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New Smyrna Beach Home Show

Was liebe ich solche Veranstaltungen. Die lokalen Gewerbe stellen aus, verteilen Bonbons und kleine Geschenke, geben praktische Einkaufstaschen ab, um die schrecklichen Plastiktüten einzusparen (was aber leider nicht klappt) und es gibt immer interessante Gespräche. Normalerweise sind solche Shows in der Halle, aber in New Smyrna findet sie immer in der historischen Canal Street statt. Und das Wetter war natürlich wieder wunderbar. Ich bekam nur einen Schritt von der Canal Street einen Parkplatz für mein SUV, auch das etwas, was es in Deutschland nicht gäbe bei einer solchen Veranstaltung.

Und wie von selbst wurden alle Dinge erledigt, die auf meinem Plan standen, die ich immer aufgeschoben habe. Zunächst Waste Pro. Das ist die Firma, die den Müll sammelt und mit der ich böse bin. Natürlich sammle ich seit Anbeginn alle recyclebaren Abfälle in der grünen Kiste, aber diesmal wurde mein erster Kasten nicht geleert. Stattdessen hing ein Zettel daran, dass Glasflaschen nicht mehr genommen werden.

Gut, ich habe alles Glas heraus genommen und die folgende Woche meine Kiste wieder an den Straßenrand gestellt. Nix da, sie wurde wieder nicht geleert. Wieder hing ein Zettel daran, aber diesmal ohne dass angekreuzt war, was denn so falsch war. Da wurde ich stur, seitdem recycle ich nicht mehr. Und konnte dies den Leuten vortragen. Ja, sagten sie, es hat Änderungen gegeben, Glasflaschen können nicht recycelt werden und ob ich denn keinen Flyer bekommen hätte. Nein, habe ich nicht. Sofort wurde meine Adresse aufgeschrieben und er bat mich ganz lieb, doch wieder zu sammeln, wenn ich denn den Flyer bekommen hätte, den sie mir schicken.

Am nächsten Stand ging es um Medical Research. Ich wollte näheres wissen. Und wurde sofort zu einem kostenlosen Mittagessen im Golden Coral eingeladen. Das lasse ich mir natürlich nicht entgehen, wenn ich auch nicht im Traum daran denke, mich als Versuchskaninchen missbrauchen zu lassen. Aber diese Informationen werde ich mir sehr gerne einmal anhören.

Dann kam ich zu dem Stand einer Versicherung. Volltreffer! Das ist genau die Versicherung, die meine Nachbarin neu abgeschlossen hat und die auch ältere Mobilheime versichern würden. Am Montag habe ich einen Termin, wäre schön, wenn das klappen würde vor dem nächsten Hurrikan.

Aber der Höhepunkt kam dann! Der Stand eines Bikeshops. Auch der stand auf meinem Programm, den wollte ich in den nächsten Tagen besuchen und mein Buch anbieten. Die Chefin war vor Ort und sofort begeistert. Auch mit ihr habe ich einen Termin am Montag und sie möchte mir am liebsten alle noch vorhandenen Exemplare abkaufen. Oje, langsam wird es eng. Ich habe nicht mehr viele.

Und ob man es glaubt oder nicht, als ich heim kam klingelte das Telefon. Der Port Orange Bikeshop will mehr Bücher.

Ich glaube das wird doch noch was mit der Time-Bestsellerliste.

Hickory Bluff und DeBary Hall

Was haben die beiden gemeinsam? Schnell und einfach gesagt, absolut nichts! Außer dass beide heute auf meinem Programm standen und insgesamt einen wunderschönen Tag ergaben.

Schon um 8 Uhr musste ich aus dem Haus, weil Trey vom Volusia County zu einem interessanten Event eingeladen hatte. Hickory Bluff ist eines der vielen naturbelassenen Grundstücke, die der Kreis aufgekauft hat, um die Natur zu bewahren. Für mich bedeutet das eine knappe Stunde Anreise, um mitten im Wald dann 26 Leute zu treffen, die alle ein Smartphone in der Hand haben.

Denn genau das war das Thema des heutigen Tages, Einführung in die App iNaturalist. Damit kann man mit seinem Smartphone alles Mögliche fotografieren, und sei es nur ein Loch im Boden, und die App gibt einem dann Vorschläge, was es sein könnte. Dafür braucht man natürlich eine Internetverbindung im Wald, die ich nicht habe. Bin also die Einzige ohne Handverlängerung. Aber Trey hat sich erbarmt und mir sein Tablet geliehen und es war wirklich toll. Es funktioniert. Mein Loch im Boden wurde zwar nicht korrekt erkannt, aber das kleine Sandhäufchen als Blattschneiderameise. Der Fuß einer Teilnehmerin richtig als Homo Sapiens. Ich bin begeistert, aber brauche Internet in der Wildnis.

Dann ging es Richtung Sanford, wo ich einen Bike Trail recherchieren wollte, der im Sommer gebaut worden war und noch nicht in meinem ansonsten sehr aktuellen Buch enthalten ist. Das hat alles gut geklappt und dann fuhr ich zum Bikeshop in Sanford. Dort hatte ich ja Anfang Dezember gefragt, ob Interesse an meinem Bikebook besteht und man hatte mir sehr zögerlich 3 Exemplare abgekauft. Hatte mich dann nicht so schnell wieder dorthin getraut. Fasste heute allen Mut zusammen und ging rein, den Blick direkt auf die Theke gerichtet. Dort stand nichts von mir. Der Inhaber kam, ein junger Typ mit Dreadlocks, und als ich sagte, wer ich sei, leuchteten seine Augen auf. Ja, alle Bücher sind weg und bitte neue.

