In Memoriam Isolde

Gestern, auf dem Abend in Idstein, sah ich auf der Diashow von Peter und Patricia ein Foto von Isolde. Das hat so viele Erinnerungen in mir geweckt, dass ich unbedingt einen Blog schreiben muss, um ihrer zu gedenken. Ich muss Isolde im Jahr 2011 kennengelernt haben und ich weiß noch, schon beim erstenmal stand uns der Mund nicht mehr still. Wir hatten uns so viel zu erzählen.

Aufzeichnungen dieser ersten Begegnung habe ich nicht, denn diesen Blog gibt es erst seit 2013, und alte online Berichte gingen verloren. Es gibt aber noch ein paar persönliche Notizen. Und merkwürdigerweise sind auch alle Fotos, die ich direkt in ihrem Café Fata Morgana gemacht habe, verschwunden. Es gibt nur noch einige Fotos, die unter einer anderen Überschrift abgeheftet wurden.

Ich kam also irgendwann einmal nach Mhamid, auch für mich meine zweite Heimat in Marokko, und traf irgendwie auf Isolde. Sie war zuvor Buchhändlerin in München und hat nach ihrer Pensionierung ihre Ersparnisse genommen und sich ein hübsches kleines Haus in Ouled Driss bei Mhamid gebaut. Als es fertig war hat sie darin ein Café eröffnet und leckeren Kaffee mit selbst gebackenem Kuchen angeboten. Dazu hatte sie ihren Helfer und Haushüter Ali. Am Abend kam immer die ganze Dorfjugend der Umgebung, hat sich hingesetzt und eine Trommelsession abgehalten. Das war sehr wichtig für die Jungs, denn sonst gibt es in dieser Einöde nichts für sie. Hier nun also ein paar Auszüge aus meinem Tagebuch, wo sie erwähnt wird.

29.12.2011

Und nun bin ich also in Mhamid eingetroffen. Der erste Tag war nicht unbedingt dazu angetan, mir etwas Ruhe und Erholung zu verschaffen. Nach dem Frühstück stand Isolde vom Café Fata Morgana vor der Tür. Aber bevor ich sie richtig begrüßen konnte brachte mir das Zimmermädchen sechs Österreicher, geführt von Martin, hier im Forum bekannt als Martin 1101. Sie kamen mit drei Geländefahrzeugen auf eine Stippvisite vorbei, aber das wichtigste war, dass mir Martin mein Schweizer Messer brachte, das ich bei Thomas vergessen hatte. Es hat mich bei all meinen Marokkoreisen – und nicht nur da – begleitet und ist mein Talisman. Hier seht ihr Martin vor den Fahrzeugen, wobei der Geländewagen ganz rechts nicht dazu gehört. Und noch die ganze Truppe einschließlich Isolde.

Doch damit nicht genug. Nachdem die Österreicher weg waren bin ich mit Isolde ins Städtchen, wir hatten noch viele nette Gespräche. Zum Abschluss fuhren wir zum Café Boussole, es liegt sehr schön auf einem Hügel am Beginn der Piste nach Chegaga. Dort fand ich ein etwas abenteuerliches Wohnmobil samt Anhänger mit deutschem Kennzeichen, dem ich auf der schmalen Straße nach Mhamid schon ausgewichen war. Und wer kochte sich darin sein Süppchen? Saharasepp!

30.12.2011

Die Tage hier sind so turbulent, es passiert so viel, jede Minute ist so ausgefüllt, dass ich überhaupt nicht dazu komme, alles aufzuschreiben. Der gestrige Tag war wohl die Spitze der Turbolenz und ich will sehen, ob ich nun genügend Zeit finde, davon zu erzählen.

Ich saß mal wieder beim Frühstück, als draußen vor der Tür Knuth vorbei ging. Knuth, den ich schon auf der Farm von Thomas Friedrich getroffen habe, der im Forum nur ein stiller Mitleser ist. Thomas war ja eine seiner ersten Stationen in Marokko und während ihn nichts umhaut, litt seine Frau noch unter dem Kulturschock und wollte keinesfalls weit in den Süden fahren, nicht „im Sandkasten spielen“. Umkehren und heim nach Europa hätte ihr ganz gut gefallen. Ich konnte sie mit dem Argument, dass es doch dort unten bei Merzouga sehr viel wärmer als bei Thomas ist, zunächst mal umstimmen. Und dann gingen sie draußen am Fenster vorbei. Sonja hat ihren Schock inzwischen überwunden und sich ganz gut eingewöhnt, ich bin sicher, zurück in Deutschland wird sie von dem Marokkovirus infiziert sein. Sie brachten noch zwei weitere Paare mit, ein Nürnberger VW-Bus und ein italienisches Isuzu-Wohnmobil. Wir saßen also gemütlich vor der Kasbah und tranken Tee. Vor dem Haus hatten auch etliche Geländewagen geparkt. Ein Chauffeur stieg ein, fuhr rückwärts raus und auf den Nürnberger VW. Blinker kaputt, Delle in der Seite, Stoßstange ein wenig beschädigt. Damit war der Tag für die sechs Leute gelaufen, denn man darf sich nicht vorstellen, dass so was schnell abläuft. Endlose Diskussionen, der Chauffeur hatte absolut kein Geld dabei und arbeitet auch für eine fremde Agentur, nicht für Sahara Services, denen die Kasbah gehört. Hin und her gings und schließlich holte der Chauffeur, nicht der Geschädigte, die Polizei. Mit dem Ergebnis, dass sein Führerschein einkassiert wurde.

Ich musste aber zum Souk in Tagounit, schließlich ist der nur an einem Tag in der Woche und ich brauchte dringend etwas. Auf dem Rückweg stoppte ich bei Isolde. Ich saß nicht richtig kam eine Gruppe von sechs Deutschen zum Kaffeetrinken. Nicht nur verkaufte ich ihnen gleich ein Buch, ich änderte auch noch ihren Reiseplan und buchte sie in die wunderschöne Casbah des Arts in Agdz ein statt in eine einfache Herberge in Taliouine.

Es war schon Nachmittag, als ich zurück nach Mhamid kam. Knuth und Gefolge waren noch da, die Sache immer noch nicht geklärt. Vom Chauffeur war einfach nichts zu holen, er am Weinen, weil sein Führerschein weg war. Da kann nur noch Abdou helfen. Er versprach dem Nürnberger, dass er sich um die Reparatur in Marrakech kümmern wird. Der war dann besänftigt und ging mit dem Chauffeur zur Polizei, damit dort alles geregelt wird und er seinen Führerschein wieder erhält. Um halb sechs am Abend war es dann endlich so weit, etwa sieben Stunden für einen leichten Blechschaden.

