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2 Wochen Giant eBike-Erfahrung

Zunächst einmal: warum heißen die Dinger bei uns Pedelec? Für mich sind es eBikes und ich bleibe dabei. Zum Hintergrund: ich fahre viel im flachen Florida, besaß kein Rad im heimischen Taunus wegen der vielen Hügel. Und jung bin ich auch nicht mehr.

Und nun kam Corona. Deshalb habe ich mich entschlossen, vor allem auch, um den Trainingsstand, den ich in Florida erworben hatte, nicht zu verlieren, mir ein eBike anzuschaffen. So richtig fahre ich es nun seit dem 12. Mai, also knapp zwei Wochen. Fast täglich um die 20 – 30 km.

Schon die Probefahrt hatte gezeigt, dass es einfach ein Traum ist. Ab dem Laden ging es bergauf, was das Rad im Auto-Modus super leicht schaffte. Aber zunächst musste ich mich ja einmal entscheiden, wo ich es kaufe. Trotz der Probefahrt im heimischen Laden kam auch das Internet infrage. Mein erster Versuch war leider ein Fiasko, ich geriet an einen Fakeshop, wie ich hier schon geschrieben habe:

https://marokkoblog.edith-kohlbach.de/quarantaene-abenteuer/

Aber ganz ausgeschlossen war das Internet weiterhin nicht. Zum einen gab es gebrauchte Räder, auch so um die 600 Euro, zum anderen gab es das Fischer Rad, das gute Testergebnisse hatte und in Supermärkten für etwa 1500 Euro angeboten wurde. Dann der Hinweis unseres Hausmeisters, dass ein Hausbewohner das Fischer Rad hat. Kurz danach ein Anruf eines weiteren Nachbarn, guter Freund vom ersten. Auch er sagte überschwänglich, ja, frag den Iwan, der kennt sich aus und vor allem, der kann alles super günstig besorgen.

Fand ich toll, fragte nach der Telefonnummer, der Gute wohnt ja nur einige Stockwerke über mir. Doch statt dass mir die Nummer geschickt wurde kam ein weiterer Anruf. Iwan hätte keine Zeit und keine Lust, mit mir über das Rad zu sprechen und außerdem sei ich ja intelligent genug, alleine ein Rad zu finden.

Giant Explore+ 2 GTS

Ich war ziemlich geschockt. Wie kann man nur so unfreundlich sein unter Nachbarn. Ich wollte nur mal das Rad sehen, nach seinen Erfahrungen fragen. Und habe den leisen Verdacht, dass, wenn ich einige Jährchen jünger wäre, die Antwort anders ausgefallen wäre. Nach einem langen Entscheidungskampf entschied ich mich schließlich für den heimischen Laden RadKultur, nur ein paar Schritte entfernt, in der Hoffnung, dort einen guten Service zu erhalten. Das Giant Explore+ 2 GTS zu 2499 Euro hat die neueste Technik und ist im Internet auch nicht billiger.

Hundertprozentig war der Service nicht, ganz ehrlich. Auf einige Fragen erhielt ich nur ziemlich vage Antworten, und einer der Mitarbeiter war ziemlich unfreundlich. Aber Sebastian, bei dem ich bestellte, war okay. Im Augenblick ist ja ein unglaublicher Run auf Bikes jeder Art, vor allem auch auf eBikes, und so hatte der Laden mein gewünschtes Giant Rad nicht vorrätig. Giant in Holland scheint auch ziemliche Nachschubprobleme zu haben, aber Sebastian versprach; sich bei Händlerkollegen umzusehen und knapp eine Woche nach Bestellung wurde mir das Rad übergeben. Es hat eine Querstange, was heißt, dass ich mein Bein sportlich über das Rad schwingen muss. Beim Florida Mountainbike klappt das gut. Dieses Rad in der Größe M (48,5) ist zwar etwas höher, aber es klappt noch. Ich bin 1,70 m groß. Mein dazu bestelltes Körbchen war noch nicht da.

Die erste Fahrt endete mit einem leichten Sturz, da ich zu einer Stelle kam, wo der Radweg an einer vielbefahrenen Straße endet, am steilen Berg und seitlicher Neigung. Das Rad beim Absteigen also zur Seite geneigt und so schwer, dass ich es nicht halten konnte. Das muss ich noch lernen bzw. diese gefährliche Stelle meiden. Nach Übergabe ist die Batterie nur wenig geladen, sie soll leer gefahren und dann über Nacht voll aufgeladen werden. Es gab aber noch einen Balken, der noch etliche Kilometer reichen sollte.

Also ging es von Wehen über den Halberg Richtung Orlen. Dort wollte ich umdrehen und über den Berg wieder zurück, im ganzen nicht mehr als 10 km. Doch schon in Orlen war Ende Gelände, Batterie leer. Nun lässt sich das Rad ja auch ohne Motor ganz gut fahren, nur über den hohen Halberg kam ich nicht, da war kurzes Schieben angesagt.

