Tanger – Larache – Mehdiya Plage – Mohammedia

Von Tanger aus ging es zunächst nach Asilah, wo ich mir die Camping-Situation ansah. Hiermit möchte ich alle meine Leser noch einmal darauf hinweisen, dass sie vor der Reise unbedingt das Update herunterladen, das in meinem Shop im Bereich eBooks kostenfrei bereit steht. Noch ist nichts drin, aber die nächsten Tage werde ich doch einige neue Informationen eingetragen haben und im Verlauf dieser Reise kommt noch mehr dazu. Marokko ist immer in Bewegung. Auch der schöne Strand Peligroso hat sich total verändert und ein freies Stehen ist dort nicht mehr möglich.

In Larache wartete dann Hassan Elidrissi auf mich. Er hat seit vielen Jahren sein Familienhaus in der Medina als Gästehaus umgewandelt, zu einer Zeit, als noch niemand von Riads sprach. Und verglichen mit den glitzernden Luxusabsteigen in Marrakech ist dies hier eher heruntergekommen, aber gerade das macht seinen Charme aus. Er hat in dem sehr hohen Haus – La Maison Haute – kaum etwas verändert und auch die Möbel stammen aus alter Zeit. Aber es ist sauber und sympathisch, hier fühle ich mich immer wohl. Die Zimmer sind unterschiedlich groß, eins sogar ein Apartment mit Küche. Auf meiner Etage wohnte noch ein holländisches Paar, zwischen uns ein kleiner Salon, dort saßen wir zusammen, es war einfach wie zu Hause, sehr schön.

Am Morgen um 8 Uhr hörte ich plötzlich laute Trommelmusik und Gesang, konnte es nicht richtig einordnen. Ging ins Treppenhaus und da kam eine ganze Hochzeitsgesellschaft hoch mit Musikbegleitung. Ganz ehrlich, die Braut sah nicht glücklich aus, aber ich glaube, das lag nur daran, dass sie todmüde war. Drei Tage lang ging das Fest schon und heute Morgen endete es mit dem Frühstück für die Gäste, das Paar dagegen kam in unser Hotel für die Hochzeitsnacht. Sie sahen richtig fertig aus, ob da noch viel passieren wird? Nun ist das La Maison Haute ja nicht gerade ein Luxushotel und man könnte meinen, dass man sich für die Hochzeitsnacht etwas komfortableres aussucht, aber Hassan erzählte, dass das junge Paar sich oft hier bei ihm heimlich getroffen habe und deshalb unbedingt auch hier die Hochzeitsnacht verbringen wollte.

In Moulay Bousselham war der eine Campingplatz überraschender Weise geschlossen. Der andere ist in ziemlich schlimmen Zustand, die Sommersaison hat gerade geendet und die marokkanischen Gäste machen die Sanitäranlagen nicht gerade besser. So sind die europäischen Besucher meist nach einem Tag wieder abgefahren und in Mahdiya Plage traf ich einige, die dorthin geflüchtet waren. Dort ist ja ein neuer Campingplatz, er ist in meinem Führer genannt, aber ich war noch nicht selbst dort. Nun weiß ich Bescheid und es wird natürlich alles ins Update kommen.

Von dort ging es geradewegs nach Mohammedia, wo ich wieder auf dem Camping Said übernachten wollte. Man hatte mir ja mal Fotos von dort geschickt, wo nur zerstörte Gebäude zu sehen waren, und ich habe schon befürchtet, dass der Platz geschlossen wurde. Doch hatte sich heraus gestellt, dass nur die alten Sanitäranlagen abgerissen wurden, was dringend nötig war. Denn so herzlich der Empfang hier immer ist, die Toiletten waren übel und eine warme Dusche nur im Zimmer. Nun ist es richtig schön geworden, durch den Abriss hat sich auch die Fläche für den Camping vergrößert und ich kann den familiengführten Platz sehr empfehlen.

Es gab ein großes Hallo, als ich eintraf, sie haben mich sofort erkannt und mein Zimmer war frei. Davor hatte ich die größte Angst, denn wie immer hatte ich mich natürlich nicht angemeldet und immerhin ist Wochenende. Es war später Nachmittag, ich hatte seit dem Frühstück nichts gegessen und einen Riesenhunger. Wollte schnell etwas Brot kaufen, den Rest habe ich.

Da habe ich aber die Rechnung ohne meine Nachbarn gemacht. Es war eine große Familie aus Casablanca, sie trugen gerade ein umfangreiches Essen auf. Und ganz klar musste ich mich dazu setzen. Also so richtig lange musste man mich nicht überreden. Und es war köstlich. Die Oma hatte gekocht, und nein, es gibt keine Fotos, denn wir alle haben uns heißhungrig darüber gestürzt und hatten keine Zeit für Fotos. Doch als alles vorüber war rief mich die Oma und wollte ein Foto zusammen mit mir. Natürlich hat auch sie ein Smartphone. Ach, das ist doch wieder mein Marokko, so fühle ich mich wohl. Zum Abschied und Dank habe ich ihnen ein Ali-Buch geschenkt, das hat sie sehr gefreut. Ich glaube, es war gut, dass ich eine Kiste mitgenommen habe.