Inzwischen rief Isolde an, dass ausgerechnet an dem Nachmittag der Thomas eingetroffen ist, der für ein soziales Projekt in Ouled Driss 7 Notebooks gesammelt hat und sie übergeben wollte. Der Termin war uns vorher nicht bekannt. Ich lud die sechs Wohnmobilleute also ein, mit zu Isolde zu fahren. Dort findet wirklich jeden Abend ein Ahidous statt, ein Abend mit Trommelmusik, über den ich noch gesondert berichten werde. Die Jungs trommelten, was das Zeug hielt, war eine tolle Stimmung, Isolde hatte außerdem noch eine Familie, Verwandte aus Deutschland, zu Gast. Plötzlich kam die Frau von Thomas ziemlich aufgelöst ins Café und fragte nach einem Arzt. Thomas war beim abendlichen Spaziergang in den Dünen so unglücklich gestürzt, dass er sich die Schulter verletzt hatte und sie stark geschwollen war. Er konnte nicht mehr laufen und saß in seinem Bus. Isoldes Verwandte sagte ganz schüchtern, ja, sie wäre Ärztin, aber Tierärztin. Sie ging mit hinaus, wir trommelten, sangen und tanzten weiter.

Nach einer guten Weile kam Thomas auf seinen eigenen Beinen zu uns, gefolgt von der Tierärztin. Sie verarztet nicht nur Tiere, sondern hat auch einen Sohn, der sich ständig die Schulter ausrenkt, war also prädestiniert für die Aufgabe. Thomas wurde mit Schmerztabletten zugepumpt, der Arm eingerenkt und es ging ihm schon besser.

Ahidous im Café Fata Morgana

Viele kennen Isolde schon mit ihrem Café Fata Morgana in Ouled Driss und sind auf einen leckeren Capuccino und einen selbst gebackenen Kuchen vorbei gekommen. Aber die beste Zeit, Isolde zu besuchen, ist der frühe Abend. Immer abends so gegen 5 – 6 Uhr kommen die Jugendlichen des Dorfes bei ihr vorbei, greifen sich eine Trommel und fangen an zu spielen. Es ist oft eine super Stimmung, besonders wenn alle mittanzen. Isolde erfüllt damit eine ganz wichtige Funktion, nämlich den jungen Leuten einen Treffpunkt und eine Beschäftigung zu bieten. Einige der Jungs haben sich sogar schon zu einer Gruppe zusammengetan und treten bei Veranstaltungen auf.

31.12.2011

Am nächsten Morgen sollten die Notebooks übergeben werden und ich wurde dazu gerufen. Doch so einfach und schmerzlos läuft nichts in Marokko. Die Spender waren bereit, die Dinger gleich anzuschließen, aber es stellten sich einige Probleme in den Weg, die uns zunächst ziemlich unklar blieben. Zuvor besichtigten wir aber mal die örtliche Schule. Es gibt eine staatliche und eine, die durch die örtliche Association gegründet wurde, eben die, die die Computer haben wollte. Und ich war beeindruckt. Ich habe schon viele marokkanische Schulen gesehen, staatliche allerdings, und die hier unterscheidet sich sehr stark. Sie macht einen netten, frischen Eindruck, die süßen Erstklässler waren gerade im Unterricht, und es gibt Spielzeug und Lehrmittel fast wie bei uns. In einer staatlichen Schule gibt es das all nicht. Ich war mal in Imilchil in einem Kindergarten, um dort zwei Säcke voll pädagogisches Spielzeug abzugeben. Da ich vergessen hatte, Fotos zu machen, fuhr ich noch mal zurück. Der Erzieher hatte alles in einem Raum verschlossen, um es für sich zu behalten, die Kinder hatten als einziges Spielmaterial einen Bleistift und ein Blatt Papier.

Diese Schule hier in Ouled Driss macht also einen super Eindruck. Allerdings suchen sie noch dringend Sponsoren. Wir gingen dann in die sogenannte Bibliothek, wo die Computer aufgestellt werden sollten. Und dort war es dann nicht mehr so super. Der Raum ist in der alten Kasbah, wo auch das sehr sehenswerte Museum ist. Es war ein staubiger, schmutziger Raum, vollgestellt mit allem möglichen, und das Dach undicht. Es waren einige PC – Arbeitsplätze vorhanden, aber es hieß gleich, die seien alle kaputt, arbeiten nicht mehr durch den vielen Staub und das Regenwasser. Mir scheint also, hier ist mehr nötig, als nur neue PCs aufzustellen. Der Verantwortliche des Vereins, genannt Kiki, versprach, eine Putzbrigade aufzutreiben und den Raum zu säubern, am Sonntag sollen dann die Notebooks angeschlossen werden. Eine Internetverbindung gibt es noch nicht, aber das soll kommen. Und wenn man lernen will, mit einem PC umzugehen, gibt es ja noch etwas anderes als das Internet.

Nun ja, wir besichtigten noch das Museums, das einen guten Einblick in das Leben der Stämme im Dratal gibt, und tranken einen Tee zum Abschluss.

1.1.2012

Silvester in Chegaga. Seit Jahren veranstalten meine Freunde von Sahara Services dort eine große Party. Wenn ich auch nicht unbedingt ein Freund von so was bin, so wollte ich mir das doch mal anschauen, um darüber berichten zu können. Es hieß teilweise, dass bis zu 200 Leute dort sein werden und mir graute davor. Zur Sicherheit brachte ich eine Flasche Sekt aus Deutschland mit, der Plan war, um Mitternacht allein auf einer Düne zu sitzen und mit mir anzustoßen.

Zwei Tage vorher kam ein englisches Wohnmobil in die Kasbah, sie wollten evtl. eine Wüstentour buchen. An Bord nicht die typischen Rentner, sondern 5 junge Engländer, darunter zwei Schotten und ein in Südafrika geborener. Zu allem Überfluss hatte der eine Schotte Roma – Vorfahren, war also absolut nicht so, wie ich mir den typischen Schotten vorstelle. Der andere schon eher mit seiner blassen Haus und den hellroten Harren, Gregor McDermot hieß er. Alle zwischen 25 und 30, also ein richtig knackiges Alter. Wir verstanden uns schon an dem Abend prächtig. Ich konnte sie überzeugen, dass es sinnvoll wäre, zwei Nächte in der Wüste zu schlafen und somit die Party mitzumachen.

Am nächsten Abend kamen zwei junge Spanierinnen. Allerdings hören sie das nicht gern, sie bezeichnen sich lieber als Kataloninnen. Und sie sprachen perfekt englisch, was ja selten in Spanien ist. Die eine war Englischlehrerin für Grundschule und Kindergarten und meinte, dass sich das in Zukunft ändern wird, Englisch wird jetzt überall gelehrt. Auch das zwei süße junge Mädchen. Ich konnte auch die davon überzeugen, dass sie die Party mitmachen, was nicht geplant war. Da sie schon früher als ich aufbrachen wies ich sie gleich auf die netten Engländer hin.

Es kam also der Silvestermorgen. Die Mädels und viele andere brachen zunächst mit Kamelen auf, obwohl man Chegaga so natürlich nicht in einem Tag erreicht. Sie sollten später von Geländewagen aufgelesen werden. Ein Wohnmobil aus Hamburg kam angefahren, besetzt mit Mutter, Tochter und zwei Hunden. Die hatte ich schon vorher auf dem Camping Caravan Carrefour kennengelernt. Ich konnte auch sie von der Silvesterparty überzeugen. Abdou muss langsam mal Provision zahlen. Am Nachmittag fuhren wir also mit Abdou in seinem Pickup los.

