Zweimal habe ich bisher die Einreise über Melilla gemacht, mit sehr unterschiedlichen Erfahrungen. Obwohl ich jeweils um die gleiche Zeit morgens am Grenzübergang ankam, also nach Eintreffen der Fähre in einer langen Schlange von Autos, hat es bei erstenmal nur eine Stunde gedauert, beim zweitenmal aber zwei Stunden. Es lag daran, dass viele Ortsansässige bevorzugt abgefertigt wurden. Das Fahrzeug wurde jeweils von Spaniern als auch Marokkanern gründlich durchsucht, aber nichts beanstandet.
Nun war ich gespannt, wie die Ausreise laufen wird. Meine Fähre nach Motril sollte um 15:30 Uhr abgehen, und ich wollte sie nicht verpassen. In Meknes wurde mir schon um 7 Uhr das Frühstück ins Zimmer gebracht, schön, wenn der Hoteldirektor ein langjähriger Freund ist. Und so kam ich dann auch schnell auf die Autobahn. Diese geht ja leider nicht ganz bis nach Nador, es bleiben noch etwa 100 km Landstraße, aber trotzdem war ich um 12 Uhr an der Grenzstelle. Meine Rechnung war: 2 Stunden an der Grenze, 2 Stunden vor Abfahrt an der Fähre.
Aber das Schicksal war mir wohlgesonnen, die Abfertigung dauerte diesmal nur etwa 30 Minuten. Es waren nicht viele Autos dort um die Mittagszeit, eine gute Zeit. Und so kam ich auch früh genug am Hafen an, um noch etwas von der Stadt zu sehen. Bisher war ich ja nur frühmorgens im Dunkeln durchgefahren.
Von den Fährhafenstädten, die ich kenne, gehört Melilla sicher zu den schönsten, einfach weil es klein und damit der Weg vom Hafen zur Stadt kurz ist. Ich stieg hinauf auf den Berg, um von der Festung aus einen schönen Ausblick zu haben und wurde nicht enttäuscht. Beim Bummel zurück zum Hafen konnte ich noch eine wunderschöne Hochzeit sehen und filmen.
Mein Auto stand auf dem Parkplatz, man hatte mir gesagt, ab 14 Uhr könne ich in die Schlange Richtung Schiff und das lief auch ganz hervorragend ab. Es gab noch nicht einmal einen Scanner. Nachdem der Drogenhund keinerlei Interesse an meinem Wagen gezeigt hatte, meinte der Zollbeamte aber doch, er müsse mich rauswinken und mit einem mobilen Scanner absuchen. Hat er aber dann doch gelassen und ich kam früh aufs Schiff.
Die Überfahrt nach Motril dauerte 5 Stunden, wir kamen um 20:30 in Motril an, aber da ich ziemlich hinten in der Schlange war, dauerte es dann doch eine Stunde, bis alle am Polizeiposten vorbei waren. Das war aber witzig. Es ging ziemlich langsam. Und dann plötzlich, es waren vielleicht noch 20 Wagen vor mir, hatten die Zöllner wohl Lust auf Feierabend und winkten alle durch.
Um 21:30 war ich dann auf der Autobahn und beschloss durchzufahren.








