Mainstream Medien

Ich bin eigentlich kein politischer Mensch. Ich habe eine Meinung, aber ich vertrete sie normalerweise nicht nach außen, sondern behalte sie für mich. Ich will eigentlich nur mein Leben leben, reisen und darüber schreiben. Aber so langsam scheine ich mich zum Streiter für die Meinungsfreiheit zu entwickeln, denn ich habe das ganz starke Gefühl, dass diese immer mehr eingeschränkt wird. Heute wurde mir dieses Video von Dr. Claus Köhnlein zugesandt. Er spricht darin über den Einsatz von Hydroxychloroquin gegen Covid19, der seiner Meinung nach die Übersterblichkeit verursacht hat. Ich bin kein Mediziner und kann das nicht beurteilen, obwohl es plausibel klingt. Was mich in diesem Video am meisten verstört ist aber ein Ereignis, über das er spricht.

Nachdem Dr. Köhnlein bereits im März in einem Video eine kritische Meinung geäußert hat und dies zunächst viral ging, dann gelöscht wurde, wollte der NDR ein Interview mit ihm senden. Zunächst weigerte er sich und vermutete, man wolle ihn herein legen, aber nachdem der NDR dies energisch bestritt sagte er zu. In diesem Interview sprach er darüber wie wichtig gerade bei Corona ein starkes Immunsystem ist und dieses noch unterstützt werden müsste. Übrigens genau meine Meinung. Dies sendete der NDR, gefolgt von einer Szene von einem Vater mit seinem Sohn im Rollstuhl, worauf der Vater sagte, die Menschen mit starkem Immunsystem haben seinen Sohn in diese Lage gebracht. Eine wirkliche Frechheit, die aber genau zeigt, wie sehr die Mainstream Medien auf die Linie eingeschworen sind, Corona ist ein Killervirus und wir brauchen alle die einschränkenden Maßnahmen, um es zu bekämpfen. Schaut euch mal das Video an. Ich hasse Verschwörervideos und wollte es zunächst nicht öffnen, aber es ist doch ganz anders und hat mich gefesselt.

Meinungsfreiheit

Ich habe nichts mit den obskuren Demonstranten gemein, die gegen die Maskenpflicht demonstrieren, sich auf der Straße ohne Maske dicht an dicht verbrüdern und feiern. Es sieht für mich so aus, als seien sie einfach dagegen. Egal, was die Regierung beschließt, sie sind dagegen. Meine Meinung ist da sehr viel differenzierter. Ich übe Kritik an vielen Maßnahmen, frage mich kritisch, ob da noch Sinn dahinter steckt. Aber ich leugne nicht etwa vollkommen die Pandemie.

Aber dabei wird deutlich, dass ein Argument dieser „Querdenker“ sehr wohl stimmt. Dass die Meinungsfreiheit in Deutschland verloren geht. Wer nicht auf der Linie der Bundesregierung liegt wird nieder gemacht. Ich sehe es zum Beispiel an den Beiträgen der Medien, wenn dort Leute auf der Straße zu ihrer Meinung über laufende Maßnahmen gefragt werden. Kritische Stimmen werden dort nicht gezeigt, nur positive Zustimmung. Ist das die Wirklichkeit? In meinem völlig normalen Umfeld redet man anders. Ein Beispiel dafür sind die Restaurantschließungen. Warum treffen sie generell das Gastgewerbe. Viele Wirte haben hohe Investitionen getätigt, um ein wirklich gutes Konzept für den Winter vorzubereiten, und dann, einfach zu. Warum kann man hier nicht auswählen, rigoros einfach nur die Betriebe schließen, die sich nicht an die Regeln halten.

In Wiesbaden wurde nun Maskenpflicht in der Fußgängerzone erlassen. Ich habe daraufhin in einer Wiesbaden-Facebook-Gruppe gesagt, dass dies für mich ein Grund ist, nicht mehr in die Stadt zu gehen und mein Weihnachtsshopping nur noch online zu erledigen. Daraufhin wurde mein Beitrag vom Admin gelöscht, dass ich noch nicht sofort gesperrt wurde, ist wahrscheinlich nur vorläufig. Ist das Meinungsfreiheit? Dabei habe ich doch recht. Einerseits kommen so idiotische Aufforderungen der Bundesregierung, sich nur noch mit einem festen Haushalt zu treffen, andererseits soll man sich an den langen Wartereihen bei Ikea anstellen, die mir kürzlich eine Risikobegegnung meiner WarnApp eingebracht haben. Da verstehe ich die Querdenker, wenn so etwas passiert. Und das ist kein Einzelfall. Die Facebook Gruppen, in denen ich bin, sind alle so. Nur wer voll hinter den Corona Maßnahmen steht, darf seine Beiträge posten. Jeder andere wird als Verschwörungstheoretiker bezeichnet. So können wir keine Gemeinschaft bilden, die gut durch die Pandemie kommt. Und wenn nun die Opposition fordert, das Parlament mehr in die Entscheidungen einzubinden, wird flugs ein strengeres Infektionsschutzgesetz gebildet, mit der Mehrheit der Koalition, die dies zementiert. Nein, das ist nicht mehr mein freiheitliches, liberales Land.

