Archiv des Monats: Oktober 2025

Meine Lieblingshotels in Zagora

Gestern habe ich die Campingplätze vorgestellt, heute einige Hotels. Das sind aber bei weitem nicht alle, die es hier gibt. Aber in diesen fühle ich mich am wohlsten, die Preisklassen sind sehr unterschiedlich, so dass sich jeder das raussuchen kann, was ihm entspricht.

Riad Fennec Sahara. Dieses kleine Gästehaus im alten Stadtteil besticht vor allem mit seinem freundlichen Empfang durch Abdellah Boughenbour, der gut deutsch spricht und alles für seine Gäste tut. Das Haus hat sechs Gästezimmer mit Bad und AC, schon ab 450 Dirham wohnt man gut und bekommt von Abdellah persönlich sein Frühstück am Morgen. Das ist für mich wie Familie, hier fühle ich mich immer willkommen und wenn ich mit den anderen Gästen spreche, so geht es denen ganz genauso.

Riad Dar Sofian. Dieses Riad ist was ganz Besonderes im schattigen Palmenhain, es besticht vor allem durch seinen perfekten Service und das tolle Essen. Es ist eher wie ein Privathaus gehalten und vor­züg­lich und elegant einge­richtet. Die Betten laden direkt zum Kuscheln ein, die Klima­anlage wärmt im Winter sehr gut und kühlt im Sommer, was in Marokko nicht unbedingt selbstverständlich ist. Der Nachteil ist, es hat sehr viele Treppen, für Rollstuhlfahrer ist das nichts. Es war immer mein Lieblingshotel, aber es hat nur 10 Zimmer und die sind tatsächlich immer ausgebucht, so dass auch ich dort nicht mehr unterkomme. DZ/ÜF ab 880 DH.

Riad Lamane. Auch dies ein ganz besonderes Haus, wenn auch komplett anders als Dar Sofian. Es liegt auf einem ausgedehnten Gelände im schattigen Palmenhain, man kann hier richtig spazieren gehen und am Anfang mag man Probleme haben, sein Zimmer wiederzufinden. Es gibt einen schönen Pool und ganz viele Liegen, auch eine Hammam, hier kann man richtig entspannen. Doch währen das Dar Sofian wirklich vorzügliche Küche bietet und alleine das am Tisch servierte Frühstück ein Erlebnis ist, so sind doch hier viele Gruppen, es gibt am Morgen ein Buffet, abends wird am Tisch serviert, aber doch eher das übliche Tajine. Was hier aber besonders ist und so schnell nicht mehr wiederzufinden, sind die Zimmer. Sie sind unglaublich einfallsreich dekoriert, fast jeder Raum ist anders, sehr groß, viele sind zu ebener Erde, so dass auch Rollstuhlfahrer alles genießen können. Von allen Hotels in Zagora die besten Zimmer. DZ/HP ab 1.200 DH.

Villa Zagora. Das Haus ist das Privathaus einer Französin mit sechs Zimmern, von daher sehr private Atmosphäre. Der kleine Garten bietet überall verwunschene Eckchen zum Ausruhen und Erholen. Die vier Zimmer und zwei Suiten sind sehr nett rustikal eingerichtet mit Sitzecke, alle klimatisiert und mit TV, einige haben sogar einen offenen Kamin. Am schönsten ist die Suite im Garten mit eigener Terrasse, ideal, wenn man ein paar Tage bleiben möchte. Im Garten ist ein kleiner Pool. Ich habe das Haus mehrmals besichtigt, aber noch nie hier gewohnt. DZ/ÜF ab 800 DH.

Riad Le Petit Jardin. Tief im Palmenhain von Amezrou versteckt liegt dieses idyllische Haus mit blühendem Garten unter hohen Palmen. Es gibt zehn geräumige Zimmer und einen schönen Pool im ausgedehnten Garten. Von der oberen Terrasse sind die Sanddünen zum Greifen nah. Am schönsten ist die Suite, von dort gibt es eine direkte Tür zum Pool. Ursprünglich wurde es von Holländern unter dem Namen Riad Marrat erbaut, zu der Zeit habe ich hier mal übernachtet, nun ist das Riad aber von den Besitzern des Hotels Perle de Dra gekauft und etwas erweitert worden. Sehr empfehlenswert, auch wenn ich unter dem neuen Namen hier noch nicht gewohnt habe. DZ/HP ab 950 DH.

Riad Soleil du Monde. Auch diese wunderhübsche Anlage ist im schattigen Palmenhain von Amezrou, auf dem ausgedehnten Gelände gibt es mehrere Gebäude mit 18 Zimmern und zwei Pools. Bis heute hatte ich noch nichts davon gehört, aber heute morgen habe ich es besichtigt und es hat mir sehr gut gefallen. Ich könnte mir gut vorstellen, im nächsten Jahr mal hier zu übernachten. Und es ist wirklich preiswert. Die Besitzerfamilie ist sehr nett, in den eigenen Gärten wird das Gemüse erzeugt und auch die Schlachttiere werden selbst gehalten. Die Gäste können sich das gerne anschauen. DZ/ÜF ab 500 DH.

