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Corona – Gefahr für unser Leben?

Langsam werde ich richtig sauer. Was ist nur los in Deutschland, warum gibt es hier keine sachliche Kritik der Pandemie und der Maßnahmen dagegen? Wer sich kritisch äußert gilt sofort als Verschwörungstheoretiker oder Rechtsradikaler, selbst anerkannten Wissernschaftlern wird ihre Sachkenntnis aberkannt. Mir reicht es langsam. In anderen Ländern darf man durchaus kritisieren, allen voran Österreich. In Servus TV tagt jeden Sonntag das Corona Quartett und ich finde dort gibt es durchaus seriöse Meinungsäußerungen, die nicht nur Angst verbreiten, sondern sehr konstruktiv klingen. Deutschland wird dort immer nur als Negativ-Beispiel erwähnt. Hier bei uns entscheidet nur die Regierung, kritische Stimmen wie der FDP-Vorsitzende Christian Lindner werden sofort abgewürgt und die Personen abgewertet. Den Menschen wird so starke Angst eingejagt, dass sie jeder Maßnahme, die in ihre Grundrechte eingreift, sofort zustimmen und sogar noch mehr fordern. Das lassen tatsächlich vorwiegend Deutsche mit sich machen. Dabei ist die Frage, ob diese Angst überhaupt berechtigt ist. Ja, es sind nun wieder höhere Infektionszahlen. Aber sind diese Menschen überhaupt krank? Sie tragen das Virus in sich, aber es macht sie nicht krank. Und das ist doch eigentlich gut. Wir Bürger haben keine Vergleichszahlen. Niemand hat uns je über die Zahlen zur Grippe informiert. Wieviele tragen hier das Virus in sich, wieviele werden krank. Wir hatten Tote, ja, aber auch nicht mehr als bei Grippe.

Das Covid-19 Virus ist sicher nicht schön, aber es berechtigt nicht dazu, so stark in die Grundrechte einzugreifen. Wenn wir hier unter allen Umständen Tote vermeiden müssen und Intensivbetten frei bekommen sollen, dann müssen wir uns genauso auch mit jeder anderen Lebensgefahr beschäftigen. Aber das tun wir nicht. Die getroffenen Maßnahmen wie Maskenpflicht für Kinder oder Sperrstunden bzw. Schließungen von Unternehmen, dieTotalausfälle für so viele Berufsgruppen tragen auch zu der Gefahr für unser Leben bei. Gegen eine Gefahr kämpfen wir, nehmen dafür aber viele andere in Kauf.

Auch ich habe Ausfälle, aber das ist nicht der Grund, warum ich so denke. Ich habe immer noch ein Einkommen, wenn auch meine Lebensaufgabe dahin ist. Aber die vielen Solo-Selbstständigen wie kleine Reisebüros oder Reiseführer-Verlage, vor allem natürlich die Künstler, denen wurde von heute auf morgen alles entzogen. Und ich finde, das Virus ist als Begründung dazu nicht ausreichend.

So oft höre ich, haben denn die Menschen die frühen Bilder aus Italien und Spanien vergessen? Nein, ich glaube nicht, dass wir diese vergessen haben. Wir schätzen sie nur anders ein. Das waren schlimme Zustände am Anfang der Pandemie in Ländern, die nicht darauf vorbereitet waren. Deutschland war nicht betroffen, unser Gesundheitswesen, das durchaus Kritik verdient, hat es geschafft. Warum sollten wir es also heute nicht schaffen, wo wir doch so viel mehr über die Krankheit wissen. Macht die Menschen bitte nicht kaputt!

Aartal – Radweg

1. Tag

Meine erste Berührung, oder besser Nicht-Berührung mit diesem Radweg hatte ich, als ich aus den Wäldern nordöstlich von Adolfseck kam und einen Weg zurück nach Taunusstein suchte, möglich abseits von Verkehr. Ich nutze zur Navigation google maps, die schickten mich zunächst von Adolfseck über die B54, vorbei an dem Abzweig Bad Schwalbach. Mein Navi kannte keinen Radweg auf der Strecke, es war auch nichts ausgeschildert von der B54, also versuchte ich, nach Seitzenhahn zu kommen und wollte von dort durch den Wald nach Taunusstein. An der Straße nach Seitzenhahn sah ich tatsächlich einen Weg, der Richtung Bad Schwalbach abging, nicht aber nach Taunusstein. Und wie schon gesagt, von Beschilderung keine Spur.

Als ich dies in Facebook postete, in der Gruppe Rund um Wiesbaden, bekam ich von einem Herrn böse Bemerkungen, von wegen es gibt einen Radweg, auch ohne Unterbrechungen und ausgeschildert. Zum Glück habe ich aber die Facebook Gruppe Taunusstein fährt Rad gegründet und dort bekam ich hilfreiche Hinweise. Also fuhr ich noch am selben Abend los, um diesen Weg zu suchen. Was die Unterbrechungen betrifft, so gibt es sie natürlich, auf der ganzen Strecke. Ich fahre ab Wehen, da hat man schon im Ort eine Unterbrechung. Weiter geht es über die Dornbornstraße, zwar ruhig, aber kein Radweg, bis dann am Ortsende endlich wieder ein solcher beginnt. Dieser endet aber in Hahn und es dauert wieder ein Weilchen, bis man dann vorbei am Schwimmbad den weiteren Radweg nach Bleidenstadt findet. All das leider nicht komplett in google maps und auch nicht in Komoot, also kann ich mich nur teilweise navigieren lassen. In Bleidenstadt endet dann der Weg erstmal am Klärwerk/Tennisplatz, aber jenseits der B54 geht er weiter, der Überweg endlich mal gesichert, was in Taunusstein selten der Fall ist.

Dann kam ich an die Abzweigung nach Seitzenhahn, danach wurde der Weg merklich schlechter und endete bald mitten in den Brennnesseln. Das war also nichts, es ging wieder zurück. Eine Ausschilderung gab es nicht.