Abdou hat an den Dünen von Chegaga zwei Camps, ein normales mit Berberzelten und einfachem Sanitärblock und eines mit weißen Zelten, die alle noch ein Babyzelt hinten dran haben mit Bad: Chemieklo, Waschbecken, heiße Dusche. Und Licht. Man glaubts kaum. Breites Doppelbett für mich. Die Hamburger und ich waren in diesem Luxuscamp, die jungen Leute leider nicht. Eine große Bühne war aufgebaut, DJ, Discobeleuchtung, alles da. Der ganze Platz und die umliegenden Dünen waren von Kerzen besetzt, eine traumhafte Kulisse. So wunderschön. Eine Folkloregruppe spielte zum Auftakt, das Feuer wärmte uns. Und dann kamen sie angebraust, die Geländewagen. Alle Gäste vom anderen Camp. Dem Billigcamp. Genial. So brauchte man nur an einem Platz Musik zu machen und alle konnten zusammen feiern. Laut Abdou waren es 80 Personen zum Essen, mir kam es aber nicht so voll vor, es ist ja auch viel Raum.

Aber natürlich zuerst die Begrüßung mit meinen englischen Jungs und den spanischen Mädels, die längst zusammen gefunden hatten. Wir blieben den ganzen Abend zusammen, es war einfach eine unglaubliche Stimmung. Den Schotten konnte ich zunächst überhaupt nicht verstehen mit seinem Slang, aber im Laufe des Abends habe ich mich daran gewöhnt. Und wie wir dann so schön im Zelt saßen, kam ein weiß Gekleideter von der zweiten Folkloregruppe und zog mich mit den beiden Mädels hoch zum Tanzen. Also wer mich kennt, der weiß, wie ungewöhnlich das nicht, niemals tanze ich, niemals mache ich was mit. Und ich warf alles über Bord und war locker und vergnügt. Danach legte dann der DJ heiße Platten auf und alle tanzten, auch ich. Die ganze Nacht.

Nein, nicht die ganze. Denn es gab ja auch Essen. Zwei ganze Lämmer wurden gebraten, Mechoui. Dazu gabs Couscous. Die Engländer hatten einen unglaublichen Vorrat an Alkohol, den sie immer nur heimlich nachfüllten. Davon allerdings auch Abdou anboten, und wahrscheinlich gar nicht merkten, dass er ja der Boss von allem ist. Aber Abdou ist da nicht so streng, wenn man auch alles kaufen kann, so hat er doch nichts dagegen, wenn man etwas mitbringt.

Um 23 Uhr kam Hassan, um mir einen Kuss zu geben und Bonne Année zu wünschen. Denn in Deutschland war es ja soweit. Er kündigte aber gleich an, dass er um Mitternacht noch einmal kommen würde. Hassan ist der allerbeste und lustigste Chauffeur, der für Abdou arbeitet und die meisten, die schon Touren bei mir gebucht haben, kennen und schätzen ihn.

Dann aber leuchteten viele Kerzen auf den Dünen in dem Schriftzug 2012. Mitternacht war gekommen. Was dann folgte war einfach unbeschreiblich. Hassan war natürlich der erste, aber danach wurde so viel geküsst und gedrückt wie in meinem ganzen Leben noch nicht. In diesem bunt gewürfelten, internationalen Häufchen wollte jeder jeden umarmen und küssen.

Das schönste an dieser ganzen Nacht war eigentlich die Stimmung. Es war „Eine Welt“, die da gefeiert hat. Menschen von so vielen unterschiedlichen Nationen und alle freundlich und ausgelassen, und keiner maßlos betrunken. Und meine Sektflasche habe ich natürlich mit vielen teilen müssen/dürfen.

Als ich am nächsten Morgen mit meinem siebener Grüppchen zusammen saß, um uns zu verabschieden, wurde genau dies betont, jeder empfand gleich. So schön die Location war, das eigentliche machten die Menschen aus. Abdou hat eine perfekte Organisation, einen perfekten Rahmen geliefert, aber der eigentliche Erfolg des Festes kam von den Teilnehmern selbst.

Ich würde im nächsten Jahr gerne wieder dabei sein!

9.1.2014

Ach, ja. Es gibt Dinge, die sind einfach viel zu privat, um sie in einem öffentlichen Reisebericht zu schreiben. Deshalb gab es so lange nicht von mir hier im Forum. Aber der heutige Abend war einfach wieder zu schön, zu aufwühlend, und es gelingt mir nicht einzuschlafen. Wir, die wir beide schon Ü50 sind, haben gegiggelt wie die jungen Mädchen. Isolde vom Café Fata Morgana ist einfach spitze, wir verstehen uns super.

11.3. Weiberabend und Masochisten …

Gestern abend ging es lustig zu und das war alles nur Isoldes Schuld. Die Damen hatten einen Spaziergang auf Mhamid’s Frauensouk gemacht und besuchten mich dann in der Kasbah. Abdou wollte uns einen Rosé anbieten, aber Isolde schrie gleich, nein, Champagner muss es sein! Sie wollte ihn nur aufziehen und hätte natürlich im Traum nicht damit gerechnet, dass es hier in der Wüste so etwas gibt. Und als unser Rosé alle war und der Champagner anrollte, wollte sie sich vor Scham am liebsten unter dem Tisch verstecken. Aber da musste sie nun durch und mit Abdou anstoßen. Und dann wurde der Couscous aufgetischt, Abdou meinte, dazu passt am besten Rotwein.

18.3. Spaghetti Bolognese …. hmm

Wenn man wie ich schon fast drei Monate im Land ist und nur von Restaurants lebt, keine Möglichkeit hat, selbst etwas zu kochen, dann kann einem schon mal das ewige Couscous-Tajine zum Halse heraus hängen. Vor allem nun, wo ich länger in der Kasbah Sahara Services bin. Hier kommen die Gäste meist nur für eine Nacht oder ein Mittagessen, bevor es ins Wüstencamp geht, und da bringt man keine große Vielfalt auf den Tisch. Ich sagte deshalb zu Abdou, dass ich gerne mal für mich etwas anderes kochen würde, sobald die Kasbah nach dem Festival wieder leerer wird. Aber Abdou meinte sofort, nein, so geht das nicht. Nicht nur für mich, auch ihm hängt sein eigenes Essen zum Halse heraus. Und es muss unbedingt eine Vorspeise und ein Dessert dazu geben, ich solle doch für 10 Personen kochen.

Die erste Herausforderung ist, Gerichte zu finden, deren Zutaten in dem entlegenen Mhamid überhaupt erhältlich sind. Ich entscheide mich für eine italienische Menüfolge:

Bruchetta

Spaghetti Bolognese

Orangen-Bananen-Creme

Amia kommt mich in der Kasbah besuchen, ich erzähle ihr von meinem Plan und sie meint, dazu brauchst du natürlich auch Parmesan. Ich sage, ja klar, aber darauf müssen wir hier verzichten. Sie sagt, nein, geht zum Wohnmobil und schenkt mir ein Stück. Obwohl sie beim Essen gar nicht dabei sein kann. Unglaublich, was sie alles in dem kleinen Wagen dabei hat. Sie hat ja auch für Isoldes Kleiderkammer schon viele Kindersachen gebracht. Als nächstes fahre ich zu Isolde, denn sie hat eine Reibe. Und Mondamin für die Orangencreme. Und einen Garten mit etlichen Wildkräutern. Nun fehlt mir noch Oregano, den Namen hat hier noch kein Mensch gehört. Ich fahre zum Herboristen in Ouled Driss. Es ist ja irgendwie ein Jammer, dass es in diesem Land so eine Vielzahl von wunderbaren Gewürzen und Kräutern gibt, aber sie werden nicht benutzt. Kräuter sind Medizin oder kommen in den Tee, aber nicht in Gerichte. Auch er kennt kein Oregano, winkt mich aber in seinen Kräuterkeller und lässt mich schnüffeln. Ich finde etwas, das passend riecht, mir aber ansonsten unbekannt ist und ich kaufe es. Am nächsten Morgen bekomme ich auf dem Souk noch Schalotten, die etwas würziger sind, und Lorbeerblätter.