Körbchen

Dann kam das Körbchen. Das jedoch ist nicht die richtige Bezeichnung, es ist ein ziemlich großer Korb, an die 10 cm höher als der Sattel. Nur mit ziemlicher Mühe konnte ich athletisch mein Bein darüber schwingen, aber als ich beim Laden anhielt und absteigen wollte fiel ich mal wieder hin. Dafür bekam ich den Sack Blumenerde mit Leichtigkeit in den Korb. Als ich wieder aufzusteigen versuchte hatten die Passanten so viel Mitleid mit mir, dass sie mir ein Treppchen zum Aufsteigen anbieten wollten.

So geht es also nicht. Gleich am nächsten Morgen war ich wieder im Laden. Sebastian war nett und verständnisvoll und tauschte den Riesencontainer gegen eine Tasche aus. Sie ist sogar isoliert, ich könnte also einen kleinen Imbiss dort kühl halten. Aber keine Einkäufe verstauen. Macht nichts, meine Autos wollen ja auch bewegt werden.

Rahmentasche fürs Phone

Doch um nun durch den Wald zu rasen war ich immer noch nicht völlig ausgerüstet. Denn ich brauche ja Navigation. Zwar steckte ich das Phone in die Jackentasche, aber einerseits drohte es ständig, heraus zu fallen, andererseits konnte ich nicht immerwährend darauf schauen und verfuhr mich dauernd. So geht es nicht.

Ich könnte eine Halterung für mein Smartphone kaufen, die am Lenker befestigt wird. Gefiel mir nicht hundertprozentig, zu wuchtig, der Lenker wäre voll. Dann sah ich aber eine kleine Rahmentasche. Das wäre es, das Phone liegt obenauf und ist durch Klarsichtfolie gut zu erkennen. Sebastian hatte keine vorrätig, also bei Amazon bestellt am 13. Mai. Zwei Tage später bekam ich die Mitteilung des Verkäufers, dass die Sendung abgeschickt sei, aber Ende Juni kommt. Was? So lange kann ich nicht warten. Versuchte zu stornieren. Was nicht klappte. Der Händler sagte, die Tasche sei unterwegs, aber käme aus China. Also habe ich anderswo eine zweite bestellt, kann eine ja mitnehmen nach Florida. Viel günstiger als die Chinatasche und sollte gleich kommen. Heute, am 22. Mai, kamen sie beide. Es gibt also noch Überraschungen. Die Chinatasche ist schon montiert, aber noch nicht getestet.

Und nun der Test

Getestet habe ich aber das Fahren. Und habe deswegen für heute einen radfreien Tag eingelegt. Denn mein Rücken tut weh.

Aber von vorne. Mein Rad hat die Schaltungen Sport, Normal, Eco und Auto. Normal habe ich nicht ausprobiert. Schnell hat sich herausgestellt, dass für mich Auto das richtige ist. Eco kann ich nehmen, wenn ich eben oder bergab fahre, doch könnte ich es dann auch ganz ausschalten. Das will ich aber nicht, denn ich möchte ja weiterhin das Display mit KM-Anzeige usw. haben. Bergauf gibt mir Eco zu wenig Unterstützung. Sport hatte ich kurz ausprobiert, es soll noch stärker sein, aber ich habe nicht wirklich einen Unterschied zu Auto festgestellt. In dieser Einstellung habe ich bisher bis zu 70 km pro Ladezustand erreicht. Danach muss der Akku etwa 5 Stunden aufgeladen werden, er schaltet sich danach von selbst ab. Man kann auch das Smartphone an den Akku anschließen, was für längere Touren gut ist, denn die Navigation verbraucht viel Strom. Ein Kabel liegt bei, aber ich habe es noch nicht benutzt. Im Schnitt fahre ich pro Tour etwa 25 km, das reicht mir in meinem hohen Alter. Wie schon gesagt, der Taunus ist hügelig, und wenn man nun denkt, dass es bergab doch wunderschön geht, so kann ich das nicht bestätigen. Die meisten Wege durch den Wald sind Schotter/Kies, ich habe Angst zu rutschen und deshalb muss ich stark bremsen. Wobei die Scheibenbremsen natürlich toll sind. Im Prinzip geht bergauf fahren viel leichter. Am Anfang dachte ich Laie, dass ich mit Motor nicht schalten muss, aber das war ein Irrtum, man muss genau wie ohne Motor am Berg schalten, nur dann gibt es die entsprechende Unterstützung. Und natürlich muss man auch kräftig in die Pedale treten. Bisher komme ich mit einem vollen Akku und der Einstellung Auto so um die 70 km weit.