2. Tag

Am nächsten Tag wollte ich das ganze erneut probieren. Mit Komoot wollte ich navigieren und fand dort eine Route durch den Wald. Das fand ich interessant und sah es als gute Rundfahrt, denn so könnte ich von Bad Schwalbach aus den Radweg erkunden, der sollte ja an der Molkerei anfangen. Gesagt getan, zum großen Teil kannte ich den Weg schon. In Seitzenhahn war aber mal wieder Ende, Gelände, keine Beschilderung, kein Radweg. Ich suchte mich irgendwie durch und kam schließlich auf die Straße, die runter zur B54 führt. Und ich fand einen Weg, der nach Bad Schwalbach gehen sollte. Ob da jetzt ein Schild stand oder nicht, weiß ich nicht mehr. Der Weg war okay, es ging rauf und runter und schließlich kam ich nach Hettenhain. Wieder alles zu Ende. Mit Glück fand ich aber doch den Radweg, der weiter führte und kam in einem Wohngebiet in Bad Schwalbach an, also nicht an der Molkerei. So viel ich weiß waren es bis hier 17 km.

Dann ging es über die Hauptstraße zur Molkerei, und ja, ab der Stadtmitte ist der Aartal Radweg wunderbar ausgeschildert, aber eben nicht von der B54. Und dieser Weg trifft dann auch sehr bald den Weg, den ich gekommen bin. Bis zum Abzweig Seitzenhahn war alles genau das Gleiche, und dort an der Straße merkte ich dann, dass mein Weg, den ich gekommen bin, sehr viel höher durch den Ort führt, wenn man aber runter zur B54 fährt geht es kurz vor der Bahn weiter durch das Aartal. Das muss man erstmal wissen, weil ja weder das Navi noch Schilder das anzeigen. Von da aus war es dann wieder genauso wie gestern Abend, vorbei an der Mühle und dem dicken Fisch, und dann über die Straße bis zum Tennisclub.

Aber als Kritikpunkte muss ich sagen: Die Stadt sollte mehr dazu beitragen, dass der Weg auch in google maps und dergleichen gefunden werden kann. Gerade an den Unterbrechungen durch Straßen stehen oft keine Schilder und die Orientierung für Fremde ist ziemlich schwer. Für Familien, die vielleicht kleine Kinder mit Rad bei sich haben, wegen der Unterbrechungen nur zu empfehlen, wenn die Kinder auf Straßen sicher sind.

Hier noch einmal die ganze Rundfahrt ab Wehen

Rettbergsau

Der Entschluss stand fest, vor allem nach dem Zwischenspiel mit der Zimtzicke. Ich fahre nicht mehr mit der Gruppe. Zu anstrengend, zu wenig Pausen.

Und dann kam Markus‘ nächste Einladung. Mittwoch 18 Uhr zur Rettbergsau mit Picknick. Ich war platt. Das hat er ganz klar nur wegen mir gemacht, denn nur Aleks und ich wollten ja Pausen und nicht so schnell durchpaddeln. Also ging es ja nicht anders, ich lobte ihn für die gute Idee und sagte unsere Teilnahme zu. Wir erschienen mit minimalem Picknickzubehör, jeder sollte was mitbringen und dann teilen. Ich war sehr gespannt auf den Ablauf. Es kamen recht viele Leute, ich glaube es waren zehn. Und die Zimtzicke war nicht dabei. Raus aus der Hafeneinfahrt, rüber zur Auen-Einfahrt und an den Strand. Super kurze Strecke also, was mich noch mehr verwundert hat. Wir legten an, stülpten ein Boot um und breiteten darauf unsere Schätze aus. Wie gesagt, wir hatten minimal eingekauft. Aber außer Markusses Nudelsalat kamen nur ein paar Kräcker. Diese Picknickidee hat sich in diesem Club also noch nicht richtig durchgesetzt. Aber unsere kalten Bockwürstchen kamen gut an.

Es war recht nett, wir blieben fast eine Stunde, dann wurde eingepackt. Zur Ausfahrt, ab in den Hafen gedreht? Aber nein doch. Nun soll es doch um die Rettbergsau gehen. Oh mein Gott. Die Organisation dieser Ausfahrten ist doch etwas ungewöhnlich. Ich würde ja lieber erst eine größere Strecke machen und dann picknicken. Wollte schon abbrechen, aber Markus sagte, du kommst mit. Also noch mal die Tour von 10 km, die ich ja schon gemacht hatte. Diesmal klappte es bei mir zwar etwas besser, aber Aleks war ziemlich hinten und einen offiziellen Schlussmann, der auf die letzten aufpasst, gab es nicht. Ich sprach kurz mit Markus darüber und er gab die Info dann wohl auch weiter, aber trotzdem sagte mir Aleks später, dass er oft auf dem weiten Rhein, wo ja dann auch die großen Kähne vorbei zogen, ganz allein war und sich ziemlich unwohl gefühlt hat. Ich fürchte für ihn ist es die letzte Tour mit der Gruppe gewesen. Zudem sich am nächsten Tag auch sein Freund Iwan aus dem Urlaub zurück gemeldet hat, nun braucht er mich nicht mehr als Lückenbüßer.

Eine Lahnfahrt, die ist lustig

In meiner Gegend ist die Lahn für Kayaker einfach das Highlight. Ein ruhiger Fluss, der sich in unendlichen Windungen dahinzieht, keine großen Schiffe, die uns ärgern könnten. Da wäre ich schon gerne dabei. Habe in Google Earth die Strecke von Diez nach Laurenburg verfolgt und kam auf 16 Kilometer. Das ist schon viel. Aber Aleksander wollte es probieren, diesmal im Zweier. So kann sich jeder mal ausruhen. Dachte ich.