Camping in Zagora

Es gibt fünf Campingplätze in Zagora, die alle ihre Vor- und Nachteile haben. Natürlich findet ihr alle ausführlichen Informationen in meinem Campingführer Marokko, zu bestellen direkt im Shop.

Meine eigenen Impressionen aus dem Jahr 2025:

Prends ton Temps: Der Platz liegt recht nah zur Innenstadt und vor allem zur Werkstatt von Ali Nassir, wo manch einer einen Zwangsstopp machen muss. Ich kenne den Inhaber Belaid seit vielen Jahren und mag ihn sehr, er ist ein herausragender Musiker. Aber – die ganze Anlage ist etwas schmuddelig, die Stellfläche für Camping nur klein. Das wiederum hat den Vorteil, dass man hier nicht so viele Camper um sich herum hat und ganz sicher keine Gruppen. Und es ist recht preiswert.

Paradis Touareg: Auch dieser Platz ist sehr stadtnah, aber die schmale Straße, in der die Einfahrt liegt, ist nicht für allzu große Fahrzeuge möglich. Außerdem wurde das Grundstück nun hauptsächlich zur Hotelanlage umgebaut, für Camper verblieb nur noch eine kleine Fläche. Es gibt zwar einen Pool, aber der kostet 80 DH pro Person. Der Empfang ist auch nicht so toll. Ich würde ganz sicher nicht hierher gehen.

Les Jardins de Zagora: Auch dieser Platz ist stadtnah, man kann bequem in den Ort laufen und der Empfang ist sehr nett. Es gibt genügend Platz auch für große Fahrzeuge, ein Wasserbecken, das eigentlich zur Bewässerung gedacht ist, kann auch als Pool genutzt werden. Durchaus zu empfehlen. Aber es gibt oft auch Gruppen.

Sindibad:  Nur ein paar Schritte vom vorherigen entfernt, auch hier netter Empfang, auch dieser Platz ist wegen seiner Stadtnähe sehr beliebt, ab und an Gruppen. Kein Pool. Es wird alles sauber gehalten.

 

Palmeraie d’Amezrou: In meinen Augen gibt es zwei Nummer 1 – Plätze, und dies ist einer davon. Auch hier netter Empfang, es gibt einen schönen Pool ohne Aufpreis und auch der Empfang und die Sauberkeit lassen nichts zu wünschen übrig. Er liegt im Palmenhain von Amezrou, daher dauert ein Spaziergang nach Zagora etwas länger, doch ist der interessante Vorort Amezrou recht nah. Auch hier oft Gruppen.

Oasis Palmier: Auch dieser Platz liegt im Palmenhain, aber nicht bei Amezrou. In die Stadt zu laufen ist aber gleich weit. Dies hier ist tatsächlich mein Lieblingsplatz, gleich zu setzen mit dem vorherigen, allerdings hat er keinen Pool. Doch das macht der nette Empfang, der beste in ganz Zagora (oder überhaupt) wieder wett. Jeder Camper bekommt gleich nachdem er seinen Stellplatz gefunden hat, einen Teppich ausgerollt. Toll sind nun die schönen Tische, die entlang der Einfahrt auf Gäste warten, und sie müssen tatsächlich nicht lange warten. Man wird mit einem ganz tollen, erfrischenden Cocktail begrüßt. Und am Abend gibt es nun eine ganz romantische Beleuchtung in Strohkörben, die eigentlich als Dorfhammam gedacht sind. Es kommen natürlich auch hier oft Gruppen, aber dennoch, für mich persönlich ist das hier die Nummer 1. Und die Equipe! Aller super nett und lesen den Campern jeden Wunsch von den Augen ab. Am Morgen bekommt jeder frische Crepes.

Abdellah der Wüstenfuchs

Ich wurde schon gefragt, ob ich abgetaucht bin, weil nichts im Blog kam. Ja, im Grunde schon. Bin gerade in der Endphase meines Manuskriptes für das Reisehandbuch und habe tatsächlich viel zu tun und wenig Zeit, in der Gegend herum zu fahren. Aber ein bisschen was habe ich schon getan. Zunächst möchte ich über das Riad Fennec Sahara berichten.

Oft stelle ich euch Luxusunterkünfte vor, in die der normale Traveller, so wie ich auch immer war, nicht gehen würde, einfach zu teuer. Aber dieses Riad ist genau der richtige Platz für euch. Warum? Oh, da folgt jetzt eine lange Liste, die ich aber doch lieber abkürze. Also zunächst mal der Empfang durch Abdellah. Er hat hier seine Lebensaufgabe gefunden, geht völlig in seiner Hingabe für die Gäste auf und macht es immer schöner. Was ich aber so toll finde, er hat auch für jedes Problemchen außerhalb der reinen Übernachtung eine Lösung. Zunächst natürlich der Kontakt zur Werkstatt von Ali Nassir. Manch einer hat eine Reparatur an seinem Fahrzeug, manch einer will es nur nachsehen lassen nach einer langen Fahrt, und zu Ali ist es nur ein kurzer Spaziergang. Oder ihr braucht nach dem vielen Wüstenstaub auch persönlich eine gründliche Reinigung? Abdellah bringt euch zur lokalen preiswerten Hammam und macht auch noch einen Termin zum Schrubben aus. Nicht nur der Autoreifen ist defekt, auch eure Schuhe halten die Hammada nicht aus, Abdellah kennt den richtigen Schuhmacher. Das Internet, wichtig für meine Arbeit, ist schnell wie der Blitz. Für einfach alles hat er eine Lösung. Dass aber die örtliche Coiffeuse nicht so professionell ist wie in Marrakech, dafür kann er nichts. Also egal was euch fehlt, Abdellah kümmert sich darum.

