Nouakchott – Akjoujt – Terjit – Tidjikja

Heute geht es also endlich auf große Fahrt – und das Wort Koffer wird in Zukunft nicht mehr erwähnt! So richtig gut war meine Zeit im Sanaga nicht, habe mich mehrmals gefragt, warum ich mir dieses primitive Hotel antue und nicht das Geld für die schöne Suite von letzter Nacht hinlege. Am Abend kam der Junge noch vorbei und spritzte gegen die Moskitos, wonach ich eine halbe Stunde außerhalb des Zimmers zubringen musste. Aber dafür hat er mir gezeigt, dass die Klimaanlage eben doch funktioniert. Das war ein Geschenk und ich habe gar nicht so übel geschlafen.

Idoumou holte mich pünktlich ab und wir gingen zunächst ins Palmeraie frühstücken, bestes Café der Stadt. Dann aber los. Unterwegs holten wir noch den Guide Ahmed ab, der schon mit mir in Diama war. Wir hatten uns zwar am Vorabend auf den Kompromiss geeinigt, Atar auszulassen und direkt nach Tidjikja zu fahren, was über die Route de L’Espoir gehen würde. Aber über Nacht fiel mir ein, dass ich damit ja die neue Straße verpasse, die nun von Terjit nach Tidjikja fertig gestellt wurde und die für den Tourismus, und damit für mein Buch, absolut unumgänglich ist. Als ich das sagte entgegnete Idoumou sofort, daran habe ich auch gedacht und deshalb fahren wir nun nicht die Route de l’Espoir, sondern bis fast nach Atar und dann auf die neue Straße. Aber das bedeutet doch einen Riesenumweg? Statt 630 km mehr als 800. Macht nichts, sagt er, ist es wert.

Also fuhren wir los. Nun, in Tidjikja angekommen, kann ich sagen, das hätten wir nicht in Deutschland geschafft und auch nicht in Marokko, aber in Mauretanien geht es. Die Straße nach Atar ist super gerade und fast verkehrsfrei, hier kann man richtig rasen. Und das tat Idoumou. Er ist ein halsbrecherischer Fahrer. Aber pünktlich zum Mittagessen waren wir am Beginn der neuen Straße (400 km ab Nouakchott) und damit in der Oase Terjit, wo er bei Freunden ein Mittagessen bestellt hatte. Dort bekamen wir die ganz frischen und zuckersüßen Datteln zu essen, jetzt ist Saison und jeder Mauretanier freut sich darauf wie Deutsche auf den ersten Spargel. Danach gab es eine Schale Nudeln mit Ziegenfleisch und natürlich rollen wir alle mit den Fingern kleine Bällchen, die man sich dann in den Mund schiebt. Spart Abwasch. Von der Dame des Hauses werde ich in eine Melahfa gehüllt und als ich sie dann wieder ablegen will schenkt sie sie mir. Vielleicht haben ihr meine nackten Arme nicht gefallen? Ist mir irgendwie peinlich, aber ablehnen kann ich es nicht. Nun habe ich also 3 Kleider und eine Melahfa.

Und dann ging es so richtig auf die neue Straße. Mein Gott, wie ist die schön. Auf jeden Fall in ganz Mauretanien die Asphaltstraße, die durch die schönste und sehr abwechslungsreiche Landschaft führt. Ich bin sicher, das wird in Zukunft die Nummer 1 für alle Touristen. Ein Traum. Und natürlich tadellos. Aber dennoch, ich empfehle sie nur für geländegängige Fahrzeuge. Vielleicht wird später mal, in der Wintersaison, wenn die Straße auch tatsächlich befahren wird, der Sand weggeschaufelt, aber jetzt versperren vor allem im mittleren Bereich viele richtig hohe Sanddünen den Weg. Meistens ist nur eine schmale, sandige Spur frei, zweimal mussten wir offroad drumherum fahren. Wenn also Wohnmobil, dann nur ein geländegängiges.

