So ein netter Morgen

An meinen Bestellungen merke ich, dass viele Wohnmobilfahrer langsam beginnen, ihre Winterreise nach Marokko zu planen. Und so war denn unter den Bestellungen des Tages auch eine aus Hohenstein. Dieses Örtchen liegt im Taunus, nur wenige Kilometer von mir entfernt. Und so beschloss ich spontan, den herrlichen Morgen zu einer Spazierfahrt zu nutzen und dabei selbst DHL zu spielen. Ich klingelte, hielt das Buch hoch, sagte meinen Namen und schon saß ich auf der Terrasse bei einem frisch gebrühten Kaffee und vor der Marokkokarte. Ein Freund und Reisebegleiter wurde noch schnell herbeizitiert und die Reiseroute besprochen. Für meine Kunden war es die erste Marokkofahrt und so gab es dann doch einige Fragen. Es war total nett und hat mir großen Spaß gemacht.

Marokko deluxe

Heute muss ich mal ein wenig Werbung in eigener Sache machen und euch meine Reiseseite vorstellen.

https://marokko-deluxe.de/

Wie ihr wisst reise ich schon drei Jahrzehnte durch Marokko und mein Engagement ist kontinuierlich gestiegen. Am Anfang nur Urlaub, dann begann ich Reiseführer zu schreiben, zunächst im fremden Verlag, dann im eigenen, und schließlich sagte jemand zu mir: Warum organisieren Sie keine Reisen durch Marokko, da Sie das Land ja so gut kennen?

Und das war der Auslöser, auch sehr individuelle Touren durch Marokko anzubieten. Erleichtert wurde mir die Sache, da ich den Inhaber einer einheimischen Agentur gut kenne, die einfach die beste ist. Was die machen klappt, und wenn mal etwas nicht klappt, dann finden sie eine Lösung. Gerade das Wetter kann manchmal einen Strich durch die Rechnung machen und so hatten wir einmal um die Weihnachtszeit so heftige Regenfälle, dass die Biwaks im Erg Chegaga weggeschwommen sind. Schlimmer aber war, dass das Sanddünenmeer eine richtige Insel geworden war, umgeben von Wasser, und dass es alles Können und Ortskenntnis der Fahrer abverlangt hat, von hier wieder wegzukommen. Sie haben schließlich die Gäste auf einer Fahrt von 10 Stunden wieder nach Mhamid gebracht, eine Fahrt, die sonst zweieinhalb Stunden dauert. Und eine extra Übernachtung in Zagora organisiert. Nur waren auch die Straßen nach Norden zerstört, die Rückflüge standen an und schließlich organisierte Sahara Services eine Chartermaschine, die die Gäste zurück nach Marrakech brachten. Das war aber auch schon das größte Abenteuer, sonst handelt es sich eher um verlorene Koffer oder dergleichen.

Auf meiner Marokko deluxe Seite sind einige Touren dargestellt, aber eigentlich ist es so, dass jede Reise anders ist. Die Kunden melden sich bei mir, sagen, wie lange sie Zeit haben, was sie sehen wollen und wann die Reise losgehen soll. Dann arbeiten wir zusammen die ideale Tour aus. Manch einer möchte nur von Marrakech aus die Wüste sehen und einmal im Biwak schlafen, andere machen eine richtige Rundereise bis in die Schluchten des Hohen Atlas oder auch nur die Königsstädte im Norden. Auch Aktivitäten wie Kochkurse können eingeschlossen werden. Sehr gern mache ich auch Ausflüge für Privatpiloten, die mit eigener Maschine nach Marokko fliegen und dann einen Wüstenausflug mit Kamelreiten und Biwakübernachtung anfügen wollen.

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Also klickt mal auf meine Seite und holt euch Ideen.

Orlando-Adventure

Nach dem unfreiwilligen Besuch des Emergency Room dachte ich eigentlich, ich hatte genug Abenteuer für meine drei Wochen Florida. Aber weit gefehlt. Unser Heimflug sollte abends um 20 Uhr ab Orlando gehen. Der ganze Morgen war angefüllt mit Haus putzen und für die Hurrikan Saison vorbereiten, dann bin ich noch zum Krankenhaus gehetzt, um mir eine CD mit den Untersuchungsergebnissen abzuholen. Um 15 Uhr fuhren wir los, kamen gut vor 18 Uhr in Orlando an, und was begann da? Durchfall! Genau was man braucht auf so einer Reise, aber Ergebnis meiner ER-Diagnose. Ich will euch nicht mit Einzelheiten quälen. Wir kamen zum Gate, die Maschine war da, das Personal schon drin und man dachte, nun müssten wir doch bald einsteigen. SMS von Lufthansa, neuer Abflug 21:45 Uhr. Shit! Aber zumindest gab es einen 7 $ Gutschein, mit dem wir einen Kaffee und ein Muffin bekamen.

