Kayak-Schule auf dem Lake Monroe

Stacey war Geschichtslehrerin, leitet aber nun das Heimatmuseum in DeBary. Und allzu gerne tauscht sie ihren Bürostuhl ein gegen ein Fahrrad oder wie heute ein Kayak. Unser Explore Volusia Team nimmt ihre Dienste gerne in Anspruch, wenn DeBary und Umgebung auf unserem Programm stehen. Siehe auch http://marokkoblog.edith-kohlbach.de/debary/

Heute trafen wir uns am Lake Monroe bei Enterprise. Den Namen fand ich schon immer kurios für einen Ort, denn Enterprise heißt ja eigentlich Unternehmen. Kurios ist aber auch der heutige Ort, weil es ziemlich schwer ist, ihn überhaupt zu sehen. Wie so viele Ortschaften in der Nähe besteht er nur aus wenigen Gebäuden, die in großen Parks liegen, so dass ein Ortszentrum nicht vorhanden ist. Und dennoch war in der Vergangenheit Enterprise ein sehr wichtiger Ort, er hieß zeitweise auch Benson Springs.

Wir trafen zahlreich ein und luden unsere Kayaks ab, weiterhin bin ich sehr zufrieden mit meiner neuen Halterung. Der See ist ziemlich groß und ich hatte schon Angst, dass wir ihn ganz überqueren müssen, aber wir dümpelten am Ufer dahin und kamen an eine Reihe von alten Pfählen, die aus dem Wasser ragten. Hier konnten wir uns gut festhalten und Stacy erzählte. Schon im 19. Jahrhundert war Florida sehr beliebt bei Touristen, damals vor allem Millionäre aus New York, die gerne den Winter in Florida verbrachten. Vor dem Bau der Eisenbahn konnte man nur per Dampfboot durch das sumpfige Land reisen und diese Pfähle gehörten zu dem Dock, wo die Steamboats anhielten, um Touristen auszuladen. Am Ufer stand damals ein Hotel mit über 140 Betten, heute ist nichts mehr davon zu sehen. Es war wirklich ein bisschen wie in der Schule, wo 30 Kinder um ihre Lehrerin sitzen und eifrig zuhören, nur dass es hier auf dem Wasser war und wir statt auf Schulbänken in Kayaks saßen.

Direkt dahinter war 1926 ein Elektrizitätswerk errichtet worden. Zunächst wurde Kohle verarbeitet, die auch mit dem Schiff heran transportiert wurde, später Öl. Im Jahr 1994 wurde das Werk geschlossen und 2006 auch das achtstöckige Hauptgebäude abgerissen. Heute stehen nur noch Reste und das Gelände wird auch gerne mal als Kulisse für gruselige Filme benutzt.