Das freut einen doch. Irgendwann stehe ich noch auf der Times-Bestsellerliste. Inzwischen war Mittag vorbei und um 3 Uhr sollte ich Roger Fulton in DeBary treffen, zu einer Biketour. DeBary ist nicht weit von Sanford und erst nach Hause fahren lohnt nicht, also fuhr ich in die nächste Mall. Oh, mein Gott. Da habe ich bisher die Volusia Mall gemocht. Aber die Mall in Sanford ist fünfmal so groß. Auch Hollister war da und ich hatte noch einen Gutschein. Also nichts wie hin und einen sehr molligen Trainingsanzug gekauft für 13 $ nach Gutschein. Solche Preise bekommt man in Deutschland nicht. Ich will ihn gar nicht mehr ausziehen, so gemütlich ist er, aber geht nicht, es ist einfach zu warm. Das ist ja auch so lustig hier. Die Fernsehnachrichten leben von Katastrophen und das Wetter ist natürlich immer gut für so was. Der Florida – Winter ist eher warm, aber ab und zu rollen Kaltfronten durchs Land, die dann immer richtig schön ausgeschlachtet werden und dargestellt, als ginge gleich die Welt unter. Dummerweise ist der Winter dieses Jahr sehr mild und sie haben nicht so richtig was zum Ausschlachten, also wird die augenblickliche „Kaltfront“ so richtig durchgehechelt. Nur ist sie sehr, sehr warm. Waren es letzte Woche noch 84 °F, also etwa 28 °C, so sind es jetzt nur 74, also eisig (23 °C). Und ganz einfach zu warm für mein molliges Teil.

DeBary Hall

Ich war recht früh an der DeBary Hall. Das ist das ehemalige Wohnhaus des Stadtgründers, ein wunderschönes Südstaatenhaus, heute Community Zentrum und auch offen zur Besichtigung. Roger Fulton hatte dorthin zu einer Tour eingeladen. Mit diesem Mann habe ich ja erstaunlich viel gemeinsam. Zunächst einmal ist er genauso alt wie ich, aber dann ist er ebenfalls Buchautor. Er schreibt Bücher über Kayking, Biking und Hiking. So richtig Konkurrenten sind wir aber nicht, weil er kein aktuelles Bikebook hat. Ich habe ihn schon vor etwa 3 Jahren kennengelernt und auf den ersten Blick nicht gemocht. Er ist ziemlich dominierend, war in seinem früheren Leben ja auch Polizeioffizier im Staate New York, ist aber schon lange retired. Wenn er eine Wanderung führt gibt es ganz klare Regeln. Keiner geht vor ihm und keiner nach dem Schlussmann usw. Er ist nicht so lässig wie Trey. Und natürlich ist er allen anderen überlegen und mich nahm er schon gar nicht ernst.

Aber dann schloss ich mich einer seiner privaten Biketouren an und lernte ihn von einer ganz anderen Seite kennen. Er kann total nett sein und nimmt mich inzwischen sogar als Kollegin wahr. Okay, vielleicht ein paar Stüfchen unter ihm, aber immerhin. Und was mir besonders gefällt, nach seinen Touren gibt es immer ein wenig Socializing. Beim ersten Mal hatten wir ja eine Weihnachtstour in der Nähe seines Hauses gemacht und anschließend lud er uns zum Eggnogg, ein gwürztrer Eierpunsch, typisch hier für die Weihnachtszeit. Wenn wir draußen unterwegs sind hat er eine kleine Kühltasche mit Bier und Wein und ermuntert auch die anderen etwas mitzubringen. Mach ich sicher das nächstemal, diesmal ging es ja nicht, da ich schon so früh das Haus verlassen musste. Aber diese kleinen Zusammensein, wo man die anderen Teilnehmer auch etwas besser kennenlernt, sind einfach schön. Und ich kam richtig zufrieden und erfüllt nach Hause.

Und was werde ich das alles in Taunusstein vermissen!

St. Augustin to Palatka State Trail

Die Feiertage sind vorbei, die Familie weg, da kann ich mich wieder den Biketrails widmen. Die Jahre über, in denen ich den Winter in Florida verbringe, habe ich ja immer andere Vorlieben gehabt. Am Anfang war der Beach, dann habe ich die Naturparks erkundet, danach die Vögel bestimmt, und nun sind halt die Biketrails dran. Mein Bikeführer kommt hier ganz gut an, ist es doch der einzig aktuelle über die Region, den es gibt. Aber natürlich möchte ich auch den erweitern und so fuhr ich also gestern nach Palatka in Nordflorida, um einen weiteren Trail zu erkunden.

Die Region um Palatka war in früheren Zeiten eine wichtige Station in Florida, zu Zeiten, als es noch die Eisenbahn gab. Das Hinterland von St. Augustin diente vor allem als Garten, in dem Gemüse für die Küstenregion gezogen wurde. Es gab den sogenannten “potato belt” mit den Orten Armstrong, Hastings, Elkton and Spuds. Das sind heute eher sterbende Gemeinden, aber Palatka am breiten St. Johns River hat seine Wichtigkeit behalten, wenn auch die Eisenbahn längst eingestellt wurde. Und genau auf diesem alten Eisenbahndamm wurde der schöne Biketrail installiert.

Obwohl der Name impliziert, dass der Beginn in St. Augustin ist, diese schöne, älteste Stadt in Florida, ist doch tatsächlich der Start sehr viel weiter westlich in Vermont Heights. In dieser Gegend sind vor allem mehrere Zementwerke und möglicherweise waren diese Firmen an die Bahn angeschlossen, obwohl ich glaube, dass der Zementtransport doch weitgehend über die Straße geht. Aber tatsächlich hat man die Bahngeleise bis zu den Werken stehen lassen, erst danach wurden sie entfernt und auf dem Damm ein geteerter Weg angelegt, durch die freie Natur. Für Wanderer und Fahrradfahrer. Zu Beginn gibt es Parkmöglichkeiten. Da der ganze Trail 31 km lang ist und ich die nicht hin und zurück fahren möchte/kann, fahre ich jeweils zu den Trailheads mit Parkplatz und erkunde den Pfad von daher vor und zurück. Außerdem verläuft er auch für einige Zeit entlang der Straße, so dass ich das nicht selbst fahren muss. Wie wünschte ich mir hier einen freundlichen Helfer, der mich am Beginn absetzt und am Ende wieder abholt, dann könnte ich alles ohne Probleme fahren.