Dann neue Durchsagen: Abflug 22:30 Uhr. Inzwischen glaubte kaum noch einer, dass wir jemals wegkommen, aber gegen 23 Uhr konnten wir endlich einsteigen. Hatten wunderbare Sitze mit viel Platz, für die wir auch viel bezahlt hatten. Aber irgendwie hätten wir doch mal abfliegen müssen. Irgendwann kam eine Durchsage des Captains, in der er erklärte, dass ein Catering Truck beim Zurückstoßen gegen den Flieger gefahren war und eine Verkleidung abgerissen hatte. Es hatte einige Stunden gedauert, bis mit Frankfurt geklärt war, dass die Maschine auch so fliegen kann, aber mehr Treibstoff braucht.

Gut, war uns recht. Familien verständigt wegen späterer Abholzeit. Doch diese Durchsage zeigte, dass der Bordfunk nur teilweise funktionierte. Es folgten viele Tests, viele hektische Techniker stürmten auf und ab durch die Gänge und gegen Mitternacht kam dann die finale Durchsage, dass diese Maschine nicht vom Boden abheben wird. Ich frage mich, ob die Lufthansa zur Bundeswehr gehört. Dort geht doch auch kaum ein Fluggerät in die Luft.

Es folgte endlose Warterei, am Gepäckband, am Counter. Eine Umbuchung bekamen wir automatisch über SMS, aber unser schöner Sitz war verloren und Jan und ich würden getrennt zurück fliegen müssen, da sein Endziel Hamburg ist. Eigentlich kann ich ja froh sein, dass ich auf die gleiche Maschine einen Tag später gebucht wurde, denn für alle war dort kein Platz.

Um 2 Uhr kamen wir dann, mit kaum was im Magen, im Hotel an. Jan hatte ein eher einfaches Hotel mit einem Restaurant, das um diese Zeit geschlossen war, voraus gesagt, aber seine erste Prophezeiung erfüllte sich nicht. Wir kamen ins wunderschöne Hyatt direkt am International Drive, das auch mitten in der Nacht lebhaft wie am Tag war und etliche offene Restaurants sowie einen Laden hat, in dem man sogar etwas bezahlbares bekommt. Aber Essensgutscheine hatten wir nicht. Und eigentlich auch keinen Hunger. Aber waren völlig aufgedreht. Gegen fünf Uhr kam ich erst ins Bett und war um 7:30 Uhr schon wieder wach. Im Badezimmerspiegel ist ein TV integriert.

Mal sehen, was der heute Tag noch so an Überraschungen aufweist.

Emergency Room live

Ihr kennt alle die Soap Operas, wo Ärzte hektisch durch die Krankenhausflure sausen, ein Stethoskop um den Hals, eine hübsche Krankenschwester in Reichweite und über allem blökt der Lautsprecher: Doc soundso. Das muss ich doch einmal selbst testen, wenn ich schon in USA bin. Deshalb habe ich mir gestern Abend nach dem Essen ein paar Bauchkrämpfe zugelegt, brav die Nacht über die Schmerzen ausgehalten und am Morgen dann erstmal in Walgreens nach Buscopan gefragt. Haben die nie von gehört. Also weiter zu Jan, der hat angekündigt, er hat ein Schmerzmittel.

Wieder nach Hause, 45 Tropfen wie vorgeschrieben mit Wasser genommen, 10 Minuten später war alles wieder draußen. Die Krämpfe wurde schlimmer, nochmal ein paar Tropfen, wieder alles raus, keine Besserung. Also nichts wie hin zu einem Emergency Room. Ich brauchte 4 Anläufe, und landete dann in ziemlich geschwächtem Zustand bei Halifax Emergency. Eine nette Dame nahm mich in Empfang, aus Deutschland, wollte plaudern, bin aus Frankfurt, woher sind Sie, daneben nahm sie die Daten auf. Ich saß zusammengekrümmt auf dem Stuhl, der Schweiß lief mir nur so herunter und ich wollte nur ein Bett. Dann bekam ich die volle Ladung. Rollstuhl, Liege im Untersuchungszimmer, das berühmte Nachthemd mit nacktem Po und angewärmte Decken. Die waren auch nötig. Auf der kurzen Rollstuhlfahrt hatte ich abwechselnd Schweißausbrüche und Gänsehaut auf den eiskalten Armen und mein dünnes Sommerkleid war klatschnass.

