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Reisebericht

Frage: Ist Marokko gefährlich?

Antwort: Das gefährlichste an Marokko ist die Durchreise durch Spanien.

Im Jahr 1995 fuhr ich auf dem Weg nach Marokko auf der A 7 in Höhe von Barcelona, als ein großer BMW, besetzt mit 4 Männern, mir Zeichen machte, dass mit meinem Auto etwas nicht stimmt. Offensichtlich eine Reifenpanne. Sie drängten mich dazu anzuhalten. Doch ich, Frau alleine, halte doch nicht, wenn mir 4 fremde Männer so etwas andeuten. Ich fuhr weiter mit ungutem Gefühl, man denkt dann immer, irgendwas ist doch los. Also fuhr ich zum nächsten Rastplatz und sprach einen deutschen LKW – Fahrer an. Er meinte, das sei eine Diebesbande. Sie stoppen Autos, stechen in die Reifen und räumen dann das Auto aus. Nach meiner Rückkehr sah ich sogar im deutschen TV einen Bericht darüber.

Nun hofft man natürlich, dass die Polizei einschreitet und den Dieben das Handwerk legt. Doch leider sind sie heute, 30 Jahre später, nicht nur weiterhin mit diesem Trick unterwegs, sondern haben ihn sogar noch ausgebaut. Neuerdings sind sogar große Warnschilder zu Beginn der A 7 mit dem Hinweis, in solchen Fällen nicht anzuhalten, sondern den Notruf zu wählen.

Mein persönlicher Tipp dazu: den Notruf können Sie sich sparen. Alles was die Polizei dazu unternimmt, ist einen schönen Bericht zu schreiben, man hat sogar inzwischen ein Formular entworfen, das in jeder beliebigen Sprache ausgedruckt werden kann. Sehr viel besser hilft, das Handy deutlich hochzuhalten, so, als riefe man an und mache ein Foto. Dann verschwinden sie blitzschnell.

Wenn das der einzige Trick wäre ginge es ja noch, man kann sich darauf einstellen. Aber es gibt noch eine ganze Reihe mehr. Ich hielt am hellichten Tag an einer Raststätte, gleich die erste nach der französisch-spanischen Grenze. Leute standen aufgeregt auf dem Parkplatz und warnten mich, auf die Toilette zu gehen. Einem anderen Reisenden hatte man bei dieser Gelegenheit, die Scheibe eingeschlagen und das Auto ausgeräumt. Aber meistens geht es ganz ohne Gewalt ab und dieser Trick wird auch sowohl bei Tag als auch bei Nacht angewandt. Ein Fahrzeug hält auf einem Rastplatz, der Fahrer steigt, um etwas zu erledigen, aus und wieder ein. Es gibt ja eine automatische Türverriegelung, aber die hat eine kleine Zeitverzögerung. Genau in diesen Sekunden reißt ein Gauner die Tür auf, stellt blöde Fragen und schaut, wo eine Tasche griffbereit herum liegt. Sieht er was schnappt er sie und haut blitzschnell mit einem Wagen ab, dessen Fahrer ganz nah gewartet hat.

Wenn das auch Tag und Nacht vorkommt so ist es natürlich ganz blöde in dunkler Nacht. Deshalb: auf keinen Fall nachts auf einem Rastplatz anhalten, lieber die Autobahn verlassen und in den Wald pinkeln. Am Tag immer die Umgebung im Auge behalten und evtl. bei anderen Reisenden halten. Und vor allem Wertgegenstände und Papiere gut verstecken.

Das sind so die Tricks, die gerade in 2025 sehr häufig vorkommen. Und zwar entlang der A 7. Über die anderen Autobahnen, z.B. via Madrid, habe ich nichts gergleichen gehört. Aber ich kann nicht garantieren, dass es noch ganz andere gibt. In Marokko dagegen kann man sein Fahrzeug ohne Probleme überall abstellen.

Ausreise Melilla

Zweimal habe ich bisher die Einreise über Melilla gemacht, mit sehr unterschiedlichen Erfahrungen. Obwohl ich jeweils um die gleiche Zeit morgens am Grenzübergang ankam, also nach Eintreffen der Fähre in einer langen Schlange von Autos, hat es bei erstenmal nur eine Stunde gedauert, beim zweitenmal aber zwei Stunden. Es lag daran, dass viele Ortsansässige bevorzugt abgefertigt wurden. Das Fahrzeug wurde jeweils von Spaniern als auch Marokkanern gründlich durchsucht, aber nichts beanstandet.

Nun war ich gespannt, wie die Ausreise laufen wird. Meine Fähre nach Motril sollte um 15:30 Uhr abgehen, und ich wollte sie nicht verpassen. In Meknes wurde mir schon um 7 Uhr das Frühstück ins Zimmer gebracht, schön, wenn der Hoteldirektor ein langjähriger Freund ist. Und so kam ich dann auch schnell auf die Autobahn. Diese geht ja leider nicht ganz bis nach Nador, es bleiben noch etwa 100 km Landstraße, aber trotzdem war ich um 12 Uhr an der Grenzstelle. Meine Rechnung war: 2 Stunden an der Grenze, 2 Stunden vor Abfahrt an der Fähre.