Dieser spezielle Trail geht also weitgehend durch freie Natur und berührt doch einige interessante Orte, die wie so oft in Florida kaum zu erkennen sind, da ziemlich weitläufig. Zunächst komme ich nach Armstrong. Hier waren in der frühen Siedlerzeit Kartoffel- und Gemüsefelder, aber vor allem wurde hier auch die Eisenbahn gebaut und es entstanden einige Camps, in den denen die Eisenbahnbauarbeiter mit ihren Familien lebten. 1912 dann wurden 40 Grundstücke an afro-amerikanische Familien vergeben und Armstrong ist daher eine der ersten afro-amerikanischen Siedlungen in Florida. Ich kam kurz vorher an eine Stelle, wo der Trail nicht mehr entlang der Straße geht, ich also parken musste, um auf dem Rad weiterzuforschen, aber es gab kein Trailhead mit Parkplatz. So ganz einfach will ich mein Auto aber auch nicht in die freie Natur stellen. An einem Haus saß ein Mann in seiner Hollywoodschaukel, ein Schwarzer. Ich fragte ihn, ob ich den Wagen mal für eine Stunde im Wald abstellen könnte, aber er zeigte mir sehr freundlich den Platz neben seinem Auto und ich konnte beruhigt weiterfahren. Also auch heute ist die Gegend noch immer afro-amerikanisch, was ja nicht so häufig in Nordflorida ist.

Armstrong selbst war zwar winzig, es hat etwa 300 – 400 Einwohner, aber doch recht ordentlich und freundlich mit Post und Kirche. Erst mit dem Biketrail wurde es an die Öffentlichkeit angeschlossen, vorher rauschte alles auf der etwas entfernten Straße 207 vorbei. Ganz anders erging es mir aber in Hastings. Wenn es auch fast schon wie eine kleine Stadt wirkt, hatte es dennoch selten mehr als die heutigen 600 Einwohner, war aber trotzdem ein wichtiger Ort, wovon das stolze Gebäude der Hastings Potato Grower Association zeugt. Aber die übrigen Häuser sind überwiegend in einem traurigen Zustand, teils in Ruinen und schon um die Mittagszeit kam mir ein Betrunkener lallend entgegen. Kein Ort, um sich aufzuhalten. Danach ging der Biketrail erst einmal entlang der Straße 207, zwar getrennt vom Fahrweg, aber ohne Schatten. Und ohne Probleme kam ich zum offiziellen Ende des Trails in East Palatka. Diese Stadt liegt am breiten St. Johns River, in früherer Zeit eine wichtige Schifffahrtsstraße, auf dem Dampfschiffe liefen. Die eigentliche Stadt mit dem historischen Distrikt liegt auf der westlichen Seite und es war schön zu sehen, dass der Trail am offiziellen Ende nicht wirklich endet, sondern tatsächlich über die große Brücke in das eigentliche Palatka führt. Übrigens fand ich in East Palatka nicht sofort den Trailhead und hielt ganz kurz am Straßenrand, ein Streifenwagen kam vorbei und fragte sofort, ob ich Probleme habe, gab mir sehr freundlich Auskunft.

Wer in Palatka ist sollte unbedingt den Ravine Gardens State Park besuchen, vor allem, wenn man wie ich zu Beginn des Jahres dort ist. Auf dem Weg dorthin kann man noch die schönen alten Häuser am Fluss bewundern. Wer das flache Florida gewöhnt ist wird erstaunt sein, dass es hier eine relativ tiefe Schlucht gibt, Ravine in Englisch, an deren Hängen die wilden Azaleen wachsen und in deren Tal frische Quellen sprudeln. Zu Anfang gibt es einen formal angelegten Garten, aber von dort geht ein Fußweg aus roten Backsteinen, typisch für Palatka, durch den Park, auf dem man die Azaleen bewundern kann, die von Januar bis März blühen, die Schlucht auf abenteuerlichen Holzbrücken überqueren und zu den Quellen kommt. Für Radfahrer gibt es einen 3 km langen geteerten Trail um die Schlucht herum mit herrlichen Ausblicken und Picknicktischen.

Das Fazit dieser Tour: Unbedingt empfehlenswert. Der Ausflug führt in ein ganz anderes Florida als das touristisch aufgemotzte, der Abschluss mit dem Ravine Gardens State Park ist toll und der Biketrail ist durchgehend.

Weihnachtsbesuch in Florida

Nun ist wieder Ruhe eingekehrt. Und ich vermisse sie schon. In diesem Jahr hatte mich meine Familie über Weihnachten in Florida besucht und es war wunderschön. Zu Silvester hatten wir am Abend zunächst eine Dinnershow besucht, das Polynesian Fire Luau im Hawaiian Inn in Daytona Beach. Es war wirklich ein Erlebnis. Danach ging es in die Mainstreet, wo am Silvesterabend immer zahlreiche richtig gute Band spielen und zum Abschluss gab es Feuerwerk am Strand.

Ein weiteres Highlight war für meinen Sohn Brian die Fahrradtour von Sanford nach Orlando und zurück. Eigentlich habe ich ja nur für ihn mein Bikebook über die Bike Trails in Central Florida geschrieben:

https://shop.edith-kohlbach.de/epages/0fe3ac9e-c832-4c40-930f-078d3bf05905.sf/de_DE/?ObjectPath=/Shops/0fe3ac9e-c832-4c40-930f-078d3bf05905/Products/1041

Als Geburtstaggeschenk hatte ich ihm diese Rundfahrt ausgearbeitet mit einer Übernachtung in einem wirklich herrschaftlichen Hotel in Orlando, mitten im Zentrum und im Ausgehbereich, so dass er abends Barhopping machen konnte. Na, über Whatapp konnte ich genau sehen, wann er wieder online war und damit im Bett, es war sehr zeitig.