Was zu wünschen wäre ist natürlich, dass das Display ein richtiges Navi hätte. Das ist es nicht, deshalb muss man das Smartphone zu Hilfe nehmen. Es gibt dazu verschiedene Apps. Am meisten habe ich bisher Google Maps genutzt, aber wenn ich mitten im Wald eine neue Route aufrufen will, sagt es mir oft, dass ich keinen Internet Empfang habe und offline keine neuen Routen berechnet werden können. Zusätzlich habe ich ein Garmin Navi, das kein Internet benötigt, aber fürs Auto ausgelegt ist. Es gibt die Funktion zu Fuß, nicht aber Rad. Und die Wege, auf die ich damit geschickt werde, sind für Rad grenzwertig. Gerade im Augenblick, wo in den hessischen Wäldern heftig abgeholzt wird wegen dem Borkenkäfer, da liegen oft mal Stämme über dem Weg und nicht immer kann man das Rad darüber heben. Auf den breiten Hauptwegen wäre das nicht.

Dann gibt es noch die App Komoot. Eine Regionenkarte erhält man kostenlos, den Rest muss man kaufen, was ich noch nicht getan habe. Aber auch Komoot konnte mir nicht wirklich weiterhelfen. Nicht zur Navigation, sondern um nachher meine Route nachzuvollziehen, nutze ich meinen Fitness Tracker von Fitbit. Er zeichnet die Strecke auf und gibt mir nachher eine Kartenskizze aus. Das macht Komoot auch. Aber abschließend kann ich über die Navigation noch nichts sagen, das muss ich weiter testen, vor allem auch in Verbindung mit der Rahmentasche, wo ich ja während der Fahrt das Handy im Blick habe.

Abschließend kann ich sagen, ich hätte mir ein Rad nehmen sollen ohne Querstange und wenn es eine Idee kleiner wäre, wäre es auch besser. Aber zufrieden bin ich schon.

Nicht zufrieden bin ich dagegen mit meinem Rücken. Ich habe ziemliche Schmerzen und wenn ich genau überlege, dann ist es seit ich das eBike fahre. Mit meinem Mountainbike in Florida hatte ich das nie. Woran liegt es? Liegt es an den vielen Bergfahrten trotz Motor. Liegt es am Rütteln der schlechten Bergpfade. In Florida war fast alles asphaltiert. Ich gönne mir nun mal eine kleine Auszeit und will sehen, ob die Schmerzen besser werden.

Eine nette Begegnung

Der Rückflug von Florida war ein Abenteuer und die häusliche Quarantäne irgendwie auch. Aber seitdem bin ich verstummt, kann nichts mehr schreiben, denn ich brauche Abenteuer um zu leben und zu schreiben. Ich fühle mich unglücklich in Taunusstein, bin hier nie heimisch geworden. Und das ist in Coronazeiten besonders schlimm. Hier gibt es keine aufregende Natur mit Wasservögeln und Alligatoren, keine herrlichen, asphaltierten Bike Trails. Also musste ich irgendeine Beschäftigung finden. Und endlich kam ich dann auch zu meinem eBike. Ich entschied mich für die neueste Technik, die natürlich auch ihren Preis hat, und kaufte im heimischen Laden. Um die Region zu unterstützen und mir auch einen persönlichen Service zu sichern.

Nun bin ich schon etliche Male durch den Wald geradelt, aber irgendwie ist es nicht das Richtige. Obwohl ich die Natur hier direkt vor der Haustür habe ist es einfach nicht so erfüllend wie in Florida. Auch gefallen mir die Waldwege nicht besonders. Sicher sind sie ideal für Mountainbiker, aber ich finde die Schotterwege nicht so gut, vor allem, wenn es abwärts geht. Am Sonntag war der Wald total voll, Fußgänger und Radfahrer zuhauf, und viele rasten ziemlich schnell den Berg hinunter. Das habe ich mich nicht getraut, habe Angst zu rutschen und zu stürzen. Bergauf geht es viel besser, da kann ich sogar die harten Radler mit ihren muskulösen Waden locker überholen.

Ich fuhr also knapp zwei Stunden, ging heim, aß etwas, aber war immer noch nicht genug ausgepowert und mein Fitness Tracker mahnte noch 2000 Schritte bis zum Tagesziel an. Also brach ich auf zu einem einsamen Abendspaziergang, denn Nachbarin Marlies wollte nicht mit. Auf der Wiese war ein Paar, ich grüßte und ging weiter. Dann musste ich aber unbedingt ein Veilchen fotografieren und mal schauen, ob mein Google Assistent es auch erkennt. Da kam das Paar wieder bei mir vorbei und ich kam mit der jungen Frau ins Gespräch. Ziemlich schnell haben wir entdeckt, wie viele Gemeinsamkeiten wir haben, zum Beispiel das Leben in USA, und schließlich endete die Begegnung bei einem Glas Wein in ihrem Garten. Mit dem Ehemann gab es auch sofort eine Gemeinsamkeit, fahren wir doch das gleiche Auto. Es war so nett und gemütlich, wenn ich öfter solche Bekanntschaften schließen würde, gefiele es mir in Taunusstein wesentlich besser.