Markus lud in Schierstein die Kayaks auf den Hänger, die Mitglieder in den Bus, aber wir fuhren von Taunusstein direkt nach Diez. Waren deshalb auch schon viel früher da. So weit ich sehen konnte war nirgends eine Stelle, wo man die Kayaks zu Wasser lassen konnte. Ziemlich steiles Ufer, viele scharfkantige Steine. Aber Markus kam und sagte, geht schon. Oh ja, fragt sich nur wie. Einfach war es nicht, aber irgendwann waren wir doch alle auf dem Wasser.

Wunderschöne Landschaft, ruhiges Wasser. So macht Paddeln Spaß. Aber wie lang ist die Strecke denn nun? Keiner wusste es genau. Wir kamen nach knapp 5 km an die erste Schleuse, mein erstes Mal überhaupt. Sehr interessant. Fuhren ein, klammerten uns am Rand fest, aber auch nicht zu fest, denn irgendwann hätten wir da übel an der Mauer gehangen. In ziemlicher Geschwindigkeit wurde das Wasser auf etwa 5 Meter tiefer abgepumpt. In der Schleuse natürlich nette Gespräche, aber dennoch kamen wir der Frage, wie weit es noch nicht, nicht näher.

Markus fragte, ob wir eine Pause wollten. Wer schrie am lautesten ja, natürlich ich. Nur ist die Lahn, ist Deutschland nicht Florida, wo viel für die Wassersportfreunde getan wird und es überall Bootsanlegestellen und Kayak Launch gibt. Hier nichts. Dann fand Markus eine private Wiese, Treppe zu Lahn, und viele Menschen darauf den Sonntag feiern. Er fragte und wir bekamen die Erlaubnis dort anzuhalten. Das war wirklich eine schöne Pause, natürlich auch in dieser wichtigen Sache eben nicht Florida, wo es wirklich überall öffentliche Parks und Toilettenanlagen gibt. Hier blieb nur der Busch oder einhalten. Die anderen hatten einen Lunch mitgebracht, wir nicht, denn wir wussten ja über den Ablauf des Tages wenig.

Danach ging es mit kräftigen Schlägen weiter Richtung Laurenburg. Markus im Zweier weit voraus und bald ganz verschwunden, ohne uns etwas zu sagen. Das ist meine Kritik an der Gruppe, es wird einfach zu wenig über den Ablauf gesagt und zu schnell gerudert. Denn wir alle versuchten natürlich, so schnell es ging, dem verschwundenen Markus zu folgen, und auch wenn Aleks oft sagte, ich solle mich doch etwas ausruhen und ihn paddeln lassen, war klar, dass wir dann nicht mit den anderen mithalten. Als wir dann in Laurenburg ankamen, es waren 17 km, war von Markus keine Spur zu finden. Ein Anruf ergab, dass er so schnell war, um den Zug zurück nach Diez zu bekommen und unseren Bus zu holen. Hätten wir das gewusst, hätten wir doch in aller Gemütsruhe paddeln können.

In Laurenburg angekommen dachte ich natürlich, hier gibt es eine Kneipe. Und ein kühles Bier. Wir kamen um 17.59 Uhr an, und um 18 Uhr schloss das einzige Kiosk. Ansonsten gibt es dort so gut wie nichts, vor allem keine Kneipe oder Verkaufsstätte, nur den Bahnhof. Markus hatte den Zug um 18.05 Uhr bekommen, um 19.05 sollte der nächste gehen. So wie ich den Plan verstand sollten wir damit zurück nach Diez und unseren Autos fahren, die anderen bei den Booten bleiben.

Das ging aber nicht. Wegen einer einzigen Gewitterziege. Sie war bisher bei jeder Fahrt dabei und hatte mich jedesmal für irgendetwas kritisiert. Und diesmal unter anderem dafür, dass es ja gar nicht ginge, dass wir nicht beim Aufladen der Boote helfen, wo wir schon bei der Abfahrt nicht dabei waren. Es folgte ein richtiger Zickenkrieg, aber wir blieben. Um viertel nach sieben kam Markus und wir hätten dann auf den Zug um 20:05 Uhr warten müssen. Aber Markus ist dann doch ein ganz anderes Kaliber, für ihn war es selbstverständlich, dass er uns vier, die den Wagen in Diez stehen hatten, auch dorthin fuhr. Obwohl es einen viel kürzeren Weg zurück nach Wiesbaden gegeben hätte.

Gesagt, getan. Nur, in Diez ist die Innenstadt wegen Bauarbeiten ziemlich gesperrt. Und irgendwann stand Markus mit Bus und Anhänger an einer Stelle, wo es nicht mehr vor oder zurück ging. Kurzentschlossen fuhr er in die kurze Einbahnstraße, natürlich entgegen der Richtung. Und dann einen bestimmt 5 km langen Umweg bis zum 500 m entfernten Bahnhof. All das mit einer Ruhe, von der sich die Zimtzicke ein Stück von abschneiden könnte.

Aleksander hatte Hunger, wollte auf dem Rückweg etwas essen. Die Hühnerkirche kurz vor zu Hause bot sich an, wir nahmen Platz im netten Innenhof, das Mädel kam und sagte, die Küche ist zu. Mist. Erst kurz nach 20 Uhr. Weiter nach Taunusstein zum Chinesen. Die Küche ist zu. Zum nächsten Chinesen, Aleks wollte unbedingt Ente. Aber den konnten wir erst gar nicht erreichen, Abfahrt verpasst, Drängler hinter mir. Zurück nach Wehen. Da soll es doch einen Vietnamesen geben. Inzwischen war es nach 21 Uhr und auf dem Land wird ja früh der Bürgersteig hochgeklappt. Doch der Viet Thai entpuppte sich als Takeaway und hatte noch auf. Und Ente. Und Saigon Bier. Aleks war glücklich. Und der Abend gerettet.

