Archiv der Kategorie: Marokko

Reisebericht

Marokko aktuell

Heute hatte ich ein längeres Telefongespräch mit Abdou, alter Freund und Reiseveranstalter in Marokko. Er ist glücklich, nach 3 Monaten des Lockdowns nun endlich wieder einmal in einem Cafe zu sitzen und zu frühstücken. Ich möchte vorausschicken, dass alles, was ich hier berichte, auf Hörensagen beruht, ich habe keine gesicherten Fakten oder Quellen dafür.

Auch in Marokko gab es staatliche Hilfen für die Menschen. So hat ein Großteil seiner fest angestellten Mitarbeiter ein Überbrückungsgeld vom Staat bekommen und Abdou hat noch etwas drauf gelegt. Die Familien im Süden, die wegen ausbleibender Touristen ja keine Einkünfte mehr hatten, haben monatlich 1200 Dirham bekommen, damit sie Nahrungsmittel kaufen können. Abdou sagte, zum Glück verfügt Marokko ja über genügend Nahrungsmittel, so dass niemand hungern muss. Und dieses Hilfsprogramm führt er auf den König zurück, nicht auf die Regierung.

Er selbst hat die Zeit genutzt, um sein Lieblingsprojekt White Camel weiter auszubauen. In den allerersten Wochen war es nicht möglich, dort zu arbeiten, aber danach konnte er doch bauen, immerhin liegt es außerhalb von Marrakech in freier Natur. Er hat ein zusätzliches Haus errichtet für einen Spa mit Hammam und ich kann es kaum abwarten, das zu sehen (und zu nutzen). Ich füge euch ein Video vom weißen Kamel an, das ich letzten November gedreht habe. Ihr könnt davon ausgehen, dass es jetzt noch viel schöner ist.

Inzwischen sind also Geschäfte, Restaurants und sogar die Hammams wieder geöffnet. Das White Camel will ab 11. Juli wieder Gäste empfangen. Es gibt schon Flüge, die hauptsächlich dazu dienen, die vielen Marokkaner, die wegen Corona in Europa gestrandet sind, heim zu holen. Diese Leute sollen nach Ankunft für eine Woche auf Staatskosten in Hotels untergebracht werden. Die Infiziertenzahlen steigen in den letzten Tagen, einfach weil zur Zeit massiv getestet wird. Angestellte im Tourismussektor, auch Abdous Chauffeure werden getestet. Trotzdem oder gerade deshalb hofft Abdou, dass ab 11. Juli das Land wieder für Touristen geöffnet wird. Ich habe mal geschaut und einfach so nach einem Flug Frankfurt – Marrakech für den 22. Juli gesucht. Ryan Air hat nichts, aber auf der Seite von Royal Air Maroc wird mir ein Flug von AirFrance angeboten mit Umsteigen in Paris. 300 Euro sind durchaus korrekt dafür.

Mein Plan ist es, so bald als möglich für 2, 3 Wochen nach Marokko zu fliegen und zu erkunden, wie die Situation ist. Natürlich werde ich dann berichten. Natürlich habe ich auch die Seite des Auswärtigen Amtes aufgerufen, um zu sehen, was die über Marokko schreiben. Zwar weiß ich, dass die Reisewarnung für alle außereuropäischen Staaten noch bis Ende August gilt, egal, ob sie nun kaum Infizierte haben oder nicht, aber entsetzt war ich schon, zu sehen, dass das AA noch nicht einmal die augenblickliche Lage kennt. Für sie ist das Land immer noch unter einer Ausgangssperre. Natürlich habe ich gleich geschrieben, aber ob das Erfolg hat? Die Reisewarnung bedeutet natürlich auch, dass alle aus Marokko zurück kommenden Reisenden 14 Tage in Quarantäne müssen. Was natürlich nicht mit der Urlaubsreise eines Arbeitsnehmers zu vereinbaren ist. Ich würde mir wünschen, dass diese Warnungen nach der realen Situation ausgesprochen werden und nicht nach politischen Rücksichten. Ist aber so viel einfacher für die guten Leute, einfach alle unter einen Kamm zu scheren, warum soll man sich die Mühe machen und Einzelfälle anschauen.

Ich rechne schon damit, dass so einiges, was man kennt und liebt, geschlossen sein wird, die Krise nicht überstanden hat. Eines der ersten Opfer ist unsere liebe Susanne in Tetuan, die ihr schönes Restaurant mit Stellplatz leider schließen musste. Ich drücke einfach allen unseren Freunden die Daumen, dass sie irgendwie durch diese Krise kommen werden und es bald wieder aufwärts geht.

Gestrandet in Marokko – nette Antwort auf eine Mahnung

Ich versende meine Bücher mit Rechnung, bei mir braucht niemand vorher zu zahlen. Und ich habe damit ganz gute Erfahrungen. Manchmal denkt jemand, er hätte schon mit Kreditkartte bezahlt, im Shop kann ich dann mit einfachem Klick eine Mahnung schicken und das Geld kommt. Hin und wieder, wirklich sehr selten, gibt es Fälle, wo auch dann keine Reaktion kommt. Dann muss ich nachforschen, eventuell anrufen. Und auch dann kommt sehr oft eine gute Reaktion, denn die Leute hatten ja mit meinen Büchern eine nette Erfahrung in Marokko und senden mir noch mein Geld.