Quarantäne Depressiv

Leicht ist es nicht, zu Hause eingesperrt zu sein. Am Anfang war ich noch voller Energie, habe mein Treppentraining gemacht und vor dem Fernseher getanzt. Doch irgendwann reicht das nicht mehr. Und als auch kein Mensch anrief, da ging es mir wirklich schlecht. Kam nicht von der Couch auf, stopfte alles Mögliche in mich hinein. Das ging zwei Tage so und ich fühlte mich miserabel. Das Virus ist vielleicht eine Gefahr, aber es gibt auch viele andere Gefahren und man muss immer abwägen, was das schlimmere ist. Für mich ist es auf jeden Fall das Eingesperrtsein. Was ja auch noch viel mehr bedeutet. In meinem Leben ist ein ganz wichtiger Punkt das Schreiben. Ich schreibe gerne meine Reiseführer über Marokko, ich habe wunderschöne Reisen dorthin für Kunden organisiert, musste täglich einige Stunden arbeiten, um Anfragen zu beantworten und Buchführung zu machen. Und plötzlich war das alles weg. Einfach weg. Keine Bestellungen mehr, keine Anfragen, kein Lebensinhalt.

Solange ich in Florida war, war das ein wenig ausgeglichen. Es hat mir unglaublich viel Freude und Energie gebracht, den Bikeführer Florida zu schreiben, in meinen Gruppen unterwegs zu sein, Menschen zu treffen. Doch mit Corona war auch das eingeschränkt. Zwar hat sich weiterhin mein Buch verkauft, ja gerade in der Krise sind die Menschen verstärkt aufs Bike gestiegen, aber mein persönlicher Kontakt war weggebrochen. Dennoch konnte ich täglich meinen Blog schreiben, konnte meine einsamen Aktivitäten in Facebook posten, bekam zumindest so einige Kontakte.

Doch dann ging es zurück nach Deutschland und in mein persönliches Gefängnis. Hier ist nichts. Einfach nichts. Das ist schwer. Und als ich eine Freundin anrief, eigentlich die einzige wirklich alte Freundin, die ich habe, und sie sagte zu mir, heute habe ich mich so sehr gelangweilt, dass ich Bekannte XY anrief, um zu plaudern, da war es um mich geschehen. Da war ich einfach am Ende. Wir kennen uns 40 Jahre und ich war es nicht wert, dass man mich anruft, wenn einem langweilig ist. Das war ein Schock. Wie schon gesagt, zwei Tage lang war ich völlig am Boden, fühlte mich sehr mies, doch dann habe ich mich hochgezogen. So kann es nicht weiter gehen. So leicht kann ich nicht die super Fitness, die ich in Florida erworben habe, wegwerfen. Und deshalb bin ich heute trotz Nieselregen durch den Wald getrabt, zwei Stunden lang einsam, der Wald beginnt ja gleich vor meinem Haus und ich treffe niemanden. Und nun geht es mir besser. Nein, ich lasse mir das nicht nehmen, lasse mich nicht unterkriegen. Es wird vorbei gehen, und so schnell wie möglich.

Quarantäne – Abenteuer

Man darf wirklich nicht denken, dass in der häuslichen Isolation nichts los ist. Wer mich kennt, weiß, dass ich in Florida viel und gerne Fahrrad fahre. Nicht jedoch im heimischen Taunus, denn während Florida herrlich flach ist hat der Taunus sehr viele Hügel und die sind mir zu anstrengend. Und nun in diesen traurigen Zeiten, wo man so vieles nicht darf, dachte ich Fahrrad fahren wäre das richtige. So denke übrigens nicht nur ich, sondern ein Großteil der Bevölkerung sowohl in USA als auch in Deutschland, die Bikeshops boomen so richtig in der Krise. Jeder hat Zeit, braucht Bewegung, will raus. Da stehe ich also nicht allein.

Aber das viele Fahrradfahren in Florida hat mir Spaß gemacht, und es war auch ohne Krise klar, dass ich hier gerne weitermachen würde, wenn ich auch wohl kaum so nette Gruppen finde. Und die Lösung dazu bietet das eBike!

Schon in USA habe ich also nachgeforscht. Solche Bikes sind teuer, ich arm. Amazon erscheint mir als die richtige Quelle. Ich suchte und fand also einige Räder, die günstig waren, so um die 500 Euro. Tauschte mich mit meinen Freunden aus, ja super, die Räder sind gut. Kontaktierte meinen Sohn, ja, er nimmt gerne das Bike in Empfang und baut es für mich zusammen. Bin ein Morgenmensch, also steckte ich drei Bikes zu 500 in meinen virtuellen Warenkorb und wollte mir am nächsten Morgen eines aussuchen.

Weg waren sie am Morgen, alle drei. Einfach gelöscht. Keine Spur mehr zu finden. Eine erneute Suche in Amazon fand zwar Bikes der gleichen Marke, vermutlich auch des gleichen Verkäufers, aber zu einem Preis von 1599 Euro. Mhm. Merkwürdig. Natürlich habe ich mich über mich selbst geärgert, dass ich nicht schneller war.