Auch die neueste Aufforderung der Kanzlerin, sich nur noch mit einem festen Haushalt zu treffen, für Kinder, sich nur noch einen festen Spielkameraden zu wählen, ist einfach nur Nonsens. Macht vielleicht Sinn, ja, es macht auch Sinn, alle in einer Einzelzelle einzusperren, das Virus hat keine Chance mehr. Aber die sozialen Folgen machen dafür den Menschen kaputt. Die zweitbeste Freundin ist plötzlich abgemeldet, der Senior, der sowieso nur wenige Kontakte hat, muss plötzlich zwischen den Kindern wählen, die ihn besuchen dürfen und der hilfsbereite Nachbar fällt völlig flach.

Nein, an diese Vorschrift werde ich mich ganz sicher nicht halten und mich weiterhin gelegentlich mit meinen drei ebenfalls alleinstehenden Nachbarn treffen. Vor dem Virus habe ich keine Angst, vor unserer Regierung schon in diesen Zeiten.

Weihnachtsshoppen Lokal oder bei Amazon?

Heute kam die Nachricht, dass ab sofort auch in der Wiesbadener Fußgängerzone Maskenpflicht herrscht. Damit ist die Sache für mich klar. Weihnachtsgeschenke nur über Amazon! Das tue ich mir nicht an.

Schon vor Corona habe ich einige Einkäufe bei Amazon getätigt. Ja, auch mich ärgert es, dass Amazon keine Steuern zahlt und die Mitarbeiter zu wenig entlohnt werden. Aber ich brauchte zum Beispiel vor kurzem eine Mikrowelle. Wenn ich lokal shoppe muss ich zu etlichen Geschäften fahren, denn ich möchte Angebot und Preise vergleichen. Der ÖPV zwischen Taunusstein und Wiesbaden ist für mich völlig indiskutabel, da zu selten und zu teuer, und wie soll ich dann auch das Gerät nach Hause bekommen. Aus dem gleichen Grund fällt auch das Fahrrad flach. Also mit dem Auto. Das bedeutet, ich verbrauche Treibstoff, verschmutze die Umwelt, sorge für Stau in den Straßen und bekomme keinen Parkplatz. Bei Amazon kann ich in einem riesigen Angebot auswählen und mich entscheiden, nach Bestellung wird mir das Gerät bis vor die Tür gebracht. Aber es gibt auch tausend Dinge, oft recht kleine, die ich benötige, aber in der Stadt nicht finde. Ich renne von Geschäft zu Geschäft, nichts. Amazon hat einfach alles.

Ja, es gibt auch andere Anbieter und klar sollte man die auch gerne nutzen. Aber ich bleibe bei Amazon, denn wenn dort etwas schief geht bekomme ich immer mein Geld zurück. Einmal habe ich ein sehr günstiges e-Bike bestellt. Eigentlich hätte ich wissen müssen, dass der Preis zu niedrig ist. Am nächsten Tag bekam ich eine Nachricht von Amazon, dass der Verkäufer ein Betrüger ist, die Bestellung storniert wurde und mein schon abgezogenes Geld sofort zurück überwiesen wird. Ich verkaufe auch selbst über Amazon und bin sehr zufrieden dort. Es ist einfach zu bedienen, das Geld kommt ruckzuck. Habe es bei ebay versucht, aber hatte nur Schwierigkeiten dort.

Wiesbaden tut sich mit dieser Entscheidung nicht unbedingt einen Gefallen.

Kleiner Nachtrag: Meine Corona Warn-App ist immer noch grün, zeigt mir aber 1 Risikobegegnung an. Wenn ich überlege, wo die sein konnte, komme ich nur auf Ikea. Dort war ich vor knapp einer Woche. Lange Schlangen an der Kasse und keiner hielt den Abstand ein. Ein weiteres Argument für mich, nur noch online zu shoppen.

Corona – Gefahr für unser Leben?

Langsam werde ich richtig sauer. Was ist nur los in Deutschland, warum gibt es hier keine sachliche Kritik der Pandemie und der Maßnahmen dagegen? Wer sich kritisch äußert gilt sofort als Verschwörungstheoretiker oder Rechtsradikaler, selbst anerkannten Wissernschaftlern wird ihre Sachkenntnis aberkannt. Mir reicht es langsam. In anderen Ländern darf man durchaus kritisieren, allen voran Österreich. In Servus TV tagt jeden Sonntag das Corona Quartett und ich finde dort gibt es durchaus seriöse Meinungsäußerungen, die nicht nur Angst verbreiten, sondern sehr konstruktiv klingen. Deutschland wird dort immer nur als Negativ-Beispiel erwähnt. Hier bei uns entscheidet nur die Regierung, kritische Stimmen wie der FDP-Vorsitzende Christian Lindner werden sofort abgewürgt und die Personen abgewertet. Den Menschen wird so starke Angst eingejagt, dass sie jeder Maßnahme, die in ihre Grundrechte eingreift, sofort zustimmen und sogar noch mehr fordern. Das lassen tatsächlich vorwiegend Deutsche mit sich machen. Dabei ist die Frage, ob diese Angst überhaupt berechtigt ist. Ja, es sind nun wieder höhere Infektionszahlen. Aber sind diese Menschen überhaupt krank? Sie tragen das Virus in sich, aber es macht sie nicht krank. Und das ist doch eigentlich gut. Wir Bürger haben keine Vergleichszahlen. Niemand hat uns je über die Zahlen zur Grippe informiert. Wieviele tragen hier das Virus in sich, wieviele werden krank. Wir hatten Tote, ja, aber auch nicht mehr als bei Grippe.