Nun hatte ich wieder mal einen solchen Fall. Die Kundin hatte nicht auf meine Mahnungen geantwortet. Da sie Anfang Januar bestellt hat, hatte ich ja schon so einen Verdacht. Wer bestellt will bald nach Marokko reisen. Und kam in diesem Frühjahr mitten in die Corona Krise und den kompletten Lockdown in Marokko. Also schrieb ich noch einmal eine persönliche Email und fragte, ob sie denn eventuell in Marokko gestrandet sei. Die Antwort finde ich Wert, hier abzudrucken und ich bedanke mich herzlich:

Ohne es wohl selbst zu wissen, haben sie uns bei unserer Rückkehr aus Marokko sehr geholfen. Dafür wollte ich mich schon die ganzen Wochen bei ihnen bedanken.
Tatsächlich mussten wir dies wunderbare Land Hals über Kopf verlassen, was sich mit unserem Riesengefährt und unserer sechsköpfigen Familie als nicht so einfach erwies.
Ein Wüstencamp bei Mahmid, geleitet von Mustafa, dem wir viel verdanken, beherbergte uns, bis wir endlich grünes Licht für einen Flug erhielten.
Mein Bruder, dem ich immer wieder von ihren Reisebüchern vorschwärmte, versuchte damals einen Kontakt zu ihnen herzustellen und traf dabei auf einen Kontakt, der uns in den letzten Tagen in Marokko sehr unterstützte und sich nun um unser dortiges zu Hause auf vier Rädern kümmert.

Die Zeit bevor die Welt sich begann schneller zu drehen, durften wir mit unseren Kindern in diesem Land verbringen, welches uns immer noch in seinem Bann hat und wir warten nur darauf unsere Reise, unsere Aufgabe weiter zu führen. An Bord hatten wir unzählige Schulmaterialien, welche meine Kinder in einer sehr innigen Aktion in ihren Klassen gesammelt hatten und welche wir zu einer Schule im Hohen Atlas bringen wollten.
Unsere Kinder hatten eine richtige Aufgabe, es war ihre Mission ihre gesammelten Werke dorthin zu bringen, doch unsere Geschichte sollte erstmal anders weitergehen.
Was uns die Zukunft bringt ist ungewiss, außer dass ich ihnen umgehend das Geld für Ihr Buch überweisen werde, was ich in all dem Trubel nicht mehr auf dem Schirm hatte. Ich bitte dies zu entschuldigen.
Ihre Bücher waren eine der besten Investitionen überhaupt in dieser Zeit und entpuppten sich oft als Segen. Schon eine Vorahnung von dem zu haben, was einen hinter dem nächsten Berg erwartet, war für uns Großfamilie viel wert.
Die Werkstatt in Zagora, die Schönheit der Oasen, ab und an einen Pool für die Kinder und die unübertreffliche Freundlichkeit der Menschen von denen sie sprachen, all das sollte sich stets bewahrheiten. Der Spruch meiner Kinder vor jedem neuen Platz „Na Mama, was meint denn Edith dazu?“, klingt noch in meinen Ohren. Wir haben es sehr genossen.

Ihre Bücher liegen leider noch dort, da wir keine Gepäckstücke hatten, konnten wir leider, außer die vier kleinen Kinderrucksäcke der Jungs , nichts mitnehmen.
Doch können wir es kaum erwarten, wieder darin zu blättern.

Wir sind ihnen sehr verbunden und verbleiben mit herzlichsten Grüßen aus der Pfalz, Eva, Jörg, Nil, Mattis, Pontus und Justus 

Chinesisches Narrativ

Ich hatte in meiner Schulzeit Latein, wenn es auch mein schlechtestes Fach war und ich nie irgendwelche Erfolge darin erzielt habe. Trotzdem hilft mir diese Grundausbildung zum Verstehen vieler Fremdwörter in unserer Sprache. Aber nun kommt in jeder Pressemeldung bezüglich Corona, in jedem politischen Fernsehbericht das Wort Narrativ im Zusammenhang mit der Entstehung des Virus. Das habe ich noch nie zuvor gehört, ich möchte mal behaupten, es gehört nicht zu unserem Sprachgebrauch. Dennoch wird es so oft verwendet, dass ich Google benutzen musste, denn ich wusste absolut nicht, was es bedeutet. Wikipedia sagt dazu:

Als Narrativ wird seit den 1990er Jahren eine sinnstiftende Erzählung bezeichnet, die Einfluss hat auf die Art, wie die Umwelt wahrgenommen wird. Es transportiert Werte und Emotionen, ist in der Regel auf einen Nationalstaat oder ein bestimmtes Kulturareal bezogen und unterliegt dem zeitlichen Wandel. In diesem Sinne sind Narrative keine beliebigen Geschichten, sondern etablierte Erzählungen, die mit einer Legitimität versehen sind.

Aha. Nun weiß ich es. Es ist die Erzählung, wie die Chinesen das Virus begründen. Aber muss man wirklich dazu dieses unverständliche Wort nutzen? Könnte man nicht zum Beispiel einfach sagen, die chinesische Version der Dinge? Oder noch deutscher, die Darstellung. Nein, man muss es kompliziert machen.