Kayakabenteuer

Markus, der Kanuführer, hatte wieder zum Paddeln geladen und diesmal sollte es um die Rettbergsau gehen. Das ist eine schmale Insel mitten im Rhein und gut 3 Kilometer lang, die ganze Tour somit 10 km. In Florida paddele ich zwar schon länger, aber kürzere Strecken durch flaches, ruhiges Wasser. Ich will euch nicht alles genau berichten, aber es war doch recht lang und da ich nicht an Handschuhe gedacht hatte bildeten sich auch ein paar Blasen. So richtig toll war es nicht, denn es die Leute paddelten einfach los und achteten nicht darauf, ob es auch langsamere Leute gibt. Und ich als Neuling so allein auf dem Rhein, das ist nicht ideal.

Nachbar Aleksander war zwar gleichzeitig mit mir in den Club eingetreten, aber er paddelte nur mit Freund Iwan, Jungs halt zusammen. Doch dann ging Iwan in Urlaub und Aleksander erinnerte sich an mich und schlug vor, zusammen paddeln zu gehen. Wir blieben nur im Hafen und ließen uns so richtig Zeit bei herrlichem Wetter. War schön. Doch eigentlich hätten wir gerne irgendwo angelegt und wären mal ausgestiegen, doch das ist im Hafen nicht möglich.

Also sollte es beim nächstenmal doch auf den Rhein gehen. Genau gegenüber der Hafenausfahrt ist der Beginn der Rettbergsau, sie bildet dort eine Öffnung und es ist möglich, ins Innere der Au zu kommen. Dort sind Sandstrände und es ist deshalb ein beliebter Liegeplatz am Wochenende für kleine Boote. Doch zunächst muss man über die Fahrrinne der großen Schiffe kommen. Wir waren in zwei Einern, ich fuhr voraus, Aleksander weit hinter mir. Es war etwas windig und der Rhein hatte hohe Wellen. Aber wir kamen gut an. Fanden eine schöne Stelle, stiegen aus und Aleksander schwamm sogar. Das Wasser im Innern der Au ist zwar ruhig, aber nicht sehr sauber, also nichts für mich.

Dann ging es wieder zurück. Aleksander sagte, bitte bleib in meiner Nähe. Also paddelten wir hintereinander aus der Lagune auf den großen Fluss, Blick rechts, Blick links. Ich sah einen großen Schlepper in der Ferne, aber nahm an, dass er in die Gegenrichtung fährt. Also los in die nun wirklich hohen Wellen.

Bitte erspart mir die Einzelheiten, nur so viel, es war knapp. Der Kahn kam eben doch in unsere Richtung. Nach diesem zu wackligen Knien führenden Abenteuer wollten wir uns eigentlich in Zukunft auf den langweiligen Hafen beschränken, doch dann lud Markus zu einer Fahrt auf die Lahn ein.

Zeigt her eure Füße, zeigt her eure Schuh …

An das Kinderlied erinnere ich mich, aber an mein Schuhputzzeug nicht. Normalerweise trage ich Teva Sandalen und Turnschuhe, die braucht man nicht putzen. Aber gestern trug ich mal Lederschuhe. Und stellte plötzlich fest, dass die total schlammverschmiert waren. Also putzen!

Ja, aber wo ist mein Schuhputzzeug? Ich weiß, dass ich mal, als ich in grauer Vorzeit noch arbeitete und im Büro etwas weniger leger gekleidet sein wollte, eine Menge davon besaß. Und fleißig putzte. So was bewahrt man ja meist in einer Schublade auf. Aber ich kenne alle meine Schubladen, da ist nichts. Wo könnte es sein?

Doch zum Glück hat die Demenz noch nicht hundertprozentig zugeschlagen, plötzlich fiel mir ein, dass ich doch eine wunderbare Schuhputztruhe besitze, handbemalt, so wie sie die professionellen in Marokko benutzen. Also ab in meine marokkanische Ecke und da stand sie. Weinrot sind die Schuhe, aber ich fand zunächst nur Unmengen von neuen Tuben mit blauer Schuhcreme. Ja, besaß ich denn jemals blaue Schuhe? Ich kann mich nicht erinnern. Schwarz war schon ziemlich eingetrocknet, hätte mir aber eh nichts genutzt. Aber da war sie, eine Tube mit Mahagoni. Zwar etwas vertrocknet, aber es klappte.

Es ist schon erschreckend, was man so alles vergisst. Aber irgendwann, wenn ich nicht mehr daran denke, fällt es mir wieder ein. Also noch nicht alles zu spät.

Danke, liebes Konjunkturpaket

Heute Morgen fiel ich wieder in ein ganz tiefes Coronaloch. Auslöser war das seit Wochen diskutierte Konjunkturpaket, das ja vor allem mit seiner Mehrwertsteuersenkung unendliche Impulse zur Ankurbelung der Wirtschaft geben soll.

Welche Wirtschaft? Meine ganz sicher nicht. Mit Beginn der Pandemie Anfang März  sanken meine Buchverkäufe auf Null. Mein Mitarbeiter auf Minijob Basis, der zwar noch andere Einkünfte hat, aber dennoch diesen Posten in seiner Lebensplanung fest eingeplant hat, war ebenso davon betroffen. Null. Nichts mehr. Das traf uns hart. Klar habe ich noch eine Rente, habe ja mein Leben lang hart dafür gearbeitet. Aber dieses Zusatzeinkommen ist auch für mich wertvoll, ermöglicht nur dieses die Möglichkeit zu reisen.

Klar, nun kam Corona und ich kann eh nicht mehr reisen. Aber ich fühle mich eingesperrt, fühle mich wie im Gefängnis. Und heute früh kam es besonders schlimm. Ich versuche, es mit Sport zu kompensieren, war wahrscheinlich noch nie im Leben so fit wie jetzt.

