internet ein Formular hochzuladen und auszufüllen, My last will and testament. Wenn ich eines Tages sterbe und immer noch dieses Haus hier in Florida besitze, ist es sehr schwer für meinen Sohn, dies für sich zu reklamieren ohne Testament. Und den Staat Florida will ich nicht unbedingt bedenken. Das Formular habe ich also auf meinem neuen Drucker ausgedruckt, es muss aber noch beglaubigt werden. Als ich abends nach Hause kam fand ich eine Einladung von Freund Jerry, er arbeitet in einem Bürogemeinschaftsgebäude und ich werde jährlich dort zur Weihnachtsfeier eingeladen. In dem Gebäude ist auch ein Anwalt, der z.B. meine Hauspapiere bearbeitet hat. Das ist die Gelegenheit, dieses Testament rechtsgültig zu machen. Denn die viele Arbeit und Liebe, die ich in dieses kleine Heim hier stecke, darf nicht umsonst sein.

Die Nacht, die folgte, war nicht unbedingt angenehm. Ich schlafe meistens schlecht. Kann einschlafen, wache aber oft nachts auf. Und kann nur wieder einschlafen, wenn wirklich alles in Ordnung ist. Das war es aber nicht. Dieses Todesurteil Darmkrebs schwebte immer noch über mir. Was soll ich tun? Aber jeder, den ich eventuell fragen würde, inklusive ein Anruf bei meinem Hausarzt, würde natürlich raten, sofort zurück zu fliegen. Aber ich will nicht!!!!

Es war klar, dass ich heute Nacht um 3 Uhr, als ich aufwachte, nicht mehr einschlafen konnte. Ja, ich hatte Todesangst. Dachte daran, wie viel ich in meinem Leben noch vorhabe. Es darf einfach noch nicht zu Ende sein. Um sechs Uhr stand ich dann auf, machte Frühstück, und als ich dann zur Toilette musste, extrahierte ich eine Portion auf einen kleinen Pappteller, studierte die Probe genau, und fand, dass sie heller ist. Dunkelbraun. Nicht schwarz.

Erstmal Entwarnung. Sicher noch nicht alles gut, aber erst mal Erleichterung. Bis zum nächstenmal.

Ein Runder!

Natürlich wäre es schön, seinen Geburtstag mit der Familie zu feiern, besonders wenn es ein Runder ist. Welcher? Wer mich kennt, der weiß das. Aber noch wichtiger ist mir, dass ich den Winter in einer angenehmen, sonnigen Umgebung verbringe und nicht im tristen Deutschland in Depression verfalle. Eigentlich müsste mir ja meine Krankenversicherung den Aufenthalt hier bezahlen.

Bob ist da mein einziger Freund vor Ort, die Deutschen, die ich hier kenne, sind ja nur sporadisch im Land. Und so habe ich auch schon vor einiger Zeit mit Bob ausgemacht, dass wir uns an diesem Abend in unserer Stammkneipe First Turn treffen und ich einen Bucket bestelle. Ich weiß, das erfordert eine Erklärung. Ich komme ins First Turn, um die Musik zu hören, und trinke immer nur 1 Bier. Bob bleibt etwas länger und trinkt regelmäßig 3 vom billigsten, er ist genauso sparsam wie ich. Muss man ja auch sein, wenn man nicht allzu viel hat. Und zur Feier des Tages wollte ich eben einen Bucket bestellen, das ist ein mit Eis gefüllter Blecheimer mit 6 Flaschen Bier. Vielleicht noch ein paar Wings dazu. Für Unwissende: Hähnchenflügel in scharfer Sauce gegrillt. Was für ein Fest! Und es hätte mir vollkommen genügt.

Doch als ich am Freitag im First Turn war schlug Bob vor, am Tag meines Geburtstags zusammen nach Crystal River zu fahren. Der Wetterbericht zeigt zudem für diesen Dienstag einen perfekten Tag an, sonnig, trocken, 25 Grad. Ja, das ist Geburtstagswetter. Crystal River liegt an der nördlichen Westküste von Florida, dort wo es eigentlich keine Strände gibt, sondern ein breiter Küstenstreifen mit Marschland und Mangroven. Und der Ort ist bekannt für die besten Krabben des Staates. Bob liebt Krabben und obwohl er sonst so sparsam ist fährt er regelmäßig dorthin, um einen Vorrat einzukaufen.

Es lag eine etwa dreistündige Fahrt vor uns auf Landstraße. Etwa in der Mitte liegt Ocala, dort war das erste Ziel, der Silver Springs State Park. In den frühen Jahren war das ein sehr beliebtes Ausflugsziel, der See in der Mitte wird von einer der 1000 Quellen Floridas gespeist, aber dann verfiel er langsam und ist erst seit einiger Zeit in Staatsbesitz. Es gibt herrliche alte Gebäude, aber alles ist viel zu groß für die wenigen Besucher und auch die Boote mit Glasboden, um die Fische und Manatees in dem glasklaren Wasser zu sehen, sind viel zu zahlreich. Aber der Park ist sehr hübsch, es gibt Spazierwege, wir trafen einen Bussard, von dem nicht klar war, ob wir ihn oder er uns beobachtete.

In Crystal River fuhr Bob dann zunächst zu seinem Krabbenladen, und das war gut so. Zur Crab Plant, also Krabbenfabrik, gehört eine Flotte an Booten, die nachts ausschwärmen und am Morgen mit ihrer Beute zurück kommen. Der Laden öffnet um 10, und um 10:15 ist oft schon vieles ausverkauft. Bob konnte von seinen Krabben gerade noch die letzten 7,5 Pound ergattern, das Pound zu 7,95 $, während andere Krabbensorten bis zu 28 $ das Pound kosten. Verpackt mit Eis kamen sie in eine Kühlbox.