Coronazeiten

Schon vor Ausbruch der Krise war ich in USA und beobachte wie alle anderen Menschen auch die Lage. In meinem Fall interessieren mich aber Deutschland, USA und Marokko. Es ist schlimm, sehr schlimm und bringt einschneidende Veränderungen für jeden Menschen. Was ich aber absolut hasse ist die Aufpasser-Mentalität in Deutschland. Dort wird genau beobachtet, was der andere macht, und dann in den sozialen Medien angeschwärzt. Einfach furchtbar. Das gibt es in USA in diesem Maße nicht. Ein verstärktes Miteinander kann ich im Umgang mit Deutschland nicht finden. In USA auch nicht, aber hier wird wenigstens nicht so viel angeschwärzt. Hier lebt jeder sein Leben weiter, so gut es eben geht mit den Einschränkungen. Ich merke einfach, dass die Menschen in Deutschland in einen Panikmodus geschaltet haben, der sie die Sache nicht mehr realistisch sehen lässt.

Eine Situation wie diese hatten wir noch nie. Jeden Tag gab es neue Entwicklungen und jeden Tag mussten und müssen neue persönliche Entscheidungen getroffen werden. Und Personen sind nun einmal unterschiedlich und leben auch unter unterschiedlichen Bedingungen. Was die Marokkofahrer anbetrifft, so konnte man natürlich nicht zu Beginn absehen, was sich später entwickeln würde. Aber auch da werden Menschen fertig gemacht, nur weil sie andere Entscheidungen getroffen haben. Zu Anfang war die Idee gar nicht so dumm, die Lage einfach in der Sahara auszusitzen. Dort unten im dünn besiedelten Gebiet ist die Ansteckungsgefahr sehr gering, auf jeden Fall weniger als auf einer Rückfahrt durch Spanien, Frankreich, Italien mit vielen Infizierten. Ängstliche fuhren sofort nach Hause, das ist ihnen unbenommen, aber andere dachten mit gutem Grund, dass sie in Marokko gut aufgehoben sind. Nun sind die Grenzen dicht und etliche sitzen fest. Ich kann Marokko durchaus verstehen, sie meinen, sie können die Gefahr so eindämmen. Doch ich verstehe auch die Reisenden, die bis dahin dachten, sie wären sicher. Es gibt einfach keine vergleichbaren Ereignisse, aus denen man Lehren ziehen konnte.

Auch meine Situation ist noch ungeklärt, aber ich beobachte die Lage genau und hoffe, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Noch fühle ich mich in Florida sicherer als in Deutschland und vor allem auch auf einem Rückflug. Aber die Lage kann sich täglich ändern, denn der Höhepunkt der Krise ist hier noch nicht erreicht, es fängt erst an. So wie ich es sehe, kommt Corona in Wellen. Zunächst war Asien dran, dann schwappte es nach Europa über, das in meinen Augen gerade den Höhepunkt erlebt, und nun kommt es nach USA. Ein Land mit einem Präsidenten, der ganz sicher keine klugen Entscheidungen trifft, aber Gouverneuren in den einzelnen Staaten, die eine bessere Arbeit machen.

Ich beobachte und hoffe …

Entschuldigung an die Leser meiner Marokkobücher und die Mitglieder der Gruppe

Die Coronakrise hat sich ja erst langsam, dann aber rasend schnell in Marokko ausgebreitet. Ich meine damit nicht die Infizierten, sondern die Auswirkungen. Und noch im Anfang schrieb ich mal als Antwort auf einen Post von Eva-Maria Grimbergen:

Aber bei allen Sorgen, seid euch auch bewusst, dass es euch immer noch recht gut geht. Ihr seid in Rente und müsst an keinen Arbeitsplatz zurück. Habt keine kleinen Kinder zu betreuen und seid in einem Land mit relativ wenig Krankheitsfällen.

Das stieß auf ziemliche Kritik von Familien, die auch mit meinen Büchern in Marokko sind, nicht in Rente und nach Hause müssen.

Ganz ehrlich, diese Kritik geht mir nach, so sehr, dass ich mich jetzt bei allen Betroffenen entschuldigen möchte. Es stimmt ja, ich kenne meine Leser ganz gut, etwa 80 % davon sind in Rente und haben ihr eigenes Reich dabei. Aber es waren gerade Osterferien. Ich habe zu dem Zeitpunkt, es war wohl der 13. März, das ganze Ausmaß dieser Tragödie nicht erkannt. Weil ich auch gerade nicht im Land bin. Immer war ich in den letzten Jahren im März in Marokko, aber gerade diesmal nicht wegen einer Familienfeier. Und ich habe auch nicht bedacht, dass auch viele andere meine Gruppe Marokko-Mauretanien mobilunterwegs abonniert haben, um Informationen zu bekommen.

Also noch einmal: bitte entschuldigt. Das war falsch von mir.

Aber im Übrigen finde ich es wunderbar, was ihr ganz ohne meine Hilfe aus der Gruppe gemacht habt. Wie ihr die ganz aktuellen eigenen Erlebnisse gepostet habt, die für andere so sehr wichtige und hilfreiche Informationen waren. Ganz herzlichen Dank dafür. In den letzten Tagen sind reihenweise Beitrittsanfragen gekommen, weil jeder informiert werden wollte. Ich möchte nur hoffen, dass wir eines Tages wieder unbeschwert in dieses schöne Land reisen können und dass ihr dann zurück in die Gruppe kommt und nur positive Berichte lesen könnt.