Die Zimmer haben alle ein eigenes Bad und Klimagerät, und man kann hier schon zu zweit für 450 Dirham wohnen, mit Frühstück im blühenden Garten natürlich. Wer mit Fahrzeug anreist, vor allem Mopeds, der findet in dem abgeschlossenen Garagenhof eine sichere Unterkunft dafür. Im Moment werden sogar noch weitere Zimmer angefügt, im Nebenhaus, von den Bauarbeiten spürt man nichts, und später wird dann auch von diesem Haus eine Tür direkt in den Garten führen. Und eines Tages, ja wenn ihr alle fleißig kommt und Abdellah etwas zu verdienen gebt, dann wird in diesem Garten auch ein kleiner Pool sein.

Wohnmobil-Oasen-Paradies

Tatsächlich konnte ich mich nur schwer von meinem Hotel in Agadir trennen, aber es muss weiter gehen. Heute habe ich eine lange Tour vor mir, von Agadir nach Ouarzazate, insgesamt 360 km, das ist mehr als üblich. Es gibt ja auch etliche Stopps unterwegs. In Taroudannt prüfe ich wieder die Campingsituation, ebenso in Taliouine. In Taznakht, der Teppichmetropole, mache ich ein paar Fotos, fahre aber dann weiter auf der Direktverbindung nach Ouarzazate durch das Tal Ait Douchen. Das kennen nur die wenigsten Leute, dabei ist die Landschaft dort sehr viel schöner als die Hauptstraße. Diese ist eigentlich nur zu empfehlen, wenn man den Abstecher nach Ait Benhaddou machen will. Und gerade auch für Motorradfahrer ist die Route sehr reizvoll, es geht immer mal hinauf und hinab um etliche Kurven. Nur als Hinweis: in meinem Reisehandbuch werden Routen, die besonders schön für Mopeds sind, besonders gekennzeichnet.

Fint

Und auf dieser Straße ist ja dann auch ein Abstecher nach Fint möglich. Fint ist eine hübsche Palmenoase, etwa 20 km von Ouarzazate entfernt, die schon immer gerne als Ausflug von dort angeboten wurde. Bisher war Fint nur auf Pisten zu erreichen, die gerade in der Ortsdurchfahrt schwierig waren, aber nun gibt es eine wunderbare Teerstraße bis in den Ort und auch Wohnmobile können die fahren. An der Ortseinfahrt stehen junge Männer schick gekleidet in Gandora und Chech und wollen mich stoppen. Nee, doch nicht mit mir.

Ich komme also unten an und möchte mir die Hotels ansehen, an Campen denke ich überhaupt nicht, denn das war ja eben früher nicht möglich. Das eine kenne ich schon länger, Terrasse des Delices, dort kann man wohnen und essen. Dann gab es früher noch das Restaurant Tassili, das hat aber nun erweitert, bietet schöne Zimmer an, ich trinke einen Kaffee und mache Fotos. Das wars eigentlich, ich kann weiter fahren. Doch neugierig bin ich ja schon. Was genau wollen diese jungen Männer mir denn anbieten. Also halte ich und komme mit Elhoussaine ins Gespräch.

Freistellplatz

Und bin total erstaunt, dass diese Oase nun wohnmobilfreundlich geworden ist. Ja, man könnte sogar paradiesisch sagen. Hier ist freistehen erlaubt und das an einem wunderschönen kleinen Fleckchen. Elhoussaine zeigt mir den Weg. Es geht auf guter Piste nur noch 100 m weiter,

man überfährt einen ganz niedrigen Wasserlauf, aber aufpassen, darin schwimmen Schildkröten.

Und dann ist da eine große freie, einigermaßen ebene Fläche, wo man ganz einfach und kostenlos stehen kann.Man sucht sich das schönste Plätzchen aus, gleich vorne beim Fluss oder weiter hinten mehr einsam.

Natürlich gibt es weder Wasser noch Strom, aber Brot!!! Direkt am Oued ist ein Haus, dort backt die Hausfrau jeden Morgen das ortsübliche sehr leckere Fladenbrot, groß wie ein Wagenrad, und man kann es bei ihr kaufen.

Elhoussaine führt Besucher auf Wunsch auch durch die Oase, zeigt das bäuerliche Leben, hier werden hauptsächlich Datteln angebaut, nur etwas Gemüse zum Eigenbedarf, und es soll sogar Grotten in der Nähe geben. Dafür zahlt man ihm einen kleinen Obolus und wird dann noch zum Tee in sein Haus neben der Moschee eingeladen. Das ist eine doppelseitig gute Idee, der Besucher erfährt viel über diese außerordentliche Oase und die Bewohner haben die Möglichkeit, wenigstens etwas Geld zu verdienen. Als er mir zum Tee das hausgebackene Brot zusammen mit Olivenöl anbietet, frage ich scherzhaft, ob das Öl auch aus der Oase kommt. Er meint, nein, das wird gegen Datteln eingetauscht. Und das war kein Scherz, hier geht viel noch als Tauschgeschäft.