 

Marokko – ich bin wieder da

Seit der letzten Reise ist mehr als ein Jahr vergangen, ungewöhnlich für mich, aber es lag daran, dass ich meine Zeit in Marokko vom Frühjahr auf den Herbst verschoben habe, weil der Ramadan nun immer mehr in das Frühjahr hinein rutscht. Am 3.9. um 15 Uhr ging es los in Taunusstein und am 6.9. um 17 Uhr war ich auf marokkanischem Boden, trotz einer Autopanne. Ich bin wieder die volle Tour gefahren bis nach Tarifa. Unterwegs auf der Autobahn, in der sehr einsamen Gegend zwischen Murcia und Granada leuchtete dann plötzlich ein rotes Licht auf, Motorleistungs-Fehler. Gleichzeitig sank die Motorleistung rapide ab. Ich war gerade im Berg, vor mir ein LKW, aber trotzdem schob ich mich auf dem Standstreifen weiter und konnte die nächste Ausfahrt erreichen. Dort gab es ein winziges Restaurant und sonst nichts. Ich rief die Servicestelle meines ACE-Schutzbriefes an und kann davon nur Gutes berichten. Die haben sich super gekümmert, nach 45 Minuten kam ein Abschleppwagen und brachte mich zur 17 km entfernten kleinen Werkstatt in Velez Rubio. Dort sollte nachgeschaut werden, ob sie es machen können, oder ob ich in die nächste Fachwerkstatt muss, 100 km zurück nach Murcia. Ich hatte Glück, das Diagnosegerät zeigte an, der Ölfilter wäre verstopft. Es war 14 Uhr, man versprach, bis 16 Uhr einen Filter zu bekommen. Zwischendurch übersetzte die nette ACE-Dame am Telefon für mich.

Aber dann geschah etwas sehr nettes. Ich bin ja immer in facebook und hatte natürlich über die Autopanne berichtet. Flugs schrieb eine Bekannte, die ich aber noch nie getroffen hatte, sie sei gerade in der Nähe, auf dem Rückweg von Marokko, und tatsächlich eine halbe Stunde später war sie da. Wir hatten so einen angeregten Nachmittag, dass ich nicht mitbekam, dass mein Auto längst fertig war. Ich holte es ab, buchte das nächste Hotel und Esther folgte mir. Es war einfach ein Traum. Velez Blanco liegt oben auf einem Hügel, die Häuser sind auf einer Straßenseite aufgereiht und auf der anderen eröffnet sich eine unglaublich Aussicht auf das ganze Tal. Aber am schönsten, direkt unterhalb der Straße, mit vollem Blick zum Tal, ist ein großer Parkplatz, den Esther dann ganz allein für ihr Wohnmobil hatte. Wir verbrachten den Abend bei Melone, Schinken und Wein und es war einfach toll.

Am nächsten Morgen ging es aber gleich nach Algeciras und zum berühmten Carlos, der fast allen meinen Lesern seine Fährtickets verkauft, weil er einfach gute Preise hat und jeder noch ein Geschenk dazu bekommt. Er konnte auch für mich ein günstiges Ticket ab Tarifa besorgen und um 17 Uhr spanischer Zeit war ich schon auf dem Meer, kam zur gleichen Zeit marokkanischer Zeit dann in Tanger Stadt an. So lange fahre ich schon nach Marokko, aber trotzdem wurde diesmal ein Rekord gebrochen. Die komplette Einreiseprozedur dauerte kaum 5 Minuten. Es waren ja nicht zu viele Fahrzeuge auf der Fähre, ich kam zum Polizeischalter, man wollte den Pass sehen, der ja schon auf der Fähre gestempelt worden war, der Beamte fragte nach dem KFZ-Schein, und gab mir nur eine Minute später eine scheckkartengroße Bescheinigung für mein Fahrzeug. Das Formular von früher braucht nicht mehr ausgefüllt zu werden. Das ist seit diesem Jahr neu und es geht wirklich schnell.

Absolut nicht schnell ging dann der Checkin im Hotel Ramada Encore, aber damit will ich euch nicht langweilen. Und um 19 Uhr stand Thomas Friedrich vor der Tür, den Marokkoreisende mit Wohnmobil natürlich kennen, in meinen Büchern steht viel über ihn. Es folgte ein lustiges Abendessen, wo er mich allen Schleppern als reiche alte Dame andrehen wollte, die dringend einen Mann sucht.

 

Was tun gegen Knieprobleme?