Aber was bringt mir das Konjunkturpaket? Null, nichts, niente, rien, oualou. Mehrwertsteuer auf Bücher künftig 5 % statt 7 %? Klasse. Pro Campingführer 3 Cent. Das gebe ich nicht weiter, kommt in meine Tasche, denn es gibt ja Buchpreisbindung. 3 Cent von jedem Buch, das nun nicht bestellt wird. Und auch nicht bestellt würde, wenn ich die 3 Cent weiter gäbe. Denn im Moment sind Reiseführer so das letzte, was die Menschen brauchen und kaufen. Mein ziemlich großer Verdienstausfall wird also getragen: einzig und allein von mir selbst!

Aber wenn ich diese scheinheiligen Äußerungen unserer Politiker höre wird es mir einfach nur schlecht. Mein Ausfall ist da, ist real, aber von den Hilfen kommt bei mir absolut nichts an. Nein, ich werde mir kein Elektroauto kaufen. Weiß auch nicht, wie ich damit in die Sahara kommen soll. Und auch keinen neuen Fernseher oder Waschmaschine. Die einzige Anschaffung, die ich für sinnvoll hielt, was das eBike. Aber auch hierfür kommt diese Mehrwertsteuerabsenkung viel zu spät, denn Corona begann ja schon vor einer ganzen Weile, nun ist es zu spät. Wer also profitiert von dieser Maßnahme? Amazon, die in der Summe ihrer riesigen Umsätze nun noch weniger zahlen müssen. Oder wer?

Ich bin so sauer.

Wassertaufe

Am Mittwoch sollte ich dann zum erstenmal die Kayak-Wander-Gruppe treffen, angeführt von Markus. Ich war schon früh im Hafen, wollte schon mal zu Wasser gehen. Doch dann kam das Gewitter! Es schüttete und schüttete. Ich wartete eine ganze Weile, rief dann aber Markus an, um zu fragen, ob er bei dem Wetter überhaupt kommt. Wollte zumindest einige Fragen stellen. Er sagte, ja, auf jeden Fall, warte.

Zunächst stand ich dumm rum, schaute jeden, der kam, an und überlegte, ob es wohl Markus sei. Schon doof, wenn man nicht weiß, wie der Erwartete aussieht. Kurz vor sechs fragte ich dann die Umstehenden. Seid ihr Kayaker? Ja. Seid ihr Markus? Nein. Die fälschlich Beschuldigten stellten sich als ziemlich harte Sportler heraus, sahen die Frage nach Markus auch eher als abschätzig an, denn es waren die Trainer der Jugendmannschaft. Oh, sorry, nein, dazu gehöre ich nicht.

Und dann kam er. In Begleitung einer Dame. Zwar war noch ein anderer Mann da, der aber auch neu war und nur Infos über den Verein wollte und dann sagte Markus, so, nun ab an die Boote! Boote? Es regnet. Das Gewitter ist noch nicht richtig abgezogen. Das beeindruckte Markus und seine Begleitung nicht. Also suchte ich mir wieder mein blaues Einer aus, Markus ein Zweisitzer mit Dame. Meine sportlich kurze Bekleidung ergänzte ich mit einem Kapuzenshirt, die anderen waren ausgerüstet mit Surferanzug und Spritzschutz. Spritzschutz? Davon habe ich in Florida noch nie gehört. Markus half mir ins Wasser und ins Boot, was schon viel besser ging und los paddelten wir. Natürlich gleich hinaus auf den Rhein. Als ein dumpfes Gewittergrollen aufzog blieb Markus kurz stehen, lauschte, meinte, bei Gewitter müssen wir zurück, aber als nichts weiter kam, paddelte er los. Ich hinterher. Was mir auch keine Probleme bereitete, paddeln ist ja nicht schwierig. Es war kein Wind, keine großen Böcke auf dem Fluss und es ging mit der Strömung. Also alles super. Wenn man vom leichten Regen absah. Nach kurzer Zeit war mein Sweatshirt durchnässt. Wir kamen nach Walluf und Markus meinte, wir fahren durch den Seitenarm zurück. Das klingt gut, schön ruhig. Ich hatte ja keine Ahnung, was mich erwartete.

Am Ende des Arms hielt Markus im Zweisitzer an dem aus Felsbrocken aufgeschütteten Damm. Ich war erstaunt. Steigen wir hier aus? Mache ich ja nicht so richtig gern mit meinem kaputten Rücken. Aber Markus beruhigte mich, nein, bleib nur sitzen, ich ziehe dich rüber. Das hielt ich für einen richtig guten Witz. Aber so langsam dämmerte mir, dass dieser Seitenarm keinen Ausfluss zum Rhein hat und dann ganz klar die Rückkehr oder das Drüberschieben die einzigen Optionen sind. Also, mein Kayak in USA hätte das nicht ausgehalten. Aber Markus schob und zerrte und schließlich war ich drüben, und auch seine Dame im Zweisitzer kam hinterher. An der Club-Anlegestelle ist ein großes Schild, dass Kayaks nicht zum Deck geschleift werden dürfen, sondern getragen werden müssen. Aber hier schaut ja keiner hin und die Prijon Kayaks sind von wirklich guter Qualität.

Markus erwähnte, dass jeden Monat zwei Ausfahrten mit dem Bus gemacht werden, jeweils so drei Tage und dass es im Juli nach Frankreich geht. Ich schrie sofort, da komme ich mit. Er fragte, ob ich ein Zelt besitze. Neiiin – oder doch, ja. Aber ich bin ja eher ein Hotelmensch. So Zelt, Isomatte und Schlafsack, das ist nicht unbedingt mein Ding mit kaputtem Rücken. Und das alles noch im kleinen Kayak transportiert, also das muss ich mir doch noch einmal überlegen.

Jedenfalls kamen wir nach eineinhalb Stunden gut, aber tropfnass wieder im Hafen an und ich hatte meine Wassertaufe im Club erlebt. Und freue mich schon aus Sonntag.