An der Wand hing eine Punkteliste, wie das Personal sich genau verhalten sollte, und sie haben sich haargenau daran gehalten. Hände desinfizieren, Begrüßung, Vorstellen, Fragen nach Zustand, beim Rausgehen Erklärung weiterer Prozedur. Ich wurde erstmal an eine Maschine angeschlossen, Katheder zur Blutentnahme gelegt und so weiter. Der Arzt klopfte meinen Bauch ab und meinte, es könne Blinddarm sein. War sicher falsch. Dann sollte ich Urin abgeben. Oh mei, das war schwer. Ich konnte ja nichts trinken, da sofort alles in dreifacher Menge wieder heraus kam und mein Körper war völlig trocken.

Vor der Klotür wartete dann schon wieder ein Rollstuhl und ich wurde zur Röhre geschoben, wo man ein CMT gemacht hat. Also ich muss sagen, einfach super. Und als dann endlich der Arzt wieder kam, hatte er sogar eine Diagnose, zwar kein Blinddarm, aber ich sage es euch nicht. Wollte mich über Nacht dabehalten und Infusionen geben. Habe ich aber abgelehnt, hatte mir den ER ja inzwischen genug angeschaut.

Als Fazit muss ich sagen: einfach super und sehr effektiv. Eine Diagnose wurde gefunden für Beschwerden, die ich schon früher hatte und die nie jemand erkannt hat. ER gerne wieder, danke Doc.

Okay, es kommt auch noch eine saftige Rechnung. Aber hoffentlich zahlt die Krankenkasse.

Hontoon Island State Park

Dieses Naturreservat gehört zu meinen Lieblingsparks, hauptsächlich, wegen der Fahrt auf der kostenlosen Fähre. Der große, weitverzweigte St. Johns River umschließt hier eine Insel, die komplett zum Naturschutzgebiet erklärt wurde und man kann nur mit der kleinen Elektro-Fähre hinüber gelangen. Dort gibt es zu Beginn eine Rangerstation mit Laden, einen Spielplatz, Grillhütten und auch einen Campingplatz, wo man sein eigenes Zelt aufschlagen oder in netten Hütten wohnen kann. Die Insel ist lang und schmal, aber doch etliche Kilometer breit und lang. Diese Flächen kann man zu Fuß oder mit dem Rad erschließen. An der Rangerstation kann man Fahrräder und Kanus mieten, man kann natürlich auch seine eigenen Geräte mitbringen. Das Fahrzeug wird an der Fährstation geparkt und alles Zeltmaterial wird auf einer bereit stehenden Schubkarre transportiert.

Jedes Jahr fahre ich einmal auf diese schöne Insel, aber diesmal habe ich gefragt, was die Kanus kosten. Sie kosten 20 $ für einen halben Tag, und das ist ein echt guter Preis, es gibt auch Zweisitzer für das gleiche Geld. Ich versprach dafür wieder zu kommen.

Und es war nicht schwer meinen Reisegefährten Jan dazu zu überreden. Er hatte seine vielfältigen Arbeiten, wegen denen er gekommen war, ziemlich abgeschlossen, und so fuhren wir am Montag los. Gegen 12 Uhr waren wir auf der Insel und nahmen unser Kanu in Empfang. Essen, Trinken und Sonnenöl waren dabei, aber offensichtlich unser Kopf nicht ganz, denn wir vergaßen, uns einzuölen, was sich nachher noch rächte. Aber wir paddelten voller Eifer los. Der Ranger hatte gesagt, dass die Strecke um die ganze Insel ziemlich lang ist und für gute Ruderer 5 Stunden erfordert. Nur zwei völlig Trainierte hatten es mal in unglaublichen 3 Stunden geschafft. Unser Ziel war es, ein, zwei Stunden aufwärts zu paddeln und dann wieder zurück, alles würden wir nicht schaffen. Haben durch unser Anti-Outdoor-Leben in Deutschland ja nicht unbedingt viel Training. Außerdem hatte ich gar nicht die Absicht, schnell zu rudern, wollte viel lieber die schöne Landschaft genießen. Und die ist einfach wunderschön. So eine Stille, so eine Einsamkeit. Am sumpfigen Ufer schlenderten einige Rehfamilien durch die Landschaft, sogar ein weiß geflecktes Bambi war zu sehen. Vögel aller Couleur, aber kein Alligator. Dem war es wahrscheinlich zu heiß. Es waren gut 30 Grad, aber auf dem Wasser gut auszuhalten. Für den Nachmittag waren Gewitter gemeldet, aber doch ein wenig von uns entfernt sollten sie sein.