Seit fast einem Jahr spüre ich Schmerzen im Knie. Zunächst nur ganz wenig, aber ich dachte, lieber gehe ich früh zum Arzt, dann kann man vielleicht noch etwas tun. Der Besuch bei Wiesbadens wohl teuerstem Orthopäden, der nur Privatpatienten nimmt, war enttäuschend. Ja, ich habe Arthrose im Knie. Was man dagegen tun kann? Nicht viel, ist halt das Alter. Aber man könnte Akkupunktur machen, oder Hyaluron-Spritzen direkt ins Knie. Beides wird von der Krankenkasse nicht bezahlt. Da ich so gut wie keine Information über die Ursache und Behandlung der Schmerzen erhielt, musste ich Dr. Google konsultieren. Hier fand ich weitgehende Informationen und war zumindest etwas aufgeklärt. Dann besuchte ich meinen Hausarzt. Der verschrieb mir dona. Eine Dreimonatskur zu 135 Euro. Als ich die in der Apotheke holen wollte erfuhr ich, dass sie vermutlich nicht von der Krankenkasse bezahlt werden. Danke, nein.

Ich ging zur DM Drogerie und fand ein Präparat, das ebenfalls Hyaluronsäure enthielt. Aber es gab eine ganze Reihe von unterschiedlichen Produkten für Gelenkprobleme. Ja, was ist denn hier das richtige. Ich kaufte zunächst ein Präparat, das wie dona 750 mg Glucosaminsulfat enthielt, aber viel billiger ist. Daneben gab es von der gleichen Firma auch ein Präparat, das zusätzlich Hyaluronsäure enthielt. Ich probierte zunächst das eine, dann das andere. Was ich feststellen konnte ist, dass es hilft. Die Schmerzen verschwinden nicht völlig, aber werden besser. Als ich in einen Abenteuerurlaub flog und bei der Ankunft mein Koffer mitsamt Medikamenten nicht da war und ich 9 Tage ohne alles auskommen musste, merkte ich schon deutlich, dass mein Knie mehr weh tat, was besonders schwierig war, da ich in der Wüste keine komfortable Toilette fand, sondern mich hinter eine Sanddüne kauern musste, was mit dem Knie einfach nicht ging. Sobald ich wieder Zugang zu den Tabletten enthielt, war alles gut.

Nun war mir aber immer noch nicht klar, was eigentlich der Wirkstoff ist, der mir hilft. Glucosaminsulfat oder Hyaluron? Also ging ich heute zu meinem Hausarzt, der endlich aus dem Urlaub zurückgekehrt war. Er sagte, ganz klar Glucosaminsulfat. Hyaluron ist eher eine Mogelpackung, es hilft nur, wenn es direkt ins Knie gespritzt wird, eine Prozedur, die weh tut und Gefahren birgt, wie z.B. eine Infektion.

Da ich mich über den hohen Preis von dona beschwerte, schaute er in seine geheime Liste und fand ein Präparat, das den gleichen Inhaltsstoff hat, Glukosamin Chondrotin Kapseln, eine Drei-Monats-Packung zu 12,95 Euro. Ich war glücklich, das ist es doch, was ich brauche. So viel billiger als dona. Also gleich damit in die Apotheke. Dort war die Freude sofort vorbei. Das Präparat gibt es, aber nicht über den Großhändler, an den die Apotheke angeschlossen ist. Ich soll es doch mal im Internet versuchen.

Na, vielen Dank. Das ist also unser Gesundheitssystem. Teure Medikamente gibt es sofort, die preiswerten nur über Schwierigkeiten.

Ein kleines Foto – und so viel steckt dahinter

Hier zunächst einmal das Foto. Es zeigt ganz offensichtlich eine Schlange von Menschen, die sich vor einem Schuhgeschäft gebildet hat. Es sind nur Frauen, sie sind sommerlich gekleidet, das Foto wurde ja auch im Juli aufgenommen, und sie haben höchstens eine Handtasche bei sich. Ganz normal also, vielleicht damals in der DDR, wo man anstehen musste, wenn es etwas Schönes gab.

Aber das Foto befindet sich im Fotoalbum meines Vaters, das er über seine Kriegszeit angelegt hat. Dort im Buch gibt es eine Unterschrift, die besagt, dass dieses Foto in Lemberg (heute Lwiw, in der westlichen Ukraine) aufgenommen wurde. Immer noch alles ganz normal. Doch eines Tages kam ich auf die Idee, das Foto aus dem Album zu nehmen und auf die Rückseite zu schauen. Siehe dieses Foto.

Dort steht 24.7.42 9:30 Uhr Judenkolonne in Przemysl.

Das polnische Przemysl liegt 115 km von Lemberg entfernt, wo mein Vater auf der Fahrt nach Lemberg durchgekommen war.

Mein Vater hat immer alles sehr korrekt aufgeschrieben, dies ist das einzige Foto, wo Vorder- und Rückseite nicht überein stimmen. Also fing ich an zu recherchieren. Und fand – natürlich wieder mit Hilfe des tollen Forums der Wehrmacht – heraus, dass es hier um eine sehr brenzlige Situation ging.