Und so rosig es zu Anfang für die Wohnmobilfahrer ausgesehen hat, auch das hat sich ja geändert. Ich bin heilfroh, dass ich nicht auch im Land war. Obwohl ich zunächst recht komfortabel in USA gestrandet bin, aber auch noch nicht weiß, wie es weiter geht. Auch hier werden die Beschränkungen jeden Tag mehr. Und mein Rückflug wurde gestrichen.

Happy Birthday

Ich bin völlig kaputt. Fühle mich fast so alt, wie ich wirklich bin. Eine Woche bin ich nun in Florida, aber die war angefüllt mit Arbeit. Urlaubsgefühle kommen da noch nicht auf. In dieser ersten Woche habe ich acht große Tonnen mit Unkraut gefüllt, plus einen großen Haufen mit abgeschnittenen Ästen, habe umgegraben, neu gepflanzt, bewässert. Geputzt, eingekauft, organisiert. Habe sogar 11 Bikebücher verkauft und hoffe dass noch mehr dazu kommen, damit ich mir ein neues Bike kaufen kann. Gestern dann musste ich zum ersten Mal eine Maschine Wäsche waschen. Die Maschine legte los, drehte sich im Kreis. Doch da kam der Moment, wo sie Wasser abpumpen sollte. Und nichts ging mehr. Eine neue muss her. Und das wo ich doch mein Geld für ein Bike ausgeben will. Ich machte mich auf den Weg, eigentlich gibt es nur zwei Läden, wo man einigermaßen günstig kaufen kann. Der erste ist John‘s Appliance. Nein, eine preiswerte Maschine ist nicht da. Ich will einen Frontloader, also so was wie in Deutschland, im Gegensatz zu den Toploadern, die hier heimisch sind, und die die Kleidung nicht nur nicht sauber machen, sondern auch noch zerreißen. Sie haben eine wunderschöne kompakte Maschine von Bosch für 1300 $. Deutsche Marken sind hier sehr beliebt wegen ihrer Qualität, aber auch sehr teuer. Mercedes halt. Ich kaufe sowieso lieber Scratch and Dent. Das sind Geräte, die leichte Kratzer haben und deshalb billiger sind. Reihen voller Kühlschränke, zwei Reihen mit Trocknern, aber keine einzige Waschmaschine. Der Transport mit Anschließen würde 70 $ kosten, aber es gibt ja nichts für mich.

Also nur quer über die Straße zur Sears Outlet. Dort habe ich im letzten Jahr meinen Kühlschrank gekauft, was ja auch eine längere Leidensgeschichte verursachte. Und hier gibt es durchaus eine ganze Reihe von Frontloadern. Allein wegen dem Preis entscheide ich mich für eine Maschine von EG. Kompakt ist sie nicht gerade, in USA ist einfach alles riesig. Aber kaufen kann ich die nicht. Sowohl das Telefon als auch die Verbindung zur Kreditkarte sind down und im Moment gibt es nur Barzahlung. Ich frage nach Transport. Hier kostet es 90 $. Schon ärgerlich. Dann heißt es, ja, die Wasserschläuche gehen extra und wir schließen nur an neue an, nicht an die vorhandenen alten. Nochmal 25 $. Und eine 3-Year Protection ist auch zu empfehlen, denn die Garantie hier geht nur über 30 Tage. Noch mal 185 $. Um meine neue Waschmaschine anzuschließen müsste ich zunächst den Trockner rauschaffen, dann Maschine rein, installieren und Trockner wieder rein. Nein, das geht so nicht, ist nicht im Preis enthalten, muss mich selbst um den Trockner kümmern. Ich sage, nein danke und verschwinde.

2 guys and a truck

Poste in Facebook nach einem Helfer, ganz speziell nach dem, der mir im letzten Jahr mit meinem Kühlschrank geholfen hat und dessen Namen ich vergessen habe. Frage nach 2 guys and a truck. Es dauert nicht mal eine Stunde, bis sich – nach etlichen anderen – mein Helfer von damals meldet. Wir werden sofort handelseinig. Aber erst morgen, die Maschine ist ja noch nicht gekauft.