Aber das Schicksal war mir wohlgesonnen, die Abfertigung dauerte diesmal nur etwa 30 Minuten. Es waren nicht viele Autos dort um die Mittagszeit, eine gute Zeit. Und so kam ich auch früh genug am Hafen an, um noch etwas von der Stadt zu sehen. Bisher war ich ja nur frühmorgens im Dunkeln durchgefahren.

Von den Fährhafenstädten, die ich kenne, gehört Melilla sicher zu den schönsten, einfach weil es klein und damit der Weg vom Hafen zur Stadt kurz ist. Ich stieg hinauf auf den Berg, um von der Festung aus einen schönen Ausblick zu haben und wurde nicht enttäuscht. Beim Bummel zurück zum Hafen konnte ich noch eine wunderschöne Hochzeit sehen und filmen.

Mein Auto stand auf dem Parkplatz, man hatte mir gesagt, ab 14 Uhr könne ich in die Schlange Richtung Schiff und das lief auch ganz hervorragend ab. Es gab noch nicht einmal einen Scanner. Nachdem der Drogenhund keinerlei Interesse an meinem Wagen gezeigt hatte, meinte der Zollbeamte aber doch, er müsse mich rauswinken und mit einem mobilen Scanner absuchen. Hat er aber dann doch gelassen und ich kam früh aufs Schiff.

Die Überfahrt nach Motril dauerte 5 Stunden, wir kamen um 20:30 in Motril an, aber da ich ziemlich hinten in der Schlange war, dauerte es dann doch eine Stunde, bis alle am Polizeiposten vorbei waren. Das war aber witzig. Es ging ziemlich langsam. Und dann plötzlich, es waren vielleicht noch 20 Wagen vor mir, hatten die Zöllner wohl Lust auf Feierabend und winkten alle durch.

Um 21:30 war ich dann auf der Autobahn und beschloss durchzufahren.

Marrakech en Panne

Auch für heute gab es wieder einen wunderschönen Plan. Frühe Abfahrt vom Hotel, möglichst schon um 8 Uhr, Fahrt auf der Autobahn nach Meknes, zu meinem guten Freund Moulay Abdellah im Z Hotel, oder wenn ich früh genug bin noch schnell einen Besuch in Meknes Stadt.

Aber … auch dieser Plan ging in die Hose. Gut, ich habe es nicht ganz um 8 geschafft, es war viertel vor neun, als ich mich auf den Weg gemacht habe. Die Straßen sehr voll, Autos vor mir, neben mir, hinter mir. Plötzlich macht es krrr. Habe deutlich gemerkt, ich bin über irgendetwas gefahren, das ich nicht sehen konnte. Straße war ja voll mit Autos, hätte also auch nicht ausweichen können. Ein ungutes Gefühl war gleich da, ich fuhr weiter, hatte auch keine andere Chance, da im Flow. Aber nach ca 1 km war klar, da stimmt was nicht. Wir fuhren alle ums Rondell Stadtausfahrt Richtung Casablanca, danach war rechts eine Spur gesperrt. Perfekt, da hinein. Und ja, ein ziemlicher Platten.

Sahara Experience

Und da kommt wieder Sahara Experience ins Spiel. Diese Agentur ist einfach toll. Und wenn ihr jetzt meint, ich bekomme da eine Sonderbehandlung, weil ich die Edith Kohlbach bin, jaja, das stimmt schon. Aber ihr bekommt sie auch. Sobald ihr Kunde bei Sahara Experience seid kümmert man sich um euch. Wenn ihr zum Beispiel bei mir eine schöne Rundfahrt durch Marokko bucht, mit dem Geländewagen und einem netten Fahrer, dann seid ihr einfach in guten Händen bei Sahara Experience. Und es kann ja tatsächlich immer etwas passieren. Die letzten Kunden zum Beispiel sind ohne ihr Gepäck angekommen. Aber unser guter Mohammed kümmert sich, Telefonate gehen hin und her und am nächsten Tag fuhr er mit dem Kunden zum Flughafen und holte das Gepäck ab. Oder das ganz große Chaos vor ein paar Jahren. Zwischen Weihnachten und Silvester ist immer viel los, das Biwak in Chegaga war voll und plötzlich kam ein Sturzbach von Norden her. Chegaga war wie eine Insel, man konnte nicht mehr weg. Und die Kunden hatten fast alle baldige Heimflüge ab Marrakech. Was machte der Chef? Sobald die Wagen wieder fahren konnten und Zagora erreichten, organisierte er ein Flugzeug und die Kunden konnten ihre Rückflüge noch rechtzeitig erreichen.

Solch schlimme Dinge sind selten, aber gerade voriges Jahr waren meine Kunden, die zugleich Freunde sind, zu viert mit Fahrer unterwegs von Chegaga nach Tata. Eine Nacht dort in der Kasbah auf dem Berg, dann sollte es weiter nach Tafraoute gehen für 2 Nächte. Doch auch hier großes Unwetter, am Morgen waren bei beiden Stadtausfahrten die Brücken zerstört. Unser toller Fahrer Khalid sorgte sofort dafür, dass man noch eine Nacht in Tata bleiben konnte, stornierte das Hotel in Tafraoute und spielte mit den Kunden Dame, die Zeit verflog wie im Flug.