Wikipedia sagt (Kurzfassung):

Vor Beginn des Zweiten Weltkriegs lebten in Przemyśl etwa 24.000 Juden, die vollständig in den polnischen Alltag integriert waren. …

Nach Bruch des Ribbentrop-Molotow-Paktes besetzten deutsche Truppen am 28. Juni 1941 erneut Przemyśl. Zu diesem Zeitpunkt lebten dort etwa 16.500 Juden. Umgehend begann man damit, unter der jüdischen Bevölkerung Zwangsarbeiter zu rekrutieren. Eine Registrierung der jüdischen Bevölkerung wurde vorgeschrieben. Die Gestapo ordnete an, dass die jüdische Bevölkerung nun auch in ganz Przemyśl den Judenstern tragen müsse, um sie dadurch öffentlich zu brandmarken. Jüdisches Eigentum musste zum Teil abgegeben werden, jüdische Studenten wurden gezwungen, die Straßenreinigung sowie die Müllabfuhr zu übernehmen. In den Straßen wurden Plakate aufgehängt, die die Juden als „Ungeziefer“ oder „Läuse“ beschimpften. …

Am 14. Juli 1942 (also 10 Tage vor dem Foto) wurde bekannt gegeben, dass in Przemyśl ein jüdisches Ghetto im Stadtteil Garbarze eingerichtet werden soll (nahe diesem Schuhgeschäft). Das Ghetto wurde inzwischen von 20.000 bis 24.000 Juden bewohnt. Am 26. Juli wurden erneut Zwangsarbeiter rekrutiert, am Folgetag 6.500 Juden ins Vernichtungslager Belzec deportiert. Am 31. Juli sowie am 3. August 1942 verließen Transporte mit jeweils 3.000 Juden die Stadt in Richtung Belzec. Die Transportkosten wurden den Juden in Rechnung gestellt. Zusätzlich zwang man die noch verbliebenen Juden, den größten Teil ihres Geldes der Gestapo zu übergeben. Das Ghetto wurde verkleinert, wobei die Juden für die Kosten des Stacheldrahtes, der das Lager umgab, aufkommen mussten. Ende August 1942 wurden von der Gestapo in Przemyśl 100 Juden ermordet. …

Man kann also davon ausgehen, dass die jungen Frauen auf dem Foto für Zwangsarbeiten rekrutiert wurden. Als Erklärung für die unterschiedliche Bezeichnung vorne und hinten denke ich mir, dass der Text auf der Rückseite zeitnah und korrekt geschrieben wurde. Das Fotoalbum wurde aber vielleicht erst nach dem Krieg geklebt, also in der Zeit, wo man nachweisen musste, dass man kein Nazi war. Und deshalb kam wohl die harmlose Unterschrift „In Lemberg“ zustande, also noch nicht einmal die richtige Stadt.

Was mich am meisten erschüttert, ist, dass die Juden auch noch selbst für die Kosten der Zwangs-/Vernichtungsmaßnahmen aufkommen mussten. Was mich aber noch mehr erschüttert, ist, dass Teile in Deutschland schon wieder auf dem gleichen Weg sind.

Das Kriegstagebuch kann hier bestellt werden:

http://kriegstagebuch.edith-kohlbach.de/

Das Kriegstagebuch ist erschienen

Für alle, die meine früheren Beiträge zum Kriegstagebuch meines Vaters gelesen haben und an dem Buch interessiert sind, es kam heute druckfrisch zu mir. Darin ist ein zwar privates Tagebuch enthalten, das aber viel über die Arbeit der Abwehr im 2. Weltkrieg aussagt. Enthalten sind die Namen vieler Kameraden und auch Fotos.

Zu bestellen über diese Seite:

http://kriegstagebuch.edith-kohlbach.de/

Nachtrag vom September 2020: Nachdem ich die Original-Tagebücher und das Fotoalbum nach der Veröffentlichung des Buches nicht mehr benötige habe ich sie dem Militärhistorischen Museum in Dresden überlassen. Die waren sehr froh darüber. und ich glaube auch, mein Vater wäre stolz. Irgendwann muss ich doch einmal nach Dresden fahren.

New Travel Guidebook Mauritania 2019

Dear travelers,

I just came back from an amazing trip through Mauritania to update my travel guide Mauritania 2019. Unfortunately it is in German. There is no other recent travel guide about this adventourous country in the market. But the guide is available as eBook for just 12 Euro. You’ll get a link with wetransfer to download the pdf file and then you can use google translate to read it in your language. My Mauritanian assistant, who organized for me this wonderful trip, used this and could not stop to read the book. It contains full descriptions of asphalt roads and offroad with GPS points, as well as descriptions of the cities and the border formalities. You can order the book with emailing me from this website: https://shop.edith-kohlbach.de/epages/0fe3ac9e-c832-4c40-930f-078d3bf05905.sf/de_DE/?ObjectPath=/Shops/0fe3ac9e-c832-4c40-930f-078d3bf05905/Categories/Imprint

Here part of the content:

Nordteil  ………………………………………………………………………………

N1: Dakhla – Grenze  Mauretanien – Nouadhibou……………………….

N2: Nouadhibou – Choum – Zouerate – Tindouf  ………………

  N2.1: Nouadhibou – Choum – Zouerate mit dem Erzzug……………

  N2.2: Bou Lanouar – Choum – Zouerate entlang der Bahngleise            

  N2.3: Zouerate – Tindouf    ……………………………………………

N3: Kreuzung bei Grenze Mauretanien – Nouakchott ………………….