Der nächste Tag ist mein Geburtstag. Mir war aber sowieso schon klar, dass es keine Feier geben wird. Sondern – na was – Arbeit! Am Morgen zunächst in den Garten. Täglich arbeite ich dort etwa zwei Stunden, um meinen Rücken nicht zu sehr zu beanspruchen, der sonst sich ziemlich heftig meldet. Dann ist es zehn und ich rufe Sears an, ob die Kreditkartenmaschine wieder geht. Ja, tut sie. Also nichts wie ab. Nur eine Stunde dauert es, der Kauf ist perfekt. Ohne Transport, ohne Protection, denn Will, mein Helfer, hatte mir gesagt, sie ist nicht nötig, ich hätte mir eine sehr gute Maschine ausgesucht. Auch den Wasserschlauch für 25 $ brauche ich nicht, er hat einen sehr guten neuen, den er mir für 10 $ verkauft. Transport 60 $. Wir treffen uns dann bei Uhaul, eine Firma, die LKW vermietet, da Will meine 60 $ zur Anzahlung braucht, wollen dann zu Sears. Ritch, sein Mitarbeiter, fährt mit mir, Will mit seiner Freundin als Fahrerin ( er darf aufgrund eines Herzfehlers nicht fahren), will mir folgen. Doch dann sagt er, er hat zu Hause den Stechkarren vergessen, wir treffen uns bei Sears. Dort angekommen sagt Rich, er will schnell etwas kaufen gehen und verschwindet. Zunächst warte ich geduldig. Und warte. Keiner kommt. Also ich kenne Will ja schon und habe Vertrauen, aber trotzdem ist es ein komisches Gefühl. Wollten die nur meine 60 $ und sich damit verdrücken? Es dauert eine Ewigkeit, bis zunächst Rich, aber dann auch der Truck kommen.

Ich werde langsam nervös. Schließlich habe ich Geburtstag und freue mich auf einen Anruf meiner Familie und außerdem habe ich noch was anderes vor, zu dem wir später kommen. Um vier sind wir endlich bei mir, ich melde mich sofort bei meiner Familie, aber ein richtiges Gespräch ist unter diesen Umständen nicht möglich. Gleichzeitig werden die alten Maschinen rausgestellt, schreit man nach einem Besen und nach einer Rohrzange, Platz da, aus dem Weg. Aber noch keine Stunde vergeht und die Arbeit ist getan. Ich bin aber viel zu kaputt, um die Maschine noch am Abend auszuprobieren und außerdem habe ich ja noch was anderes vor.

Bike and Trail

Denn es geht ja immer noch um ein Fahrrad. Mein altes Bike ist ein Mountainbike und ich mag es eigentlich sehr, fahre gerne darauf. Aber seine Gangschaltung geht nicht mehr und es ist sehr verrostet. Mein Sohn, der auf High-End Räder steht und sicher damit Recht hat, rät zu einem qualitativ guten Rad und ich habe mich schon erkundigt. Im Fachgeschäft würde ich das billigste für mich geeignete Rad für 400 $ bekommen. Großer Pluspunkt ist die Lifelong Warranty, das bedeutet ich kann das Rad jährlich zum Service bringen. Negativ ist, alle diese Räder gefallen mir überhaupt nicht. Ich bin schließlich eine Frau, und wir kaufen nicht die Technik, sondern was fürs Auge. Ich fahre ja nur geteerte Bike Trails und brauche kein Mountainbike. Aber sehen diese nicht sehr viel schöner aus? Da soll ich 400 $ ausgeben für so ein hässliches Bike. Und eines, das mir gefallen würde, kostet leicht mal über 1.000 $. Nicht nur, dass ich dieses Geld nicht habe, es würde sich auch im feuchtheißen Sommer nicht gut halten. Also bin ich hin und her gerissen.

Und in der langen Wartezeit, die ich heute auf Will warten musste, fand ich mehrere Anzeigen von Rädern, die mir ganz gut gefielen. Allen voran natürlich ein Mountainbike. Grün. Und gerade als meine Helfer gegangen waren, bekam ich die Nachricht, dass der Mann nun zu Hause sei. Es sollte 100 $ kosten, aber mit Bikerack. Könnte ich gut gebrauchen.

Nix wie hin. Das Bike ist schön. Zunächst passt der Sattel überhaupt nicht, aber das Rad ist in gutem Zustand, nichts verrostet, und so war es auch leicht zu justieren. Und ich wurde schnell mit dem Mann handelseinig. Nur das Bikerack war nicht für mich geeignet und so bezahlte ich für das Rad schließlich 70 $. Nun muss ich aber noch Beleuchtung kaufen, denn am Weihnachtsabend bin ich zu einer Radtour eingeladen und Beleuchtung ist Vorschrift. Und sicher auch nicht ganz dumm.

Also, zwei schöne Geburtstagspräsente, wenn ich sie mir auch selbst kaufen musste. Am Morgen habe ich dann die Maschine gefüllt, sie läuft einwandfrei.

Freunde in Facebook und in Marokko

Das Reisehandbuch ist die Grundlage für Reisen durch Marokko und enthält aktuelle Orts- und vor allem Routenbeschreibungen. Es ist gerade neu erschienen und kann nur direkt in meinem Onlineshop bestellt werden:

Shop.edith-kohlbach.de

Das Titelfoto habe ich ausgewählt wegen seiner Farbenfrohe und auch weil es Marokko von einer sehr typischen Seite zeigt. Dazu entstand in Facebook folgende Kommunikation:

Fussel Philipp naja, kenne sie nicht aber verkörpern für mich genau was ich an Marokko nicht mag. Rausgeputzt zum Ramsch verkaufen, sorry… direkt wie immer.

Esther Siefert Fussel Philipp – na ja – das gibt’s bei uns ja auch überall wo man auf Tourismus angewiesen ist. Bloss wird bei uns der „(China)-Ramsch“ von herausgeputzten TrachtentträgerInnen an den Touristen gebracht. So gesehen ist da doch kein wirklich grosser Unterschied ?