Doch zurück zu mir. Habe die Agentur angerufen, meinen Standort geschickt und schließlich kam ein Mechaniker mit seinem PKW. Er wechselte den Reifen und fuhr dann mit mir zurück zu einem großen Reifenhaus. Man schaute sich den Reifen an und meinte, il est mort. Kaputt! Nichts geht mehr. Der Gummi war innen ganz zerrieben. Wieder viele, viele Telefonate, den gleichen Reifen hatte man nicht, ich wollte das Risiko auf mich nehmen ohne Ersatz zumindest bis Spanien zu fahren, aber nein, ein Reifen wurde organisiert, zwar anderes Profil, doch sonst passt er.

Danke, danke Sahara Experience. Ihr seid einfach die besten.

Um 12:15 konnte ich dann weiterfahren, 475 km bis Meknes. Am Abend davor konnte ich ja nicht mehr in die Medina, um nach Blumentöpfen zu suchen. Direkt vor der Autobahn Keramikstände, sie haben die gewünschten Töpfe ohne lange zu suchen zu einem super Preis! Und nun bin ich völlig kaputt im Z Hotel. Bin nicht mehr so frisch wie noch vor ein paar Jahren.

Und hier könnt ihr eine schöne Tour durch Marokko finden.

Marrakech de Luxe

Das berühmteste Hotel in Marrakech ist das Mamounia, in dem während des zweiten Weltkrieges Churchill gewohnt und Weltgeschichte geschrieben hat. Das teuerste ist das Royal Mansour, wo ein Zimmer ab 2.800 Euro die Nacht kostet und eine Familienvilla 35.000 Euro. Nein, nicht zum Kauf. Für eine Nacht. Aber mit Butler und allem pipapo. Beide liegen quasi nebeneinander und nehmen so ziemlich ein ganzes Stadtviertel ein.

Und dazwischen – das uralte, abgewohnte Hotel Chems. Und nun könnt ihr raten, wo ich denn wohne.

Heute ist mein letzter Tag in Marrakech (praktisch auch in Marokko) und ich hatte ganz klar einen Plan in meinem Kopf ausgearbeitet. Um 10 bekomme ich eine Lieferung ans Hotel, der Fahrer nimmt mich dann mit nach Gueliz. Dort gehe ich zum Friseur und zur Pediküre, die ich nach 2 Monaten Trockenheit im Süden dringend nötig habe. Dann sollte ich zum Lunch eingeladen und danach an der Medina abgesetzt werden für letzte Einkäufe. Ist doch ein prima Plan, oder?

Aber habt ihr in Marokko schon mal erlebt, dass Pläne wirklich ablaufen wie geplant? Ich nicht. Zunächst einmal kam um 10 keine Lieferung. Mein Handy war völlig leer, kein Internet, kein Telefon. Also bin ich immer zwischen Parkplatz und Rezeption hin und her gehetzt und erfuhr, dass der Fahrer eine Panne hatte. Kurz vor 11 war das dann erledigt.

Inzwischen kam aber ein Anruf, der Lunch wird sein im Royal Mansour. Um 12 Uhr!

Was? In dieser Luxusherberge und kein Friseur? Okay, die Pediküre würde ja eh keiner sehen. Also schnell noch mal unter die Dusche, Haare gewaschen und die am wenigsten schmutzigste und am ehesten passable Kleidung ausgesucht. Inzwischen Freunde angerufen, sie wollen mit und holen mich ab. Zeitweise waren 4 Anrufer in der Leitung und das alles im instabilen Internet des Hotels.

Lunch im Royal Mansour

Aber dann ging es los. Das Royal Mansour ist schon hochherrschaftlich, es ist ja auch im Besitz des Königs und das Restaurant, zu dem wir wollten, Le Jardin, verdient seinen Namen, denn wir mussten zunächst durch diesen Garten lustwandeln.

Im Restaurant natürlich entsprechend guter Service, wir wurden an unseren Tisch geleitet und wie schon Jahre zuvor in der Buddha Bar, auch in Marrakech, wurde mir ein Tischchen gebracht für meine Handtasche. Das mag ich. Weder liegt sie auf dem Tisch und nimmt den Platz weg, noch hängt sie am Stuhl und fällt hinunter. Wenn ich mal ein Restaurant eröffne, dann mit solchen Tischchen.

Als Vorspeise hatte ich einen sehr leckeren Salat, endlich mal mit Salatsauce (ich sag nur salade marocaine, krrr), gefolgt von gegrillter Entenbrust. Alles sehr lecker. Nein, kein Nachtisch. Es reicht. Obwohl der dort sehr gut sein soll.

Aber dann spazierten wir noch ins Hotel. Super schön. Ich könnte mir vorstellen, so sieht das kleine Eigenheim des Königs auch aus. Ich sah weder eine Rezeption noch den Eingang zu Zimmern, das ist halt alles sehr diskret. Aber obwohl wir ja nicht direkt Hotelgäste waren, war das Personal sehr freundlich, wir konnten herum laufen und fotografieren.