       Nouakchott………………………………………………………………………

       Banc d’Arguin…………………………………………………………………

N4: Nouakchott – Banc d’Arguin auf Ebbstrandpiste  ………..

Adrar – Region……………………………………………………………………..

A1: Nouakchott – Akjoujt – Atar………………………………………………

A2: Atar – Ouadane………………………………………………………………..

A3: Ouadane – Chinguetti  ……………………………………………..

A4: Chinguetti – Amogjar – Atar   …………………………………..

A5: Terjit – Tidjikja  ………………………………………………………

Tagant …………………………………………………………………………………

T1: Sangrafa – Matmata – Tidjikja…………………………………………….

T2: Tidjikja – Boumdeid – Kiffa ………………………………………

T3: Tidjikja – Tichit – Enji – Oualata – Nema

   T3.1: Tidjikja – Tichit ………………………………………………….

   T3.2: Tichit – Enj ………………………………………………………..

   T3.3: Enji – Oualata …………………………………………………….

   T3.4: Oualata – Nema ………………………………………………….

Route de l’Espoir………………………………………………………………….

E1: Nouakchott – Boutilimit – Aleg – Sangrafa…………………………..

E2: Sangrafa – Kiffa ……………………………………………………………….

E3: Kiffa – Matraucha – Ayoun el Atrous – Nema ……………………..

Senegal-Region……………………………………………………………………..

S1: Kiffa – Selibabi   ………………………………………………………

S2: Selibabi – Kaedi – Boghé …………………………………………………..

S3: Aleg – Boghé …………………………………………………………………..

S4: Boghé – Rosso…………………………………………………………………

S5: Rosso – Nouakchott …………………………………………………………

S6: Nouakchott – Keur Massene – Diama …………………………………

 

Der neue Reiseführer Mauretanien erscheint am 19. August 2019

Die Reise war ein Traum und ich kann Idoumou nicht genug loben für seine hervorragende Organisation. Er hat, im Gegensatz zu mir, an alles gedacht und war auf jedes eventuell auftauchende Problem vorbereitet. Wahrscheinlich deshalb ist auch keines aufgetaucht. Ich dagegen hatte nicht erwartet, dass wir eine so aufregende Reise abseits aller Infrastruktur machen, war zu sehr von dem vergleichsweise luxuriösen Marokko verwöhnt, und hatte deshalb an grundlegende Dinge nicht gedacht. Einerseits wäre es wichtig gewesen, im Handgepäck nicht die ganzen letztlich doch nutzlosen alten Reiseführer hinein zu packen, sondern eine Grundausstattung, im Fall mein Koffer kommt nicht an. Andererseits hätte ich mir ein Betttuch mitbringen müssen für Biwak und Auberge, ein Handtuch und geschlossene Schuhe für Wege im Sand. Das einzige Problem, das Idoumou also hatte, war mein endloses Murren und Schimpfen und ich bereue dies sehr. Und auch damit wurde er spielend fertig.

So schön die Reise war, bereits die letzten Tage in Nouakchott konnte ich nicht abwarten nach Hause zu kommen und zu schreiben. Es hat mir so richtig in den Fingern gezuckt, die wollten sich an der Tastatur austoben. Und das haben sie dann ja auch gemacht. Ich habe das Haus nur verlassen, um meinen Kühlschrank aufzufüllen, ansonsten saß ich schon um 6 Uhr morgens vor dem Computer, habe gearbeitet bis spät in der Nacht. Mein Kopf war einfach voll mit den ganzen Erlebnissen und ich wollte das schnell niederschreiben, damit es nicht vergessen geht. Außerdem war mir bewusst, dass viele Leute tatsächlich auf das Buch warten. Mauretanien rückt wieder in das Interesse der Abenteuer suchenden Reisenden, die Sicherheitsbedenken sind beiseite geräumt und das Land lockt. Aber Literatur darüber gibt es kaum, erst recht keine aktuelle. Zur Abrundung meiner Recherchen hätte ich Hintergrundinformation gebraucht, das Internet ergab nichts, also ging ich in die Landesbibliothek. Als ich Mauretanien in die Suchmaske eingab gab es seitenweise Einträge, aber alles Bücher von mir, da ich ja alle neu erschienenen Bücher als Pflichtexemplar abliefern muss. Ich fand nur fünf fremde, nach dem Jahr 2000 erschienene Bücher und was dort drinnen war, war mehr als mager. Die Information, die ich suchte, bekam ich nicht.