Vorsicht: Portugiesische Galeere

Heute war wieder ein Bike Ride mit der Gruppe Explore Volusia. Wir haben viel über Wale erfahren, obwohl wir natürlich keine sehen konnten am Strand. Aber doch lag da etwas sehr Interessantes. Es glitzerte mich blau an und ich wusste zunächst nicht, ist es ein kaputtes Spielzeug oder ein Meerestier. Doch stellte sich schnell heraus, dass es eine Portugiesische Galeere (Physalia physalis), engl. Atlantic Portuguese man o‘ war ist, auch Floating Terror genannt. Sie erinnert zwar an eine Qualle, gehört jedoch streng genommen nicht dazu, sondern zur Gattung der Seeblasen (Physalia). Doch Aufatmen ist nicht angebracht, sind doch ihre Tentakel giftiger als alle Quallen. Und sie ist an Floridas Küste nicht unbedingt heimisch.

Wikipedia sagte dazu (Auszug):

Die Portugiesische Galeere findet sich in erster Linie im Pazifik, aber auch vor den Kanaren und vor Portugal. Sie ist zudem in der Karibik verbreitet, etwa vor der Küste Kubas. 1975 waren große Schwärme vor der niederländischen Küste anzutreffen. Ende Februar und Anfang März 2011 wurden an der Atlantikküste von Florida am Strand zahlreiche Exemplare angespült. Vor allem am berühmten Miami Beach lagen hunderte Portugiesischer Galeeren von 5 bis 15 cm Größe mit teils meterlangen Tentakeln. Wie schon im Frühjahr 1981 waren in Cocoa Beach etliche an Land gespült worden.

Gegen Ende August 2012 wurde ein Exemplar vor der korsischen Ostküste gesichtet. Am 10. April 2018 wurden vier lebende Exemplare in der Bucht von Es Torrent von San José/Ibiza von einer Gruppe Windsurfer entdeckt. Am 13. April wurde erstmals ein Strand (Les Salines) auf Ibiza wegen diverser Portugiesischer Galeeren für Schwimmer gesperrt. Mitte Mai 2018 wurde der Badestrand von Alicante gesperrt, weil Portugiesische Galeeren angespült worden waren. Unweit davon, in Murcia, starb im Juni 2019 eine junge Frau, nachdem sie beim Baden verletzt worden war. Hauptgründe für das verstärkte Auftreten der Portugiesischen Galeere ist zum Einen die Überfischung der Thunfische, der Temperaturanstieg der Meere sowie auch größeres Nahrungsangebot durch Überdüngung, was zu verstärktem Algenwachstum führt.

Die bläulich schimmernde bis 30 cm messende sackförmige Gasblase (Pneumatophore) sorgt für den Auftrieb. Sie ist gefüllt mit auf 15 Prozent Sauerstoff abgereicherter Luft mit einem variablen Anteil von 0,5 %–13 % Kohlenmonoxid, das die Staatsqualle in einer „Gas-Drüse“ aus der Alpha-Aminosäure L-Serin selbst herstellen kann. An den Tentakeln finden sich bis zu 1000 Nesselzellen pro Zentimeter, die ein Giftgemisch aus verschiedenen Proteinen enthalten. Dieses wirkt schon bei Hautkontakt direkt an den Nervenzellen, wo es zu einer Übererregung führt. Das Gift kann kleinere Fische und andere Beutetiere töten. Bei Menschen verursacht die Nesselung starke Schmerzen. Auf der Haut hinterlässt der Kontakt mit den Tentakeln rote Quaddeln, die an einen Peitschenhieb erinnern. Die Quaddeln verschwinden erst nach zwei oder drei Tagen, der Schmerz lässt nach rund einer Stunde nach. Das Gift kann jedoch auch die Lymphknoten erreichen, wo es noch größere Schmerzen verursacht. Allein an den Küsten Australiens verbrennen sich jährlich bis zu 10.000 Menschen an Portugiesischen Galeeren und eng verwandten Quallenarten.

Ein gesunder Erwachsener übersteht „Verbrennungen“ durch die Qualle ohne Lebensgefahr. Bei geschwächten Menschen oder Allergikern besteht die Gefahr eines allergischen Schocks, der tödlich enden kann. Medizinische Ratgeber empfehlen, einen Arzt aufzusuchen, wenn der Schmerz sehr stark ist oder länger anhält, die Wunden sich verschlimmern, wenn Krankheitsgefühle oder Entzündungssymptome auftreten.

Abgerissene Tentakel enthalten noch Nesselzellen. Die Nesselzellen bleiben noch mehrere Tage lang aktiv und gefährlich, wenn Quallen am Strand angespült wurden. Medizinische Ratgeber empfehlen außerdem, die Stiche in keinem Fall mit Essig oder Süßwasser auszuwaschen, sondern mit Salzwasser, sowie die Überreste der Tentakel vorsichtig zu entfernen. Dabei sollten die Tentakel nicht berührt werden, weil sie weiter nesseln können. Heißes Wasser über 45  C lässt die Eiweiße des Gifts  denaturieren.

Handwerker!