Als erstes kommt die Orangencreme dran, sie macht kaum Arbeit, alle Zutaten bis auf Mondamin sind am Ort erhältlich, aber man könnte ja notfalls Mehl nehmen. Ich bin diese täglichen frischen Apfelsinen dermaßen leid. Das Essen soll gegen 19 Uhr stattfinden, ich hole Isolde ab und wir schnippeln eifrig. Was uns noch fehlt ist das Fleisch, es sollte um 17 Uhr mit dem Taxi aus Tagounit ankommen. Ich will euch das nun folgende Theater lieber ersparen, es war ein einziger Stress und ein Gebrülle, weil sie wohl alle zu doof oder faul oder was weiß ich was waren, das Fleisch zu bestellen. Um 18.30 Uhr traf es schließlich ein. Aber es hat ja eh niemand geglaubt, dass wir schon um 19 Uhr essen werden.

Auch Bruschetta ist kein großer Aufwand. Ich habe die Fladenbrote quer aufgeschnitten, mit Öl und Knoblauch eingerieben und gebacken. Isolde schichtete dann den Belag darauf und endlich konnten wir der hungrigen Meute die Teller hinein bringen. Da ich die vier Bruschetta-Teller nicht auf einmal schaffte, trug ich sie hintereinander ins Restaurant und als ich mit der zweiten Ladung kam, war die erste bereits fast weg. Abdou hat es so gut geschmeckt, ich hab den sonst ziemlich mäkeligen Esser noch nicht so schnell schaufeln sehen. Aber als dann die Spaghetti kamen waren sie alle hin und weg. Solche Beifallsrufe habe ich zu Hause noch nicht erhalten. Abdou sagte, nun verstehe er, warum die Europäer mit Essen nicht aufhören können und so dick seien. Ratzeputze leer waren alle Schalen in kurzer Zeit. Was so ein paar Gewürze alles erreichen können.

Heute Morgen nun fragte Abdou, ob es denn keine Reste gäbe. Und ich ging wieder in die Küche und kochte gleich noch mal einen weiteren Topf Bolognese.

15.3.2015 Forumstreffen

So viele Tage seit dem letzten blog, so viele Eindrücke. Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Am besten vielleicht beim letzten Moment. Komme gerade vom Spaghetti-Essen. Schon im letzten Jahr habe ich das eingeführt. Nach Wochen in Marokko mit Tajine, Brochette und Couscous hat man einfach mal Lust auf was anderes, und nicht nur ich. Im letzten Jahr habe ich zusammen mit Isolde einen Riesentopf Bolognese gekocht, es war gar nicht so einfach, hier die richtigen Zutaten zu finden. Isolde weilt leider nicht mehr unter uns und sie fehlt mir sehr. In diesem Jahr habe ich zumindest die Gewürze aus Deutschland mitgebracht, leider den Parmesan vergessen, aber auch so haben meine Freunde laut geschmatzt beim Essen, weil es einfach so gut war. Auch sie essen gerne mal was anderes und Spaghetti Bolognese schmeckt nicht nur jedem Kind, sondern auch jedem Marokkaner. Das besondere sind eben die Gewürze, die sie vom Alltag her nicht kennen.

17.3.2015 Fata Morgana

Heute gibt es eher trauriges zu berichten. Nachdem ich bereits eine Woche in Mhamid bin habe ich mich endlich ins Café Fata Morgana getraut, das Café der Münchnerin Isolde. Isolde ist im letzten Mai plötzlich gestorben, kurz nach Ihrer Rückkehr nach Deutschland. Sie war eine gute Freundin und fehlt mir sehr. Natürlich hat es mich interessiert, was nun mit ihrem Haus passiert, und als ich hörte, dass das Café wieder offen ist war ich eher ärgerlich. Ich hatte den Eindruck gewonnen, dass Ali, ihr Angestellter, das Haus einfach okkupiert hat, es sich unter den Nagel gerissen hat. Ich wollte nicht hin.

Aber heute habe ich es mir doch anders überlegt. Ali war ganz allein und wir haben uns traurig an Isolde erinnert. Und natürlich ist die Situation doch anders, als ich es mir vorgestellt habe. Isolde hat keine Kinder, nur einen Bruder, der aber schon alt und krank ist. Dieser hat zwei Kinder, der Neffe hatte angerufen und Ali mitgeteilt, dass Isolde gestorben ist. Darauf wurden alle Zahlungen eingestellt und Ali steht nun da und weiß nicht recht, was er machen soll. Er wurde im Winter als Angestellter bezahlt und im Sommer als Hüter des Hauses und die Zahlungen für den Unterhalt des Hauses kamen aus Deutschland. Nun muss er, wenn er das Haus offen halten will, Strom und Wasser zahlen, zudem hat er ja kein Einkommen mehr. Von der Familie hat sich nach der Todesnachricht keiner mehr gemeldet, alle Zahlungen wurden gestoppt. Also führt Ali das Café nun weiter, mit ein paar Änderungen, die ich für sinnvoll halte. Er wohnt im Haus, hat nun auch mittags geöffnet und bietet kleine Speisen an. Abends kommen noch immer die Jungs zum Trommeln und er bietet den Tee für die Einheimischen zu einem Preis an, den diesen auch zahlen können, vorher war es ja ziemlich teuer. Und abends gibt es Suppe. Mit diesen Angeboten kann er sich gerade so über Wasser halten. Aber natürlich ist die rechtliche und finanzielle Situation nicht geklärt, es müssen ja auch Steuern gezahlt werden und ich sehe da noch viele Probleme in der Zukunft liegen. In der Zwischenzeit aber wünsche ich Ali viel Glück. Isolde hat immer morgens um 11 Uhr zusammen mit Ali im Garten Tee getrunken, dazu gab es Nüsschen und alle Vögel der Region wussten das und fanden sich ein, um auch ein paar Nüsschen zu bekommen. Ali führt die Tradition nun ganz einsam weiter, für morgen habe ich meinen Besuch dazu angekündigt.

Marokko im Reiseführer

Und in Idstein

Eine Email flatterte in meine Inbox. Ich wurde zu einem Kabarett-Abend ins nahe Idstein eingeladen. Das klingt interessant und kommt auch nicht so häufig vor, also bekundete ich sofort mein Interesse. Absender waren Patricia und Peter. Ich konnte mit den Namen nicht gleich etwas anfangen, aber war sicher, es hängt irgendwie mit meinen Marokko-Kontakten zusammen. Also sagte ich zu.

Gestern Abend war es also soweit. Das Thema war „Frauengold“ und die Künstlerin Birgit Link zog uns in einem lustigen Reigen durch die Frauenbewegung der letzten 150 Jahre. Allein schon das war wirklich super gut. Das kleine Gerberhaus war brechend voll und einige Gäste mussten wegen Platzmangel sogar abgewiesen werden.