hier sieht man zwei Rehe

Doch dann zogen dunkle Wolken auf. Ich kannte schon vom Strand wie schnell die sich zu einem Gewitter ausweiten können und Blitzschlag hat in Florida schon viele Menschen getötet. Wir kennen ja die Regel, bei Gewitter nie unter Bäume. Doch hier waren Bäume einfach überall. So ganz gut habe ich mich nicht gefühlt und schlug Jan vor umzukehren. Aber Jan wollte unbedingt noch sehen, was hinter der nächsten Ecke ist. Und ganz ehrlich, das wollte ich auch. So geht es mir auf meinen Spaziergängen auch immer, was ist hinter der Ecke?

Also fuhren wir weiter, und weiter, und weiter. Es war auch einfach zu schön. Und die Wolken verzogen sich. Nun hatten wir aber immer noch das Problem, umzukehren, am Abend geht um 7 Uhr die letzte Fähre zurück, danach muss man auf der Insel bleiben. Wir hatten eine Karte des Wasserwegs, aber deutlich war sie nicht. Ich hatte aber zusätzlich ein GPS, auch das nicht sehr deutlich, da die Landschaft hier einfach sehr verzweigt ist und nicht so ganz deutlich abgebildet werden kann. Dann kamen wir an eine Verzweigung. Der Hauptstrom bog rechts ab, links ging ein kleinerer Creek in unsere Richtung. Damit müssten wir abkürzen können und die andere Inselseite erreichen. Aber ist der Creek wirklich durchgehend. Man kennt das, plötzlich wird es schmal und schmäler und versandet dann. Mein GPS zeigte, dass es vermutlich durch geht, aber in vielen Schlangenlinien, die viele Flusskilometer ergeben. Wir fuhren los. Herrliche Landschaft und nun wirklich völlige Einsamkeit. Kamen und vorher etwa 5 Boote entgegen war hier niemand mehr. Und hier würde uns auch niemand finden. Zwar hatte ich die Telefonnummer der Rangerstation und könnte mithilfe des GPS unserer Position genau angeben, doch hatten wir meistens keinen Telefonempfang. Jan meinte immer, gleich sind wir da, auf der anderen Seite. Blick auf das GPS, wir sind noch lange nicht da. Und dann plötzlich, alles grün. Kein Wasser mehr zu sehen, alles war zugewachsen. Was nun? Umdrehen wäre einfach furchtbar, wir waren schon fast drei Stunden unterwegs, die Kraft, das alles zurückzufahren hätte ich nicht. Also durchkämpfen. Was, wenn nun ein Alligator den Weg blockiert. Hier kämen wir nicht durch. Und auch zu Fuß das Kanu schieben ist nicht unbedingt interessant bei dem unbekannten Untergrund, wo Schlangen und sonst was lauern können. Schieben, schieben, Jan beschwerte sich, weil ich lauter grünes Zeug nach hinten warf, wo er saß. Aber vorne war wieder eine Wasserfläche zu sehen, das gab Kraft.

Und wir schafften es. Irgendwann erreichten wir tatsächlich den breiten Fluss auf der anderen Seite der Insel. Wieder dunkle Wolken am Himmel, aber wenn schon Gewitter dann lieber hier wo doch ab und zu ein Boot kommt. Jan glaubte wieder, ach, nur um die nächste Ecke, dann sind wir da. Aber wie immer wusste es mein GPS besser, es war noch eine ganze Weile. Und dann plötzlich eine Anlegestelle, die erste auf dem ganzen Weg. Vorher gab es nur Sumpfland. Also nichts wie hin und erstmal verschnaufen. Ich kam kaum aus dem Kanu raus, war völlig steif. Und hatte knallrote Beine, Jan nicht weniger, hatten wir doch das Einölen vergessen. Wir stärkten uns mit unseren Vorräten, konnten während dem Paddeln ja nur schwer was zu uns nehmen. Und weiter gings. Es war immer noch eine ganz schöne Strecke, aber als wir nach 4,5 Stunden ankamen hatten wir 10 Meilen oder 18 km zurückgelegt. Nicht schlecht. Und das darf man dann auch mit einem guten Essen in einem netten Restaurant beschließen.