Und dann war tatsächlich immer noch Zeit, mir einen Friseur zu suchen. Das ist einfach dringend nötig und die komplette Behandlung in einem sehr schicken Salon kostete inklusive Trinkgeld weniger als mein Hauptgericht im Königshaus.

Und ich spazierte fröhlich zurück zum Chems, der Souk-Einkauf muss bis zur nächsten Reise warten.

Telouet

Von Ait Benhaddou ging es durchs Ounila-Tal nach Telouet. Das war früher eine sehr schwierig-steinige Piste, ich bin sie öfter gefahren, aber die professionellen Tour-Chauffeure haben die lieber vermieden. Das hat sich nun geändert, die Straße ist durchgehend asphaltiert, das bedeutet aber auch, dass sie von langsamen LKW gefahren wird. Aber ich kam immer gut an ihnen vorbei, die Fahrer sind auch sehr verständnisvoll und unterstützen beim Überholen. Auch auf diesem Weg gab es einige Campingmöglichkeiten aus meinem Campingführer zu besichtigen, was aber recht schnell ging. Wenn ihr den Campingführer Marokko 2025 noch nicht habt könnt ihr ihn hier bestellen.

In Telouet wollte ich mich nicht lange aufhalten, ich kenne es gut und auch wenn Mohammed in seinem Palace de Telouet super Essen hat, es ist noch früh und ich bin so satt nach diesen letzten Wochen Hotel-Vollstopfen. Ich wollte schnell nach Marrakech, in das reservierte Hotel Chems, das zwar schon älter ist, sicher nicht mehr seinen vier Sternen entspricht, aber eine super Lage hat zwischen der Medina und Gueliz und zudem einen guten, leicht zu erreichenden Parkplatz. Meine Reise ist ja quasi vollendet, nach Marrakech geht es zügig zur Fähre und die Highlights in Marokko sind abgeschlossen.

Dachte ich.

Kurzer Stopp an der Auberge Telouet, trank einen Kaffee mit Mohammed, dem Chef. Er hat ja einerseits ein schönes Hotel mit direktem Blick zur Kasbah des Glaoui, aber er hat auch einen Stellplatz für Wohnmobile.

Palace de Telouet

Weiter zum Restaurant Palace de Telouet. Viele Leute davor, sie winkten mir, kein Mohammed. Ich sprach nicht mit ihnen, immer diese falschen Führer und so, stattdessen rief ich Mohammed an. Er sagte, er sei auf dem Weg, ich solle warten, und er sagte etwas von einem Fest. So richtig blickte ich nicht durch, wollte ja auch weiter, parkte aber mein Auto und stieg aus. Da kam der winkende „falsche Führer“ und stellte sich als guter Bekannter Aissa heraus. Ich habe echt ein riesiges Problem. Ich kann mir Straßen sehr gut merken, Landschaften auch, deshalb ist das Schreiben des Reisehandbuchs genau mein Ding, aber ich kann mir absolut keine Gesichter merken. Namen schon, aber keine Gesichter. Ich spreche jetzt mit jemand, sehe ihn 10 Minuten später an einem anderen Ort und erkenne ihn nicht wieder.

Ich war erstaunt, dass vor dem Restaurant keine Tische standen wie üblich, sondern Teppiche lagen. Ging hinein, komplett voll. Nicht mit Gästen, sondern mit Mitgliedern einer Folkloregruppe. Die Frauen ganz wunderschön gekleidet und geschmückt in der Tradition des Hohen Atlas. Und schon nahmen die Männer, in weißer Djellabah mit Silberdolch, ihre große Trommel und gingen hinaus auf die Teppiche. Das „Fest“ ging los wie eigens für mich gemacht. Ich habe schon sehr viel Folklore in Marokko erlebt, sie ist in den einzelnen Regionen immer ein wenig anders. Aber tatsächlich noch nie die vom Hohen Atlas. Es war einfach wunderschön. Der Kopfschmuck der Frauen wirklich einzigartig, sie machten den Unterschied aus. Die Männer waren, wie in allen südlichen Folkloregruppen, in hauchdünne weiße Djellabahs gekleidet und trugen den Silberdolch umgehängt an einer roten Kordel.

Und ich konnte filmen soviel ich wollte. Bin ein wenig traurig, dass mein Buch schon im Druck ist, das wäre ein Titelbild wert gewesen. Hassan aus Ait Kine ist zwar auch ein Original, aber diese Frauen hätten sehr viel mehr Farbe eingebracht.

Noch ein Tipp für euch: wenn ihr ab Marrakech in den Süden fahrt plant einen Mittagsstopp in Telouet ein, es lohnt sich auch ohne Fest, besucht die Kasbah, esst bei Mohammed, und fahrt dann zum Übernachten nach Ait Benhaddou. So vermeidet ihr dort den Touristenrummel.

Hier ein paar Fotos:

So wird das neue Reisehandbuch aussehen

Und hier das Video zum Fest

Ksar Ait Benhaddou

Die Reise war ja nur kurz, aber hier in dem Touristen-Hotspot #1 gibt es immer viel zu recherchieren. Mein Quartier habe ich heute in der Kasbah du Jardin. Das ist ein Hotel mit angeschlossenem Campingplatz. In solch einer Anlage wohne ich immer gerne, denn man hat einfach Platz und das Auto steht sicher und oft nahebei. Und so genieße ich den Abend, einer meiner letzten in Marokko, auch sehr.