Ich habe an der Spüle in der Küche einen Wasserhahn und zusätzlich einen Sprühkopf, mit dem man gut die Becken ausspülen kann, Standard hier in USA. Meine Küche selbst ist alt, die Schränke bestehen aus Pressspahn. Oder wie das heißt. Eines Tages kam ich also heim und sah mit Schrecken, dass die untere Küchentür aufgedunsen war, auf dem Boden lauter feuchte Brösel. Die Prüfung ergab, dass der Schrank unter der Spüle feucht war und die Küchentür aufgelöst hat. Erstmal einen Eimer unterstellen, dann standen zwei Aktionen an: Zunächst mal einen Installateur anrufen, um das reparieren zu lassen und dann jemand finden, der mir eine neue Küchentür schnitzt. Termin für Installateur war dann Dienstag und ich erinnerte mich an einen Mann in der Nachbarschaft, der schöne Briefkästen aus Holz baut und verkauft. Also fuhr ich mal kurz mit dem Fahrrad dorthin und traf ihn auch direkt vor dem Haus an, er hat mir versprochen, sich am heutigen Mittwoch darum zu kümmern.

Also, der Installateur kam, sah und fand. Mein Sprühkopf sei undicht und das Wasser tropft entlang des Schlauchs nach unten. Der Wasserhahn sei uralt, Teile gibt es nicht mehr, reparieren geht nicht. Ein neuer Wasserhahn muss her, vermutlich ohne Sprühkopf, die gibt’s nicht mehr, der Auslass muss dann zugemacht werden. Schnell kramte ich in meinen Unterlagen und fand eine alte Rechnung, von genau der gleichen Firma. Vor exakt 10 Jahren hat er mir das alles neu eingebaut für fast 300 $. Von wegen uralt. Das hat ihm überhaupt nicht gepasst, dass ich ihm die Rechnung gezeigt habe und nach kurzem Wortwechsel stürmte er einfach davon. Erstmal war ich fassungslos, dann rief ich in der Firma an. Aber die Frau am Telefon war genauso unfreundlich, die Teile gibt es nicht mehr, man kann nicht reparieren und sie sei ja wohl nicht für die schlechte Qualität verantwortlich, habe das Teil nicht hergestellt.

Ich schrieb mein Leid an die Nachbarin, die sofort ihren Mann vorbei schickte. Er ist jetzt auch nicht unbedingt Handwerker, meinte aber, er könne mir einen neuen Wasserhahn einbauen. Den bekomme ich so für 80 – 100 $ und das wird dann doch billiger.

Aber erst einmal war ja Abend und Nacht. Im Bett habe ich immer die besten Ideen und tatsächlich wachte ich auf mit einem Gedanken: Wenn wir die Wasserzufuhr abklemmen könnten in dem Schlauch zum Sprühkopf, dann macht er doch wohl keine Probleme mehr. Aber wie? Also mal gleich in Facebook gepostet und bekam sofort gute Antworten. Die beste Idee war, den Schlauch unter der Spüle durchzuschneiden und dort ein Sperrventil einzubauen. Also ging ich zu ACE, ein kleiner Handwerksladen mit guter Beratung. Zeigte mein Foto. Der Mann sagte, es wäre doch viel einfacher nur den Sprühkopf auszutauschen und er gab mit einen neuen. 8,50 $. Preiswert. Ich sofort heim und versucht ihn einzubauen.

Statt zu tropfen lief nun das Wasser in Strömen. Der Installateur hatte wohl doch recht, dass es für das Ding keine Teile mehr gibt, denn dieser Standard-Kopf passte nicht. Aber er gab mir eine Idee. Es waren hier lose Dichtungsscheiben dabei, das hatte mein alter Kopf nicht, dort waren Gummiringe integriert. Also nahm ich eine dieser Scheiben, klemmte ihn in meinen alten Sprühkopf dazwischen und aus war es mit dem Tropfen.

Ich schäme mich ja so, dass ich nicht früher drauf kam. Hatte voll dem Installateur vertraut, der meinte, es sei nichts mehr zu machen. 300 $ gespart. Den neuen Kopf habe ich natürlich zurück gebracht.

Werde natürlich den Eimer weiter stehen lassen und öfter mal prüfen.

 

Es weihnachtet sehr – in New Smyrna Beach und anderswo

Endlich sind die vielen Arbeiten in Haus und Garten gemacht. Den Abschluss bildete am Freitag die Anbringung der Weihnachtsbeleuchtung. Ist schon ein eigenartiges Gefühl, wenn man unter strahlendem Sonnenschein die bunten Lichter am Haus befestigt. Aber sobald es dunkel ist und sie angehen kommt doch eine schöne Stimmung auf. Die Lichter werden hier so ab Thanksgiving gemacht, ich versuche es meist bis zu meinem Geburtstag am Nikolausabend hinzubringen. Am Abend war ich dann mit Nachbarn in New Smyrna Beach zum offiziellen Anzünden der Weihnachtslichter, auch das immer ein tolles Event. Und das Beste ist der Immobilienmakler. Er hat immer offenes Haus zu solchen Gelegenheiten, eine Band spielt und es gibt zu trinken und zu essen. Alles kostenlos und ohne Verkaufsgespräche. Da ja gerade am Tag zuvor mein Geburtstag war und ich vor lauter Arbeit nicht feiern konnte, nahm ich das als meine offizielle Geburtstagsparty.

So konnte ich dann auch am Sonntag die wunderschöne Bed&Breakfast Tour mitmachen, die jedes Jahr stattfindet in New Smyrna Beach. Dabei haben vier dieser Gästehäuser ihre Tore geöffnet, man kann die Zimmer besichtigen und es ist wirklich eins schöner als das andere. Hier waren Künstler am Werk. Und zudem wird in jedem Haus ein kleiner Imbiss serviert. Ich versuche, diese Tour niemals zu verpassen.

Am Montag habe ich mich dann auch wieder in meinem Fitness Studio angemeldet. Leider ist der alte super nette Manager nicht mehr da, aber nach einigem Verhandeln habe ich doch wieder meinen guten Preis bekommen, 30 $ pro Monat und ich kann jederzeit kündigen. Und das für super Geräte, großer Pool, Jacuzzi und Sauna. Mit genug Parkplatz vor der Tür. Das muss erstmal jemand nachmachen in Deutschland. Im letzten Jahr hatte ich dort Elsbeth kennengelernt. Sie stammt aus Deutschland, ist in meinem Alter und lebt schon Jahrzehnte hier. Sie wohnte in einem wunderschönen Haus am See, das ihr aber nun nach dem Tod ihres Mannes zu groß und zu einsam war, sie suchte einen Käufer und wollte dann nach Lake Mary verziehen. Die Telefonnummer, die ich hatte, wäre ja nicht mehr gültig nach einem Umzug, und zudem ist sie auf dem Phone, das zu Hause in Deutschland liegt. Richtig schade, ich wollte sie gerne wieder treffen.