Im ersten Drittel gibt es den einzigen richtigen Ort und dort auch eine Tankstelle. Idoumou tankt wieder voll und das rate ich auch jedem anderen, man weiß ja nie, wann man wieder Treibstoff bekommt. Ich steige aus, um ein Foto zu machen und der heiße Wind haut mich völlig um. Zwar hatten wir keine Klimaanlage an, da ich aus dem offenen Fenster Fotos machen wollte, aber draußen ist es um ein vielfaches heißer. Wir haben ein Thermometer, aber viel fehlt ganz sicher nicht an 50 °. Meine Wasserflasche vorne im Auto könnte gut zum Tee kochen genutzt werden, so heiß ist es in Marokko nie geworden. Idoumou sagt auch, dass das Duschwasser in seinem Hotel manchmal so heiß ist, dass man nicht duschen kann. Aber in dieser Hitze weiß ich eines zu schätzen, meine neuen luftigen Kleider. Sie sind nicht schön, aber um ein Vielfaches praktischer in diesem Land. Sie liegen ja nirgends am Körper an, nur an den Schultern, sind federleicht und der Wind bläst hindurch. Man kann damit nachts schön schlafen, denn der Körper ist fast ganz bedeckt und die Moskitos kommen nicht so, es dient auch als leichte Zudecke, und trotzdem sieht man am Tage gut damit aus. Ich muss noch nicht mal Unterwäsche drunter tragen, wenn ich die abends wasche und zum Trocknen aufhänge. Ich glaube in Zukunft reise ich nur noch so.

Ansonsten ist die Strecke zwar voller Schönheit, aber bar jedes aufregenden Abenteuers wie zerfetzten Reifen oder einsanden. Wenn auch Idoumou manchmal so über die Sandbarrieren rast, dass nicht viel gefehlt hat zu einem Überschlag. Aber nach 830 km und 10 Stunden kom

Heute geht es also endlich auf große Fahrt – und das Wort Koffer wird in Zukunft nicht mehr erwähnt! So richtig gut war meine Zeit im Sanaga nicht, habe mich mehrmals gefragt, warum ich mir dieses primitive Hotel antue und nicht das Geld für die schöne Suite von letzter Nacht hinlege. Am Abend kam der Junge noch vorbei und spritzte gegen die Moskitos, wonach ich eine halbe Stunde außerhalb des Zimmers zubringen musste. Aber dafür hat er mir gezeigt, dass die Klimaanlage eben doch funktioniert. Das war ein Geschenk und ich habe gar nicht so übel geschlafen.

Idoumou holte mich pünktlich ab und wir gingen zunächst ins Palmeraie frühstücken, bestes Café der Stadt. Dann aber los. Unterwegs holten wir noch den Guide Ahmed ab, der schon mit mir in Diama war. Wir hatten uns zwar am Vorabend auf den Kompromiss geeinigt, Atar auszulassen und direkt nach Tidjikja zu fahren, was über die Route de L’Espoir gehen würde. Aber über Nacht fiel mir ein, dass ich damit ja die neue Straße verpasse, die nun von Terjit nach Tidjikja fertig gestellt wurde und die für den Tourismus, und damit für mein Buch, absolut unumgänglich ist. Als ich das sagte entgegnete Idoumou sofort, daran habe ich auch gedacht und deshalb fahren wir nun nicht die Route de l’Espoir, sondern bis fast nach Atar und dann auf die neue Straße. Aber das bedeutet doch einen Riesenumweg? Statt 630 km mehr als 800. Macht nichts, sagt er, ist es wert.