Heute um die Mittagszeit habe ich den alten Ksar Ait Benhaddou besucht und es ist einfach schrecklich. Tausende Touristen werden dort täglich durchgeschleust und da es so ziemlich auf halber Strecke von Marrakech bis zum jeweiligen Ziel liegt, essen hier alle zu Mittag. Und steigen dann davor oder danach hoch auf den Berg über dem Ksar. Jede einzelne Treppenstufe wird genutzt um irgendwelche Souvenirs anzubieten, der Ksar ist ein einziger Teppich- und Kitschladen.

Während früher die Menschen in diesem Ksar wohnten, siedelten sie sich später auf die andere Seite des Flusses um, da es zu schwierig war, in dem bergigen Ksar Wasser und Strom zu verlegen und auch die Straße dort verlief. Früher führte der Fluss häufig noch Wasser und nicht immer kam man trockenen Fußes hinüber. Gerne nahm man die Dienste eines Pferdes oder Dromedar an. Später dann wurde der im Verfallen begriffene Ort mit Geldern der UNESCO restauriert, aber die Menschen zogen nicht zurück, stattdessen wurde der Ort zu einem Touristenspektakel umgewandelt. Nur wenige Familien wohnen noch dort, sie betreiben dann meist ein Gästehaus.

Heute ist wirklich jede Ecke mit einem Kunstgewerbeladen ausgefüllt und noch auf den Treppenstufen werden die Artikel ausgebreitet. Gleichzeitig schiebt sich eine Karawane den Berg hoch, kein Spaß in der Gluthitze, die auch Ende Oktober immer noch herrscht.

Wer wirklich ein Interesse hat, den Ort zu besuchen, sollte sich in einem der vielen schönen Hotels der Region einquartieren, und den Ksar am Morgen oder am Abend besuchen, wenn die Karawanen weiter gezogen sind und der Besuch in etwas mehr Ruhe stattfinden kann.

Ich kenne Ait Benhaddou schon lange, habe es noch vor dem Ansturm erlebt, aber damals tatsächlich keine Fotos von den Gassen gemacht, nur von der Anlage im Ganzen. Hier nur ein Foto von einer Freundin aus dem Jahr 2008, ein Foto in solcher Ruhe könnte man heute nicht mehr machen. Viele meiner Kunden sagen schon, der Besuch lohnt nicht mehr.

Diese Ruhe genieße ich aber nun am Abend in der Kasbah du Jardin. In der Kasbah gibt es 16 nette Zimmer, sauber, ordentlich und preiswert. Und dazu gehört ein Campingplatz, auf den sogar 50 – 60 Wohnmobile passen. Aber heute ist keiner da und ich sitze gemütlich vor meinem Zimmer am Piscine und gönne mir ein Kefta-Tajine. Hier werde ich nicht vollgestopft, sondern darf wählen, was ich essen möchte. Ich kann die Anlage sowohl für Camper als auch Hotelnutzer empfehlen und habe im Verlauf der Jahre tatsächlich schon öfter hier gewohnt.

Und so ist es heute:

Von Mhamid nach Ouarzazate

Es war richtig schön, wieder auf der Straße zu sein. Diesmal begleitet von Roger Federer, dem Tennisspieler. Am Ende wollte er sogar ein Doppel mit mir spielen. Wenn ihr auch gerne seine Begleitung hättet, nutzt einfach Waze, und stellt als Sprache eben den Roger ein. Sehr lustig, so kommt doch etwas Abwechslung in die Fahrt. Einmal wurde ich rechtzeitig gewarnt vor einer Polizeikontrolle, zweimal habe ich selbst eine eingegeben. Macht total Spaß.

In meinem neuen Reisehandbuch heißt es dazu:

Während Google so ziemlich alles dominiert, so gibt es doch auch Apps, die nicht mit Google arbeiten. Für Marokko wird Waze empfohlen, www.waze.com, ganz normal im Play Store herunter zu laden. Der Vorteil dieser App ist, dass sie Navigation und Blitzerwarnung in einer App verbindet. Die Navigation läuft genauso so wie bei Google, allerdings ist nur PKW oder Motorrad einzustellen, keine Fahrräder. Während Google in Marokko keinerlei lokale Geschwindigkeitsbeschränkung angibt, macht Waze das ab und zu. Radarfallen werden angezeigt, mobile Blitzer nur, wenn jemand zuvor den Standort eingegeben hat. Und ab und zu wird gewarnt, wenn man schneller ist als erlaubt. Alles in allem ist für Marokko Waze besser als Google, man ist mehr geschützt.

Hotel SaharaSky

Meine erste Station war Tinfou, Besuch bei Fritz. Er ist nicht bei guter Gesundheit und lebt eigentlich schon länger nur in Casablanca, aber da seine Frau für einen Monat nach Frankreich muss, wurde er nun in seinem Hotel SaharaSky deponiert, denn dort kann man ihn gut versorgen. Das tut dem Hotel auch gut, denn obwohl Patrick, der Astronom, das Hotel und die Sternwarte weiter führt, ist es doch nicht so wie früher und manchmal ist kein Mensch da.