Driving on the beach

Ich habe euch erzählt, wie ich mit dem Wagen auf den Strand fahre und höre da oft Kritik. Muss man auf den Strand fahren? Deshalb möchte ich hier kurz die Hintergründe erzählen. Zunächst mal, der Strand bei Daytona Beach ist etwa 25 km lang und bei Ebbe 35 m breit. Und vor allem auch bei Ebbe sehr hart, so dass Auto fahren dort sehr einfach ist. Etwas südlich liegt New Smyrna Beach, wo der Strand ebenfalls sehr breit ist. Deshalb gibt es auch eine lange Tradition dafür, die in den 1920ern begann, als der harte Strand für Testfahrten genutzt wurde. 1927 fuhr der Rennfahrer Henry Segrave am Strand von Daytona Beach mit dem Sunbeam HP1000 als erster Mensch schneller als 300 km/h. Als richtige Rennstrecke diente der Strand von 1936 bis zum zweiten Weltkrieg und dann weiter mit dem ersten Rennen der Grand National in 1948 bis 1958, dann wurden die NASCAR – Rennen in den brandneuen Speedway in der Innenstadt verlegt. Darauf war der Strand nur noch für privaten Autoverkehr geöffnet, der zunächst ziemlich ungeordnet verlief.

Heute gibt es zwei Lager in Volusia County, dem Kreis, zu dem der Auto-Strand gehört. Die Traditionalisten, die auf dieses Recht nicht verzichten möchten und die Naturschützer, die den Strand lieber autofrei sehen möchten. Daneben gibt es natürlich auch Sicherheitsaspekte zu beachten.

Hier die Punkte der Naturschützer:

  • Die Luft ist reiner ohne Autos
  • Personen könnten durch Fahrzeuge verletzt werden
  • Das Marine-Leben, z.B. die Nester der Seeschildkröten, ist gefährdet

Die Argumente der Traditionalisten

  • Die 100 Jahre alte Tradition sollte gewahrt werden
  • Autofahren am Strand ist ein Teil der Freiheit
  • Ein praktisches Argument ist, dass eine Familie alle die vielen Stühle, Sonnenschirme, Picknickkoffer nicht anders transportieren könnte
  • Aber das wichtigste, es gibt fast keine Parkmöglichkeiten in Strandnähe

Als Kompromiss hat man nun einige Teile des Strandes für den Autoverkehr gesperrt, andere sind offen, es ist etwa 50:50. Aus Sicherheitsgründen muss das Licht an sein und die Fenster auf, Limit 10mph, texting and driving ist verboten. Bei hoher Flut kann der Strand zeitweilig gesperrt werden.

Es kostet aktuell 20 $ pro Tag, ein Jahrespass 120 $. Für Einwohner des Volusia County kostet der Jahrespass 25 $. Dafür werden Bademeister gestellt und der Strand sauber gehalten, letzteres gilt auch für die autofreie Zone.

Zur Parksituation: In Daytona Beach gibt es um den Strand einige private Parkplätze, wo man etwa für 10 – 15 $ täglich parken kann. Außerdem den schönen Sunsplash Park mit vielen kostenfreien Parkplätzen. Natürlich lange nicht ausreichend im Sommer. Außerhalb des Zentrums findet man in den Seitenstraßen einige wenige kostenfreie Parkplätze und muss dann 100 – 200 m laufen.

In Daytona Beach Shores, wo ein großer Teil Strand liegt, ist es vollkommen verboten, entlang der Straßen zu parken. Es gibt dafür aber einen schönen Park mit WC und einer Menge Parkplätzen. Außerdem noch ca. 3 kleine Off-Beach-Parkplätze. Diese sind in der Wintersaison einigermaßen ausreichend, im Sommer hoffnungslos überfüllt. Das würde bedeuten, nur noch reiche Leute können zum Strand, die den teuren Tagespreis bezahlen können. Die Stadt möchte gerne mehr Parkplätze in Strandnähe bauen, aber ein Haus mit Ferienwohnungen bringt mehr Steuern.