Nachdem ich also nun gut eine Woche täglich 15 Stunden gearbeitet habe ist das Buch fertig! Am Montag geht es in die Druckerei und soll am 19. August geliefert werden. Bei mir als Eine-Frau-Verlag fällt ja die ganze Lektorenarbeit weg und sobald es geschrieben ist, kann es gedruckt werden. Obwohl auch ich den Text bis zum Umfallen Korrektur lese. Trotzdem entgehen mir Fehler, eigentlich bräuchte man eine zweite Person dafür, die habe ich allerdings nicht. Und es ist auch kaum einer so schnell wie ich und Geduld habe ich ja keine. Also, alle, die auf das Buch warten, es ist bald soweit und ich glaube, es lohnt sich. Viel musste ich ändern von dem Text, der bereits in der alten Ausgabe war, und neu hinzugekommen ist die wunderschöne neue Asphaltstraße ab Terjit sowie die abenteuerliche Karawanenroute Tidjikja – Ticht – Oualata. Und als Abrundung die Strecke von Kiffa zum Senegal.

Von Kiffa nach Selibabi und weiter nach Nouakchott

Eine Route bleibt aber noch, die ich gerne für mein Buch hätte. Und zwar die Verbindung von Kiffa direkt runter zum Senegal statt über die Route de l’Espoir zu fahren. Bei meinem letzten Besuch war das ein sehr langes Stück Piste, Idoumou riet ab, es würde mindestens 12 Stunden dauern. Nun aber sind die ersten 100 km bis Kankossa asphaltiert. Es bleiben jedoch noch 200 km Piste, die aber in der Regenzeit keinesfalls zu fahren sind, dort unten wäre dann alles verschlammt. Und das genau ist die Frage, hat es geregnet oder nicht? Und wird es regnen? Wir warten mit der Nachfrage bis zum Abend vor der geplanten Abfahrt und dann kommt die befreiende Auskunft, nein, es hat nicht geregnet, die Fahrt ist möglich. Inzwischen sind wir ja ein eingespieltes Team, wir stehen früh auf und laden den Pickup neu. Adana hat sich inzwischen verabschiedet, so sind es nur drei Männer und ich, die noch vor 7 Uhr abfahrtbereit sind. Die ersten 100 km auf Asphalt bis Kankossa sind schnell vorbei und bieten nichts besonderes, aber dann kommt die Piste. Ich habe es ja auch in Marokko schon gemerkt, wo immer mehr Pisten asphaltiert wurden, sobald das Teerband die Piste ersetzt ändert sich die Landschaft und die Schönheit nimmt Schaden. Und so ist es ein großer Unterschied, als wir auf der Piste sind. Hier sind wir viel näher dran an den Menschen. Es geht direkt durch die Dörfer, die immer afrikanischer werden. Hier unten ist der Großteil der Bevölkerung schwarz und Idoumou klärt mich auf, dass es in dieser Region zwei Stämme gibt, die sehr unterschiedlich sind. Die Toucouleur leben hauptsächlich nomadisch und ziehen mit ihren Herden, hauptsächlich Kühe mit langen spitzen Hörnern, umher. Ihre Dörfer bestehen aus malerischen Rundhütten mit Strohdach. Auf dieser Route kann man viele sehen. Vor einer Hütte steht eine wunderhübsche Frau, nett gekleidet, mit schönen Armbändern und zerstößt etwas im großen Holzmörser. Wir dürfen ungestört fotografieren. Das ist das tolle hier, die Menschen sind offen und freundlich und freuen sich sogar über Fotos.

Die Soninke dagegen leben immer in festen Häusern und betreiben Landwirtschaft. Sie leben mit der ganzen weitverzweigten Großfamilie zusammen, deshalb sind es sehr große Häuser, die bis an die 50 Zimmer haben können. Sie sind meist einstöckig und es ist ein Zimmer gleichförmig ans andere gereiht, es erinnert fast an ein Hotel. Es geht ihnen wirtschaftlich ganz gut, deshalb erbauen sie in ihren Dörfern sehr schöne, zweitürmige Moscheen. Auch der schwarze Bevölkerungsanteil ist ja zu 100 % dem Islam angehörend.

Im Dorf Hassi Chaggar kommt eine Frau an unser Auto gelaufen und fragt, ob wir sie bis Selibabi mitnehmen können. Natürlich, wir haben ja massenhaft Platz, jetzt wo Adana fehlt. Ein Deutscher hätte es sich vielleicht noch einmal überlegt, aber hier ist das keine Frage, natürlich nehmen wir sie mit. Es ist eine Soninke-Frau in mittleren Jahren, und wir erfahren erst im Laufe der Reise, dass sie bis nach Nouakchott will, um dort ihre Tochter abzuholen, die in der Hauptstadt arbeitet und zu Hause Ferien machen will. Das ist eine ziemlich weite Reise, fast 1.000 km. Und dafür hat sie nur ein ganz kleines Bündelchen dabei, ich glaube diese Frau hätte absolut kein Verständnis für mein Jammern nach dem vermissten Koffer. Und ich fürchte selbst Idoumou hat das nicht, obwohl er natürlich viel zu höflich ist, um das zuzugeben, und alle Räder in Bewegung gesetzt hat, um ihn zu finden.