In Zagora stoppe ich nur beim Dromedar, um mich von Mostafa zu verabschieden. Er wollte mich unbedingt noch einen Tag dabehalten, beschwerte sich, dass ich noch nie bei ihm gewohnt habe. Stimmt, ja, aber in Zagora gibt es halt zu viel. Über dem Restaurant bietet er schöne Apartments, auch mit Küche, ideal, um auch mal länger zu bleiben.

Ansonsten gibt es nichts zu berichten. Die Straße hoch nach Ouarzazate ist gut, ich kam flott voran und die Stationen hatte ich ja alle schon auf der Hinreise getestet. So war ich schon früh in meinem Riad Ouarzazate für diesen Tag, ein Riad, das ich noch nicht kannte und testen wollte. Es ist in einer sehr reich dekorierten Stadtvilla und durchaus angenehm, völlig anders als das Riad Tama, in dem ich auf der Hinreise gewohnt habe. Da es ein Stadthaus ist gibt es keinen Garten, aber einen kleinen Pool im Hof und ich kann es durchaus empfehlen. Gleich gegenüber ist ein Parkplatz, kameraüberwacht, wo mein Auto hoffentlich sicher steht.

Ja, aber was mache ich denn noch bis zum Abendessen. Das Shoppen war nicht so ergiebig, was hier in den Geschäften angeboten wird, ist ziemlicher Ramsch aus China, nicht zu vergleichen mit den Souks in Marrakech, wo ich wohl noch einen kurzen Besuch machen werde.

Camping Municipal

Also gehe ich doch noch schnell mal zum Campingplatz und schaue, ob ich erstens ein paar schöne Fotos machen kann, und zweitens vielleicht jemand zum Schwätzen finde. Erfolg auf der ganzen Linie, eine große Gruppe aus Frankreich zum fotografieren und Peter und Jutta zum Schwätzen. Die hätte ich eigentlich in einer ganz anderen Gegend vermutet.

 

 

Alltag in der Kasbah

Was diese Kasbah für mich bedeutet habe ich ja schon öfter berichtet, zum Beispiel hier.

https://marokkoblog.edith-kohlbach.de/kasbah-sahara-services/

Auch jetzt bin ich für einige Tage hier als Abschluss meiner Reise und zur Erholung nach der stressigen Zeit der Fertigstellung des Reisehandbuchs. Das Besondere hier sind auch die Menschen, die man hier so trifft. Jeden Tag andere, und jedesmal sehr interessant. Im Grunde sollte ich ein Hotel führen, dann könnte ich das immer erleben. Aber nein, wäre ja auch mit Arbeit verbunden, haha. Hier so ein paar Highlights.

Ich langweile mich schnell, lief etwas unmutig durch den Garten und sah ein älteres Paar, offensichtlich Franzosen, die eine kurze Runde drehten und wieder gehen wollten. Ich hatte zwar absolut kein Interesse an ihnen, die haben ganz sicher kein Buch von mir, aber ich sprach sie trotzdem an. Und merkte mal wieder ganz schnell, dass man dem ersten Eindruck eben doch nicht trauen soll. Es waren super nette, super welterfahrene Leute. Und tatsächlich waren sie Elsässer, so dass wir abwechselnd Deutsch und Französisch sprachen. Der Mann hat in früheren Jahren viel in Schwarzafrika gearbeitet, ist sehr bewandert auch im Mittelamerika und hat einen zweiten Wohnsitz in Mexiko. Nein, so vom Ansehen hätte ich es ihnen nie zugetraut. Wir verbrachten schließlich den ganzen Tag zusammen, ich zeigte die Highlights von Mhamid und es war eine sehr schöne Zeit, bevor sie am Abend wieder nach Zagora fuhren. Sie waren nur für eine Tagestour gekommen.

Auch in Peter und Jutta steckte viel mehr, als ich dachte. Auch Peter hat lange Jahre in Schwarzafrika gelebt, und sein Wohnmobil ist durchaus etwas geländegängig und sie gehören ganz sicher nicht zu der Fraktion, die den Winter an der Küste um Agadir verbringt und von Marokko wenig Ahnung hat. Sie kannten Mhamid schon, deshalb war mein Standardprogramm irgendwie überflüssig, aber den beiden hat es dann viel Spaß gemacht, sich mit mir die vielen unterschiedlichen Campingplätze der Region anzuschauen. Natürlich waren wir auch im Museum und tranken Tee dort bei den netten Schwestern. Zwar hätte ich dort gerne ein Essen organisiert, denn das ist die neueste Attraktion, für Kenner. In diesem für Mhamid sehr typischen Haus, bei einer sehr netten Familie, kann man nun mit einem Tag Vorlauf ein Essen bestellen, und das ist sehr viel besser, als ein Restaurant hier es anbieten könnte.

 

Aber zeitlich hat dies nicht geklappt, weil Peter schon einen Termin ausgemacht hatte zum Sternengucken und wir waren daher nur zum Dejeuner bei Hadj. Das ist der Koch, der jahrelang in der Kasbah gekocht hatte, und nun sein eigenes Restaurant aufgemacht hat. Er hat uns zunächst einen köstlichen Salat serviert, mit einer sehr guten Sauce, was ja selten ist in Marokko, und danach gab es Ziegen-Tajine mit karamellisiertem Kürbis. Sehr lecker.