Ich kann euch allen also nur raten, macht beim nächsten Mal einen Stopp in diesem kleinen Paradies und plant auf jeden Fall mehrere Tage ein.

Reisehandbuch

Die Entscheidung, mich für 3 Tage in ein Hotel einzubunkern, war goldrichtig. Selbst gebucht, ohne Verpflichtung zu dem Inhaber. Anonym, kann tun und lassen, was ich will und eben auch den ganzen Tag auf meinem Zimmer verbringen und arbeiten. Ich war ja völlig fertig, als ich ankam, eine solche Recherchereise ist super anstrengend. Aber habe mich nicht nur gut erholt, mein Buch macht wahnsinnige Fortschritte, ich kann es schon als eBook abgeben.

Hotel Dominium

Das Hotel habe ich versehentlich gebucht. Ich hatte ein komplett anderes im Kopf, in einer ganz anderen Gegend, und war total enttäuscht, als ich hier ankam und feststellen musste, dass es nicht das ist, was ich wollte. Aber gebucht und bezahlt und nicht mehr zu ändern. Aber so langsam gewöhne ich mich daran und muss sagen, es ist ein sehr angenehmes Hotel. Offensichtlich sehr neu, im neuen Viertel Founty gelegen, also zur Innenstadt sehr weit. Aber ich will mich ja auch hauptsächlich im Zimmer einschließen und arbeiten. Obwohl ich bei der Ankunft wegen meiner Enttäuschung ziemlich unfreundlich war, hat mich das Mädel an der Rezeption doch sehr nett behandelt und mir sogar ein Zimmer ganz oben und mit Blick auf den Pool gegeben, was so nicht gebucht war. Es ist aber offensichtlich mehr ein Business-Hotel als ein Urlauber Ressort. Es sind viele Geschäftsreisende da, deshalb gibt es auch schon ab 7 Uhr Frühstück, ideal für mich Morgenmensch. 6 Uhr aufstehen, etwas arbeiten, 7 Uhr runter zum kleinen Frühstück, wieder arbeiten, dann vor 11 Uhr, dem Ende, schnell nochmal runter für einen Kaffee und ein Croissant. Diese Freiheit hatte ich in den Rundreisehotels nicht.

Am besten lief es noch im Riad Nour in Tafraoute. Es gehört Freunden, die für mich volles Verständnis haben. Aber Ibrahim, der Haushüter, konnte halt so gar nicht verstehen, warum ich dauernd am PC saß und „im Internet surfte“. Viel lieber hätte er sich mit mir unterhalten.

Ein normaler Tag sieht so aus, dass ich morgens losfahre auf einer bestimmten Strecke, dort Fotos mache, vielleicht Videos, die Strecke aufzeichne, wenn ich sie noch nicht kenne oder sich was verändert hat, unterwegs sämtliche Campingplätze anfahre, um zu schauen, was es Neues gibt, einige Hotels ebenso. Am Abend komme ich dann in einem Hotel an, wo ich höchstwahrscheinlich vom Hotelbesitzer eingeladen werde, damit ich darüber was schreibe, er darauf lauert, dass ich auch Fotos mache, alles anschaue, das Abendessen genieße, während ich doch eigentlich in mein Zimmer will, um alles aufzuschreiben, was ich am Tag so Neues entdeckt habe. Und meinen Reiseblog schreiben. Mein Buchmanuskript updaten. Alles Interessante für euch in Facebook posten. Und die Bilder sortieren und benennen. Wenn ich das nicht jeden Abend mache, kann ich später die 20 Campingplätze, die ich fotografiert habe, nicht mehr auseinander halten. Und dies alles mir Morgenmensch, der am Abend schlichtweg völlig kaputt ist und am liebsten seine Ruhe hätte.

In der Nacht dann schlafe ich ja eh schlecht, in ständig wechselnden Betten sowieso und bin dann um 6 Uhr schon wach, gehe an den PC, bekomme Kaffeedurst, aber vor acht, halb neun gibt es in den Touristenhotels nichts. Okay, manchmal koche ich mir selbst einen Kaffee, aber nicht immer räume ich für eine Nacht alles aus dem Auto.

Fix und alle

Ich war so erledigt als ich am Atlantik ankam, wollte die letzte Nacht eigentlich noch in Sidi Rbat schlafen, in einem Hotel, an das ich gute Erinnerungen von früher habe, aber eine innere Stimme rief mich nach Agadir. Und das war gut so. Ich war so kaputt, dass meine Familie es schon aus meiner Stimme am Telefon hörte, und so was hat dann auch zur Folge, dass ich nicht immer sehr freundlich bin. Ich kann einfach nicht mehr.