Die nächsten Tage schaute ich immer mal wieder ins Netz, der Preis blieb. Bis gestern Morgen. Da kostete es plötzlich nur noch 1199 Euro. Ich steckte es also mal wieder in meinen Einkaufskorb, kontaktierte aber zunächst meinen lokalen Bikeshop in Taunusstein. Eigentlich würde man dem ja lieber das Geschäft gönnen. Er bot mir ein Giant Bike an, ein wirklicher Traum, aber 2799 Euro. Das ist doch ein bisschen viel für mich. Ich überlegte hin und her und schaute mal wieder in Amazon. Traute dort meinen Augen nicht. Plötzlich war das Bike wieder auf 545 Euro gesackt. Nichts wie ab in meinen Einkaufskorb. Rief meine Freunde an, soll ich oder soll ich nicht. Wir entschieden, ja, es ist das richtige Bike, es gibt zwar bessere (wie das Giant), aber der Preis ist unschlagbar. Also ab auf den Kaufen-Button. Und auch Freund Jan kaufte entsprechend ein.

Mit dem schönen Gefühl nach meiner Quarantäne ein Rad vor der Tür stehen zu haben ging ich ins Bett. Aufgewacht bin ich jedoch von vielen Mitteilungen. Zunächst einmal viele von Jan: Das ist eine Betrugsfirma, das Rad wird nicht kommen. Dann eine Email von Amazon. Die Bestellung wurde storniert und ich würde in einigen Tagen mein Geld zurück bekommen. Vorsicht also vor einer Firma namens Isi-Sports.

Erklären kann ich das Ganze nicht. Ich weiß nur eins, ich habe kein eBike. Aber bekomme wohl mein Geld zurück.

Link dazu: https://www.computerbild.de/artikel/cb-News-Internet-Amazon-Marketplace-Betrug-Fake-Shops-16700639.html

Die kleinen Freuden des Quarantäne Alltags

Ich trinke gerne einen guten Kaffee mit geschäumter Milch und habe deshalb einen Kaffeevollautomaten. Keinen aus der gehobenen Klasse, sondern aus dem mittleren Segment so um die 400 Euro. Er ist jetzt schon ein paar Jährchen alt und macht einen ganz ordentlichen Kaffee, aber beim Milchaufschäumen gibt es schon Verbesserungsbedarf. Aber bin ja kein Krösus und nicht bereit für so etwas an die 1000 Euronen hinzulegen, genauso bin ich auch nicht bereit, jemals eine Kapselmachine zu nutzen. Eine solche Verschwendung von Umweltressourcen wegen der kleinen Kapseln und ein unverschämter Kaffeepreis. Ich möchte immer in meinem Leben frei sein und auch im Kauf von Kaffee.

Nun macht aber die Dampfdüse Probleme und schäumt die Milch nicht mehr auf, der Kaffee kommt dagegen noch einwandfrei. Was tun? Einen neuen Automaten kaufen? Habe einen ganz ordentlichen in Amazon gesehen für 300 Euro. Ja, kommt infrage. Natürlich könnte ich auch, wenn ich nicht gerade in Quarantäne wäre, die Maschine zu einem Service bringen. Kostet aber bestimmt auch eine Menge. Und deshalb kam ich auf die Idee, mal nach Alternativen zu suchen. Und war erstaunt, dass es inzwischen elektrische Milchaufschäumer für 40 Euro gibt, die den Schaum auch erhitzen. Gestern also in Amazon bestellt, und da wir ja in Deutschland sind ist das gute Stück schon da. Ich verkaufe ja selbst in Amazon und bekomme sofort eine Beschwerde, wenn ich nicht schnell genug liefere, anders ist das in USA, dem Herkunftsland von Amazon, wo eine Lieferung ganz offiziell 10 – 14 Tage dauert, was mich immer sehr ärgert. Deshalb wollen sie ja auch das kostenpflichtige Amazon Prime promoten, was ich aber ablehne. Und hier in Deutschland ist es ja auch nicht nötig.

Das Päckchen war also da, ich habe es sofort ausgepackt und meinen ersten Kaffee gekocht. Und bin begeistert. Ein wunderbarer Schaum, grandios. Nun muss ich noch ein wenig daran arbeiten, den Schaum so schön wie ein Barista zu verzieren.

Wer also in der Nähe ist, ein schöner Latte wird gerne geboten. Selbstverständlich NACH meiner Quarantäne.

Quarantäne

Nun bin ich also in häuslicher Quarantäne, darf das Haus noch nicht mal zum Arztbesuch verlassen. Am Flughafen drückte man mir einen Flyer mit Informationen in die Hand und ich sollte unverzüglich das Gesundheitsamt anrufen. Na gut, am Abend werden die nicht mehr arbeiten, aber am Morgen habe ich sie erreicht. Man hat meine Daten aufgeschrieben und gefragt, ob ich Kontakt mit Infizierten hatte. Nein, habe noch niemals einen zu Gesicht bekommen. Also soll ich nun 14 Tage in häuslicher Quarantäne verbleiben und darf noch nicht mal zum Arzt. Nach 5 Monaten Abwesenheit hat man ja so seine Problemchen, neue Rezepte und so, aber mehr, als dass ich den Arzt zu einem Hausbesuch verleite, wollte man mir nicht zugestehen. Und 3 – 4 Tage vor Ablauf würde man mich anrufen, um zu erfragen, ob ich Symptome habe.