Fussel Philipp wie man es nimmt, ich seh in Deutschland kaum Lederhosen die alle „mein Freund“ sind. Und ich hoffe du glaubst nicht wirklich dass die Klamotten in Marokko heimisch sind… wenigstens die Teppiche hoffe ich.

Dazu möchte ich hier im Blog Stellung nehmen, einerseits weil ich viel zu viel dazu zu sagen habe, andererseits weil ich es wichtig finde und nicht möchte, dass es in Facebook untergeht wie so vieles.

Zunächst einmal: Marokko ist so vielfältig wie die Geschmäcker der Touristen vielseitig sind. Ich kenne Fussel Philipp und seine Berichte und weiß daher, dass er vor allem einsam in der Landschaft reist und lebt mit wenig Kontakt zu Einheimischen und so sparsam wie möglich. Aber nicht jeder denkt so und sucht die Einsamkeit.

Meine erste selbstständige Reise nach Marokko war 1986. Ich kam zusammen mit einer Freundin, beide blond, und ihr könnt euch sicher vorstellen, wie viele solcher „herausgeputzten“ Typen uns angesprochen haben. Was ihr aber nicht wisst, ist, wie viele dieser „Faut Guide“ der ersten Jahre, die ich über diese Anmache kennengelernt habe, immer noch meine Freunde sind. Von einigen bin ich sogar heute mit den Kindern befreundet. Marokko ist anders. Es ist nicht Deutschland, wo jeder erst mal für sich bleibt. Die Marokkaner sind offene Menschen und lieben den Kontakt zu Fremden. Aber auch Marokkaner müssen leben, müssen ihren Lebensunterhalt verdienen, wenn sie nicht als Wirtschaftsflüchtlinge nach Deutschland kommen wollen, sondern etwas in ihrem eigenen Land erreichen wollen. Die Kontaktaufnahme zum Geschäft geht in Marokko eben so. Man spricht die Touristen an, lernt sie bei einem Tee kennen und versucht dann, ihnen irgendetwas zu verkaufen. Das ist ihr Beruf. Niemand ist gezwungen etwas zu kaufen, aber auch unter den Campern, die ich persönlich kenne, habe ich schon viele gesprochen, die auf diesem Wege nette Freunde gefunden haben. Was gibt es wichtigeres in einem fremden Land, als der Kontakt zu den Einheimischen? Nur sie können ihre Lebensweise zeigen und erklären, können Hinweise geben zu interessanten Sehenswürdigkeiten, die vielleicht eben nicht in meinem Reisehandbuch zu lesen sind, laden zu einem Mahl in ihrem Heim ein. Das ist zumindest für mich genau das, was Marokko von Ländern wie Spanien oder Frankreich unterscheidet, das ist der Grund warum ich seit Jahrzehnten immer wieder komme. Wer sich abseits aller Touristenplätze hält, einsam durch die Wüste reist und sogar Campingplatzgebühren spart, trägt absolut nichts dazu bei, den Menschen dieses Landes eine Lebensgrundlage zu bieten. Niemand verlässt gerne seine Familie und Freunde und macht sich auf in eine ungewisse, unsichere Zukunft, aber es muss auch eine Verdienstmöglichkeit gegeben sein. Dies können einige dadurch, dass sie ein Hotel haben oder einen Campingplatz, was oft mit sehr geringen Mitteln begonnen wird, andere verkaufen Teppiche. Die Jungs auf dem Bild haben eine Geschichte, die auch wieder sehr typisch ist. Sie leben in Jorf, einer relativ unbedeutenden Kleinstadt. Es gibt kaum Arbeitsmöglichkeiten. Aber zu ihrem Stammesgebiet gehören die Foggaras, die einstigen Wasserkanäle, die längst still gelegt wurden. Nachdem immer wieder Touristen dort anhielten und auf den Erdhügeln herum kletterten, kamen sie vor einigen Jahren zusammen mit anderen Ortsbewohnern auf die Idee, diese Foggaras wieder in Ordnung zu bringen und sie damit zur Besichtigung anzubieten. Am Anfang war alles ganz klein, man konnte hinunter steigen und sich das ansehen, danach wurde in einem Zelt ein Tee gereicht. Dann baute man auch ein WC, bot Wohnmobilen eine Stellmöglichkeit, wandelte das Zelt in einen Souvenirshop um und bot sogar Essen an, im Zelt oder auch ganz romantisch unten in den von Kerzen beleuchteten Stollen.

Und wenn man die Leute kennenlernt, sie als „Freunde“ gewinnt, vielleicht wie ich nach Hause eingeladen wird, dann erkennt man auch sehr schnell, wieviele Personen von diesen Einnahmen leben müssen. Ich habe ganz großen Respekt vor diesen heraus geputzten Männern. Und die Kleidung ist unbedingt landestypisch, auch Gandoras und Chechs unterliegen in Marokko der Mode.

GNV, MS Atlas, irgendwo auf dem Mittelmeer

Wenn ich etwas hasse dann ist es die lange Überfahrt zwischen Marokko und Europa. So oft ich kann nutze ich die Fähre ab Tarifa, auch wenn das zur Folge hat, dass ich den ganzen langen Weg durch Spanien fahren muss. Aber es geht im Endeffekt wesentlich schneller, es gibt so gut wie keine Wartezeit. Ich komme im Hafen an, kaufe das Ticket für die nächste abgehende Fähre und schon geht es los. Einchecken und Auschecken sind superschnell, es sind ja auch verhältnismäßig wenige Fahrzeuge.