Dank Corona Kayak in Schierstein

So ganz langsam hole ich mir Florida nach Hause. Es fiel mir ziemlich schwer, plötzlich nichts mehr zu tun zu haben, den Lebensinhalt zu verlieren. Also muss man sich Ersatzbefriedigung suchen. Das war das Fahrrad fahren und die Anschaffung des eBikes. Wunderschön. Doch irgendwann waren zumindest die Wege in meiner Nähe, die ich ohne Fahrradträger am Auto erreichen kann, abgefahren. Mehr muss her. Oder was Neues. In Florida gab es ja Kayak. Aber doch nicht in Deutschland! Da gibt es die Lahn. 60 km entfernt. Staustufen mit Schleusen ohne Ende. Nur fahren in einer Richtung möglich. Dann wird das Kayak abgeholt und der Mensch muss sehen, wie er zurück kommt. Ein paar Kröten kostet das auch. Nein, irgendwie nicht so richtig schön.

In meiner Verzweiflung und auf die Forderung meines Fitness Trackers, jeden Tag genügend Leistung zu zeigen, ging ich in Biebrich spazieren. Also in einem Ortsteil einer Stadt, in der ich mehr als 4 Jahrzehnte gelebt habe, und direkt am Rhein. Und kam an einem Kanuclub vorbei. Ach, das könnte doch was sein. Alles war zu, aber einen Flyer fand ich. Hoffnungsvoll nahm ich ihn mit nach Hause. Las die Bedingungen durch. Freischwimmer erforderlich!

Nein. So nicht. Natürlich habe ich keinen Freischwimmer, das gab es in meiner Jugend noch nicht, zudem hatte Adenau, wo ich die wichtigen Jahre verbrachte, noch nicht mal ein Schwimmbad. Klar kann ich schwimmen, aber nur Brust und geradeaus, kein Tauchen, um irgendwelche Ringe vom Boden zu holen, und so richtig habe ich auch keinen Drang, mich von einem Brett in die Fluten zu stürzen. Also, aus mit dem Traum.

Dann traf ich meinen Sohn. Und erfuhr zu meinem übergroßen Erstaunen, dass er vor ein paar Jahren mal im Wassersportclub Schierstein war, um zu paddeln. So richtig weit hat er es in diesem Sport nicht gebracht, mir nie davon erzählt und natürlich hat auch er keinen Freischwimmer, hält er sich doch gerade mal eben so über der Wasseroberfläche. Also, das wäre doch was. Samstag bin ich gleich hin, traf einen Kanuten und er meinte, sie würden mich einfach ins Hafenbecken werfen, dann würden sie schon sehen, ob ich schwimmen kann.

Am Dienstag dann sollte die Geschäftsstelle geöffnet sein. Ich mit meinem ausgefüllten Mitgliedsantrag hin. Was ist mit Freischwimmer? Die Sekretärin war platt, noch nie hätte sie jemand danach gefragt. Steht aber doch auf der Internetseite. Der Clubpräsident kam hinzu und schnell war man sich einig, das trifft vor allem auf die jungen Mitglieder zu. Solche ehrwürdigen Semester wie ich tragen für ihr Leben selbst die Verantwortung. Als ich dann noch erfuhr, dass der Jahresbeitrag nur 96 Euro kostet, man dafür so viel und so lange sich ein Kayak nehmen kann wie man möchte, war ich innerhalb von Minuten Mitglied. Warum musste ich mehr als 40 Jahre in dieser Region leben, um das zu erfahren.

Und fahren tat ich dann auch am Freitag. Der Wetterbericht versprach glänzendes Wetter und schon vor 11 Uhr war ich am Hafen. Also, Bootshallen und Kayaks gibt es viele. Hatte auch schnell ein schönes gefunden. Nur, wie bringt man das Ding zum Wasser? Und wie kommt man rein? Sprach ich schon von meinem kaputten Rücken?

Zum Glück kam gerade ein anderer Kanute und half mir bei der Auswahl des Bootes und des Paddels und auch beim Tragen bis zum Wasser. Dann war ich aber erstmal allein mit diesem Gefährt und noch lange nicht drin. Freundin Margitta kam, um mir moralischen Beistand zu leisten oder auch, um mich ins Wasser platschen zu sehen, wer weiß. In Florida steigt man am Rande eines seichten Gewässers langsam ins Kayak, hier ist ein Dock, man setzt zunächst das Boot ins Wasser. Hilfe, wie bloß, das Ding ist schwer. Okay, und dann muss man rein. Irgendwie hatte ich Angst. Dann kam aber der nette Helfer, hielt das Boot fest und ich stieg rein. Dann war alles ganz einfach. Hafen rauf, Hafen runter, zunächst werde ich ja nicht auf den Rhein hinaus fahren mit der Strömung und den vielen Motorbooten, aber dann musste ich ja auch irgendwie wieder raus. Das war schon schwieriger. Eine nette Frau saß am Dock und erbot sich, mein Kayak festzuhalten. Aber so richtig ging es immer noch nicht. Doch dann kamen meine zwei Retter vom Anfang, hielten das Boot fest und zeigten mir, wie ich raus komme. Der eine half mir schließlich, das schwere Boot zurück zum Bootshaus zu tragen. Und schon lag ich mitsamt Boot auf der Nase. Das schwankende Dock ist halt nicht so einfach mit einem unhandlichen Boot. Also irgendwie habe ich mich furchtbar blamiert und kann nur hoffen, dass ich erstens diese zwei Männer nicht mehr treffe und zweitens ich es mit der Zeit auch besser lerne. Aber eins ist klar, allein kann ich kein Boot hin und zurück bewegen.

Und dann habe ich es noch nicht mal geschafft, die Tür zum Klo aufzuschließen und der gleiche Retter musste kommen. Ach, wie peinlich.