Am Nachmittag wollte ich dann zum ersten Training, stehe auf der Treppe, von der ich die Halle mit den Geräten überblicken kann, und wer trainiert dort eifrig? Elsbeth natürlich. Von da an war unser Training für den Tag beendet, es gab ja so viel zu erzählen. Sie konnte schließlich, nach 2 Jahren auf dem Markt, ihr Haus verkaufen, und wohnt jetzt wo? In Port Orange! Nicht zu glauben, da sind wir ja Nachbarn. Ich freue mich darauf ihr neues Haus mal zu sehen, aber sie hat noch viel Arbeit. Ist im August eingezogen, aber verändert noch viel in Haus und Garten. Na, so was kenne ich ja, nur dass sie viel luxuriöser lebt als ich arme Maus.

Am Dienstag dann hatte ich endlich Zeit nach Sanford zu fahren und die große Biketour für Brian vorzubereiten. Es geht ja immer noch um ein Mietfahrrad, zwar bin ich mit dem Laden bei uns in Port Orange sehr zufrieden, aber ich wollte mir den dortigen Laden doch ansehen. Und die Bikes. Als Ergebnis kann ich sagen, wir bleiben bei unserem Shop in Port Orange, der ist super. Aber immerhin konnte ich einige Bikebücher loswerden.

So ein schöner Tag – New Smyrna Beach

Wenn man im Frühjahr sein Heim in Florida verlässt, um es über den Sommer ganz allein den Stürmen auszusetzen, dann muss man alles sehr gut einpacken. Und wenn man dann wiederkommt gibt es eine Menge zu tun. Alles wieder auspacken, sauber machen, an seinen Platz stellen. Das braucht einige Tage. Aber noch schlimmer ist der Garten. Zwar wird der Rasen gemäht, aber meine Büsche und das Unkraut wachsen und wachsen. Das bedeutet, die ersten Tage gibt es kein Vergnügen, sondern nur Arbeit. Schon am ersten Morgen habe ich zwei große Tonnen mit Grünzeug gefüllt und war mal gespannt, ob die Tonnen am Freitag geleert werden. Donnerstag war ja Feiertag, da fällt eine Runde aus. Um so froher war ich, als ich schon sehr früh am Morgen das laute Geräusch des Müllwagens hörte. Es scheint so, als haben die besonders früh angefangen, um die ausgefallene Route zusätzlich zu fahren. An dieser Stelle will ich mal der Müllabfuhr ein besonderes Lob aussprechen. Hier wird 2x die Woche Hausmüll eingesammelt, einmal Recycling und einmal Grünschnitt. Es kommen also jede Woche vier Wagen vorbei und mit sehr freundlichen Leuten. Davon kann man in Deutschland nur träumen.

Also konnte ich am Freitag gleich wieder eine Tonne füllen. Zwar habe ich nur das Gröbste weg gemacht und es bleibt noch viel zu tun, aber es sieht schon sehr viel besser aus und meine Sitzecken vorne und hinten sind wieder funktional. Und wer von euch Prince kennt, dem kann ich sagen, er lebt noch. Von den ursprünglich vier Straßenkatzen in meiner kleinen Gasse war ja im letzten Jahr schon eine gestorben, die andere sehr krank. Als ich dieses Jahr kam war sie weg. Später erfuhr ich, dass man sie hat einschläfern müssen, weil ihr nicht mehr zu helfen war. Nun gibt es also nur noch den dicken Prince und die sehr scheue schwarze Katze, die sich von mir nicht anfassen lässt. Und auch Prince fremdelt in diesem Jahr, er kam keineswegs freudemiauend auf mich zu. Aber das wird schon.

Das heißt also, für mich gibt es nur Arbeit und kein Vergnügen. Heute früh fuhr ich zunächst zu Aldi, zum Großeinkauf. Aber auf dem Weg besuchte ich noch einen Fahrradladen. Mein Sohn Brian will an Weihnachten zu Besuch kommen und dabei eine große Biketour machen auf den wunderschönen Biketrails von Central Florida, über die ich ja eigens für ihn ein Buch geschrieben habe.

Bikebook

Aber mein billiges Fahrrad, wo noch nicht mal die Gangschaltung funktioniert, ist ihm dafür nicht gut genug. Ich wollte zwar für ihn ein neues Rad kaufen, dabei nicht mehr als 100 $ anlegen und es später selbst nutzen, aber das habe ich schnell gemerkt, dass ihm das nicht gut genug ist. Und nachdem wir ausführlich darüber gesprochen haben kann ich ihn sogar verstehen. Für eine solche große Tour, wie er sie vorhat, ist ein High End Rad erforderlich. Ich kann mir erstens nicht ein solches Rad zulegen, da der schwül heiße Sommer es sehr schnell zerstören würde und ich nicht extra wegen dem Rad das ganze Jahr die Klimaanlage laufen lassen kann, und außerdem braucht er eines, das auf seine Größe angepasst ist. Da bleibt nur, eines zu mieten. Und deshalb der Fahrradladen. Ich bin erstaunt, wie viele es doch gibt. Da sage noch einmal einer, die Amis seien faul und bewegen sich nicht. Das ist ziemlich falsch. Ich kam vor dem Laden an und dort standen etwa 15 knackige Radler, bereit zur Abfahrt. Es stellte sich heraus, dass der Inhaber auch selbst Touren führt. Wir wurden uns ziemlich schnell einig, dass er genau das Rad hat, das Brian sucht, ich machte ein Foto, schickte es ihm und begab mich zu Aldi.