Aber dieses Business-Hotel, das ich eigentlich garnicht wollte, hat für Heilung gesorgt. An der Rezeption sind sehr junge, sehr hübsche Mädels, und so freundlich. Inzwischen bin ich auch nicht mehr so böse, bat sie, mir ein paar Seiten auszudrucken, die ich für mein Buch unbedingt auf Papier brauche. Das haben sie gerne gemacht und sich dann über das Alibuch gefreut, das ich ihnen zum Dank geschenkt habe.

eBook

Ja, und nun, am letzten Abend, kann ich sagen, zumindest das eBook ist fertig und kann schon bestellt werden. Ich werde noch einige Male über das Manuskript schauen, bevor es dann zur Druckerei geht. Allen letzten Bestellern des Reisehandbuchs habe ich ja das eBook kostenlos versprochen. Das dauert aber noch 2,3 Tage. Dann kommt die Datei automatisch.

https://shop.edith-kohlbach.de/eBooks

Und morgen fahre ich weiter. Ach ja, ich würde mich über ein wenig Verständnis von euch freuen.

Camping am Atlantik

Heute nur ein paar Highlights meiner diesjährigen Recherche. Als erstes muss ich den Platz Erkounte erwähnen. Er ist 10 km südlich Mirhleft, quasi auf freier Strecke. Man hat also weder das Highlight, in einen schönen Ort bummeln zu gehen, noch ist man unmittelbar am Meer. Vom Platz hoch über dem Meer führt ein Fußweg hinunter, dann allerdings hat man einen ruhigen Strand fast für sich. Doch das Besondere dieses Platzes ist sein Besitzer. Zusammen mit seinen Söhnen führt Abdellah ihn und er ist immer zum Ansprechen da. Die sanitären Anlagen sind so ziemlich die besten, die ich je gesehen habe, alles ist blitzsauber. Und dann das Restaurant. Abdel backt Brot und Kuchen täglich selbst und auch das Essen ist toll, probiert mal die Fischplatte. Zum Jahresende ist der Platz proppevoll, man muss seinen Platz reservieren und es gibt auch große Feierlichkeiten für Silvester. Dazu gehören sehr komfortabel eingerichtete Bungalows, wo man zum Beispiel seine Familie über Weihnachten nachkommen lassen kann.

Wer aber direkt am Meer stehen will und dennoch einen ordentlichen Platz mit sauberen Sanitäranlagen sucht ist in Aglou Plage gut bedient. Die Stellplätze sind mit alten Büschen bepflanzt, die gerade rausgerissen und durch neue ersetzt wurden. Auch hier ist es in der Saison sehr voll, Reservierung nötig. Etliche Plätze haben Meerblick und direkt vor dem Camping ist ein kleiner Strand. Vorne an der Straße ist ein Laden mit den wichtigsten Lebensmitteln und ein Bus fährt nach Tiznit. Auch dieser Platz ist unbedingt zu empfehlen.

Tiznit Municipal ist zur Zeit geschlossen, es wird heftig gebaut.

Wer nun aber wirklich Sand und Meer und frische Luft will, dem empfehle ich Sidi Wassay. Das ist der Platz am Atlantik, der am dichtesten dran ist und auch ordentliche Sanitäranlagen bietet. Luxus ist es nicht, aber sauber. Dazu gehört ein Restaurant, Schwimmbad, man kann auch in Mobilehomes wohnen und wenn man Glück hat, steht man ganz vorne am Strand. Näher geht es wirklich nicht. Dafür hat man allerdings eine Anfahrt von 16 km von der N 1 her, aber die ist inzwischen vollständig geteert und gut beschildert. Und der Naturpark liegt quasi vor der Tür.

Mein Tipp für Individualisten jedoch, die sowohl das Meer als auch den Naturpark genießen wollen, ist das Hotel LaDune in Sidi Rbat. Sidi Rbat kenne ich tatsächlich schon seit meiner ersten Reise 1986, als es noch ein Hippie-Treffpunk mit sehr primitivem Campingplatz war. Einer dieser Hippies, Peter, hat aber bald schon ein Grundstück gekauft und nun hoch über dem Meer ein Hotel errichtet mit sehr schönen Zimmern, eingerichtet im afrikanischen Stil, Eindrücke seiner Fahrten durch ganz Afrika. Und dieses Hotel bietet Stellfläche für Camping. Der Hof des Hotels ist nicht ganz eben, deshalb hat man nun vor der Tür auf dem Hügel eine ganz ebene Fläche geschaffen, wo man den weiten Blick zum Meer hat. Wer also diesen wunderbaren Naturpark genießen will, ohne so viele Menschen um sich herum wie in Sidi Wassay, ist hier genau richtig, das ist eher noch ein Geheimtipp. Und essen tut man in dem Restaurant auch wunderbar, denn die eigenen Leute gehen täglich aufs Meer zum Fischen.