In der Wartezeit vor der Show lief aber eine Diashow mit Bildern von Frauen aus der ganzen Welt. Und diese Show war zusammengestellt von den Weltreisenden Patricia und Peter, eben die, die mich eingeladen hatten, und die mich kannten, weil sie auch in Marokko waren und zu diesem Zweck meine Bücher gekauft und sogar selbst in Taunusstein abgeholt hatten. Ich hatte dies vergessen. Hier gehts zu ihrer Website.

Und diese Show war einfach so toll, weil ich etliche der Frauen, die dort zu sehen waren, persönlich kannte. Heraus stachen sowohl die Nomadenfrau Fdoum, die auf der Farm von Thomas Friedrich lebt und so vielen meiner Leser bekannt ist, aber auch die Deutsche Isolde. Sie war eine ganz liebe Freundin von mir, deren Freundschaft ich leider nur wenige Jahre genießen konnte, da sie viel zu früh starb. Sie hatte ihr kleines persönliches Paradies in Südmarokko aufgebaut und ließ viele an ihrem Leben dort teilhaben. Berühmt waren die Trommelabende, wenn die Jungs der Umgebung zusammenkamen und eine Session nur für sie abhielten.

Als ich wieder zuhause war musste ich viel über mein eigenes Reisehandbuch nachdenken. In den vier Jahrzehnten, die ich in Marokko herumgereist bin, habe ich viele interessante Menschen kennengelernt und sie in meinen Büchern beschrieben. Die Bilder von Patricia und Peter zeigten mir eindrücklich, wie gut das bei meinen Lesern ankommt, auch sie lernen diese tollen Menschen kennen, Menschen, die in den herkömmlichen Reiseführern eben nicht beschrieben werden, und die es wert sind, sie kennenzulernen. Schaut in mein Buch und ihre werdet so manche entdecken.

https://shop.edith-kohlbach.de/

Individuelle Tour

Während meine Bücher ja Reisenden dienen, die mit ihrem eigenen Fahrzeug nach Marokko fahren, so organisiere ich aber auch Touren für Menschen, die das nicht tun, sondern nur eine kurze Reise planen. Auch für die arbeite ich besondere Touren aus. Sie werden in einem Geländewagen mit persönlichem Führer durchs Land gefahren und kommen eben auch auf ihrer Reise zu so ganz individuellen Zielen. Die Tour, die noch in diesem September beginnt, 2 Personen mit privatem Fahrer, geht zum Beispiel zu Zaid, ein ganz außergewöhnlicher Mensch, der ein hervorragendes Freilicht-Museum im Süden des Landes aufgebaut hat, durch das er in perfektem Deutsch führt. Oder auch zur Berberfarm bei Nekob, wo die Gäste zum Mittagessen die Berberpizza von der Farmersfrau zubereitet bekommen und beim Herstellen zuschauen können. Auch das in Hochglanz-Reiseführern nicht zu finden.

Beispiele für Reisen findet ihr hier:

https://marrakechtours.de/

Alltag in der Kasbah

Was diese Kasbah für mich bedeutet habe ich ja schon öfter berichtet, zum Beispiel hier.

https://marokkoblog.edith-kohlbach.de/kasbah-sahara-services/

Auch jetzt bin ich für einige Tage hier als Abschluss meiner Reise und zur Erholung nach der stressigen Zeit der Fertigstellung des Reisehandbuchs. Das Besondere hier sind auch die Menschen, die man hier so trifft. Jeden Tag andere, und jedesmal sehr interessant. Im Grunde sollte ich ein Hotel führen, dann könnte ich das immer erleben. Aber nein, wäre ja auch mit Arbeit verbunden, haha. Hier so ein paar Highlights.

Ich langweile mich schnell, lief etwas unmutig durch den Garten und sah ein älteres Paar, offensichtlich Franzosen, die eine kurze Runde drehten und wieder gehen wollten. Ich hatte zwar absolut kein Interesse an ihnen, die haben ganz sicher kein Buch von mir, aber ich sprach sie trotzdem an. Und merkte mal wieder ganz schnell, dass man dem ersten Eindruck eben doch nicht trauen soll. Es waren super nette, super welterfahrene Leute. Und tatsächlich waren sie Elsässer, so dass wir abwechselnd Deutsch und Französisch sprachen. Der Mann hat in früheren Jahren viel in Schwarzafrika gearbeitet, ist sehr bewandert auch im Mittelamerika und hat einen zweiten Wohnsitz in Mexiko. Nein, so vom Ansehen hätte ich es ihnen nie zugetraut. Wir verbrachten schließlich den ganzen Tag zusammen, ich zeigte die Highlights von Mhamid und es war eine sehr schöne Zeit, bevor sie am Abend wieder nach Zagora fuhren. Sie waren nur für eine Tagestour gekommen.

Auch in Peter und Jutta steckte viel mehr, als ich dachte. Auch Peter hat lange Jahre in Schwarzafrika gelebt, und sein Wohnmobil ist durchaus etwas geländegängig und sie gehören ganz sicher nicht zu der Fraktion, die den Winter an der Küste um Agadir verbringt und von Marokko wenig Ahnung hat. Sie kannten Mhamid schon, deshalb war mein Standardprogramm irgendwie überflüssig, aber den beiden hat es dann viel Spaß gemacht, sich mit mir die vielen unterschiedlichen Campingplätze der Region anzuschauen. Natürlich waren wir auch im Museum und tranken Tee dort bei den netten Schwestern. Zwar hätte ich dort gerne ein Essen organisiert, denn das ist die neueste Attraktion, für Kenner. In diesem für Mhamid sehr typischen Haus, bei einer sehr netten Familie, kann man nun mit einem Tag Vorlauf ein Essen bestellen, und das ist sehr viel besser, als ein Restaurant hier es anbieten könnte.

Aber zeitlich hat dies nicht geklappt, weil Peter schon einen Termin ausgemacht hatte zum Sternengucken und wir waren daher nur zum Dejeuner bei Hadj. Das ist der Koch, der jahrelang in der Kasbah gekocht hatte, und nun sein eigenes Restaurant aufgemacht hat. Er hat uns zunächst einen köstlichen Salat serviert, mit einer sehr guten Sauce, was ja selten ist in Marokko, und danach gab es Ziegen-Tajine mit karamellisiertem Kürbis. Sehr lecker.

Und dann traf ich Frank aus Wiesbaden. Hätte ich seinen Beruf raten sollen, ich wäre nie darauf gekommen. Er ist Pfarrer, begleitet von seinem Sozialarbeiter. Die beiden haben ein Auto gemietet, sind auch bereits Afrikaerfahren und auch mit ihnen hatte ich eine schöne Zeit. Sie wollen von hier nach Marrakech, dann über den Tizi-Test wieder runter nach Taroudannt und fragten, was sie dann machen sollen. Vielleicht ins Paradise Valley? Nein, sagte ich. Das ist zwar eine ganz nette Tagestour für Leute, die ein paar Tage in Agadir sind, aber Frank hat ja ein Auto und noch etwas Zeit, da kommt nur Tafraoute infrage. So viel schöner als Paradise Valley. Diese Landschaft ist einfach unvergleichlich und auch wert, ein paar Tage dort zu verbringen. Da ich kein Buch mehr zu verkaufen habe, sind ja alle komplett weg, habe ich ihnen schnell die Seiten über Tafraoute als PDF zusammengestellt.