Das Covid-19 Virus ist sicher nicht schön, aber es berechtigt nicht dazu, so stark in die Grundrechte einzugreifen. Wenn wir hier unter allen Umständen Tote vermeiden müssen und Intensivbetten frei bekommen sollen, dann müssen wir uns genauso auch mit jeder anderen Lebensgefahr beschäftigen. Aber das tun wir nicht. Die getroffenen Maßnahmen wie Maskenpflicht für Kinder oder Sperrstunden bzw. Schließungen von Unternehmen, dieTotalausfälle für so viele Berufsgruppen tragen auch zu der Gefahr für unser Leben bei. Gegen eine Gefahr kämpfen wir, nehmen dafür aber viele andere in Kauf.

Auch ich habe Ausfälle, aber das ist nicht der Grund, warum ich so denke. Ich habe immer noch ein Einkommen, wenn auch meine Lebensaufgabe dahin ist. Aber die vielen Solo-Selbstständigen wie kleine Reisebüros oder Reiseführer-Verlage, vor allem natürlich die Künstler, denen wurde von heute auf morgen alles entzogen. Und ich finde, das Virus ist als Begründung dazu nicht ausreichend.

So oft höre ich, haben denn die Menschen die frühen Bilder aus Italien und Spanien vergessen? Nein, ich glaube nicht, dass wir diese vergessen haben. Wir schätzen sie nur anders ein. Das waren schlimme Zustände am Anfang der Pandemie in Ländern, die nicht darauf vorbereitet waren. Deutschland war nicht betroffen, unser Gesundheitswesen, das durchaus Kritik verdient, hat es geschafft. Warum sollten wir es also heute nicht schaffen, wo wir doch so viel mehr über die Krankheit wissen. Macht die Menschen bitte nicht kaputt!

Kleidermarkt in Ighzer

Heute haben wir ein gutes Geschäft gemacht. Wir haben uns den Ort Ighzer angesehen. Dort waren sehr freundliche Leute, die uns alles gezeigt haben. Zum Dank gaben wir einige Kleidungsstücke, so konnten die anderen sehen, dass wir einen ganzen Koffer voll Sachen dabei haben. Und sie wollten kaufen, sie rissen sich sogar darum. Das Zeug wurde uns aus der Hand gerissen, man hielt uns Geldscheine hin und nachher hatten wir ohne es zu wollen 460 DA. Das sind für uns 120 DM. Wir waren ganz happy, so können wir uns heute Abend ein schönes Essen im Lokal leisten. Auch der Ort selbst war sehr interessant, der Alte, der uns führte, bot uns an, kostenlos in der alten Kasbah zu schlafen. Das wäre auch mal ein Abenteuer. Wenn ich noch einmal hierhin komme, gehe ich sicher wieder dorthin. Aber zusammen mit den Schlangen und Skorpionen werde ich doch nicht schlafen.

Heute ist der dritte Tag in Timmimoun, es langt aber auch langsam. Wir haben alles gesehen und mir wird langweilig. Ich freue mich schon wieder auf Marokko. Natürlich geht einem der Geschäftssinn dort auf die Nerven, aber es macht auch Spaß, etwas Schönes zu ergattern. Und wir brauchen noch so einiges an Souveniren.

Eben sitzen wir in einem süßen Restaurant faul am Boden und sind total mit Couscous vollgefressen. Es ist wirklich hübsch eingerichtet hier, das hätte ich nicht erwartet. Der Couscous war schön in einer Holzschale angerichtet, vorher gab es Harira und Datteln. Wir wissen zwar noch nicht den Preis, aber wir haben heute ja gut verdient. Das Lokal ist ringsum mit Kissen ausgelegt und hat niedrige Tischchen mit Tabletts darauf. So ähnlich werde ich es zu Hause auch machen.