La Palmeraie Tifnit

Dann kam aber der Höhepunkt an der Küste. Obwohl es 3 km vom Meer entfernt liegt. Die Palmeraie. Beim letzten Mal war ja gerade irgendein Feiertag und ich durfte nicht rein, aber diesmal hinderte mich nichts. Franzosen haben diesen Platz aufgebaut und er ist wirklich mit allem Komfort. In der Qualität nur noch mit Relais de Marrakech zu vergleichen. Hier gibt es keine ordentlich aufgereihten Stellplätze, sondern diese sind in dem riesigen, mit Büschen und Palmen bewachsenem Gebiet frei verteilt und unterschiedlich groß. Ich entdeckte ein deutsches Wohnmobil und sprach kurz mit ihnen. Also, ehrlich, die haben den Vogel abgeschossen. Besser kann man kaum überwintern. Hier ist ein Foto, das aber noch lange nicht ihr ganzes Grundstück zeigt, getrennt davon haben sie einen Anhänger mit PKW, zwei große Solarpanele und ein Sonnenzelt, wo ihre Außenküche untergebracht ist. Alles etwas höher gelegen, also wie eine Terrasse und fast 200 qm groß. Sie können es sich leisten, da der Platz um diese Zeit bei weitem nicht ausgelastet ist. Sie bleiben länger und kommen auch jedes Jahr wieder.

Ich dagegen fahre nach Agadir in mein knapp 20 qm großes Hotelzimmer.

Sahara-Autobahn

Um es nun noch einmal 100 % klar zu stellen, wenn man auf der neuen Sahara-Autobahn von Guelmim nach Süden fährt, so gibt es keine einzige Tankstelle bis kurz vor Akhfennir, das sind knapp 350 km ab Guelmim. Ist man dagegen schon vorher auf der Autobahn, die nördlich Tiznit beginnt, weil man ja schnell in den Süden will, so gibt es an dieser Strecke tatsächlich eine einzige Tankstelle, bei Agadir Bouadane, damit kommen noch einmal 80 km dazu. Ja, eure Fahrzeuge können alle 430 km mit einer Tankfüllung fahren. Aber erstens müsst ihr auch daran denken, auf dieser letzten Tankstelle noch einmal nachzufüllen, und zweitens fährt nicht jeder ganz bis Akhfennir und somit zu einer Tankstelle. Manche Leute können eben nur in engen Bahnen denken. Ich zum Beispiel kam aus der Oase Tighmart und wollte nur nach El Ouatia, und tatsächlich gab es für mich keine andere Möglichkeit, als bei diesen Fässern zu tanken. Anderenfalls wäre mein Auto stehen geblieben. Ein anderer Leser hatte ja auch in Facebook geschrieben, dass die Tankstellen an der Route, wo er es probiert hat, leer waren. Das ist nicht so ungewöhnlich. Die in El Ouatia, die ich sogar in meinem alten Reisehandbuch genannt hatte, ist nun ganz zu. Die Tankstellen sind ja nicht für reiche Touristen, sondern vor allem für den lokalen Verkehr, und der muss aufs Geld schauen. Da ist ein Dirham der Liter billiger schon ein Punkt. Da geht man lieber zum Fass. Und deshalb sterben die offiziellen Tankstellen aus bzw. es werden an der neuen Autobahn erst keine gebaut. Südlich von Akhfennir ist das anders. Da haben ja alle den gleichen, den subventionierten Sprit. Und wer nach Norden fährt, tankt in Akhfennir voll und kommt bequem nach Tiznit. Aber nicht jeder fährt so geradlinig, manche Leute haben eben auch dazwischen zu tun. Tja, einfach mal um die Ecke denken.

Für PKW wird der Sprit in 5 l Wasserflaschen abgemessen, aber LKW werden aus einem Fass mit Handpumpe betankt.

Das war vor Jahren nahe der algerischen Grenze, zwischen Oujda und Bouarfa, genauso. Die Tankstellen starben, am Straßenrand wurde mit Kanistern gewunken. Der Treibstoff kam mit Eseln über die Grenze, die oft ganz allein liefen, weil sie ihren Weg kannten. Da die Grenze heute sehr gesichert ist, gibt es das nicht mehr.

Und ob ihr nun eure Wagen mit dem Fass-Diesel betankt oder nicht müsst ihr ganz alleine wissen. Mein Wagen ist ein Panzer, der verträgt alles. Der beste 4×4, den ich in meinen 39 Jahren 4×4 Fahren hatte.

Oase, Ksar, Atlantik

Von Tafraoute aus ging es zunächst in die Oase Tighmart bei Guelmim. Nur kurz Camping angeschaut. Es gibt ja mehrere Plätze. Ich fuhr zunächst zu Hassan im Camping Oasis. Der erstaunt mich immer wieder. Wie ein Platz, der so verdreckt ist, es immer wieder schafft, Camper anzuziehen. Es waren zwei französische Wohnmobile dort, Hassan selbst war nicht da, aber ich würde hier nicht bleiben. Es verändert sich auch nichts, der Platz ist seit vielen Jahren unverändert und die Franzosen kommen trotzdem. Es liegt natürlich an Hassans Art, er ist sehr offen und gastfreundlich, aber es ist einfach der schmutzigste Platz in Marokko.

Da ist es bei Salah im Ain Nakhla doch ein wenig sauberer, wenn auch hier heute leider kein Camper zu finden ist. Ich fahre weiter zur Übernachtung ins Maison Nomades. Sehr hübsch. Ich habe schon einmal hier gewohnt, 2012. Viel hat sich nicht geändert, die Zimmer haben nun alle ein Bad, aber es ist weiterhin sehr angenehm in der schattigen Oase. Seit ich in Marokko bin ist es ja sehr heiß, auch dort waren es 35 Grad, aber nun geht es zum Atlantik. Schon am Morgen in der Oase waren es erfrischende 18 Grad und es hat eine Weile gedauert, bis das Thermometer schließlich auf 25 Grad gestiegen ist.