Rein vom Preis her ist aber die lange Überfahrt günstiger. Diesmal habe ich für die Rückfahrt für mich und meinen Land Rover 288 Euro bezahlt. Dafür kann ich nicht Treibstoff für die zusätzlichen 1700 km, Autobahngebühren und Hotelübernachtungen zahlen. Ich muss für den Geburtstag meiner Enkelin zu Hause sein und habe dies als die sicherste Variante angesehen, rechtzeitig anzukommen, ich konnte ja vorher nicht wissen, ob es eventuell schlechtes Wetter geben wird.

Und nun bin ich also auf der MS Atlas. Es ist wie eine Strafe für mich. Absolut keine deutsch sprechenden Leute sind auf dem Schiff. Nicht, dass ich daran gebunden wäre, ich kann ja auch andere Sprachen, aber mit deutschen Campern hätte sich sofort eine Verbindung ergeben. Hier absolut nichts. Ich bin völlig allein und das ja immerhin etwa 40 Stunden lang. Schrecklich. Ich muss immer etwas tun, aber hier bin ich nicht Herrin der Lage. Bin kurz vor der Depression.

Wie anders war das doch früher, als die marokkanische Comanav noch fuhr. 1987 bin ich zum erstenmal auf dem Schiff Marrakech gefahren. Das war noch ein Erlebnis. Nicht nur war das Schiff sehr schön eingerichtet, es gab eine große Bar, wo man sich traf und wo oft auch musikalische Unterhaltung geboten wurde, bis hin zum Tanz. Wenn ich nach ein, zwei Jahren mal wieder auf dieses Schiff kam, kamen mir Tränen vor Freude. Und es gab immer jemand zum Reden. Die Fahrt war mit Vollpension, und es gab ein vorzügliches Essen an einem schön gedeckten Tisch mit netter Bedienung, nicht so eine grässliche Cafeteria mit Massenabfertigung wie auf der italienischen Atlas. Zunächst musste man sich seinen Platz geben lassen und saß dann während der ganzen Überfahrt mit den gleichen Menschen am Tisch. Dadurch ergaben sich immer nette Bekanntschaften. Einmal lernte ich sogar den amerikanischen Konsul in Casablanca kennen und wohnte später ein paar Tage in seinem Haus. Und auch an der Bar traf man immer wieder Leute zum Gespräch. Da machte die Überfahrt Spaß, da verging die Zeit schnell.

Nun also MS Atlas. Die Nacht vorher schlief ich in Tetuan. Unzählige Stunden sollte ich nur mit Warten verbringen, da wäre ich fast durch Spanien durch gewesen in der Zeit. Die Fähre sollte um 22 Uhr am Abend abgehen, man muss 4 Stunden vor Abfahrt da sein. Am Nachmittag besuchte ich noch Susanne Koch, die mit ihrem Mann ein Restaurant bei Tetuan betreibt und für Wohnmobile eine Stellfläche anbietet. Das war ein netter Besuch. Dann ging es zum Hafen Tanger – Med und ich war etwa um 17 Uhr dort, also sogar 5 Stunden früher. Wenn man nun denkt, dass man zunächst im Hafen herumsteht, darauf wartet, dass das Einchecken beginnt und schon mal die ersten Leute kennenlernt, so wie es früher war, dann hat man sich getäuscht. Es gab nun ein endloses Schlange fahren und stehen. Zunächst an den Ticketschalter. Dort wurde ich wieder fortgeschickt, weil es einen Parkwächter gibt, der zunächst einen Stempel auf das Ticket drücken muss. Immer mal wieder was Neues. Dann erneut zum Schalter, die Schlange hier war nicht lang.

Nun muss man in den Hafen einfahren und steht schon in der Schlange, ohne dass man so richtig weiß, wofür, man sieht ja nichts vor lauter Autos. Irgendwann kamen wir dann zur Polizeikontrolle. Am Schalter wurde der Pass gestempelt. Weiter in endloser Schlange. Dann holte ein Beamter den kleinen Schein für das Fahrzeug, den ich bei der Einreise bekommen hatte, und brachte ihn gestempelt zurück. Irgendwann dann kam die Zollkontrolle, Hunde gehen durchs Auto, ich habe ein gutes Gewissen. Dann verengen sich die fünf Schlangen auf nur zwei, das dauert. Endlos geht gar nichts weiter, dann höchstens mal eine Wagenlänge. Es wird langsam dunkel. Nach langer Zeit geht es um die Ecke und wir stehen vor dem Scanner. Da passen so etwa füpnf Fahrzeuge rein, das hält auf. Doch dann ist auch das geschafft. Dann geht es zum Schiff. Der Hafen ist riesig, zwischen den einzelnen Stationen liegen Kilometer. Habe Zweifel, ob ich auch in der richtigen Schlange lande und nicht vielleicht versehentlich in Algeciras lande. Aber wie ein Wunder bin ich doch bei den richtigen Leuten nach Sète. Natürlich auch hier noch Warten. Zwar ist das Schiff hell beleuchtet und offen, aber wir müssen noch warten. Inzwischen ist es 20 Uhr, die letzten drei Stunden habe ich nur mit Stop and Go verbracht. Es wird schließlich 21 Uhr, als endlich Bewegung in unsere Schlange kommt, noch einmal muss ich aussteigen, das Auto wird von Polizei durchsucht, ob sich Menschen versteckt halten, und direkt an der Einfahrt noch ein weiteres Mal vom Schiffspersonal. Man hat wohl böse Erfahrungen gemacht, der Hafen ist ja auch sehr groß und unübersichtlich, es kann sich schon mal jemand einschleichen. Es ist fast 22 Uhr, als ich erschöpft in meiner Kabine ankomme. Das Schiff setzt sich aber noch lange nicht in Bewegung.