Nun bin ich mal gespannt, wer heute so kommt.

So schön es hier ist, ich bin ein Nomade, und langsam kribbelt es in mir, ich muss weiter.

Lauter Radweg ab Kandel

Die Komoot-Tour „Der Rheinverlauf um Neuburg – Lauter Radweg“ ab Kandel ist eine rund 45 Kilometer lange Rundtour. Sie führt durch die idyllischen Rheinauen, am Flusslauf der Lauter entlang und bietet eine abwechslungsreiche Mischung aus asphaltierten Radwegen und Naturpisten. So war es mir versprochen. Das mit den Naturpisten traf ein, ich verlies den schönen, asphaltierten Radweg auf Anweisung von Komoot und stand in der Wildnis einem mächtigen, umgestürzten Baum gegenüber. Nein, da gab es kein Vorbeikommen oder Drüberheben, rechts und links war dichter Dschungel. So musste ich umkehren, eine Abkürzung fahren und so entgingen mir auch die idyllischen Rheinauen.

Zu Anfang musste ich mir ja wie immer einen Parkplatz suchen. Da waren nicht weit vom Start Aldi und Edeka, aber denen kann man ja nicht mehr trauen. Doch dann war da das Radhaus Rödel mit einem wirklich riesigen Parkplatz. Ich ging hinein und fragte freundlich, ob ich draußen für meine Tour parken kann. Die waren super nett und es hat überhaupt kein Problem gemacht, kann ich nur empfehlen.

Von Niedersteinbach nach Wissembourg

Die Reise heute war nur kurz, sehr gut für mich, ich habe einfach keine Lust auf viele Kilometer. Mit denen tobe ich mich in Marokko aus, hier möchte ich nur kurze Strecken fahren. Es ging also zunächst zum Cave de Cleebourg, einem Weingut, in dem ich mich und meine Familie regelmäßig eindecke.

Dann weiter nach Weißenburg, wie es auf Deutsch heißt, und in den Supermarkt. Morgen soll es ja wieder nach Hause gehen und da möchte ich mich doch noch mit einigen französischen Leckereien eindecken. Vor allem auch mit Wasser und Orangensaft, für das ich hier kein Pfand zahlen muss. Ich hasse das Flaschenpfand, auch wenn ihr mich dafür steinigt, ich umgehe es, so viel eben möglich.

Dann weiter zu meiner Unterkunft. Auch hier hatte ich wieder ein Apartment gebucht. Auf dem Foto sah es eher ein wenig altbacken aus, aber als ich ankam, ich durfte schon um 13 Uhr einchecken, war ich total begeistert. Es ist eigentlich eine Einliegerwohnung in einem Einfamilienhaus, etwas erhöht, mit einer Terrasse davor, von der aus man einen herrlichen Blick hat. Das Innere war mit viel Nippes ausstaffiert, aber gemütlich und liebevoll. Ich habe mich sofort wohlgefühlt und wäre am liebsten ein paar Tage geblieben. Das nächste Mal! Zur Innenstadt und zur Bäckerei waren es nur 500 Meter.

Ab aufs Rad

Aber auch heute habe ich eine Radtour eingeplant, der 7. Tag in Folge: Von Wissembourg durch die Weinberge und zurück durchs Weintor von Schweigen. Diese Tour sollte 40 km lang sein, eine Strecke, die ideal für mich ist. Es ging hauptsächlich auf deutscher Seite sehr viel durch die Weinberge, hinauf und hinunter, was ich in den letzten Tagen nicht mehr gewöhnt war. Doch dann schaute ich aufs Komoot-Display, 20 km gefahren, noch 40 km bis zum Ziel. Das darf ja nicht wahr sein. Da muss ich mich irgendwann verfahren habe. Und da die Tour doch etliche Steigungen hatte, der Untergrund auch nicht immer schön asphaltiert war, beschloss ich abzukürzen und den direkten Weg zurück nach Weißenburg zu fahren. So waren es am Ende 35 km. Und von allen Touren, die ich in den letzten Tagen gemacht habe, die am wenigsten schöne. Straßburg hat mich verwöhnt.

Am Abend fuhr ich noch ein wenig durch die Stadt. Aber ich merkte, dass mich diese Woche mit täglich etwa 50 km Radfahren doch etwas ausgelaugt hat, ich blieb nicht lange und für die Restaurants war es auch noch zu früh. Ich setzte mich auf meine schöne Terrasse und verpflegte mich selbst.

Familientreffen im Cheval Blanc

Heute ist der große Tag, an dem ich meine Familie treffen werde. Im Hotel-Restaurant Cheval Blanc in Niedersteinbach. Wir waren dort schon öfter, es ist sehr schön da, und vor allem bekommen wir hier genau das tolle französische Essen, das wir so lieben. Ich habe zum Beispiel hier mit meiner Familie meinen 65sten Geburtstag gefeiert.

Und heute eben wollen wir uns hier treffen, die anderen kommen direkt aus Italien. Witzig ist halt nur, dass es im 10 km entfernten Lembach auch ein Cheval Blanc gibt. Und obwohl unseres für sein wunderbares Essen weit und breit berühmt ist, ist das andere noch viel berühmter. Und teurer. Das wusste ich. Trotzdem wollte ich mir den Spaß machen, meine Familie etwas zu verwirren, so tun, als sei ich im falschen eingetroffen, aber dachte auch, eine Kleinigkeit könnte ich dort ja zu Mittag essen, vor dem herrlichen Familiendiner am Abend.

Fuhr also hin, las die Speisekarte.

Ja, inzwischen habe ich mich von den Schock erholt und kann berichten. Meine Lieblingsvorspeise ist ja Fois Gras. Also Enten- bzw. Gänsestopfleber Ja, haut mich bloß, aber es schmeckt. Gerade kürzlich in Wiesbaden gegessen, im Chez Mamie, einem französischen Lokal, für 22 Euro. War furchtbar. Meine Enkelin kann das besser anrichten.

Dann in Straßburg im L’Ami Schutz. Einfach ein Genuss für 14,10 Euro. Besser und billiger kann man es nirgends bekommen.

Und heute im Cheval Blanc von Lembach? Fast genauso zubereitet wie im Schutz! 59 Euro!!!! Als Vorspeise. Ja, wer sind wir denn? Welche Menschen können sich das leisten? Habe dann auch noch die verschiedenen Menüs angeschaut, alle so um die 140 Euro. Nein danke, weiter in UNSER Cheval Blanc.

Wer soll das bezahlen?Wer hat das bestellt?Wer hat so viel Pinkepinke?Wer hat so viel Geld?

In „unserem“ Cheval Blanc wurde ich freundlich empfangen, obwohl es noch vor der Checkin-Zeit war, und bezog mein Kämmerlein unter dem Dach. Nettes Zimmer. Wollte eigentlich auch hier eine Radtour machen, aber entschied dann, mich doch lieber am Pool auszuruhen, es war sehr heiß und die Poolanlage gut besucht. Doch dann plötzlich zog eine Gewitterwolke auf und es platschte nur so. Damit war die Hitzewelle endgülig gebrochen. Die Menschen verschwanden im Haus, aber es war ja auch Zeit, sich für das Abendessen umzuziehen.