Nun, ich habe einen sehr netten Arzt, und sein Hausbesuch würde mich außerordentlich freuen, aber ich werde es mir dennoch verkneifen. Aber irgendwie will ich mir auch die in Florida erworbene gute Kondition erhalten, also gibt es das Treppentraining. Am ersten Tag 32 Minuten treppauf, treppab hat mein Fitness Tracker besser honoriert als alle Biketouren in Florida. So muss es weiter gehen. Doch weiß ich, dass ich zunächst mal mit Muskelkater zu kämpfen habe. In Florida gibt es so gut wie keine Treppen und ich habe eh immer Muskelkater, wenn ich heimkomme. Denn meine fantastische Wohnung ist alles andere als behindertengerecht. Zunächst mal eine Treppe bis zur Haustür, dann eine weitere Treppe bis zum Aufzug, dann wieder eine Treppe zu meiner Wohnung, denn in unserem Haus sind die Wohnungen versetzt angeordnet und nur jede zweite ist vom Aufzug direkt zu erreichen.

Danach ist putzen angesagt, vor allem die Fenster sind kaum noch durchsehbar. Und auch das ist ein super Training für mein Fitnessband, ich erhalte eine Gutschrift von 60 aktiven Minuten. Warum nur macht das nicht so viel Spaß wie ein Lauf am Strand.

Womit man in der Quarantäne natürlich am meisten zu kämpfen hat ist die Einsamkeit. Keine Menschen zum Reden, das ist hart. Deshalb der Appell an alle, die mich kennen, ruft mich an. Auch ihr sitzt ja weitgehend zu Hause und langweilt euch vielleicht. Dann können wir vielleicht zusammen vom glücklichen Reisen träumen.

https://mobilunterwegs.eu/

Freunde

Die Lufthansa Maschine stand pünktlich vor der Tür und auch das Einchecken geht in Coronazeiten blitzschnell. Der kleine Airbus war zu 40 % voll und der Käptn sagte durch, dass jeder sich einen Platz suchen kann, wo er anderen nicht zu nah kommt. Das haben auch viele ausgenutzt. Ich empfand die Atmosphäre sehr bedrückend. Natürlich waren auch in USA viele Einschränkungen, im Supermarkt war der Zutritt beschränkt, einige Gänge waren als Einbahn markiert und überall gibt es Tücher zum Desinfizieren. Dennoch empfinde ich die Lage dort angenehm und nicht panisch. Doch das hat sich sofort geändert als ich in diese Maschine stieg, zum ersten Mal wieder Landsleute um mich herum hatte. Eine Maske zu tragen ist ja gut und nützlich, aber es gab etliche Personen in Vollverkleidung, das heißt sie trugen einen Schutzanzug mit Kapuze, Schutzbrille und Handschuhe. Fast alle Passagiere waren in jüngerem Alter, würde mal sagen Durchschnitt so um die 35, den ich kräftig in die Höhe gedrückt habe. Also nicht unbedingt Risikogruppe. Also das finde ich doch sehr übertrieben.

Mein Plan war, vom Flughafen die S-Bahn nach Wiesbaden zu nehmen und dann ein Taxi nach Taunusstein. Meine Familie wollte/konnte mich nicht abholen, da in Deutschland ja die schöne Regel gilt, dass Großeltern nicht besucht werden sollen. Was natürlich in USA nicht gilt. Dort war das Leben viel freier. Ja, ich weiß, die Krankheitszahlen sind übel, die USA sind nicht unbedingt ein Vorbild, aber das liegt an dem großartigen Präsidenten, der Corona ja eigentlich nicht wahrhaben will. Ein Vorbild können sie nicht sein, aber trotzdem habe ich mich dort sehr viel wohler gefühlt. Als ich aus dem Gate kam standen dennoch einige Abholer da und ich war schon etwas traurig, dass auf mich niemand gewartet hat, gerade in diesen traurigen Zeiten braucht man jemand. Und dann sah ich ein bekanntes Gesicht. Ein Freund, mit dem ich von London gechattet hatte, den ich aber im richtigen Leben seit Jahren nicht gesehen hatte. Stand da und wollte mich abholen.

Gut dass ich eine Maske trug. So konnte niemand sehen wie ich den Mund vor Staunen aufriss und erstmal überhaupt kein Wort heraus brachte. Er meinte so lapidar, ach, er hätte sich gelangweilt und gedacht, warum soll ich nicht zum Flughafen fahren. Klar, in Coronazeiten hat man ja am Abend Langeweile, aber ich weiß, dass da mehr dahinter steckte. Einfach eine absolut liebe und nette Geste, weil ich so einen langen umständlichen Flug hatte. Reiner ich liebe dich und ganz herzlichen Dank.