Wir sind nun in dem Gebiet, wo man bei Regen nicht mehr durchkommen soll, und die Spuren davon sieht man deutlich. Fast metertief haben sich Reifenspuren eingegraben und die Zeichen des Ausbuddelns sind auch deutlich zu sehen. Hier ist alles Matsch bei Regen, hier geht nichts mehr, wir sind auf nur 50 Meter Höhe. Aber obwohl am Abend vorher schon dunkle Wolken zu sehen waren ist immer noch alles trocken. Ich greife mal kurz vor, wir kamen bei bestem Wetter durch. Aber am anderen Morgen erreichten uns zahlreiche Telefonate, zwischen Kiffa und Selibabi hat es die ganze Nacht geregnet und hört immer noch nicht auf. In dem Dorf der Soninke-Frau, sie heißt übrigens Kumba, ist kein Durchkommen mehr. Was haben wir doch alle für ein Glück gehabt.

In Selibabi eingetroffen dachte ich, Kumba steigt aus. Aber meine Männer haben ihr angeboten, dass sie weiter mitfahren darf, sie will ja genau wie wir nach Nouakchott, wenn wir das auch heute nicht mehr erreichen werden. Unterwegs erzählt sie, dass ein Sohn von ihr in Frankreich lebt, schon seit 13 Jahren, aber immer noch keine legalen Papiere hat. Sie fragt Idoumou, warum er nicht auch nach Europa geht, als weißer Maure müsste es doch einfach für ihn sein (keine Ahnung wie sie auf den Gedanken kommt). Aber gerade die Mauren fühlen sich in ihrem Land sehr wohl und wollen nicht fort, es ist eher der schwarze Bevölkerungsanteil, der diesen Wunsch hat. Im letzten Jahr ist ein Boot mit 40 Flüchtlingen auf dem Weg zu den kanarischen Inseln gekentert, die Menschen ertranken, 10 davon waren aus Kumbas Dorf.

Wir fahren kurz nach Selibabi rein, aber die Stadt ist nicht besonders sehenswert, den Umweg muss man nicht machen und kann gleich nach Mbout und Kaedi weiter fahren. Inzwischen ist Mittagszeit und wir suchen ein schönes Plätzchen. Gar nicht so leicht in der jetzt kurz vor der Regenzeit eher tristen Savannenlandschaft. Doch dann kommt eine hübsche Gruppe von schattigen Kokospalmen. Nur ist dieser schattige Rastplatz bereits besetzt. Toucouleur-Hirten mit ihren Kühen haben es sich hier bequem gemacht. Das ist wieder genau Idoumous Ding. Genau wie er mitten unter den Kamelnomaden biwakieren wollte muss es nun ein Lunch inmitten einer Kuhherde sein. Wir parken, Ahmed packt seine Küche aus, Idoumou haut sich aufs Ohr, Kumba macht es sich bequem und ich schaue mir die Kühe an mit einem kleinen Kälbchen, erst eine Woche alt. Ein Hirte ist so etwa Anfang 20, dazu drei Helfer im Teenageralter. Sie finden den Besuch natürlich toll, endlich etwas Abwechslung. Da stehe ich auf und hole aus meinem Vorrat eine Handvoll Bonbons. Gebe sie dem Ältesten zum Verteilen. Das macht er auch wirklich sehr gerecht. Es schmeckt ihnen und ich freue mich. Doch dann erhalte ich eine Lektion in Sachen Gastfreundschaft oder Großzügigkeit, die mich echt beschämt. Ich habe nur eine Handvoll Bonbons geholt, aber Kumba schaut sich das an, steht auf und holt aus ihrem kleinen Reise-Bündelchen, in dem wirklich nicht viel drin sein kann, eine ganze Tüte Datteln und gibt sie den Jungs. Ich bin platt. Das wäre doch eigentlich ihr Reiseproviant. Und als Ahmed unser Mittagsmahl fertig hat, bekommen die Jungs, obwohl sie dabei sind, sich selbst etwas zu kochen, eine eigene Schale mit Nudeln und Fleisch hingestellt und zwei Brote dazu. Eine solche Großzügigkeit habe ich in Deutschland noch nicht erlebt. Zum Abschied bedanken sich die Jungs für den schönen Tag.

In Kaedi fahren wir an den Senegal, denn einmal möchte ich doch den Fluss sehen. Die neue Asphaltstraße geht nämlich ein wenig entfernt vom Fluss, damit sie sicher vor den Überschwemmungen der Regenzeit ist. Ganz schönes Gewimmel am Fluss, der vom Regen braun ist. Alle sind fleißig mit Reinigungsarbeiten beschäftigt, keiner bettelt und wir können auch hier Fotos machen. Etwas entfernt ist eine Bootsanlegestelle mit dem Grenzübergang nach dem Land Senegal. Kleine Barken bringen Personen hinüber und ich traue meinen Augen nicht, es gibt sogar ein Holzfloß, mit dem man das Auto hinüber bringen könnte. Da Idoumou ja jeden kennt, auch den dort wartenden Grenzbeamten, fragt er, ob hier auch Ausländer rüber dürfen, und der Beamte sagt, ja. Von Mauretanien aus nach Senegal auf jeden Fall, in der Gegenrichtung nur, wenn der Reisende ein Multi-Entry-Visum hat. Das ist doch mal interessant, bisher nämlich nicht bekannt. Idoumou meint aber, es sei besser, wenn er vorher anriefe und das Vorhaben ankündigt.