In dem kleinen New Smyrna Beach kann man schon eher Sträßchen finden, wo man parken kann, aber leicht ist das nicht. Am Hauptzugang zum Strand ist ein großer Parkplatz, der aber auch 20 $ pro Tag kostet. Aber New Smyrna hat für die Einwohner den netten Service, dass sie sich registrieren lassen können und diese Plätze kostenfrei nutzen können.

Mit diesem Hintergrund habe ich mich für den 25 $ Resident Pass entschieden und freue mich, nun immer am Strand parken zu können. Lange Fahrten mache ich dort aber nicht.

My Beach is my Castle

Am Donnerstag dann nichts wie ab zum Strand, diesmal nach New Smyrna Beach, weil ich dort noch eine Bekannte treffen wollte. Ich war schon vor 9 Uhr dort, fand daher auch noch genug Platz, parkte und schleppte mein neues Gazebo zum Strand, in die Linie, die wohl immer für diese Gazebos vorgesehen ist. Schirme kann man überall aufbauen, selbst im Wasser, aber Gazebos stehen immer etwas entfernt in einer Reihe. Direkt neben mir ein weitere Familie, mit dem gleichen blauen Paket, wie ich neu aus dem Laden, die Pappe war noch drum. Ich also hingeschielt wie man das macht, zu zweit wäre es ja einfacher, aber ich habs gepackt. Doch das Dach war nicht straff, sah furchtbar aus und ich fand den Fehler nicht. Aber wir Frauen sind ja nicht zu stolz zum Fragen, ich bin rüber und habe um Hilfe gebeten. Der Fehler wurde sogleich gefunden, oben müssen Knöpfchen einrasten. Ja, ich könnte auch die Anleitung lesen, aber das wäre ja langweilig.

Dann habe ich mein schönes neues Strandzimmer bezogen mit Stuhl und Liege, Body Board und Imbiss-Tasche. Fand in der Nähe auch Wifi, so dass ich meiner Freundin eine Nachricht schicken konnte, wo ich bin.

Doch sie kam nie an. Stattdessen aber viele dunkle Wolken. Ich brachte schon mal die kleineren Sachen ins Auto, wartete aber noch ab. Die anderen blieben alle ruhig unter ihren Pavillons sitzen. Doch dann, kurz nach 12, fing es an zu tröpfeln und ich hatte eine gute Gelegenheit, herauszufinden, wie schnell man das ganze wieder einpacken kann. Und ja, es ging ganz schnell, ich wurde nicht nass. Rief dann Joy an, sie hatte meine Email nicht bekommen und wir trafen uns in ihrer Condo. Sie ist daran interessiert, nach Marokko zu fahren. Und deshalb ist heute morgen kein Beach angesagt, sondern ich muss eine ausführliche Reisebeschreibung in Englisch machen.

Hot, hotter, Florida

Ich könnte diesen Gabor verfluchen! Wenn er nicht wäre, ich wäre nicht hier. Und hätte viel Geld gespart. Und viel Freude eingebüßt. Aber von vorne.

Natürlich bin ich nur im Winter in Florida, ist doch der Sommer die einzige Jahreszeit, die ich in Deutschland ertragen kann. Und ein weiter Flug pro Jahr reicht mir auch. Aber dann, kaum war ich aus Marokko zurück, rief Gabor an und sagte, sein Partner Jan fliegt im Juni für 3 Wochen nach Florida und ob ich nicht mit wolle. Es dauerte nicht lange, der Kampf zwischen meinem Kopf und meinem Herzen, dann sagte ich spontan zu. Und habe es nicht bereut. Florida im Sommer ist anders. Und heiß. In Marokko kann es um diese Jahreszeit locker 55 ° Celsius werden, in Florida nur gut 30 ° C. Müsste doch eigentlich gehen, oder? Nein, die Hitze hier ist feucht und es fühlt sich eher unerträglich an. Natürlich nicht für mich, ich liebe die Hitze. Im Haus muss zwar ununterbrochen die Klimaanlage laufen, sonst könnte man es nicht aushalten, aber am Strand ist es richtig schön. Zwar heiß, aber dann geht man ins Spülwasser warme Wasser und kühlt sich ab. Jahre war ich nicht mehr im Wasser, da es mir einfach zu kalt ist, und nun ist es genau richtig. Bin ja kein Strandmensch und ging sonst immer nur für eine Stunde am Strand spazieren, aber nun macht es mir mehr und mehr Spaß. Am ersten Tag auf die Uhr geschaut und es knapp 2 Stunden ausgehalten, will ja braun werden. Dann wurde es immer schöner und spätestens als ich einen Sonnenschirm aufgebaut habe wurden es 4 Stunden. Und in nur einer Woche habe ich schon einen richtig schönen Braunton erzielt, ohne Sonnenbrand. Habe fleißig geölt.