Das heißt natürlich nicht, dass wir uns demnächst nicht wieder virtuell zerfetzen!

Und so eine Krise zeigt dir auch sehr gut, wer dein Freund ist und wer nicht.

London Heathrow

Ich hatte ja einen schönen Sitz ganz vorne gebucht und war dort auch alleine mit viel Beinfreiheit. Doch war es eigentlich egal, was man gebucht hatte. Die etwa 25 Personen konnten sich im Flieger verteilen wo sie wollten und ich habe mich später sogar in der Mitte über 4 Sitze gelegt, um etwas zu schlafen. Was aber nicht geklappt hat. In den nationalen Flügen gab es keinerlei Bewirtung, aber es war ja klar, dass man uns auf dem neunstündigen Flug nicht verhungern lassen konnte. Es gab also eine Mahlzeit gleich am Abend, so wie immer. Getränke dazu, auch Alkohol, aber später kam niemand mehr. Doch konnte man sich Wasserflaschen holen. Die meisten Leute im Flieger trugen Masken, auch die Flugbegleiter, aber wir hatten ja auch genug Abstand zueinander. Am Morgen dann das übliche Frühstück. Da ich keinen Hunger hatte nahm ich das mit für später. Und das war gut so. Nach dem Aussteigen ging es sofort in den Transitbereich, noch einmal Sicherheitskontrolle, und dann gähnende Leere. So leer hat man diesen Hauptstadtflughafen noch nie gesehen vor Corona. Ich musste mir am Lufthansa Schalter zunächst eine Bordkarte holen, da American Airlines das nicht ausstellen konnte. Sie mussten mich ja auf Lufthansa umbuchen, da AA keine Flüge mehr nach Deutschland hat. Aber alles ohne Aufpreis, das ist zumindest etwas. Wenn ich da an die armen Freunde denke, die in Marokko gestrandet waren, die mussten für die Rückholflüge richtig Geld bezahlen und erst recht, wenn sie mit ihrem Wohnmobil auf den Sonderfähren heimfahren wollten.

Und dann galt es, 10 Stunden zu warten, ich war ja schon kurz nach sechs da und mein Flug sollte um 16:30 Uhr abgehen. Mein Telefonprovider sendete mir eine Willkommensmitteilung mit der Nachricht, dass ich Telefon und Internet zum Inlandspreis nutzen kann. Wenigstens etwas. Aber im Flughafen war wirklich alles zu. Einzig ein kleiner Laden, der Drogerieartikel, Bücher, kalte Getränke und Sandwichs verkauft, war offen, es durfte immer nur einer hinein. Kein Kaffee zu bekommen, was es ja in Fort Worth noch gab. Zwar gibt es in diesen leeren Zeiten genug Sitze, aber die sind so miserabel hart und unbequem. Und nur ganz wenige USB-Anschlüsse um das Handy aufzuladen, was auf einer 33-stündigen Reise ja nötig ist. Die Lounges der Airline natürlich auch geschlossen. Also immerhin spare ich viel Geld. Nur eine einzige gute Sache kann ich hier entdecken, und zwar die Wasserspender. Sie stehen überall und man kann dort seine Trinkflasche auffüllen, was ich ausgiebig tue. Kostenloses Trinkwasser ist etwas, das ich in Deutschland sehr vermisse.

Aber die Sitze. Das geht gar nicht. Vor allem wenn es mal eine Ladestation gibt, sitzen natürlich dort auch die wenigen Leute, mit zu wenig Abstand. Als ich sehe, dass um 9.30 Uhr tatsächlich eine zweite Lufthansa Maschine abgeht, gehe ich an den Schalter. Aber ich kann nichts erreichen, noch nicht mal kostenpflichtig umbuchen. Denn ich habe ja nicht direkt gebucht, sondern AA hat mich umgeleitet. Ich beschwere mich über die unbequemen Sitze und da sagt das Mädel, aber es gibt doch bessere. Ja, wo denn? Ich habe das Terminal schon xmal durchquert und nichts gefunden. Sie meint, sie hat sowieso nichts zu tun und führt mich hin. Ich traue meinen Augen nicht. Ganz abseits vom Laufstrom ist eine hübsche Ecke mit Sesseln und jeder mit USB. Ja, da kann ich es aushalten. Es gibt 10 Sitzgelegenheiten und außer mir sind noch 3 junge Leute da, sie gehören zusammen. Sonst hat kein Mensch diese schöne Ecke gefunden. Ich chatte ausführlich mit Freunden und Familie, lese, schlafe ein wenig. Schreibe diesen Blog. Trotzdem geht die Zeit sehr langsam um. Und vor allem esse ich nun mein Frühstück. Zum Glück habe ich recht wenig Hunger, es ist auch nur ein Joghurt mit Granola, den Müsliriegel hebe ich mir für später auf.

Ach, ich muss jede Minute dieser Reise auskosten, denn so was kommt so schnell nicht mehr.