27.4. Zurück in Taghit

Nun sind wir also wieder in Taghit angekommen, so schließt sich der Kreis in Algerien. Morgen geht es zurück nach Marokko. Ich freue mich schon richtig darauf und ich will auch noch mal nach Zagora fahren. Dann können wir dort auf dem Markt nochmal richtig einkaufen. In Marokko gefällt es mir halt doch besser als in Algerien. Gestern hatten wir ein schönes Erlebnis. Wir fuhren nach Ksabit, einer kleinen Oase, in die nicht sehr viele Touristen kommen. Frauen, die in den Palmengärten arbeiteten, winkten uns, näher zu kommen und zeigten uns alles. Sie waren sehr hübsch angezogen, hatten die Haare zu Zöpfen geflochten und luden uns zum Bleiben und Essen ein. Aber es war noch früh am Morgen, wir wollten weiter und verwiesen auf den Ramadan. Eine Frau zog spontan ihren Ring aus und gab ihn mir. Eine andere gab daraufhin ihren Ring an Traute. Wie gut, dass wir noch Kleidungsstücke zum Verschenken im Auto hatten, denn das Geschenk konnten wir nicht abweisen. Nur revanchieren konnten wir uns. Die meisten trauten sich aber nicht, sich fotografieren zu lassen. Nur eine rückte sich nochmal Haare und Kleidung zurecht und ich durfte ein Foto schießen. Hoffentlich wird es was. Zum Schluss nahm uns die eine mit in ihr Haus und gab uns noch Datteln und süßes Gebäck mit auf den Weg. Und natürlich sollen wir beim nächstenmal wieder vorbei kommen.

Abends haben wir uns im Hotel nochmal vollgefuttert, es gab Couscous und so viel davon, dass noch zwei Personen hätten satt werden können. Wir mussten ja das Geld ausgeben, das wir bei dem Verkauf der Kleider verdient haben. Kurz vor der Grenze haben wir noch einmal vollgetankt und da das Geld nicht reichte, habe ich noch eine Jeans dazu gelegt. Der Tankwart war so zufrieden, dass er das Auto noch etwas gerüttelt hat, damit mehr hinein passt.

28.4. Figuig

Endlich wieder in Marokko, Hamdullilah! Es gibt wieder alles zu kaufen, es gibt Cafes, es ist Leben auf der Straße. Gerade ist Harira-Zeit. Die Leute (einschließlich uns) sitzen im Cafe und beim Heulen der Sirene schlürft alles die Suppe. Die Geschäfte hatten mit dem Untergehen der Sonne geschlossen. Die Leute haben sich noch schnell mit Süßigkeiten versorgt, die sie zur Suppe essen. Gleich kommen die Jungen und verkaufen Zigaretten: Marlboro, Marlboro, Marquise, Marquise. Ja, das ist Leben. Hier herrscht viel lockerere und freundlichere Atmosphäre. Und nun, da alle wohlgesättigt und zufrieden, kommen die Schuhputzer. Nun wird sich zurück gelehnt und nun kann auch noch für ein besseres Outfit gesorgt werden. Wir fühlten uns richtig ausgehungert nach Algerien. Obwohl wir in Wirklichkeit genug zu essen dort hatten. Aber über allem ist ein Gefühl des Mangels gewesen. Hier ist Überfluss! Traute ist ganz süchtig nach dem frisch ausgepressten Orangensaft. Wir übernachten im schönen Hotel Figuig.

Von Adrar nach Timmimoun

Heute haben wir eine sehr große Etappe geschafft. Ich wollte unbedingt nach Adrar, da es dort im Hotel Touat einen Pool geben sollte, der sogar mit Wasser gefüllt ist. Und so sahen wir uns an der Strecke nichts an und fuhren nur die gut 500 km bis Adrar. Unterwegs habe ich dann extra wegen Traute den Wagen in den Sand gefahren, damit sich die Mitnahme der Sandbleche gelohnt hat und Traute endlich mal zum Sand schaufeln kam. Ich wollte so gern den Wagen allein flott bekommen oder es zumindest versuchen, aber gleich hielt ein Wagen und drei Männer halfen uns. Eine Belohnung wollten sie natürlich auch dafür und zwar in Form von Lebensmitteln. In Marokko will man Geld, hier lieber Sachwerte. Und hier in Adrar merke ich auch langsam warum. In Marokko kostet ein Kilo Orangen 2 DH, hier 9 DA. Und das obwohl der marokkanische Dirham weniger wert ist. An Lebensmitteln ist auch kaum etwas zu bekommen, hätten wir doch nur einen großen Vorrat mitgenommen. Eine Harira sollte 20 DA kosten, in Marokko kosten 2 Suppen 3 DH. Allerdings muss man auch sagen, dass wir an der Grenze quasi einen Zwangsumtausch machen mussten, Algerien ist ein sozialistisches Land wie die DDR. Und die Menschen. Sie sind ganz anders. So aggressiv. Wenn wir über die Straße gehen, immerhin in einer Stadt wie Adrar, werden wir angesehen wie Freiwild. Ich komme mir wie ein unerwünschter Eindringling vor. Kinder haben sogar mit Steinen auf uns geworfen. Und wir laufen durchaus nicht freizügig herum. Wir tragen lange Hosen und T-Shirts. In Marokko habe ich nie das Gefühl gehabt, unerwünscht zu sein. Man war immer froh, mich zu sehen. Gerade auch, wenn ich in einem sehr kleinen Dorf hielt, wo selten ein Tourist hinkommt, umringte man mich, lud mich ein. Jeder war stolz, wenn ich sein Gast war. Man freute sich zwar über ein Gastgeschenk, aber man forderte es nicht. In Taghit war die Stimmung nicht so aggressiv, eher uninteressiert. Aber wir konnten in Ruhe hingehen, wohin wir auch wollten.