Sahara-Autobahn

Die erste Neuerung für mein Buch heute war ja die neu ausgebaute N 1. Sie ist in Teilen eine richtige Autobahn und es ist einfach ein Traum, dort hinzugleiten. Meist kreuzungsfrei, kaum Verkehr, die 100 kann man bis auf die Ausfahrten durchhalten, Städte werden umgangen. Ich habe schon bissige Kommentare gehört, die diese Straße verdammten, so was braucht man doch nicht, völlig überflüssig. Aber das ist eben die deutsche Sichtweise, wo absolut keine Straßen für Autos mehr gebaut werden sollen, linksgrün eben. Aber Marokko ist nicht Deutschland. Der weite Süden, bis hin zur mauretanischen Grenze, ist ein großes Gebiet, und die Leute dort müssen gut versorgt werden. Diese Straße wurde eben nicht für die Touristen gebaut, sondern für die Versorgung der Bevölkerung. Die Distanzen sind weit und diese Straße hilft den LKW sehr, sie sind es auch, denen man hier vor allem begegnet. Tankstellen sind allerdings selten, man muss in den Städten tanken. Ab Akhfennir gibt es ja den verbilligten Treibstoff, da die Saharaprovinzen subventionert werden. Doch bereits in Guelmim, und auch in kleinen Läden entlang der Autobahn wird dieser verbilligte Treibstoff aus Fässern angeboten. An regulärer Tankstelle kostet der Liter Diesel 11 DH, hier 10 DH, und später ab Akhfennir 9 DH.

Ksar Tafnidilt

Die erste Station auf dieser Tour war Ksar Tafnidilt, selbstverständlich in meinen Büchern enthalten. Campingplatz und Hotel, beides, und sehr schön. Doch ihr lieben Wohnmobilisten, wenn ihr meint, dass ihr nun dort hin fahren sollt, lasst es bleiben. Die 7 km Piste bis dorthin sind nichts für euch. Es geht nicht nur über Felsbrocken, sondern vor allem auch über sandige Strecken, und ihr würdet schon auf dem ersten Kilometer stecken bleiben. Diese Etappenstation ist wirklich nur für geländegängige Fahrzeuge. Doch die werden belohnt, es ist sehr hübsch dort und die Französin Magali empfängt euch sehr freundlich. Der Pool war zwar nicht zum reinspringen, aber die Zimmer sind sehr gut, inzwischen gibt es 11 mit Bad, und 10 ohne, und natürlich ist hinter den Haus ein Campingbereich und saubere Sanitäranlagen.

Dann aber wieder zurück auf die „Sahara-Autobahn“, auf der ich mich auf jeden Fall inzwischen wohler fühle als auf Pisten. Die habe ich zur Genüge gefahren, das reicht nun, das überlasse ich den Jüngeren. Ich will nach El Ouatia, dort war ich lange nicht und ich will schauen, wie die Campingsituation dort ist.

Camping Atlantique

Ja, da hat sich einiges geändert. Ich fahre zunächst zum letzten in der Reihe, Equinox, und muss feststellen, dass der inzwischen überhaupt kein Camping mehr anbietet, nur noch Bungalows. Weiter zu Sable d’Or. Der ist im Prinzip wie früher, nur leider kein Mensch vor Ort. Also dann weiter zum Atlantique, der ist auch am nächsten zur Ortsmitte. Und der ist einfach schön. Ich habe es auch schon im letzten Campingführer erwähnt, aber so doch noch nicht gesehen, dieser Campingplatz ist es einfach wert, so weit zu fahren. Sehr liebevoll gestaltet, sehr sauber und sehr freundlicher Empfang. Ein junge Frau, Mariem, empfängt mich und zeigt mir alles, aber dann kommt auch der Besitzer Youssef, sein in meinem Buch erwähnter Vater Mohamed ist inzwischen verstorben. Auf dem Platz sind ja auch wunderbare Bungalows, und ich werde eingeladen, hier eine Nacht zu wohnen. Er sagt zwar, eine Nacht, eine Woche, wie du willst, aber so viel Zeit habe ich nicht, ich muss weiter.

Diese Bungalows sind ein Traum, sie haben entweder ein oder zwei Schlafzimmer, Küche und Salon und sie sind sehr sauber. Nur ein Manko gibt es, der Platz ist nicht direkt am Meer. Direkt dahinter ist die Mauer eines Gebäudes, man muss ein wenig laufen, um ans Meer zu kommen. Aber der adrette Platz ist es wert  und nun der beste in El Ouatia.

Ich fahre in den Ort, zum Bäcker, und bekomme ein heißes Brot. In meinem super Bungalow dann ein Dejeuner mit französischer Pastete und Rotwein, was will man mehr.