 

Paar Stunden später

Die Wartezeit ging ganz gut rum, ich konnte sogar einen Kaffee kaufen und Verpflegung hatte ich dabei. Von Charlotte gab es keinerlei internationalen Füge und auch viele nationale waren gecancelt. Es werden halt viele Flüge zusammen gelegt. Dann konnten wir in die Maschine steigen, ich hatte ja einen Sitz in der ersten Reihe der Economy und ich konnte nur staunen wieviele Menschen an mir vorbei gingen. Gefühlt waren es so viele, dass sie ganz sicher hinten wieder raus mussten. Als die Tür zuging sah ich, dass wirklich jeder Platz besetzt war. Die Flugbegleiter haben ja jetzt einen ganz bequemen Job, denn es werden keine Getränke ausgeschenkt, sie haben während des Fluges nichts zu tun und sammeln nur nachher Abfall ein, denn die Leute dürfen sich was mitbringen.

Wie schon zuvor hob auch dieser Flug überpünktlich ab, einen Vorteil haben die ausgefallenen Flüge schon und wir kamen auch wieder viel zu früh an. Dallas Fort Worth. Mein Gott, ist dieser Airport groß. Wir rollten endlos über das Flugfeld, Frankfurt könnte sich hier locker verstecken, und als wir endlich ankamen und ich den Shuttle zu einem der anderen Terminals nahm konnte ich so richtig die Ausmaße erkennen, es ist eine endlose Fahrt.

Zum Glück hatte ich hier genügend Zeit zum Umsteigen. Während die nationale Abteilung ziemlich voll ist, ich schätze nur 40 % tragen Masken, ist das internationale Terminal fast leer. Auch die Geschäfte und Restaurants haben überwiegend zu, nur einige wenige sind geöffnet, wo ich bei Starbucks stolze 5,30 USD für einen mittleren Kaffee lasse.

Nun warte ich, Boarding muss gleich losgehen. Mit mir warten etwa 25 Personen.

19. April: Es geht heim

Mein offiziell gebuchter Rückflugtermin war der 19. April. Aber die Coronakrise hat vieles verändert und auch meinen Flug gecancelt. Doch gerade das erlaubte mir auch die Freiheit der Entscheidung. Ich konnte sofort zurückfliegen, was die vernünftigen, ängstlichen Leute wohl getan hätten. Ich konnte auch für den 19.4. einen Flug bekommen, wenn auch umständlich. Aber es wäre auch möglich gewesen, das alles bis in den Mai zu verschieben in der Hoffnung, dass dann alles wieder besser wird.

Leicht war die Entscheidung nicht. Oft ging es in meinen Gedanken hin und her. Aber schließlich habe ich mich entschieden, es bei dem 19. April zu belassen. Und der ist nun heute.

Den 33 stündigen Flug sehe ich als vielleicht letztes Abenteuer in diesem Jahr an. Reisen sind mein Leben, nur auf Reisen bin ich glücklich. Was sicher auch damit zu tun hat dass ich alleine lebe und nur auf Reisen nette Menschen treffe. Und nun ist erstmal alles verboten. Keine Reisen innerhalb Deutschlands und erst recht keine internationalen. Und wenn man sich die Liste der Länder mit Reisebeschränkungen, d.h. Einreiseverboten anschaut, so sind so ziemlich alle dabei. Ich glaube im zweiten Weltkrieg war es nicht so schlimm. Und deshalb freue ich mich nun auf jede einzelne Etappe.

Ich brauchte keinen Wecker, denn um 3:20 Uhr weckte mich eine Message der Airline und teilte mir mit, dass es ab Gate 3 geht. Prima. Dann findet der Flug also statt. Jimmy, ein Nachbar, fuhr mich, bestand aber darauf, dass ich eine Maske anlege, auch er hatte sich in der Bankräuber-Fashion etwas ums Gesicht gebunden. Der Flughafen Daytona Beach war gespenstisch leer, als ich um kurz nach 4 Uhr dort eintraf. Natürlich gab es keine Schlangen, auch wenn man wirklich mein Gepäck gut durchsucht hat nach meinen Cookies und ich überall abgetastet wurde. Nein, leider nicht von einem schicken jungen Mann. Dann kam der Aufruf zum Boarding, echt witzig, sie zählte ab, Passagier 1, 2 …8, Sie können nun alle boarden. Ich hatte mir auf den drei American Airline Etappen immer die erste Reihe reserviert, gab ja keine Konkurrenz. Für die letzte Etappe mit Lufthansa habe ich weder eine Bordkarte noch konnte ich den Sitz kostenlos wählen. Jaja, die Lufthansa. Hoffentlich gibt es dort wenigstens Sekt. Und an Bord hieß es dann auch, Sie können sich hinsetzen wo sie wollen, um social distance zu halten. Zu trinken gab es nichts, die Damen kamen während des Fluges auch nicht durch die Reihen. Aber waren ja nur 90 Minuten.

Nun sitze ich also in im leeren Flughafen von Charlotte und schaue wie es weiter geht. Werde berichten.