Fahrradurlaub in Straßburg, Teil 1

Ich habe mir angewöhnt, jedes Jahr mit meinem Auto, das Rad hintendrauf, irgendwohin zu fahren, was nicht allzu weit von meinem Wohnort entfernt ist, und dort einige Tage zu bleiben, um schöne Radtouren zu unternehmen. So war ich einige Male an der Mosel, auch am Rhein, an der Saar, häufig im Nordelsass und diesmal eben in Straßburg. Und muss sagen, das toppt alles. So wunderschön hier.

Was ich vorher nicht wusste: Straßburg gilt als die fahrradfreundlichste Stadt Frankreichs und bietet ein über 600 Kilometer langes Radwegenetz im gesamten Ballungsgebiet. Dank breiter, separater Radspuren, verkehrsberuhigter Zonen, des neuen Rad-Rings (Ring Vélo) um das Stadtzentrum sowie direkter Verbindungen über den Rhein nach Deutschland ist das Radfahren sicher, schnell und unkompliziert. Tolle Verbindung über die Zwei-Ufer-Garten-Brücke direkt ins deutsche Kehl.

Über AirBnB hatte ich mir zuvor ein kleines Apartment in einem Vorort gebucht, aber nicht ohne zuvor zu fragen, ob ich Auto und Rad sicher unterstellen kann. Die superfreundliche Audrey hat mir beides bestätigt. Das Studio ist in einer großen Wohnanlage mit privaten Parkplätzen und zu jeder Wohneinheit gibt es eine kameraüberwachte Radgarage. Direkt vor dem Haus beginnt der Radweg, auf dem man wirklich überall hinkommt, zum berühmten Münster und dem historischen Viertel „La Petite France“, aber auch nach Kehl. Mir scheint, hier sind nicht nur die Hauptstraßen mit Radwegen bestückt, sondern sogar die Nebenstraßen. Und muss man wirklich mal für ein kurzes Stück die Autostraße befahren, sind da Räder aufgezeichnet und die Autofahrer nehmen Rücksicht. Es ist natürlich der richtige Move für eine Stadt wie Straßburg, die von Touristen überschwemmt wird. Würden die alle ins Zentrum mit dem Auto kommen, so wäre Chaos. So gibt es nicht nur gute Straßenbahnverbindungen, sondern auch an allen Ecken Räder zum Mieten.

Zur Ankunft hat mir Audrey nicht nur alles erklärt, sondern auch den Kühlschrank mit eiskaltem Wasser und Zitrone bestückt, ich konnte mich bei meinem Aufenthalt tatsächlich über eine Hitzewelle von über 30 ° freuen, und das kalte Wasser ist da genau das, was man braucht. Habe auch eine super Radflasche, die das Wasser während der ganzen Fahrt eiskalt hält.

Fünf Tage will ich hierbleiben und schon der erste war einfach topp. Ich fuhr noch am gleichen Abend über eine richtige Rad-Autobahn in die Innenstadt und erreichte gerade zur Küchenöffnung das L’Ami Schutz bei den überdeckten Brücken. Das wars! Genau was ich mir vorgestellt hatte. Jeder bestellt dort Flammkuchen, der ist sicher auch gut, ich aber Escalopes de Fois Gras. Oh mein Gott, so gut habe ich das noch nicht gegessen, nicht einmal bei Lafer. Und der Preis – geschenkt. Und auch die Bedienung, super nett. Und so sparsam wie ich sonst immer bin, hier will ich zuschlagen und jeden Tag essen gehen. Zum Glück reicht mir auch die Vorspeise, ein weiteres Gericht wäre mir zu viel.

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