Nie wieder Ceuta –

– Oder was tut man nicht alles für seine Leser.

Nach diesem schönen letzten Tag im Transatlantique in Meknes wollte ich so schnell wie möglich Marokko verlassen. Es kommt eigentlich auf jeder längeren Reise dieser Punkt, da will ich einfach sofort wieder zurück nach Europa, so schön es auch war. Aber gewisse Dinge fehlen mir einfach. Diesmal hatte ich mir vorgenommen, über Ceuta auszureisen und mir diese Stadt noch ein wenig anzusehen. Es ist bestimmt 25 Jahre her, dass ich einmal dort war. Für die 300 km brauchte ich fünf Stunden, normal auf der kurvigen Landstraße. Doch dann kam die Grenze. Und das war einfach Horror pur. Ceuta ist eine spanische Enklave auf marokkanischem Boden und alle Spanier, die dort wohnen, reisen gerne nach Marokko, und alle Marokkaner, die in der Nähe wohnen, dürfen einfach und formlos nach Ceuta, was kräftig ausgenutzt wird. Schon einige 100 m vor der Grenze Autostau. Wenn es nur das gewesen wäre. Aber einerseits diese schrecklich lästigen Helfer, mit dem Ausreiseformular in der Hand wollen sie dem Fahrer ihre Dienste aufzwingen und sehen absolut nicht ein, dass ich weder den Zettel noch ihre Dienste brauche. Carlos hat mir ja auch schon das Ausreiseformular mitgegeben, für Ceuta eine super gute Sache, in Tanger macht das überhaupt keine Probleme, das bekommt man dort ohne Trinkgeld beim Beamten. Wir standen in zwei Schlangen, auf der Gegenfahrbahn zogen oft Autos an uns vorbei. Einerseits Taxis, die nur bis zum Grenzposten fahren, andererseits wohl Leute, die später dem Grenzer ein Bakschisch zahlen, um vorgelassen zu werden. Ob es stimmt habe ich nicht probiert, die Helfer wollten es mir aber auch dauernd aufdrängen.

Doch damit nicht genug, in den zwei kompletten Stunden, die ich warten musste, wurde ich ziemlich massiv von einem Jungen belästigt. Vielleicht so 18 – 20, schmutzig abgerissen angezogen und dauernd Klebstoff aus einer Plastiktüte schnüffelnd. Er hatte schnell bemerkt, dass unter meinem Fahrzeug das Reserverad fehlte und versuchte dauernd, am hellichten Tage und unter den Blicken von Polizisten, dort unterzuschlüpfen und sich zu verstecken. Es war echt eine Zumutung. Wenn er nicht versuchte zu kriechen machte er mir eindeutige Zeichen und kein Polizist schwerte sich drum. Wenn ich ihn anschrie wich er kurz zurück, kam aber immer wieder.

Warum nur hab ich das gemacht? Warum nur meine ich, alles selbst ausprobieren zu wollen. Nie mehr fahre ich über Ceuta, wer einmal die bequeme Ausreise und Überfahrt von Tanger – Tarifa mit der FRS gemacht hat tut sich so etwas eigentlich nicht mehr an. Es war echt heftig. In den zwei Stunden Wartezeit hätte ich in Tanger eingescheckt, übergesetzt und ausgescheckt. Nie mehr.

In Ceuta dann hatte ich mir einen Parador reserviert. Es war wirklich das erstemal, das ich in so einem Haus wohnte. Man kann die Paradores ein wenig mit Riads vergleichen, einfach weil sie so typisch spanisch sind wie Riads marokkanisch. Meist sind es alte Hotels mit Tradition, in historischen Gebäuden untergebracht. Mein Parador war eine Enttäuschung, das einzige, was dem angemessen war, war der stolze Preis von 85 Euro ohne Frühstück. Der einzige wichtige Pluspunkt war der abgeschlossene Parkplatz. Ceuta ist nicht unbedingt sicher, als Stadt wo Flüchtlingswillige leben. Aber der Hotelparkplatz ist groß, kameraüberwacht und immer verschlossen. Ach ja, und am Morgen gab es kostenlos Kaffee.

Ceuta ist nicht groß, typisch spanisch und recht nett. Ich ging noch einen Kaffee trinken und zahlte 1 Euro. Das ist günstig. Ceuta ist zollfrei, daher sind hier viele Dinge ermäßigt, der Treibstoff kostete genau so viel wie in Marokko, das heißt das Diesel 8,39 Cent/l.

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