Auf den ersten Blick sieht die Atlas aus wie ein modernes Schiff. Aber es gibt kaum Einrichtungen. Man will ja nicht den ganzen Tag in seinem winzigen Kabinchen liegen, aber es gibt kaum Räume, wo man sitzen kann. Auch hier eine Bar, aber kein Vergleich mit der Marrakech. Die wenigen Tische davor sind dauernd besetzt, wer hier einen Sessel ergattert, behält ihn. Die Cafeteria ist nur während der Essenszeiten geöffnet, und das ist wirklich ein Fraß, das tue ich mir diesmal nicht an. Kein Wunder, dass Marokkaner mit vollen Kühltaschen aufs Schiff kommen. Zwar gibt es auch ein schöneres Restaurant, auch das nur kurz geöffnet, aber das Essen dort ist ziemlich teuer. Dann gibt es einen großen Kinderbereich, eigentlich ja eine schöne Idee. Nur Spielsachen sind da so gut wie keine. Und das war es auch schon. Auf den Gängen so gut wie keine Sitzgelegenheiten, es gibt ein, zwei Sofas in den Gängen, aber die wurden sofort von Leuten okkupiert, die keine Kabinen gebucht haben, und die sich sodann während der Überfahrt dort häuslich einrichten. Im Grunde bleibt außer Schlafen nichts zu tun.

Ich habe mir einen sogenannten Food Pass gekauft. Der kostet 22,90 Euro und berechtigt zum Einkauf von 30 Euro. Das ist die beste Alternative. An der Snackbar kann man ganz nette Kleinigkeiten kaufen, z.B. gut belegte Croissants, und ich werde mich damit ernähren, habe ja zusätzlich auch ein paar Kleinigkeiten eingepackt. Dachte irgendwie dass ich hier verhungern muss, nun aber muss ich mich beeilen, den Pass auch abzufuttern. Oder zu trinken, denn man kann ja auch einen Aperitif dafür bekommen.

Nun ist es Montagvormittag, wir werden irgendwann in Sète ankommen und dann noch einmal 1.000 km und ich kann wieder in meinem Bett schlafen. Vermutlich werde ich aber noch einmal in Frankreich übernachten und hoffentlich so richtig gut essen, denn das fehlt mir nach so langer Zeit in Marokko.

Tetuan – Restaurant Argovia

Wer mit der Mittelmeerfähre ankommt, egal, ob in Tanger-Med oder Ceuta, braucht einen sicheren Platz für die erste Übernachtung. Es gibt dafür den altbekannten Campingplatz in Martil, der weiterhin zu empfehlen ist. Aber es gibt auch eine super Alternative. Und das ist der Parkplatz des Restaurants Argovia. Zwar hatte ich das auf Empfehlung von Jürgen Reinert schon in den neuen Campingführer aufgenommen, aber noch nicht selbst besichtigt. Und für meinen Abreisetag stand also dieser Besuch an. Ich hatte mich vorher bei Susanne Koch angekündigt, das geht entweder über Facebook oder mit einer Email, und sie sagte, dass sie ab mittags selbst dort ist. Sie hat zusammen mit ihrem marokkanischen Mann das Restaurant selbst gebaut, es liegt am Hang und deshalb ist unten eine richtige Tiefgarage entstanden. Davor ist ein Parkplatz, einigermaßen eben, dort finden etwa drei Wohnmobile Platz. Das Restaurant ist eine Etage höher und hat außen eine Toilette mit Waschbecken, die ist die ganze Nacht offen, kann also von den Campern genutzt werden. Dass es sauber ist braucht man ja nicht extra zu erwähnen, das ist klar. Und Wi-Fi ist auch vorhanden. Eine Gebühr fürs Stehen gibt es nicht, aber man sollte zumindest eine Kleinigkeit im Restaurant essen. Montags ist geschlossen, man könnte sich aber trotzdem hinstellen, wenn man sich vorher anmeldet und der Wächter so Bescheid weiß.

Ich kann diese Stellmöglichkeit vor allem für Erstbesucher von Marokko heiß empfehlen. Susanne ist sehr nett und hilfsbereit, freut sich selbst über ein Schwätzchen und kann viele Fragen beantworten. Standardfrage ist natürlich, wo bekomme ich die SIM-Karte. Vertraut euch einfach Susanne an, bei ihr seid ihr in besten Händen. Und bringt der Tochter (4. Schuljahr) ein Buch zum Lesen mit, haha. Denn mein Ali-Buch hat sie verschlungen.