Aber der Sonnenschirm! Ich gehöre zu den wenigen, die einen benutzen. Die anderen bauen meist Gazebos auf, also kleine Pavillons, worunter dann ein richtiges Strand-Wohnzimmer aufgebaut wird mit Kühlbox, Grill, Tisch und Stühlen. Ein bisschen neidisch war ich schon. Aber was soll ich Einzelperson mit einem solchen Strandzimmer. Bis zum zweiten Sonnenschirm-Tag. Da kam ein Windstoß, blies meinen Schirm um, er war kaputt und mir erschien dies wie ein Zeichen vom Himmel. Ein Gazebo soll es sein, auch für mich.

Also ging es vom Strand direkt zu Walmart, viel Auswahl und Konkurrenz gibt es hier ja nicht unter den Geschäften und schon war ich stolze Besitzerin eines Gazebos.

Fortsetzung folgt.

Von Spanien nach Frankreich

Mein erster Zwischenstopp war Granada, was ich mir schon lange mal vorgenommen hatte. Spanien kenne ich vornehmlich aus frühester Kindheit, habe alle Ferien dort mit meinem Vater verbracht, der mich in sämtliche Kirchen geschleppt hat. Was dazu führt dass ich heute nur noch selten in Kirchen gehe. Gut für mich, denn Granada war nicht nur vollgestopft mit Touristen, jede Kirche verlangte auch noch Eintritt, den ich mir gespart habe. Ein Stadtbummel war genug.

Vorher im Hotel gab es noch Ärger. Am liebsten wäre ich weiter gefahren. Diesmal habe ich alle Hotels mit booking.com gebucht, was ich aber inzwischen nicht mehr für so gut halte. Denn wenn ich kurz vorher buche sind die Hotels nicht mehr zu stornieren, und wenn ich dann eintreffe und es mir nicht gefällt muss ich trotzdem bleiben. Ohne Buchung geht man einfach zum nächsten. Das Hotel Don Juan erscheint in booking so, als hätte es einen Parkplatz. Was nicht stimmt. In der Straße vor dem Haus sind kostenpflichtige Parkplätze, sie müssen im 2-Stunden-Takt gefüttert werden. Auf Anfrage erhält man einen Stadtplan mit Weg zu einem entfernten öffentlichen Parkplatz, Kosten 15 Euro. Die Dame an der Rezeption war äußerst unfreundlich, als ich den fehlenden Parkplatz ansprach. Ich wollte deshalb stornieren, aber damit war sie nicht einverstanden, ich hätte bezahlen müssen. Sie wies mich nicht darauf hin, dass die Parkuhren vor dem Haus nur bis 20:30 Uhr kostenpflichtig sind, das musste ich selbst trotz fehlender Spanisch-Kenntnisse herausfinden. Dann konnte ich für nur 2,70 Euro bis zum nächsten Morgen stehen bleiben. Diese Information hätte von der Rezeption kommen müssen.

Am nächsten Tag dann hatte ich mir ein Hotel bei Oliva (Denia) reserviert, denn ich wollte dort auf dem Campingplatz ein schweizer Ehepaar besuchen, das ich schon aus Marokko kannte. In diesem Fall bot mir booking.com eine angenehme Überraschung, das Hotel war ein Gutshaus in einem duftenden Orangenhain und die Zimmer wunderschön im Retrolook, ich schlief in einem Himmelbett. Hier gab es nichts auszusetzen.

Anders war das dann am nächsten Tag. Laut booking sollte ich ein Zimmer im Le Fenouillet bei Narbonne bekommen. In den Kommentaren war von sehr netten Gastgebern die Rede, einem exzellenten Frühstück und im Geiste sah ich mich in einem marokkanischen Riad und freute mich auf ein französisches Abendessen. Die Realität war ein Schock. Es gab keinerlei Hinweisschild, das Navi brachte mich zu einem Grundstück, das halb abgerissen aussah und ich musste ein junges Paar fragen, das dort wohnte. Schließlich fand ich meine Unterkunft, aber von Hotel war keine Rede, eher ein Privatzimmer im Stil AirBbB, was ich nicht mag. Exquisit war das nicht. Ich war sauer, richtig sauer und zeigte das auch. Die Dame, Dominique, ließ sich davon nicht beeindrucken. Sie meinte, ich hätte ja noch nicht das Zimmer gesehen. Nein, also bitte. Das Zimmer änderte meine Meinung auch nicht. Nichts besonderes, und vor allem nichts, was 57 Euro wert ist.