Heute hatten wir aber auch ein nettes Erlebnis. Wir suchten Brot und fanden keinen Laden. So gerieten wir in ein Viertel, in dem einfache Leute wohnten. Wir fragten nach einem Bäckerladen, aber das Brot war alle. Ein alter, armamputierter Mann erklärte sich bereit, von zu Hause ein Brot zu holen. Wir gaben ihm ein paar Kleidungsstücke und alle waren wir zufrieden.

23.4. Timmimoun

So, nun sind wir also in Timimoun, dem eigentlichen Ziel unserer Reise. Wir wohnen hier in einem kleinen Paradies, dem Hotel Gourara direkt an der Palmenoase. Es ist ein warmer Sommerabend, ein Lüftchen weht, das Hotel haben wir fast nur für uns. Und im Zimmer einen unbeschreiblichen Luxus, einen Kühlschrank, in dem wir sogar Eiswürfel machen können. Timmimoun ist ein unwahrscheinlich hübscher Ort, der mich mit seinen roten Lehmhäusern an die Architektur in Mali erinnert. Es kommt mir auch sauber und ordentlich vor, das einzige, das mir nicht gefällt, sind die eher unfreundlichen Leute. In Marokko habe ich mich immer herzlich aufgenommen gefühlt, hier fühle ich mich wie ein unerwünschter Eindringling. Heute wollten wir uns das zweite Hotel im Ort ansehen, da verlangte man doch 100 DA dafür.

Tagsüber ist es hier ganz schön heiß, da kann man nur noch faul im Schatten liegen. Morgen müssen wir uns noch die Palmeraie ansehen. Im Hotel sind die Leute freundlich, das ist aber auch das erstemal.

24.4. Durstig im Sand

Heute habe ich mich endlich ausgetobt mit den Sandblechen. Wir haben die Sebka Rundfahrt gemacht, die ist am Ende ganz schön sandig. Mir hat es riesig Spaß gemacht, obwohl man bei der Hitze auch sehr durstig wird. Ich habe im Gepäck immer einen Kanister Wasser und einen Kanister Rotwein, also packte ich einen Kanister ein und wir fuhren los. Und nicht lange, da steckten wir auch schon im Sand. Sandbleche runter und geschaufelt. Machte Spaß in dem weichen Sand, aber eben auch durstig. Wie gut, dass ich Wasser dabei habe. Griff zum Kanister, ein großer Schluck. Igitt! Ich habe die Kanister verwechselt. Und Durst mit Rotwein löschen geht absolut nicht. Wir waren völlig fertig.

Die Ausblicke den Felsabbruch hinunter waren sehr schön, aber eigentlich hatte ich mir Timmimoun ganz anders vorgestellt. Viel mehr inmitten von Sanddünen gelegen. Da entsprach Tighit schon mehr meinen Vorstellungen. Und das Essen hier ist wirklich teuer. Ich habe dauernd Angst zu verhungern. Es ist manchmal schwierig, überhaupt etwas zu bekommen.

2. Algerienreise 1989

Dann begann das für mich bisher schönste Stück der Reise. Die Fahrt nach Algerien. Endlich mal etwas Neues. Ich wollte die Piste nach Boudenib ausprobieren, deren Anfang ich beim letztenmal gesehen hatte. Und da war endlich das Abenteuer. Endlich war Neues zu entdecken. Diese Piste war so voller Neues, aber leider viel zu kurz. Und endlich Einsamkeit. Auf der ganzen Strecke ist uns nicht ein Mensch begegnet, nicht ein Haus oder Zelt war zu sehen. Herrlich nach all der Anmache bisher. Doch bald waren wir in Boudenib. Es ist nur ein kleiner Ort, aber alles zu haben. Ein einfaches Hotel gab es, war aber geschlossen. Nicht ein Mensch sprach uns an, eine Wohltat. Man merkt, dass nicht viel Touristen hierher kommen.