New Smyrna Pedestrian Trail

Dann ging es nach Hause, brav arbeiten, sauber machen und was so zu tun ist. Aber die Sonne lachte. Und die Radlergruppe geisterte durch meinen Kopf. Ach wäre das schön. Und endlich hielt mich nichts mehr. Ich suchte mir den Trail, der am nächsten liegt und am kürzesten ist, denn schließlich habe ich neuerdings Knieprobleme und ich muss erstmal sehen, ob ich überhaupt fahren kann. Also nichts wie hin zum New Smyrna Pedestrian Trail einem Multi Use Trail von 3,6 Meilen Länge, also gut 5 km, die man allerdings auch wieder zurück fahren muss. Es war ziemlich wenig los, nicht nur auf dem Trail, sondern auch auf den Straßen. Offenbar sind alle Leute beim Shoppen, gestern war Black Friday, also ist heute wohl Black Saturday. Viele Leute würden sagen, es gibt hier nichts zu sehen, so wie mein Taunussteiner Nachbar, dem Florida neuerdings zu langweilig ist. Mir dagegen wird es nie langweilig hier, man muss einfach seine Augen aufmachen. Die erste Begegnung war eine Schildkröte, genau kenne ich die Spezies nicht, für Florida war sie ziemlich klein. Aber sie ließ sich gerne fotografieren. Nicht so die nächste Begegnung, eine ziemlich große Schlange, die mich ins Auge nahm und entschied, sich schneller ins Dickicht zurückzuziehen, als ich zu meiner Kamera greifen konnte. Dann begegnete mir noch eine Gopher Schildkröte, sie sind ziemlich groß, ich konnte sie eine ganze Weile anschauen, bevor sie entschied, sich doch lieber in ihren Bau zurückzuziehen. Die nächste interessante Begegnung war dann ein Radfahrer, der seinen Hund vorne im Körbchen hatte. Und zum Glück fand ich auch jemand, der mich mal fotografierte, denn ein Selfie, auf dem auch mein Billigrad zu sehen ist, gelang mir nicht.

Wine Walk

Dann wollte ich eigentlich nach Hause fahren. Doch dann fiel mir ein, dass ja heute in New Smyrna der Wine Walk ist. Das findet jeden letzten Samstag im Monat statt und ist ganz nett. Man kauft ein Glas und kann dann die Flagler Avenue entlang schlendern und an verschiedenen Stellen das Glas auffüllen lassen. Ist immer nett, obwohl ich noch nie mir wirklich ein Glas gekauft habe. Denn ich muss ja noch nach Hause fahren. New Smyrna ist wirklich ein wunderhübsches Örtchen, wenn ich frei hätte wählen können, wäre das sicher mein Winter-Wunschort. Aber der Mensch ist nicht frei und die Immobilienpreise in New Smyrna könnte ich nicht bezahlen. Dafür aber den gratis Wein der Immobilienmakler trinken, die zu diesem Anlass immer geöffnet haben und wo man sich immer wieder gut unterhalten kann. Und das Wetter ist einfach ein Traum. Hier ist noch richtig Sommer, zumindest für deutsche Temperaturen und ich denke lieber noch nicht an die für Montag angekündigte Kaltfront.

So langsam muss ich aber doch mal nach Hause, denn ich habe Hunger. Der Kühlschrank ist ja dank Aldi gut gefüllt und ich entscheide mich zu überbackenen Süßkartoffeln mit einem Chardonney. Ja, das ist Leben. Taunusstein kommt da einfach nicht mit. Und der Garten muss halt einfach noch ein bisschen warten.

Endlich wieder zu Hause in Florida

Eine Woche war ich nur in Taunusstein, aber das hat auch gereicht. Das Wetter war einfach eklig, feucht und neblig. Das muss ich nicht haben. Am Mittwoch ging es dann Richtung Florida. Der Flug von Frankfurt nach Charlotte war einwandfrei, hätte nicht besser sein können. Hatte mir wieder Plätze mit mehr Beinfreiheit bestellt, die eigentlich kostenpflichtig sind, aber aus irgendeinem Grund habe ich nichts bezahlt. Wir waren sehr pünktlich und an der Immigration gab es keine Schlange, in Nullkommanichts war ich durch. Dann der Zoll. Ich hatte mich gut vorbereitet. In meinen Koffern waren einerseits die Bikebücher, die viel Gewicht haben, aber dann eine Menge Lebensmittel, was ich so noch nicht gemacht hatte. Aber ich habe die Listen der erlaubten Lebensmittel studiert und gefunden, dass man z.B. Backwaren, Mehl und Käse mitnehmen darf. Hartkäse. Also hatte ich in Frankreich lauter leckeren Käse gekauft, 2 kg, dazu 4 Pakete Backmischung Brot, 2 kg Kaffee und 2 Gläser Marmelade. Natürlich auch noch eine Flasche Champagner und 1 Flasche Sambucca. Alles im erlaubten Rahmen. Und damit ich das nicht im Flugzeug umständlich in den Zollzettel eintragen muss habe ich eine wunderschöne Exceltabelle angelegt mit genauen Gewichten und Preisen. Besser kann man es doch nicht machen. Und was sagt der Zoll? Interessiert ihn nicht die Bohne, winkt mich durch.#In Charlotte musste ich umsteigen nach Daytona Beach, dort sollte ich abgeholt werden. Das Flugzeug war auch pünktlich da und als die Dame am Counter zum Mikro griff, griff ich zu meinem Carry-on. Aber nix da. Sie kündigte an, dass der Flug eine halbe Stunde später starten soll. American Airlines ist ja schon toll, man bekommt eine SMS und eine Email mit dieser Nachricht, ist voll informiert. Und dennoch verliert man irgendwann die Geduld, wenn alle paar Minuten eine solche Message kommt und der Abflug immer weiter nach hinten verlegt wird. Und ich meinem Abholer ständiug neue Ankunftszeiten mitteilen musste. Irgendwann steig dann sogar die Crew wieder aus der Maschine aus. Noch hielt meine Geduld, aber als wir schon 2 Stunden Verspätung hatten suchte ich mal das Internet ab. Es ist ja kein EU Flug. Obwohl ich natürlich in Deutschland gestartet bin. Irgendwann ging ich zum Counter um mich zu beschweren, wir haben ja noch nicht mal Wasser bekommen. Sie drückte mir eine Telefonnummer in die Hand. Ich rief an und tatsächlich, man nahm meine Beschwerde auf und es ist möglich, dass ich eine Entschädigung bekomme.