Es war dann gerade Mittagszeit, als wir auf einer engen, gewundenen Straße, auf der man gerade mal 30 Meilen fahren darf, Ozello erreichten. Das besteht aus nur wenigen Häusern und dem schönen Peck’s Seafood Restaurant, wo man sich die Krabben lebend aussuchen kann. Bob lud mich dort zur Feier des Tages zum Essen ein. Wir saßen wunderschön am Flussufer, aber hier wie auch meistens an der nördlichen Küste war der Golf von Mexiko nicht in Sicht. Ich habe ihn den ganzen Tag nicht zu sehen bekommen. Das Restaurant war auch von einer großen Gruppe Motorradfahrer besucht, was kein Wunder ist bei der schönen Anfahrt.

Danach fuhren wir zu einem weiteren von Bobs Lieblingsplätzen, er hat hier mal gelebt und kennt sich gut aus. Homosassa liegt ähnlich wie Ozello am Fluss und hat ebenfalls ein schönes Restaurant, wo wir etwas tranken. Aber die ganze Zeit waren mir Affen versprochen worden, die hier leben sollten. Auch im Silver Springs State Park gibt es Rhesus Affen, aber wir konnte sie nicht entdecken. Also nun müssen sie sein, die Affen, und Bob versprach, ja, wir werden sie sehen. Was auch die Nachbarn im Restaurant bestätigten. Also fuhren wir um die Ecke zu Monkey Island. Gut, ich habe die Affen gesehen, es gibt fünf, aber enttäuscht war ich schon. Die Insel hat vielleicht 5 Meter im Durchmesser, man hat ein Baumhaus gebaut und dort leben die fünf Tierchen, das ist zwar besser als ein kleiner Käfig im Zoo, aber natürlich leben ist das nicht. Sie müssen ja auch vom Restaurant gegenüber gefüttert werden.

Eigentlich wollten wir noch zu einer anderen Lieblingsbar von Bob, aber die Vernunft siegte. Wir waren beide müde von dem langen Tag und Bob hätte nur Wasser trinken dürfen. So kamen wir dann gegen 19 Uhr wieder nach Port Orange zurück und es war einfach ein unvergesslicher Tag. Danke Bob.

Marokko-Neid

In facebook gibt es eine Gruppe „Überwintern in Marokko“. Sie hatte schnell viele Mitglieder, da genau das auch viele Leute tun. Ich wurde vom Admin hinzugefügt, es geschah nicht aus eigenem Antrieb, bin ich ja auch nicht die typische Überwinterin. Mein Winterdomizil ist das milde Florida, die vielen Wochen, die ich in Marokko verbringe, dienen der Recherche und ich fahre viel im Land herum. Inzwischen nutzen an die 90 % der deutschsprachigen Überwinterer zumindest eines meiner Bücher, was ich aus den vielen Gesprächen mit den Campern weiß, die ich auf meinen Touren über die Campingplätze anspreche.

Schreiben tue ich in der Gruppe eigentlich nicht, ich lese auch nur hin und wieder darin, denn einerseits sind es nicht unbedingt meine Probleme, die dort gefragt werden, andererseits werden die Fragen zu Strecken oder Campingplätzen in meinen Büchern ausführlich beantwortet. Aber es gibt Mitglieder, die meine Bücher schätzen und immer wieder mal darauf hinweisen. Selbst auf die praktischen, kostenlosen Guidewriter-Apps. Und das wird dann sofort gelöscht. Ich würde verstehen, wenn frau es nicht akzeptiert, dass ich in ihrer Gruppe selbst Werbung für meine Bücher mache, aber wenn andere darauf hinweisen, da sie selbst damit gut fahren, dann finde ich es doch ziemlich unverschämt, diese Kommentare zu löschen. Warum dieser Neid, wenn wir uns doch in keiner Weise Konkurrenz machen?

 

Alles nicht so einfach

Zu Black Friday hatte Best Buy ein Angebot für einen Drucker mit Scanner für nur 20 $. Das ist super und genau richtig für die wenigen Seiten, die ich hier drucke. Gestern nun habe ich ihn endlich ausgepackt. Alles in allem hat mich das 6 Stunden gekostet. Habt richtig gelesen. Stunden! Nicht Minuten. Früher war das mal einfach. Raus aus dem Kasten, Stromkabel und Druckerkabel verbunden, drucken.

So geht das heute nicht mehr. Ohne Smartphone geht schon gar nichts, denn zunächst braucht man die App. Dann muss man in dieser den Drucker suchen und wenn das endlich gelungen ist gibt man das Passwort seines Netzwerkes ein. Und fertig? Nein, und Fehlermeldung. Nichts ging. Ich nahm das Druckerkabel und wollte damit verbinden, die wollten aber einen Code dafür haben, den ich nirgends fand. Als ich das Kabel wieder trennte war das Wlan deaktiviert und ließ sich nicht mehr anstellen.

Also nichts wie ab zu Best Buy und das Ding zurück bringen, obwohl ich den Drucker eigentlich gerne hätte. Der nette Mann dort hätte ihn zurück genommen, aber bot auch an, wenn ich das Laptop vorbei bringe, dass man mir hilft mit der Verbindung. Also mein Druckerchen wieder eingepackt und heim. Immerhin ist es schon ein Stück zu Best Buy.

Am Abend kam Jan vorbei und meinte, er schaut sich das mal an. Verbindung mit App ging aber nicht, denn das Druckerkabel hatte das Wlan ausgeschaltet und war nicht wieder einzuschalten. Schließlich lud Jan den Druckertreiber auf den PC, also ganz wie früher ohne App, und konnte so endlich, endlich, dafür sorgen, dass schwarz auf weiß aus dem Drucker kam.