Marokko nach Corona

Es waren genau zweieinhalb Jahre, in denen mit Marokko nichts lief. Nach Ausbruch der Pandemie hat Marokko seine Grenzen ziemlich schnell und abrupt dicht gemacht. Es war Anfang März, noch viele Wohnmobilisten waren im Land, um wie jedes Jahr die Wintermonate dort zu verbringen. Von einem auf den anderen Tag konnten sie das Land nicht mehr verlassen. Als dann die Bundesregierung Sonderflüge organisierte, um wenigstens die Menschen nach Hause zu bringen, mussten viele ihr teures Gefährt im Land zurücklassen, auf lange, lange Zeit.

Das hat vielen einen Schock versetzt. Einzelne blieben zwar vorläufig im Land, gestrandet auf einem Campingplatz, wo oft sich der Inhaber super nett um seine Gäste gekümmert hat. Hier ein paar Fotos vom Camping Soleil in Sidi Kaouki aus dieser Zeit:

Doch mit Schließung der Grenzen war Marokko als Urlaubsland erstmal vorbei. Meine schönen Reiseführer blieben im Lager, keiner wollte mehr ein Buch kaufen und ich war arbeitslos. Eine schreckliche Zeit. Geht es mir doch nicht um die paar Euro, die ich mit den Büchern verdiene, wobei gar nicht viel bleibt, wenn Nebenkosten und Recherche-Reise bezahlt sind. Aber mein Lebensinhalt war weg. Keiner rief mehr an und stellte Fragen zu Marokko, keine nächste Reise konnte geplant werden, nein, wir mussten alle zuhause bleiben.

Im November 2020 bestellten dann ein paar Hoffnungsvolle doch wieder ein paar Bücher, die Grenzen sollten angeblich wieder geöffnet werden, aber die Lage war doch immer noch viel zu unstabil. So hat sich das auch wieder gelegt. Erst im August 2022, als nicht nur die Grenzen wieder geöffnet waren und auch die Fähren wieder fuhren, festigte sich der Marokkowunsch in vielen Herzen erneut. Langsam ging es aufwärts.

Meine wichtigsten Bücher sind das Reisehandbuch mit Beschreibungen von Land, Leuten und vor allem Straßen, sowie der Campingführer. Und dieser letzte ging inzwischen aus. Ein Nachdruck des alten hätte keinen Sinn gemacht, aber ich konnte auch noch nicht nach Marokko fahren, aus privaten Gründen. Also begann ich eine große Aktion, die Campingplatzbesitzer zu kontaktieren. Das ist nicht leicht. Denn telefonieren wollte ich nicht, viel zu teuer. Also schrieb ich die, von denen ich eine Email habe, an. Der Rücklauf war bescheiden, aber dennoch, ein neues Buch musste her. Eine so große Auflage wie vor Corona kam nicht infrage und wenn die Druckkosten einer Kleinauflage unter dem erzielbaren Verkaufspreis bleiben sollten musste ich kürzen. Deshalb schmiss ich zunächst mal Mauretanien raus, über dieses Land hatte ich sowieso keine neuen Informationen. Nur allzugerne möchte ich mal wieder dorthin fahren, die Reise wäre von den Coronabedingungen sogar noch vor Marokko möglich gewesen, aber ich verkaufe doch recht wenig Bücher über dieses kleine Land und kann mir noch keinen Neudruck leisten. Also wurde der ursprüngliche Campingführer von 360 auf 236 Seiten gekürzt, was gerade so einen vertretbaren Druckpreis ermöglichte. Doch kaum war das Buch im Druck trudelten immer noch Emails von den Campingplätzen ein. Ja, ich hätte warten können, aber dann hättet ihr kein Buch gehabt. Bis heute bekomme ich noch Antworten, manche Inhaber lassen sich richtig Zeit oder antworten überhaupt nicht. Ich habe das so gelöst, dass ich in meinem Shop

https://shop.edith-kohlbach.de/

im Bereich eBooks ein kostenloses Update eingestellt habe, wo die verspäteten Antworten aufgeführt werden.

Nun sind also die ersten Besucher wieder in Marokko eingetroffen. Und man hört nur Gutes. Fast alle Campingplätze haben weiterhin geöffnet, die Preise haben sich nur unwesentlich geändert, vor allem natürlich der Strompreis. Die Marokkaner selbst sind unendlich glücklich, dass ihr wieder kommt und wir wollen einfach nur hoffen, dass die Zukunft gesund und friedlich bleibt.