Bouarfa

Wir fuhren also weiter und hofften, noch irgendwo ein Hotel zu finden. Aber die wenigen Orte waren so klein, da gab es nichts. Einen geeigneten Platz im Freien fanden wir auch nicht und Traute fror sehr, da sie eine Erkältung hatte. Es wurde schon dunkel. Plötzlich sahen wir in der Ferne eine Lichterkette. Was war das? Ein beleuchteter, fahrender Zug? Hier gibt es doch keine Eisenbahn. Eine Moschee mit Lichterkette, ein Fest? Die Neugierde und das Rätsel wurden immer größer. Wir fuhren und fuhren, die Lichter kamen nicht näher. Erst nach 40 km dann die Auflösung, es war die Straßenbeleuchtung von Bouarfa. Wie verschwenderisch hier mit Licht umgegangen wird. Und das in einem so entfernten Winkel von Marokko. Wir waren auch über die Größe der Stadt sehr überrascht. Ein richtiges Geschäftszentrum. Und es gab auch zwei Hotels, so dass für die kranke Traute ein warmes Bett gefunden wurde. Die Zimmer waren zwar ohne fließend Wasser, auch draußen gab es keine Dusche, aber für eine Nacht reichte es. Am nächsten Morgen um 8 Uhr wollten wir aufbrechen, aber das Hotel lag in tiefem Schlaf, die Tür war verschlossen. Zum Glück fand ich eine Hintertür und bezahlt hatten wir auch schon. Im hellen Tageslicht fanden wir auch einen hübschen Rastplatz, der nun für eine Frühstückspause genutzt wurde.

20.4. Einreise nach Algerien

Nun ging es weiter nach Figuig. Dieser Ort macht einen hübschen Eindruck und lohnt eine Besichtigung auf der Rückreise. Wir wollten aber gleich zum Grenzübergang. Die Abfertigung verlief sehr unarabisch geordnet, zwar wurde sehr genau nach Devisen gefragt und das Gepäck durchsucht, aber alles verlief völlig vorschriftsmäßig. Nach knapp zwei Stunden betraten wir algerischen Boden.

Taghit

Hinter der Grenze ist gleich eine Tankstelle, so kamen wir sofort in den Genuss des billigen algerischen Diesels. Die Straße nach Bechar bietet keine Abwechslung. Auch die Straße, die hinter Bechar nach Taghit abzweigt, bietet nur langweilige Landschaft. Ich konnte mir bis kurz vor Taghit nicht vorstellen, dass ich bald in einer malerischen Oase sein sollte. Aber dann, wenige Kilometer vor Taghit, tauchten hinter der Oase plötzlich riesige goldgelbe Sanddünen auf. Nein, so etwas hat Marokko nicht zu bieten. Im Tal davor eine grüne Palmenoase, ein Gewässer fließt träge dahin, am Rand blüht der Oleander und Feigenbäume. Ein Paradies. Und in dem Paradies zu allem Überfluss noch ein ansprechendes Hotel. Die ehemals sehr schöne Anlage mit Gärten und Swimmingpool ist leider etwas herunter gekommen. Hier, wo sowohl Wasser als auch Elektrizität knapp sind, läuft das warme Wasser im Bad und in der Toilette ohne Unterbrechung. Mit ein paar Dichtungen könnte man eine Menge Geld sparen.

Kurz vor Sonnenuntergang besteigen wir die Dünen, um den schönen Ausblick zu genießen. Aber woran liegt es nur, jeder Schritt fällt unheimlich schwer, wir sind völlig fertig, als wir oben ankommen. Ein paar einheimische Kinder machen das im Laufschritt. Hier fällt mir wieder der große Unterschied zu Marokko auf; keiner spricht uns an, keiner bettelt, kein Fossilienverkäufer sitzt schon auf der Düne.

Später im Garten des Hotels sehe ich den Vollmond. Es ist so hell, man könnte einen Fußmarsch in die Wüste unternehmen. Halbzeit im Ramadan. Bisher hatten wir nicht die geringsten Probleme damit. Allerdings wollten wir auch tagsüber noch nie etwas zu essen haben. Die Leute sind alle freundlich zu uns, keiner ist aggressiv, nur manchmal heißt es, ich bin müde. Das macht der Ramadan.

Am nächsten Morgen machten wir einen Ausflug zu den Felsgravuren. Sie sind leicht zu finden, eine Teerstraße führt direkt zu dem Felsabhang an dem sie sich befinden. Das heißt natürlich auch Touristenbusse. Viele Gravuren sehr neuen Datums sind dazu gekommen, viele Besucher mussten sogar ihre Namen verewigen. Wenn man nach links etwa 1 km weiter spaziert kann man noch besser erhaltene Gravuren finden. Heruntergelaufene Wachsreste zeigen, dass hier jemand Abdrücke gemacht hat.

Hier in Taghit gibt es außer dem Hotel ein Cafe, wenige Läden, Post und ein Souvenirgeschäft. Dort gibt es kaum etwas zu kaufen und das wenige ist sehr teuer. Abends werden wir noch zu einem Tee eingeladen. Ein junger Mann sprach uns im Hotel an, lud uns in sein Haus ein und wir gingen prompt mit. Dort wartete ein zweiter junger Mann und mir wurde sehr unbehaglich zumute. Wir tranken unsere drei Gläser Tee und machten uns dann wieder davon. Irgendwie ist die Atmosphäre hier in Algerien anders.