Also fuhren wir los. Nun, in Tidjikja angekommen, kann ich sagen, das hätten wir nicht in Deutschland geschafft und auch nicht in Marokko, aber in Mauretanien geht es. Die Straße nach Atar ist super gerade und fast verkehrsfrei, hier kann man richtig rasen. Und das tat Idoumou. Er ist ein halsbrecherischer Fahrer. Aber pünktlich zum Mittagessen waren wir am Beginn der neuen Straße (400 km ab Nouakchott) und damit in der Oase Terjit, wo er bei Freunden ein Mittagessen bestellt hatte. Dort bekamen wir die ganz frischen und zuckersüßen Datteln zu essen, jetzt ist Saison und jeder Mauretanier freut sich darauf wie Deutsche auf den ersten Spargel. Danach gab es eine Schale Nudeln mit Ziegenfleisch und natürlich rollen wir alle mit den Fingern kleine Bällchen, die man sich dann in den Mund schiebt. Spart Abwasch. Von der Dame des Hauses werde ich in eine Melahfa gehüllt und als ich sie dann wieder ablegen will schenkt sie sie mir. Vielleicht haben ihr meine nackten Arme nicht gefallen? Ist mir irgendwie peinlich, aber ablehnen kann ich es nicht. Nun habe ich also 3 Kleider und eine Melahfa.

Und dann ging es so richtig auf die neue Straße. Mein Gott, wie ist die schön. Auf jeden Fall in ganz Mauretanien die Asphaltstraße, die durch die schönste und sehr abwechslungsreiche Landschaft führt. Ich bin sicher, das wird in Zukunft die Nummer 1 für alle Touristen. Ein Traum. Und natürlich tadellos. Aber dennoch, ich empfehle sie nur für geländegängige Fahrzeuge. Vielleicht wird später mal, in der Wintersaison, wenn die Straße auch tatsächlich befahren wird, der Sand weggeschaufelt, aber jetzt versperren vor allem im mittleren Bereich viele richtig hohe Sanddünen den Weg. Meistens ist nur eine schmale, sandige Spur frei, zweimal mussten wir offroad drumherum fahren. Wenn also Wohnmobil, dann nur ein geländegängiges.

Im ersten Drittel gibt es den einzigen richtigen Ort und dort auch eine Tankstelle. Idoumou tankt wieder voll und das rate ich auch jedem anderen, man weiß ja nie, wann man wieder Treibstoff bekommt. Ich steige aus, um ein Foto zu machen und der heiße Wind haut mich völlig um. Zwar hatten wir keine Klimaanlage an, da ich aus dem offenen Fenster Fotos machen wollte, aber draußen ist es um ein vielfaches heißer. Wir haben ein Thermometer, aber viel fehlt ganz sicher nicht an 50 °. Meine Wasserflasche vorne im Auto könnte gut zum Tee kochen genutzt werden, so heiß ist es in Marokko nie geworden. Idoumou sagt auch, dass das Duschwasser in seinem Hotel manchmal so heiß ist, dass man nicht duschen kann. Aber in dieser Hitze weiß ich eines zu schätzen, meine neuen luftigen Kleider. Sie sind nicht schön, aber um ein Vielfaches praktischer in diesem Land. Sie liegen ja nirgends am Körper an, nur an den Schultern, sind federleicht und der Wind bläst hindurch. Man kann damit nachts schön schlafen, denn der Körper ist fast ganz bedeckt und die Moskitos kommen nicht so, es dient auch als leichte Zudecke, und trotzdem sieht man am Tage gut damit aus. Ich muss noch nicht mal Unterwäsche drunter tragen, wenn ich die abends wasche und zum Trocknen aufhänge. Ich glaube in Zukunft reise ich nur noch so.

Ansonsten ist die Strecke zwar voller Schönheit, aber bar jedes aufregenden Abenteuers wie zerfetzten Reifen oder einsanden. Wenn auch Idoumou manchmal so über die Sandbarrieren rast, dass nicht viel gefehlt hat zu einem Überschlag. Aber nach 830 km und 10 Stunden kommen wir heil und ganz in Tidjikja an. Und sind noch nicht mal übermüdet.

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