Und dann traf ich Frank aus Wiesbaden. Hätte ich seinen Beruf raten sollen, ich wäre nie darauf gekommen. Er ist Pfarrer, begleitet von seinem Sozialarbeiter. Die beiden haben ein Auto gemietet, sind auch bereits Afrikaerfahren und auch mit ihnen hatte ich eine schöne Zeit. Sie wollen von hier nach Marrakech, dann über den Tizi-Test wieder runter nach Taroudannt und fragten, was sie dann machen sollen. Vielleicht ins Paradise Valley? Nein, sagte ich. Das ist zwar eine ganz nette Tagestour für Leute, die ein paar Tage in Agadir sind, aber Frank hat ja ein Auto und noch etwas Zeit, da kommt nur Tafraoute infrage. So viel schöner als Paradise Valley. Diese Landschaft ist einfach unvergleichlich und auch wert, ein paar Tage dort zu verbringen. Da ich kein Buch mehr zu verkaufen habe, sind ja alle komplett weg, habe ich ihnen schnell die Seiten über Tafraoute als PDF zusammengestellt.

 

So schön es hier ist, ich bin ein Nomade, und langsam kribbelt es in mir, ich muss weiter.

Camping um Mhamid

Es gibt zahlreiche, und sehr unterschiedliche Möglichkeiten, in der Region Mhamid zu campieren. Die meisten habe ich besucht. Von den 9 Plätzen haben 3 einen Pool. Jedes dieser Camps bietet auch Touren in die Wüste, meist nach Chegaga, an.

Ausführliche Informationen in meinem Campingführer 2025, zu bestellen im Shop.

Bounou, noch vor Mhamid

Carrefour des Nomades: Dies war tatsächlich die erste Möglichkeit für Camping in dieser Region, die Anlage bestand schon bei meinem ersten Besuch 1987 und ich habe recht oft dort gewohnt, in den auch heute noch vorhandenen Bungalows ohne Strom und Wasser. Damals waren wir noch nicht verwöhnt und es war eine recht normale Art zu übernachten. Sehr schön am Palmenhain vor Sanddünen gelegene Anlage. Nach Jahren des Niedergangs ist die Anlage nun in der Obhut des Schweden Carl und recht gepflegt, auch die Bungalows wurden renoviert und haben zumindest Strom. Allerdings ist der Hauptaugenmerk das dazugehörige Hotel sowie Touren in die Wüste, die Stellfläche ist recht klein. Das Hotel hat einen Pool.

Esprit Desert. Das 2 ha große Gelände liegt sehr schön in einem wüstenartigen Gebiet mit kleinen Sanddünen und Palmen. Inhaber ist der Franzose Phil, der sich sehr engagiert. Gleich zu Beginn wurde eine ebene Fläche für etwa 20 Wohnmobile geschoben. Auf dem Platz verteilt gibt es zahlreiche Inseln mit Stromanschlüssen und Wasser sowie eine richtige Entsorgungsstation. Phil ist weiterhin auf dem Platz und achtet sehr darauf, dass alles gut funktioniert.

Kasbah Touareg. Dies ist so ziemlich das krasse Gegenteil. Hier wurde das alte Familienanwesen zur Herberge mit Campingplatz ausgebaut. Er geht eher einfach und urig zu, man wohnt hier fast wie mit der Familie, hat aber seinen eigenen Bereich. Im Garten unter hohen Palmen sind verschiedene Gebäude, die Zimmer zum Teil auch mit Bad anbieten. Die Stellfläche ist eher klein. Der Platz ist für Individualisten, die die Ruhe und das dörfliche Leben suchen, sehr zu empfehlen, alles ist liebevoll angelegt und sehr herzlicher Empfang.

Mhamid

Kasbah Sahara Services, am Ortseingang. Auberge und Stützpunkt des Tourveranstalters Sahara Services, Basis­station für Wüstentouren, idealer Ort, um vor einer Wüstentour zu übernachten oder sich davor noch am Pool zu entspannen. Im hinteren Bereich ist Stellfläche für Wohnmobile. Es ist kein richtiger Campingplatz, aber Strom und Wasser sind erhältlich, die fleißige Touda kümmert sich um die Wäsche und zeigt auch, wo man Kassetten entleeren kann. Am Pool ist ein sauberer Sanitärblock mit war­men Duschen und WC, der Pool und die Sonnen­liegen können ohne Mehrkosten genutzt wer­den. Am Abend wird alles wunderbar romantisch erleuchtet.

Hamada du Draa, am Oued Dra. Dies ist unstrittig der schönste Platz bei Mhamid. Hassan, der Chef, ist fast immer da und kümmert sich gut um seine Gäste, es gibt einen schönen Pool und eine Bar. Die sanitären Einrichtungen sind top, Waschmaschinen, Entsorgungsstation.

El Khaima, am Oued Dra. Das große Grundstück war mal sehr schön als Campingplatz angelegt mit komfortablen Stellplätzen, die jeweils eine Sitzecke, Spülbecken, Teppich haben. Doch wurde in den letzten Jahren kam renoviert und oft ist kein Mensch da. Auch ich konnte niemand finden und habe immer noch die Preise von 2023.