 

Djerba und nach Hause

Ärger in Houmt Souk

Ich blieb noch bis zum 4. Januar in Douz, aber dann wollte ich doch noch mal zurück nach Houmt Souk ins Hotel Marhaba. Der abrupte Aufbruch dort ging mir irgendwie nach und ich wollte nochmal mit Haschmi reden. Ich bekam wieder mein Zimmer, wir sprachen am Abend, aber es war dennoch eine Enttäuschung. Am Morgen dann ein großer Schreck. Mein Suzuki SJ 410 hat ja nur eine Plane, die man leicht aufmachen kann. Also hatte ich alles Gepäck ausgeräumt. Als einziges waren der algerische Karton voller Sandrosen und ein Plastikbeutel mit meinen verknipsten Diafilmen im Auto zurück geblieben. Und genau dieser Beutel war weg. Völlig nutzlos für den Dieb, aber eine Katastrophe für mich. Außerdem habe ich Krach mit Haschmi, aber ich kann noch nicht weg, weil ich auf meine Sachen aus der Reinigung warten muss.

Am 6. Januar fahre ich ab aus Houmt Souk und damit ist die Reise auch im Wesentlichen beendet. Zwischenübernachtung in Kairuan und bin furchtbar genervt. Habe sowieso schlechte Laune und hier ist die Anmache noch schlimmer als anderswo.

Sidi Bou Said

Sitze nun in meinem Lieblingslokal in Sidi Bou Said und komme langsam wieder zu mir. Bekomme heute, am letzten Tag, wieder etwas Spaß an meinem Urlaub. Dieses Sidi Bou Said ist ein guter Ort. Zwar gibt es auch hier Souvenirgeschäfte, aber die Anmache ist nicht so schlimm wie anderswo. Hier kann man noch Ruhe finden. Habe hier ein tolles Geschäft entdeckt mit wundervollen alten Dingen und festen Preisen. Der Inhaber hat es nicht nötig, die Leute auf der Straße abzufangen. Schade, dass mein Geld alle ist. Aber wie er so schön sagte, la prochaine fois!

Damit endete meine erste Tunesien-Reise, die ich mit eigenem Fahrzeug gemacht habe. Ich kam noch etliche Male wieder. Viele Namen wurden genannt, aber der einzige, mit dem ich ich immer noch einen netten Kontakt habe, ist Kamel. Er kam mich sogar mal in Deutschland besuchen.

Das Fest des Marabut

Walli und ich zogen um ins Hotel Saharien. Am Morgen wurde ich von dumpfen Trommelschlägen geweckt. Die Leute im Hotel konnten mir nicht so recht erklären, was es mit der Musik auf sich habe, so suchte ich also nach Kamel. Er erklärte mir, dass es sich um ein Fest zu Ehren eines Marabuts handelte, eines heiligen Mannes. Wir gingen zusammen zu dem Festplatz. Er liegt nicht weit vom Stadtzentrum neben einer Moschee, mitten in den Sanddünen. Gegenüber steht das Grabhäuschen des Marabut und vor diesem hatte sich eine riesige Menschenmenge versammelt. Diesmal waren die Menschen aber ganz strikt nach Männern und Frauen getrennt, Kamel sagte gleich zu Beginn, dass er auf mich warten wolle. Auf keinen Fall wollte er auf diesem Fest in Begleitung einer Frau gesehen werden. Ältere Männer in Djellabas mit einem Gewehr auf der Schulter (sicher nur zur Zierde) patrouillierten auf und ab und achteten streng darauf, dass die Ordnung eingehalten wurde. Kinder mussten bei den Frauen sitzen, schon etwa 10jährige Mädchen wurden sofort von der Männerseite vergrault. Wenn ich allerdings mal bei den Männern stehen blieb, sagte keiner etwas, ich war auch die einzigste Touristin.

Reiter stellten sich in ihren schönsten Trachten auf, man sah sowohl herrliche Araberpferde als auch Reitkamele. Wenn eine Gruppe beisammen war, jagten sie auf ein Zeichen hin durch die von den Zuschauern gebildete Gasse und schossen ihre reich verzierten Gewehre ab. Es war ein Schauspiel, so schön und so echt, dass es mir viel lieber war, als das ganze Saharafestival.

Von Kamel hatte ich gehört, dass der Sage nach in dem Häuschen des Marabut eine Schlange leben soll. Einmal im Jahr, an diesem Festtag, soll die Schlange erscheinen und ihr Biss soll völlig ungiftig sein. Kamels eigener Glaube daran war allerdings nicht sehr groß, er wollte sich lieber nicht beißen lassen. Die Menschen versammeln sich, um auf das Erscheinen der Schlange zu warten und verkürzen sich die Zeit mit diesen Reiterspielen. Ob die Schlange aber wirklich noch erschienen ist, kann ich leider nicht sagen.

Douz

So traf ich also am Vormittag des 30. Dezember etwas lustlos in Douz ein, denn ich konnte mir denken, dass hier noch schwieriger ein Zimmer zu finden wäre. Das Festival lief noch, Silvester stand bevor und alle Hotels voll. In der Woche des Festivals ist täglich Markt, die Verkaufsstände sind entlang der Hauptstraße und im Hof der Schule aufgebaut. Nicht nur Händler kommen hierher, um ihre Waren zu verkaufen, auch richtige Nomaden bauen zu dem Fest ihre Zelte im Ort auf. Sie richten darin kleine Restaurants ein, man kann sitzen, Tee trinken und ihre typischen Gerichte probieren. Ich versuchte die Pfannkuchen, sie sind sehr lecker. Die junge, nicht verschleierte Frau gab mir noch eine Handvoll Datteln dazu.