Was meine Meinung änderte war aber die Chefin. Sie erwies sich als äußerst nett. Bot einerseits eine Reduktion an, und dann, als ich dies akzeptierte, erschien sie auf meiner Terrasse mit einer Karaffe Rose, setzte sich zu mir und wir wurden fast schon Freundinnen. Ich sage es ja immer, in einem Hotel kommt es nicht nur auf das Zimmer an, sondern vor allem auf den Empfang. Und den hat sie drauf. Inzwischen fühle ich mich richtig wohl hier und werde morgen auf jeden Fall den richtigen Preis zahlen. Das Frühstück war dann auch interessant. Es war in der Küche, Kaffee war gekocht, Brot und Marmelade stand bereit und ansonsten konnte man schalten und walten, wie man wollte. Leider waren keine Eier da, denn ein weich gekochtes Ei hätte mir geschmeckt nach so langer Zeit in Marokko. Aber morgen bin ich vielleicht zu Hause.

Von Tanger nach Tarifa

Das lief doch einfach mal wieder entspannt. Meine FRS-Fähre sollte um 10 Uhr ablegen. Ich war um 9 Uhr im Stadthafen, kam ohne Warten durch die Polizeikontrolle und musste dann am Scanner zwei Durchgänge mit jeweils 3 Fahrzeugen abwarten, bevor ich auch hier einfahren konnte. Und überhaupt, mein Ticket. Im Jahr 2017 kaufte ich mir am Abend ein Rückfahrticket Tanger – Tarifa, aber konnte am Morgen wegen starkem Sturm nicht fahren und musste auf ein anderes Schiff ab Tanger – Med ausweichen. Das FRS-Ticket sollte ein Jahr lang gültig sein. Ich ging also am Vortag in ein Reisebüro, zeigte mein Ticket, das noch innerhalb der Jahresfrist war, aber man zuckte mit den Schultern. Ich müsste direkt ins FRS-Büro. Da ich das sofort geklärt haben wollte machte ich mich auf den ziemlich langen Weg zu Fuß von Malabata zum Hafen, denn ich brauche auch etwas Bewegung. Und dort ging dann alles ganz einfach. Das Ticket wurde akzeptiert und mir für den Morgen eine Bordkarte ausgestellt.

Als ich so auf den Scanner wartete wurde mir aber dann doch nicht besser. Denn ich beobachtete, wie gleich dahinter der Zoll diesmal ziemlich genau durchsuchte. Eigentlich nichts schlimmes, habe weder Waffen noch Rauschgift, aber einen verschlossenen Karton mit Winterkleidung einer Bekannten, die ich so gut nicht kenne. Was wenn sie da was rein gepackt hat?

Der Zöllner kam, ohne Hund, und schaute auch bei mir sehr genau, was er fand waren aber meine Bücher, die ihn doch sehr interessierten und er zeigte sie allen seinen Kollegen. Aber in freundlicher Art, es gefiel ihm wohl, dass ich Bücher über Marokko schreibe und der Winterkarton wurde nicht beachtet. Habe auch eigentlich volles Vertrauen zu Margerite, der deutschen Sängerin, die ich in Marrakech kennengelernt habe. Es ging weiter zur Fähre, von der immer noch Menschen und Autos ausschifften und um 9:45 Uhr konnte ich dann ins Boot einfahren, um 10:30 Uhr ging es los. Ich schätze, dass etwa 40 Fahrzeuge an Bord waren. Die Überfahrt dauerte 50 Minuten, die Ausfahrt ging zügig, um 11:40 konnte ich den Hafen verlassen, 2 Stunden, 40 Minuten nach meinem Eintreffen im Hafen in Tanger. Es war natürlich in Spanien schon 12:40 Uhr.

Zunächst ging es nach Algeciras zu Carlos. Dem geht es aber auch dieses Jahr leider nicht gut und ich bekam ihn nicht zu sehen. Seine Tochter hat wohl jetzt das Büro ganz übernommen, spricht aber keine Fremdsprachen. Also zum neuen Lidl, der jetzt nach dem Brand wieder geöffnet ist.