Und da kamen sie: meine liebe Familie. Direkt aus Modena angebraust mit ein paar Staus unterwegs, aber dennoch rechtzeitig fürs Essen. Wir haben uns schnell umgezogen und dann was Gutes ausgesucht. Und was wollten alle Vier zur Vorspeise? Fois Gras natürlich. Richtig langweilig. Wenigstens die Hauptspeise bestellten wir unterschiedlich, aber der Clou war doch die Käseplatte als Abschluss. Ein riesiger Käsewagen kam angefahren, ganz wie früher im alten Frankreich. Wie immer waren wir sehr zufrieden und lieben einfach „unser“ Cheval Blanc.

Straßburg – Haguenau

Carrefour hat auch heute zu, aber beim Türken gegenüber bekomme ich wieder mein Baguette für 70 Cent, das billigste weit und breit. Aber er hat keine Croissants. Und mein schmutziger Freund war auch nicht da, war gestern wohl nur auf der Durchreise.

Gestern Abend bin ich noch mal ins Petite France gefahren, habe mir verschiedene Lokale angeschaut und mich dann wieder fürs L’Ami Schutz entschieden. Ganz so toll wie am ersten Abend war es nicht, der nette Kellner war nicht da. Diesmal habe ich Schweinebäckchen mit Spätzle bestellt, war gut, aber nicht so außergewöhnlich wie die Fois Gras.

Dann ging es los. Alle meine Sachen verstaut, warum nur reise ich mit so viel Gepäck. Die nette Audrey war auch zur Stelle, um mich aus dem Parkplatz zu lotsen. Ich habe ihre Nummer, denn ich will unbedingt mal wieder nach Straßburg und diese Wohnung ist sehr gut für mich, wenn jemand die Empfehlung haben möchte, nur melden.

Haguenau Forêt d’Exception

Auf dem Weg von Straßburg nach Niedersteinbach habe ich in Haguenau Halt gemacht, um auch dort die schöne Umgebung auf dem Rad zu entdecken. Als Ausgangspunkt fand ich einen Parkplatz direkt am Fahrradweg. Wer an meinen Touren interessiert ist, sie sind alle unter meinem Namen Edith Kohlbach in Komoot gespeichert und können dort sogar als GPX heruntergeladen werden. Die Tour heute hatte 36 km: Radrunde zur Entdeckung des Forêt d’Exception® von Haguenau. Es ist eine schöne Tour, meist durch schattigen Wald, aber keine besonderen Erlebnisse.  Nur dass Komoot mich auch ein Stück auf einen dicht bewachsenen Waldweg geschickt hat, der am Ende sogar durch eine Schranke abgesperrt war.

Und nun aber weiter zum Familientreffen in Niedersteinbach!

   

 

Straßburg 5: Auen-Wildnispark

Der Tag heute fing ganz anders an. Ich ging wie üblich zum Carrefour für meine Croissants, aber es war zu, an einem Samstag, komisch! Neben dem Laden lag ein Obdachloser und schlief auf dem nackten Pflaster, ohne Decken, hatte aber seine Schuhe ausgezogen. Er war unglaublich schmutzig, hatte bestimmt seit Wochen keine Dusche gesehen. Also nicht nur die Kleidung, auch die Füße und Hände waren tief schwarz.

Ich ging heim, bereitete mein Frühstück zu, mit Baguette, das ich vom Türken gegenüber hatte, aber der Mann ließ mir keine Ruhe. Er tat mir leid. Ich kenne seine Geschichte nicht, vielleicht liegt er auch da, weil der Carrefour ihm vielleicht immer ein Brot gibt. Keine Ahnung, hatte ihn zumindest vorher noch nicht gesehen. Je mehr mir mein Frühstück schmeckte, desto mehr dachte ich an ihn. Frühstück ist ja für mich die wichtigste Mahlzeit. Bin sonst kein Gutmensch, aber ich musste was tun. Also noch ein Ei gekocht, ein Baguette mit Frischkäse bestrichen (viel mehr habe ich nicht) und Geld für einen Kaffee in die Tüte gelegt. Als ich zum Carrefour kam war er gerade aufgestanden. Ich sagte nur: Bonjour, c’est pour vous, petit dejeuner. Und ging wieder. Er sah ziemlich überrascht aus. Er ist ein Weißer, also vielleicht Franzose, vielleicht aus einem anderen europäischen Land, sein langer Bart war rötlich.

Grundsätzlich hat dieses wunderschöne Straßburg aber auch ein Migrantenproblem. Man sieht sehr, sehr viele, und nicht immer fühle ich mich sicher. Zwar stehen direkt vor meinem Wohnhaus auch immer einige Männer herum, aber ich vorbei kam, hörte ich, dass sie Arabisch sprachen. Und habe sie sofort angequatscht. Zwei Marokkaner und ein Algerier. Da war ich natürlich in meinem Element. Sie waren erfreut, dass ich sogar einige Worte Berberisch kann, aber vor allem beeindruckt, dass ich Marokko viel besser kenne als sie selbst.

Aber in der Stadt sieht es anders aus. Ich wollte in eine schicke Einkaufsgalerie, aber ein sehr netter Security Mann hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass ich das Rad nicht mit reinbringen kann, aber wenn ich es draußen lasse, sei es nicht sicher. Gerade vor 20 Minuten sei wieder eines gestohlen worden. Auch Danielle, die ich bei der Sonnenfinsternis traf, meinte, Straßburg hätte sich verändert, nichts sei mehr sicher. Schade für die Stadt.

Heute ist mein letzter Tag, also schaue ich in Komoot, welche Tour sich für heute eignet. Allzu lang soll sie nicht sein. Ich finde: Fahrradtour nach Trail durch den Wald. Also sehr aussagekräftig ist dieser Titel nicht, muss ihn umändern. Aber mit 30 km genau richtig für heute. Bisher war ich eher im Norden von Straßburg unterwegs, diesmal geht es nach Süden. Zunächst wieder über eine Brücke nach Kehl, also Deutschland, dann wunderschön am Altrhein entlang nach Süden. Wo auch immer Trail sein soll, ich habe es nicht gefunden. Auf der französischen Seite ging es dann wieder zurück.

Heute hatte ich ein gutes Timing, was die Mittagspause betrifft. Aber es gab an der ganzen Strecke nur ein Restaurant. Eigentlich sehr schön, es haben sogar zwei Musiker gespielt, man hätte mich auch rein gelassen, aber sie hatten heute Barbecue-Buffet für 40 Euro. Nein, das ist nichts für mich, schon von der Menge her, die man für 40 Euro essen müsste. Also geht es wieder zurück in die Wohnung für eine lange Ruhepause und wer weiß, was der Abend noch bringt.