Als ich so über den Markt schlenderte, sprach mich ein junger Mann namens Kamel an und fragte, ob ich eine Schlafgelegenheit suche. Er habe in der Nähe der großen Düne, etwas außerhalb von Douz und nicht weit vom Festplatz, einige Nomadenzelte errichtet, in denen Touristen schlafen könnten. Ich solle mir das doch einmal ansehen, bei Nichtgefallen könnte ich ja wieder gehen. Das war doch genau eine Unterbringung nach meinem Geschmack. Vier Zelte standen im Kreis und bis zum Abend würden noch andere Touristen kommen. Die Zeit bis dahin wollte er nutzen, um mir das Festival zu zeigen. Das war wirklich toll, denn er ist ganz lieb ohne irgendwelche Absichten und er kümmert sich rührend.

Saharafestival in Douz

Dieses Ereignis ist eine rein touristische Veranstaltung und fand vom 27. bis 30. Dezember statt. Große Tribünen waren aufgebaut, der Eintritt ist (noch ?) kostenlos. Es wurden Kamelrennen und -kämpfe gezeigt, aber mit echten Reitkamelen, die zum Teil von den Tuareg im Hoggar gekauft werden.  Nomaden marschierten in ihren bunten Trachten ein und zeigten, wie sie ihre Herden zum Brunnen treiben. Die Attraktion von Douz sind spezielle Windhunde, die zur Gazellenjagd ausgebildet werden. Es wurde allerdings nur gezeigt, wie sie einen armen Fenek zu Tode hetzten. Den glanzvollen Abschluss bildete eine inszenierte Berberhochzeit mit den dazugehörigen Reiterspielen.

Das schönste an dem Fest war für mich aber, die Zuschauer zu betrachten. Vor allem gefielen mir die würdevollen alten Männer, die – auf einen Stock gestützt – den Darbietungen mit ernster Miene zusahen. Überhaupt muss man sagen, dass die Zuschauer zum größten Teil aus Einheimischen bestanden. Männlein und Weiblein waren streng in verschiedene Abteilungen getrennt, nur bei den Touristen gab es eine Ausnahme. Kamel (ist wirklich ein Vorname in Tunesien, wird gesprochen wie Kamell) hatte noch ein deutsches Mädchen unter den Zuschauern getroffen und wir durften mit ihm zusammen in der Touristenabteilung sitzen.

Nach der Veranstaltung zeigte sich dann, dass wirklich noch andere Touristen unser Sahara-Camp gefunden hatten, alle Zelte waren besetzt. Walli, das Mädchen aus Deutschland, kam mit uns, auch sie wollte einmal eine Nacht im Nomadenzelt verbringen. Kamel ließ von seiner Familie einen riesigen Topf Couscous herbeibringen und wir aßen alle zusammen vor unseren Zelten, über uns Millionen Sterne am Himmel. Nach Einbruch der Dämmerung wird es im Dezember empfindlich kalt und auch feucht, aber bei einem Feuerchen konnten wir uns wärmen. Es wurde noch lange erzählt und wir schliefen, in warme, handgewebte Decken gerollt, vorzüglich auf den Teppichen der Zelte. Und hier feierten wir auch Silvester, eine Gruppe Italiener kam noch dazu.

Leider wurde unser Camp nach zwei Tagen abgebaut. Die Familie bekommt jedes Jahr nur für die Dauer des Festivals die Genehmigung für das Camp. Inzwischen hatten Walli und ich uns schon längst mit der ganzen Familie angefreundet. Sie wohnen in Ghellissia, einem kleinen Dorf vor Douz. Das Dorf musste vor zwanzig Jahren neu aufgebaut werden, weil der Wind die alten Häuser vollständig mit Sand zugeweht hatte. Noch heute kann man Mauerüberreste aus dem Sand ragen sehen und es ist nicht auszuschließen, dass der Ort irgendwann einmal wieder verlegt werden muss.

Die Frauen der Familie kamen am Morgen, um die Zelte abzubauen. Wir Beiden boten uns sogleich zur Mithilfe an, was auch akzeptiert wurde. Kamel aber, den wir fragten, warum er nicht mithelfe, lehnte entrüstet ab. Das sei Frauenarbeit und er hätte in den vergangenen Tagen genug gearbeitet (er war hauptsächlich mit uns unterwegs gewesen). Aber diese Arbeitsteilung von alters her muss man wohl akzeptieren.

P.S. Das sind nun die ersten Fotos, die wirklich von dieser Reise stammen, sie waren noch in der Kamera, als mir in Houmt Souk die Tasche mit den vielen belichteten Filmen gestohlen wurden.