2 Wochen Giant eBike-Erfahrung

Zunächst einmal: warum heißen die Dinger bei uns Pedelec? Für mich sind es eBikes und ich bleibe dabei. Zum Hintergrund: ich fahre viel im flachen Florida, besaß kein Rad im heimischen Taunus wegen der vielen Hügel. Und jung bin ich auch nicht mehr.

Und nun kam Corona. Deshalb habe ich mich entschlossen, vor allem auch, um den Trainingsstand, den ich in Florida erworben hatte, nicht zu verlieren, mir ein eBike anzuschaffen. So richtig fahre ich es nun seit dem 12. Mai, also knapp zwei Wochen. Fast täglich um die 20 – 30 km.

Schon die Probefahrt hatte gezeigt, dass es einfach ein Traum ist. Ab dem Laden ging es bergauf, was das Rad im Auto-Modus super leicht schaffte. Aber zunächst musste ich mich ja einmal entscheiden, wo ich es kaufe. Trotz der Probefahrt im heimischen Laden kam auch das Internet infrage. Mein erster Versuch war leider ein Fiasko, ich geriet an einen Fakeshop, wie ich hier schon geschrieben habe:

https://marokkoblog.edith-kohlbach.de/quarantaene-abenteuer/

Aber ganz ausgeschlossen war das Internet weiterhin nicht. Zum einen gab es gebrauchte Räder, auch so um die 600 Euro, zum anderen gab es das Fischer Rad, das gute Testergebnisse hatte und in Supermärkten für etwa 1500 Euro angeboten wurde. Dann der Hinweis unseres Hausmeisters, dass ein Hausbewohner das Fischer Rad hat. Kurz danach ein Anruf eines weiteren Nachbarn, guter Freund vom ersten. Auch er sagte überschwänglich, ja, frag den Iwan, der kennt sich aus und vor allem, der kann alles super günstig besorgen.

Fand ich toll, fragte nach der Telefonnummer, der Gute wohnt ja nur einige Stockwerke über mir. Doch statt dass mir die Nummer geschickt wurde kam ein weiterer Anruf. Iwan hätte keine Zeit und keine Lust, mit mir über das Rad zu sprechen und außerdem sei ich ja intelligent genug, alleine ein Rad zu finden.

Giant Explore+ 2 GTS

Ich war ziemlich geschockt. Wie kann man nur so unfreundlich sein unter Nachbarn. Ich wollte nur mal das Rad sehen, nach seinen Erfahrungen fragen. Und habe den leisen Verdacht, dass, wenn ich einige Jährchen jünger wäre, die Antwort anders ausgefallen wäre. Nach einem langen Entscheidungskampf entschied ich mich schließlich für den heimischen Laden RadKultur, nur ein paar Schritte entfernt, in der Hoffnung, dort einen guten Service zu erhalten. Das Giant Explore+ 2 GTS zu 2499 Euro hat die neueste Technik und ist im Internet auch nicht billiger.

Hundertprozentig war der Service nicht, ganz ehrlich. Auf einige Fragen erhielt ich nur ziemlich vage Antworten, und einer der Mitarbeiter war ziemlich unfreundlich. Aber Sebastian, bei dem ich bestellte, war okay. Im Augenblick ist ja ein unglaublicher Run auf Bikes jeder Art, vor allem auch auf eBikes, und so hatte der Laden mein gewünschtes Giant Rad nicht vorrätig. Giant in Holland scheint auch ziemliche Nachschubprobleme zu haben, aber Sebastian versprach; sich bei Händlerkollegen umzusehen und knapp eine Woche nach Bestellung wurde mir das Rad übergeben. Es hat eine Querstange, was heißt, dass ich mein Bein sportlich über das Rad schwingen muss. Beim Florida Mountainbike klappt das gut. Dieses Rad in der Größe M (48,5) ist zwar etwas höher, aber es klappt noch. Ich bin 1,70 m groß. Mein dazu bestelltes Körbchen war noch nicht da.

Die erste Fahrt endete mit einem leichten Sturz, da ich zu einer Stelle kam, wo der Radweg an einer vielbefahrenen Straße endet, am steilen Berg und seitlicher Neigung. Das Rad beim Absteigen also zur Seite geneigt und so schwer, dass ich es nicht halten konnte. Das muss ich noch lernen bzw. diese gefährliche Stelle meiden. Nach Übergabe ist die Batterie nur wenig geladen, sie soll leer gefahren und dann über Nacht voll aufgeladen werden. Es gab aber noch einen Balken, der noch etliche Kilometer reichen sollte.

Also ging es von Wehen über den Halberg Richtung Orlen. Dort wollte ich umdrehen und über den Berg wieder zurück, im ganzen nicht mehr als 10 km. Doch schon in Orlen war Ende Gelände, Batterie leer. Nun lässt sich das Rad ja auch ohne Motor ganz gut fahren, nur über den hohen Halberg kam ich nicht, da war kurzes Schieben angesagt.

Körbchen

Dann kam das Körbchen. Das jedoch ist nicht die richtige Bezeichnung, es ist ein ziemlich großer Korb, an die 10 cm höher als der Sattel. Nur mit ziemlicher Mühe konnte ich athletisch mein Bein darüber schwingen, aber als ich beim Laden anhielt und absteigen wollte fiel ich mal wieder hin. Dafür bekam ich den Sack Blumenerde mit Leichtigkeit in den Korb. Als ich wieder aufzusteigen versuchte hatten die Passanten so viel Mitleid mit mir, dass sie mir ein Treppchen zum Aufsteigen anbieten wollten.

So geht es also nicht. Gleich am nächsten Morgen war ich wieder im Laden. Sebastian war nett und verständnisvoll und tauschte den Riesencontainer gegen eine Tasche aus. Sie ist sogar isoliert, ich könnte also einen kleinen Imbiss dort kühl halten. Aber keine Einkäufe verstauen. Macht nichts, meine Autos wollen ja auch bewegt werden.