Ksar Ouled Mhajar, bei Jamal, an der Ksarrundfahrt. Am Rande der Oase mit Blick in die weiten Sanddünen hat Jamal hier ein Zeltrestaurant aufgebaut und bietet dazu sehr einfache Unterkunft in Zelten. Eine eingeebnete Stellfläche ermöglicht 4×4 und kleinen Wohnmobilen das Stehen unter schattigen Palmen oder in den Dünen, Zufahrt über kleine Betonbrücke. Dies ist kein Campingplatz, sondern eine Stellmöglichkeit für Leute, die nah an der Wüste sein möchten. Wunderschöne Landschaft, aber es geht sehr einfach zu.

Westlich Mhamid

La Boussole. Dieser sympathische Platz ist herrlich gelegen an do­minanter Stelle auf einem Hügel am Beginn der Piste nach Chegaga mit weitem Blick auf die Wüste, allerdings kein Schatten. Und nun empfängt euch Martine auf dem Platz, die Elsässerin spricht gut Deutsch. Zur Zeit sind Bauarbeiten im Gang, ist ein wenig störend.

Iguidi Tours. Das ist mal was ganz anderes als die immerhin sehr schönen Campingplätze von Mhamid, das ist echtes Wüstenfeeling. Ein wirklich bezauberndes Örtchen, umgeben von niedrigen Sanddünen. Eine große, harte Ebene bietet Platz für sicher 20 – 30 Gefährte, davor der weite Blick in die Wüste. Das dazu gehörige Hauptgebäude ist sehr nett dekoriert und bietet auch Zimmer, draußen sind weitere Hüttchen, in denen man wohnen kann. Ein Problem ist auch hier, dass nicht immer jemand vor Ort ist. Einfach hinstellen, irgendwann kommt jemand.

Der Astronom von Tinfou

… oder Totgeglaubte leben länger.

Vor zwei Jahren war ich in Tinfou, Dort ist das Hotel Saharasky des Deutschen Fritz Koring mit einer aufwändigen Teleskopanlage auf der Dachterrasse. Dies war schon immer in meinen Büchern aufgeführt, allerdings war Fritz im Jahr 2023 schwer krank und konnte nicht mehr vor Ort sein, doch hat sein Mitarbeiter Patrick das Hotel weitergeführt. Dann war ich im Jahr 2024 wieder dort und musste feststellen, dass das Hotel geschlossen ist, die Zufahrt war ganz unter Sand begraben. Also habe ich es aus dem Campingführer gestrichen und auch aus der Neuauflage des Reisehandbuchs.

In diesem Jahr kam ich durch Tamegroute und hielt wie immer bei der Töpferei, die ich am liebsten mag. Und schon sagte man mir, Fritz sei gestern Abend angereist, das erste Mal seit Jahren. So eine Überraschung, ich dachte schon, er wollte mir sagen, Fritz sei gestorben. Also nichts wie hin. Und vor der Tür stand Patrick.

Im Buch schreibe ich:

Der Astronom Patrick, ein Belgier, der 4 Sprachen inklusive Deutsch spricht, bietet nach dem Abendessen eine geführte Sternenbeobachtung – bei guter Sicht natürlich. Ein ganz besonderes Erlebnis. Patrick ist schon ein Unikum, ein richtiger Hippie. Er fühlt sich pudelwohl dort und ist, was Sterne angeht, völlig flexibel. Wenn um 3 Uhr nachts die richtige Kombination zu sehen ist, dann erklärt er auch um 3 Uhr nachts seinen begeisterten Zuhörern noch, was genau da am Himmel los ist.

Ja, sagte er, Fritz ist gekommen, aber er schläft noch. Ich habe seine Frau dann getroffen, sie wollte ihn zwar wecken, aber ich glaube, so ganz fit ist er immer noch nicht und wir haben ihn ruhen lassen. Die Frau war aber völlig perplex, wie gut das arabische Telefon funktioniert, sind sie doch erst am Vorabend um 23 Uhr angekommen, aber der Ort weiß schon Bescheid. Habe mich dann lange mit Patrick unterhalten, das Hotel war tatsächlich die ganze Zeit auf, aber manchmal, wenn nicht viel los ist, und auch im Sommer, ist es zu. Und auch so richtig gut scheint es nicht mehr zu sein. Empfehlen kann man es wohl nur noch für Wohnmobilfahrer, die ihre eigene Unterkunft mit bringen. Im Paket von 350 Dirham pro Person ist der Stellplatz inbegriffen, man kann auch WC und Dusche nutzen, dann gibt es ein Abendessen und dann später die Sternenführung durch Patrick. Darin geht er mit Leib und Seele auf. Da es recht viel Arbeit ist, dies alles vorzubereiten, gilt der Preis erst ab 2 Personen. Ist nur ein Einzelner da kostet es etwas mehr.

Gut, dass gerade Wochenende ist und die Druckerei ruht, denn nun kann ich den Hinweis noch schnell reinbringen. Und in den 2026er Campingführer kommt es natürlich auch wieder.