Inzwischen war eine neue Crew gekommen und auch, was wir erst nach dem Einsteigen erfuhren, eine neue Maschine. Die alte war kaputt. Mit 2 ½ Stunden Verspätung ging es los und mein Abholer hatte tatsächlich so lange ausgehalten. Wenn ich wirklich einen Refund bekomme, dann gehe ich dafür mit ihm schön essen.

Auf dem Heimweg stoppten wir bei Walmart, denn ich habe ja nichts im Haus und morgen ist Feiertag, Thanksgiving. Und zu Hause starteten wir dann noch mein Auto. Ich kann nur dann ruhig schlafen, wenn ich weiß, es läuft und ich bin mobil. Ja, das tat es. Das Unkraut ums Haus war meterhoch, aber zumindest innen sah es ganz ordentlich aus, denn Jan und Gabor waren im September mal da und haben eine mit Video begleitete Putztour durchs Haus gestartet. Das war lieb von ihnen.

Vor dem Schlafengehen griff ich zum Phone und wollte mich zu Hause melden. Doch da war nichts, kein Internet. Ich hatte es ja für heute bestellt, aber es geht nicht. Und einen Techniker bekomme ich an Thanksgiving auch nicht. Zwar hat Jan in seinem Haus Internet, das ich nutzen könnte, aber alle meine Geräte sind neu und haben das Passwort nicht gespeichert, inklusive der Daten, wie ich bei der Internetfirma reklamieren kann inkl. Telefonnummer, sind alle in meinen Emails gespeichert, an die ich nicht dran komme. Also erstmal ab ins Bett.

Am Morgen ist Internet dann das Problem, um das ich mich zuerst kümmern muss. Um 9 Uhr sehe ich meine Nachbarin und frage sie nach ihrem Code. So kann ich wenigstens Spectrum erreichen und bekomme für Freitag Abend einen Techniker. Auch mit Jan telefoniere ich und bekomme sein Passwort. Und dann lädt mich die Nachbarin noch zum Truthahnessen ein. Also das hätte mir nicht gelegener kommen können als heute. Vielen Dank. Doch während sie in der Küche steht und kocht schneide ich in meinem Garten die wichtigsten Büsche zurück, damit es nicht gar so schlimm aussieht. Danach bin ich natürlich triefend nass, es ist schön warm in Florida und eine Dusche ist fällig.

Nach dem reichlichen Essen sitze ich nun in Jans Haus und schreibe den Blog, damit man zu Hause weiß, warum ich mich nicht gemeldet habe.

So schön wohnt man in Florida

Mittags habe ich noch bei einem Telefongespräch mit Freunden ziemlich gehustet und nahm auch noch eine fiebersenkende Pille. Aber ich wollte ja unbedingt zu Maggies’s Party gehen, das wollte ich keinesfalls canceln. Und die Krankheit hat sich tatsächlich im Zaum gehalten, ich habe die Zeit fast ohne Husten überstanden. Und es war ja so schön. Leider waren wir nur ein sehr kleiner Kreis, da viele auf so kurze Notiz keine Zeit hatten, aber ich habe ja immer Zeit. Und wie sagte Maggie beim Abschied, so konnten wir doch viel besser miteinander reden. Und das taten wir. Weder einmal hoffe ich, hier eine Freundin gefunden zu haben.

Ich hatte ja schon angedeutet, wie schön ihr Haus ist. Und habe auch schon mehrmals gesagt, wie ich die Amis um ihren Lebensstil beneide. Man hat hier mehr Möglichkeiten, mehr Platz und wohnt viel schöner. Maggie und ihr Mann sind ganz normale Leute, keine Superreichen, also kann man das ganz gut mit den Menschen vergleichen, die in meinem Lebensumfeld wohnen. Das Haus ist ein altes Holzhaus, man nennt es hier Bungalow, obwohl es nach unseren Maßstäben keines ist. Aber sie haben nach dem Kauf sehr viel umgemodelt. Das Zentrum ist die große Küche, ein Traum für mich mit meiner schmalen langen, engen Küche. Die hohe Holzdecke wurde später eingebaut. Aber das Leben spielt sich draußen ab. Dort ist eine weitere vollausgestattete Küche auf der Terrasse, natürlich mit großem Webergrill und da hat Maggie leckeres Fingerfood aufgebaut. Und dann der Garten. So groß ist er nicht, aber ein richtiger Dschungel. Das Staghorn wächst an den Bäumen entlang, sieht super aus und für das nächste Jahr wurde mir ein Ableger versprochen.

Natürlich ging es wieder viel um das Biken und so langsam entwickelt sich ein Plan in mir. Ich werde doch schon für den kommenden Winter das Bikebook drucken. Und zwar in deutsch und englisch gleichzeitig.

Und vielleicht brauche ich nicht so lange zu warten bis ich Maggie und ihren Mann wiedersehe, denn sie wollen im Sommer in Deutschland eine Radtour machen. Sind nicht die einzigen. Auch Gail, eine Bekannte aus der Explore Volusia Gruppe wird nach Deutschland kommen. Ich freu mich.