Rahmentasche fürs Phone

Doch um nun durch den Wald zu rasen war ich immer noch nicht völlig ausgerüstet. Denn ich brauche ja Navigation. Zwar steckte ich das Phone in die Jackentasche, aber einerseits drohte es ständig, heraus zu fallen, andererseits konnte ich nicht immerwährend darauf schauen und verfuhr mich dauernd. So geht es nicht.

Ich könnte eine Halterung für mein Smartphone kaufen, die am Lenker befestigt wird. Gefiel mir nicht hundertprozentig, zu wuchtig, der Lenker wäre voll. Dann sah ich aber eine kleine Rahmentasche. Das wäre es, das Phone liegt obenauf und ist durch Klarsichtfolie gut zu erkennen. Sebastian hatte keine vorrätig, also bei Amazon bestellt am 13. Mai. Zwei Tage später bekam ich die Mitteilung des Verkäufers, dass die Sendung abgeschickt sei, aber Ende Juni kommt. Was? So lange kann ich nicht warten. Versuchte zu stornieren. Was nicht klappte. Der Händler sagte, die Tasche sei unterwegs, aber käme aus China. Also habe ich anderswo eine zweite bestellt, kann eine ja mitnehmen nach Florida. Viel günstiger als die Chinatasche und sollte gleich kommen. Heute, am 22. Mai, kamen sie beide. Es gibt also noch Überraschungen. Die Chinatasche ist schon montiert, aber noch nicht getestet.

Und nun der Test

Getestet habe ich aber das Fahren. Und habe deswegen für heute einen radfreien Tag eingelegt. Denn mein Rücken tut weh.

Aber von vorne. Mein Rad hat die Schaltungen Sport, Normal, Eco und Auto. Normal habe ich nicht ausprobiert. Schnell hat sich herausgestellt, dass für mich Auto das richtige ist. Eco kann ich nehmen, wenn ich eben oder bergab fahre, doch könnte ich es dann auch ganz ausschalten. Das will ich aber nicht, denn ich möchte ja weiterhin das Display mit KM-Anzeige usw. haben. Bergauf gibt mir Eco zu wenig Unterstützung. Sport hatte ich kurz ausprobiert, es soll noch stärker sein, aber ich habe nicht wirklich einen Unterschied zu Auto festgestellt. In dieser Einstellung habe ich bisher bis zu 70 km pro Ladezustand erreicht. Danach muss der Akku etwa 5 Stunden aufgeladen werden, er schaltet sich danach von selbst ab. Man kann auch das Smartphone an den Akku anschließen, was für längere Touren gut ist, denn die Navigation verbraucht viel Strom. Ein Kabel liegt bei, aber ich habe es noch nicht benutzt. Im Schnitt fahre ich pro Tour etwa 25 km, das reicht mir in meinem hohen Alter. Wie schon gesagt, der Taunus ist hügelig, und wenn man nun denkt, dass es bergab doch wunderschön geht, so kann ich das nicht bestätigen. Die meisten Wege durch den Wald sind Schotter/Kies, ich habe Angst zu rutschen und deshalb muss ich stark bremsen. Wobei die Scheibenbremsen natürlich toll sind. Im Prinzip geht bergauf fahren viel leichter. Am Anfang dachte ich Laie, dass ich mit Motor nicht schalten muss, aber das war ein Irrtum, man muss genau wie ohne Motor am Berg schalten, nur dann gibt es die entsprechende Unterstützung. Und natürlich muss man auch kräftig in die Pedale treten. Bisher komme ich mit einem vollen Akku und der Einstellung Auto so um die 70 km weit.

Was zu wünschen wäre ist natürlich, dass das Display ein richtiges Navi hätte. Das ist es nicht, deshalb muss man das Smartphone zu Hilfe nehmen. Es gibt dazu verschiedene Apps. Am meisten habe ich bisher Google Maps genutzt, aber wenn ich mitten im Wald eine neue Route aufrufen will, sagt es mir oft, dass ich keinen Internet Empfang habe und offline keine neuen Routen berechnet werden können. Zusätzlich habe ich ein Garmin Navi, das kein Internet benötigt, aber fürs Auto ausgelegt ist. Es gibt die Funktion zu Fuß, nicht aber Rad. Und die Wege, auf die ich damit geschickt werde, sind für Rad grenzwertig. Gerade im Augenblick, wo in den hessischen Wäldern heftig abgeholzt wird wegen dem Borkenkäfer, da liegen oft mal Stämme über dem Weg und nicht immer kann man das Rad darüber heben. Auf den breiten Hauptwegen wäre das nicht.

Dann gibt es noch die App Komoot. Eine Regionenkarte erhält man kostenlos, den Rest muss man kaufen, was ich noch nicht getan habe. Aber auch Komoot konnte mir nicht wirklich weiterhelfen. Nicht zur Navigation, sondern um nachher meine Route nachzuvollziehen, nutze ich meinen Fitness Tracker von Fitbit. Er zeichnet die Strecke auf und gibt mir nachher eine Kartenskizze aus. Das macht Komoot auch. Aber abschließend kann ich über die Navigation noch nichts sagen, das muss ich weiter testen, vor allem auch in Verbindung mit der Rahmentasche, wo ich ja während der Fahrt das Handy im Blick habe.

Abschließend kann ich sagen, ich hätte mir ein Rad nehmen sollen ohne Querstange und wenn es eine Idee kleiner wäre, wäre es auch besser. Aber zufrieden bin ich schon.

Nicht zufrieden bin ich dagegen mit meinem Rücken. Ich habe ziemliche Schmerzen und wenn ich genau überlege, dann ist es seit ich das eBike fahre. Mit meinem Mountainbike in Florida hatte ich das nie. Woran liegt es? Liegt es an den vielen Bergfahrten trotz Motor. Liegt es am Rütteln der schlechten Bergpfade. In Florida war fast alles asphaltiert. Ich gönne mir nun mal eine kleine Auszeit und will sehen, ob die Schmerzen besser werden.