Straßburg 4 – Bassin des Remparts -Maison Kammerzell

Es sind nun etwa 50 Jahre her. Ich war noch verheiratet, mein Sohn ein Schulkind, aber noch aus der Kindergartenzeit waren wir ein kleines Grüppchen von Eltern, die sich oft trafen. Eines Abends schwärmten wir vom wundervollen französischen Essen und kamen auf die Idee, doch einfach mal einen Kurztrip nach Straßburg zu machen und im berühmten Restaurant Kammerzell direkt neben dem Münster zu dinieren. Gesagt, getan, ich buchte eines dieser berühmten alten französischen Billighotels mit durchgelegenen Matratzen, um dann im teuersten Restaurant der Stadt zu essen. Aber dieser Abend blieb mir eben bis heute im Gedächtnis, es war sicher mit ein Grund, dass ich diesmal Straßburg ausgewählt hatte. Außer während eines Betriebsausflugs mit dem Statistischen Bundesamt war ich nie mehr in der Stadt. Und gleich am ersten Nachmittag stand ich tatsächlich davor. Die Tische draußen elegant gedeckt mit weißem Linnen, aber alles schon reserviert. Doch nun habe ich ebenso spontan die Webseite angeklickt und einen Tisch ganz für mich allein zum Lunch reserviert.

Doch vor dem Vergnügen kommt die Arbeit. Die heutige Tour heißt „Von Strasbourg nach Bassin des Remparts“ und ist 40 km lang. Grob geht es in einem Ring um Straßburg. Einfach ein Traum, die Radspuren, sie sind einfach überall. Und eine Menge weißer Farbe ist hier verarbeitet, überall gibt es Hinweise aufgezeichnet, man kann sich eigentlich nicht verfahren. Als ich die schöne russisch-orthodoxe Kapelle sehe merke ich, dass ich wieder ein Stück auf der Route von gestern bin und gleich ins europäische Viertel komme. Aber von dort aus geht es dann anders weiter, und zwar für viele Kilometer entlang des Kanals. Sehr schöner Radweg, gutes Vorwärtskommen.

Einige Dörfer folgen, auch hier wieder schöne Restaurants, aber ich freue mich ja auf das Mittagessen im Kammerzell. Später dann ging es durch den Wald über die Piste des Forts, ein von der Stadt ausgeschilderter Rundkurs, der zu alten Festungsanlagen führt. Dann eher langweilig durch einige Orte, aber das letzte Stück war wieder schön, schattiger Weg entlang eines Baches. Um Straßburg gibt es einfach sehr viel Wasser.

Aber dann, das Maison Kammerzell! Ich hatte mich ja so sehr darauf gefreut. Es liegt inmitten des Touristiktrubels, aber es ist so ein ehrwürdiges Haus und so eine schöne Erinnerung. Auf der Karte entschied ich mich für Choucroute Canard confits für 26,90 Euro. Also nicht die urtypische Elsässer Schlachtplatte mit Sauerkraut, sondern etwas abgewandelt mit Entenbeinchen.

Ich war ja so enttäuscht! Mein Gott, das könnte ich ja besser kochen. Mir scheint, hier denkt man sich, einfach abkassieren, auf dem Ruhm ausruhen, die Küche ist nicht mehr so wichtig, die Lage zählt. Die kleinen Kartöffelchen hart und trocken, genau wie das Entchen, das Sauerkraut absolut langweilig im Geschmack, da hat der Biss gefehlt. Nein, das war rausgeworfenes Geld. Und schon wieder denke ich wehmütig an das L’Ami Schutz.

Straßburg 3 – Gambsheim – Kehl

Mal wieder in Komoot geschaut und für heute eine Tour etwas außerhalb gewählt. Es soll zunächst nach Norden bis Gambsheim gehen und dann auf der deutschen Seite zurück nach Kehl, 48 km insgesamt. Kehl und Straßburg sind ja bequem durch zwei mächtige Brücken verbunden.

Zunächst geht es wieder durch Straßburgs Vororte. Ich konnte erneut die unterschiedlichen Radspuren erleben. Manchmal breite Trails, von der Straße abgesetzt, manchmal nur aufgemalte Spuren neben der Autostraße, manchmal aber auch ruhige Nebenstraßen, wo ein weißes Fahrrad Symbol kenntlich macht, dass Autofahrer Rücksicht nehmen müssen. Und das tun sie. Ich mache meine ganze Navigation mit Komoot, aber die Stadt hat auch Rundtouren ausgearbeitet, die besonders gekennzeichnet sind. Ich fahre ja vor allem in Florida und dort ist das riesengroße Problem, dass es zwar manchmal Fahrradspuren gibt, aber keine fahrradgerechten automatischen Ampeln. Man muss immer stoppen, den Knopf suchen und dabei oft vom Rad absteigen, und dann endlos warten. Das ist hier natürlich nicht der Fall, die Ampeln sind speziell auch auf Radfahrer ausgerichtet.

Bald erreiche ich ein paar schöne Elsass-Dörfer und dort sind auch genau die Art von Restaurants, die ich suche. Mit guter Elsässer Küche. Aber das Timing stimmt nicht, es ist noch zu früh. Was natürlich auf andere Art richtig ist, denn wir sind mitten in einer Hitzewelle, mit Höchsttemperaturen von etwa 36 °C. Doch am Morgen ist es noch recht angenehm und der Fahrtwind tut sein Übriges.

Ja, und dann komme ich an die Grenze zu Deutschland. Genau da passiere ich eine verunfallte Radlerin, die gerade im Krankenwagen abtransportiert wird. Der Unterschied zwischen Frankreich und Deutschland ist riesig, die Radwege sind viel schlechter und teilweise auch überhaupt nicht da. Komoot führt mich über eine Landstraße ohne Seitenstreifen, auf der 100 kmh erlaubt sind.

Zum Glück geht es dann hoch auf den Damm, das macht schon mehr Spaß, auch wenn der Untergrund nicht asphaltiert ist. Ich habe ja immer Angst, dass ich einen Platten habe, aber so weit ist es noch immer gut gegangen.

Dann erreiche ich Kehl, komme nicht richtig in die Stadt, denn ich muss rechts abbiegen und über die berühmten zwei Brücken fahren. Die wären in den Augen der Amerikaner auf jeden Fall erstaunlich, denn es gibt eine breite Radspur und daneben eine Trasse für die Straßenbahn. Öffentlichen Personentransport kennen die ja kaum, und auch Radwege, um zum Arbeiten zu fahren oder einzukaufen gibt es nicht ausreichend. Dafür allerdings einige sehr schöne Trails für die Freizeit, siehe meine Fahrradbücher: www.bikecentralflorida.com

Von der Brücke ist es nicht weit zu meiner Stadtwohnung und ich lege erst einmal eine lange Mittagspause ein. Was esse ich denn heute? Finde in Google Maps ein kleines Restaurant, fahre hin und es ist zu. Im August ist in Frankreich halt vieles zu, auch die Bäckereien, die ich so bräuchte für mein Frühstück. Aber ein Carrefour Express ist gleich an der Ecke, da spaziere ich morgens hin und hole mir frische Croissants. Natürlich geht auch die Radautobahn dorthin, aber die 350 Meter laufe ich doch ganz gerne mal in der Morgen-Kühle.

Ja, heute also kein Restaurant, ich fahre zum Lidl und entscheide mich ganz bescheiden für ein Baguette mit gekochten Eiern. Bin gut ausgerüstet, in der Wohnung ist eine Nespresso-Maschine, aber ich habe mir noch meinen Eierkocher und den Milchschäumer mitgebracht. Ein gutes Frühstück muss sein.