Sahara-Autobahn

Ksar Tafnidilt

Tafraoute 2025

Ich bin tatsächlich nicht in die Stadt gekommen, um zu recherchieren, denn ich bin ziemlich oft hier. Hassan, seine Brüder und Freunde sind wie Familie für mich und ich fühle mich hier sehr wohl. Diesmal bin ich vier Tage hier, um an meinem Reisehandbuch zu schreiben, die Zeit läuft mir irgendwie davon. So sitze ich schon um 7 Uhr morgens im Riad Nour am Tisch, Ibrahim – Hausmann, Rezeptionist, Koch, Mädchen für alles, bereitet derweil das Frühstück zu, andere Gäste sind zur Zeit nicht da und es ist geradeso, als sei das mein Haus. Wenn Ibrahim weg muss gibt er mir die Schlüsselgewalt. Dann sitze ich so bis 16 Uhr völlig versteift am Computer und arbeite wie verrückt, was Ibrahim so gar nicht verstehen kann. Ständig bringt er Tee oder versucht mich mit einem Tajine zu erfreuen, aber gerade jetzt, nach einem Monat im Land, kann ich Tajine überhaupt nicht mehr sehen und knabbere aus eigenen Beständen. Okay, ab und zu geht es auch ins Restaurant La Kasbah, zur gleichen Familie gehörend.

Am Abend fahre ich dann mit Hassan mal die Campingplätze ab, aber es sind einfach kaum Leute da, es ist noch zu früh. Schade, denn ich plaudere gerne mit den Campern. So bleibt mir denn nichts anderes zu tun, als schnell noch mal zu den Blauen Steinen zu fahren, wie ich sie immer genannt, habe, aber so blau sind die nicht mehr. Die Steine wurden 1984 von dem belgischen Künstler Jean Verame mit über 18 Tonnen Farbe in den Farben rot, blau, schwarz und vio­lett bemalt. Obwohl es ein Eingriff in die Natur ist, ist dieser Anblick sehr be­eindruckend. Mein erster Besuch in Tafraoute war 1987 und ich habe so noch die Originalbemalung mitbekommen. Natürlich kann ich die Fotos heute nicht zeigen, denn dies sind Dias, die brav zuhause stehen.

Diese erste Farbe hat sehr lange gehalten, es muss eine gute Qualität gewesen sein, aber irgendwann war sie doch verblasst und die Stadt Tafraoute hat erkannt, was für ein Touristenmagnet dies ist. Deshalb werden die Steine nun alle paar Jahre nachgepinselt, aber ganz offensichtlich ist die Farbe lange nicht mehr so gut und sie verblasst sehr schnell. Nicht nur hat man außer den Originalfarben nun noch weitere Farben und Steine dazu genommen, schlimmer ist, dass die Touristen nun meinen, sie müssten sich irgendwie darauf verewigen.

das war 2019

und das 2025

Da ich sonst nicht viel unternommen habe, verlinke ich hier nochmal die Videos von dem letzten Besuch.

Tafraoute – Momo & Said: Werkstatt und Garage

Ich komme schon um die Mittagszeit in Tafraoute an, fahre zum Restaurant La Kasbah, und treffe natürlich sofort Hassan. Ich glaube, es gibt keinen Camper, der je in Tafraoute war, der Hassan nicht kennt. Er ist einfach überall und wir sind schon seit Jahren befreundet. Natürlich kann er schöne Ausflüge mit euch machen, aber das ist nicht alles. Hassan hat für jedes Problem eine Lösung. Wer natürlich auch gleich da ist, ist mein Freund Houcine Laroussi. Er hat im Zentrum den kleinen Laden Coin Nomad und ich habe sein Foto für meinen neuen Werbeaufkleber ausgewählt, einfach weil es so schön und farbig ist. Das macht ihn sehr stolz und natürlich bekommt er auch einen Stapel davon geschenkt.

Garage Momo & Said

Ich habe nicht die Absicht, in Tafraoute allzuviel herum zu fahren, denn ich will in erster Linie am neuen Reisehandbuch schreiben. Allerdings machen wir doch einen kurzen Trip zu Momo und seiner Garage. Ich hatte schon im letzten Jahr gesehen, dass Momo und Kollegen nicht nur alle möglichen Arbeiten am Fahrzeug ausführen, sondern auch einen Stellplatz angelegt haben. Offiziell als Parkplatz für die wartenden Kunden, aber daraus hat sich doch viel mehr entwickelt und ich kann es jetzt als offiziellen Stellplatz aufnehmen. Im letzten Jahr war ja alles noch ein wenig schmutzig und unordentlich, aber nun hat er schöne Stellflächen mit Büschen abgeteilt, es gibt Stromanschluss und hinter der Garage ist ein neues Sanitärgebäude mit WC, Dusche und Waschbecken. Und das alles für 20 DH täglich in sicherer Atmosphäre. Das ist nicht zu schlagen und deshalb ist es auch kein Wunder, dass er von allen Stellmöglichkeiten um Tafraoute herum die meisten Kunden hat. Ideen muss man halt haben.

Noch ist es in Tafraoute sehr ruhig, die Wintersaison mit hunderten von Wohnmobilen hat noch nicht angefangen, aber das ändert sich bald. Deshalb ist man mit großen Arbeiten im Moment bei Momo auch richtig, zur Zeit wird zum Beispiel bei einem alten Wohnmobil das ganze Innere herausgenommen und völlig neu gestaltet. Auch das können Momo und seine Mitarbeiter. Ein anderes Fahrzeug steht derweil in der Garage und wird komplett neu gespritzt.