Saarland 4 – Niedtalradweg

Heute stand der Niedtalradweg auf dem Programm. Darauf habe ich mich sehr gefreut. Er klang so vielversprechend, führte bis nach Frankreich (bekomme ich da was Leckeres zu essen?) und so viel weiß ich ja schon, Flusstalradwege sind sehr bequem und für mich alte Frau gerade richtig.

https://www.wildganz.com/radweg/de-1092-niedtalradweg

Ich hätte mich nicht mehr täuschen können. Der Beginn war ja tatsächlich auf dem tags zuvor gefundenen Parkplatz direkt am Saarradweg und von dort ging es auf Gravel in die Natur. Ich hatte die komplette Streckenführung auf Komoot, brauchte mich also um die Navigation nicht zu kümmern, und das war gut so. Denn dies ist kein zusammenhängender, ausgebauter Radweg, das ist ein Mix aus vielen verschiedenen Wegen und Straßen. Zwar gibt es zuweilen Wegweiser, aber nicht immer, und ich war froh, mich also nur auf das Fahren konzentrieren zu können, denn das war nicht ohne. Der Untergrund wechselte ständig, die Landstraßen waren zum Glück sehr ruhig und die Nied war auch sehr oft zu sehen. Doch ging es keineswegs gemütlich durchs Tal, es gab zum Teil sehr heftige Steigungen, auf einer musste ich sogar mein Rad schieben. Es war nicht nur steil, sondern zu Beginn auch eine Kurve, so dass man nicht richtig Anlauf nehmen konnte. Es brachte mich an meine Grenzen, aber auch das braucht man ja manchmal, nicht?

Hier war auch die Rede vom Druidenpfad, es gibt wohl einige Relikte aus der Vorzeit und auch die (nachgebauten) Keltenhäuser.

Nach halber Strecke überschritt ich auch die Grenze nach Frankreich, was ich nur an einem patriotisch geschmückten Haus und an den geparkten Autos davor erkennen konnte. Migranten, kommt mit dem Fahrrad, hier keine Kontrollen! Die Ortschaft durch die ich kam bestand nur aus wenigen recht neuen Wohnhäusern, von einem Restaurant mit typisch französischer Cuisine keine Spur.

Der Pfad ist schwierig, die Landschaft dagegen wunderschön, ich habe zwar keine Rehe gesehen, dafür aber Angler. Es war wohl gerade ein Angelwettbewerb und ziemlich viel los. Und dann bekam ich die Belohnung für die schwierige Strecke, die Wackenmühle. Diese Mühle am rauschenden Bach ist ein beliebtes Ziel für alle Radfahrer und während ich in den französischen, verschlafenen Dörfern keine Einkehrmöglichkeiten gefunden habe, stürmten hier um 12 Uhr, als das Restaurant aufmachte, jede Menge Franzosen die Terrasse. Auch ich nahm Platz und bestellte mir eine Gulaschsuppe. Von daher und dem was ich auf den anderen Tellern gesehen habe, muss ich sagen, das Essen überzeugt mich nicht. Wohl aber das gemütliche Lokal mit der herrlichen Aussicht.

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