Dann aber rast Idoumou nur so. Er will so viele Kilometer wie möglich auf dem Weg nach Nouakchott zurücklegen, denn er hofft am nächsten Tag schon früh in der Stadt zu sein, schließlich hat er mit mir viel Zeit verbracht und konnte sich nicht um seine Geschäfte kümmern. Solange wir auf Pisten waren hatte er ja keinen Mobilfunkempfang, aber seit wir wieder die mauretanische Zivilisation erreicht haben, geht sein Telefon ununterbrochen.

Wir hatten schon am Morgen ausgemacht, dass wir auch an diesem Abend wieder ein Biwak abseits der Route de L’Espoir aufschlagen. Also wird Kumba gefragt, ob sie in Aleg aussteigen und den Bus zur Weiterfahrt nehmen oder mit uns zusammen übernachten will. Sie will bei uns bleiben, es gefällt ihr inzwischen recht gut. Ich frage Idoumou ob sie das auch getan hätte, wenn ich nicht dabei wäre und damit keine Frau. Aber er meint, ja, das hätte sie. Das ist eben der Unterschied zwischen Mauretanien und Marokko, hier werden Frauen sehr respektiert und man würde sich nicht an einer Frau vergreifen. Dann finden wir zwischen Aleg und Boutilimit ein schönes Plätzchen auf Sanddünen, ein Dorf ist in Sichtweite. Und nun wird es Kumba doch mulmig. Hier gibt es Schlangen, Skorpione und was noch für ein Getier, meint sie. Soninke wohnten ja immer in festen Häusern, im Gegensatz zu fast allen anderen Mauretaniern, und dieses Schlafen unter dem freien Himmel, direkt auf dem Sandboden, das traut sie sich nicht zu. Wir bauen extra das Zelt auf, das wir bisher noch nicht gebraucht hatten, aber sie traut sich dennoch nicht und wird schließlich zusammengekrümmt im Auto schlafen. Ein Kamelreiter kommt vorbei und fragt nach etwas Wasser, aber es ist klar, das ist nur ein Vorwand. Er wollte doch einfach mal schauen, was für Menschen sich da nahe dem Dorf niedergelassen haben. Er ist zufrieden und zieht ab. Ahmed setzt uns sein Abendmahl vor und wieder sucht sich jeder sein Eckchen, ich gehe ins Zelt, wenn es schon mal da steht, lasse aber die Tür auf, damit Luft herein kommt. So langsam freunde ich mich mit dem biwakieren an. Es macht Spaß und ist auf jeden Fall schöner als eine Einfach-Auberge. Sofern ich jeden zweiten Tag irgendwo eine Dusche bekomme. Aber immerhin bekomme ich immer eine Flasche Wasser für die „Dusche“, habe nun mein Waschzeug und einen Pyjama.

Auch an diesem Morgen sind wir früh wieder auf der Straße. Eigentlich dürfte es nun kein Abenteuer mehr geben, nur noch der Kamelmarkt am Rande von Nouakchott. Ich stelle mir vor, wir parken davor und ich schlendere drüber. Habe mal wieder meine Rechnung ohne Idoumou gemacht. Er fährt mitten auf den Markt, mitten in die dicht gedrängt stehenden Kamele mit ihren Besitzern hinein. Ich fasse es nicht. Leider ist es hier nicht ganz einfach Fotos zu machen, die Kameltreiber und Käufer haben das nicht gerne, dabei wären malerische Fotos möglich. Gebe die Kamera Idoumou in die Hand, er macht zumindest einige.

Pünktlich um 10 Uhr bin ich dann im Hotel, wieder im Royal Suites wie zu Beginn, und da alles mit Idoumou abgesprochen ist darf ich auch so früh schon in meine alte Suite. Ist ja schon interessant, mit wie unterschiedlichen Augen man etwas sehen kann. Am ersten Tag, frisch aus Deutschland gekommen, habe ich über alles nur geschimpft. Das Wasser ist nicht warm und tröpfelt nur, die Kaffeemaschine geht nicht, im Bad steht eine Waage, aber die Batterien sind leer, das Frühstück so was von unprofessionell. Habe mich aber dennoch entschieden wieder hierher zu kommen, weil der von Idoumou ausgehandelte Preis einfach unschlagbar ist. Und nach all meinen Wüstennächten kann ich das gemütliche Bett schätzen, die Klimaanlage genießen, das Internet auf dem Zimmer, und das Hotel ist plötzlich gar nicht mehr so schlecht. Bin mal gespannt, was es morgen zum Frühstück gibt.

Von Ayoun bis Kiffa

In Ayoun machen wir einen Halt bei einem schönen Hotel. Ja, hier hätte ich es ausgehalten. Idoumou kennt den Besitzer und der stellt uns für ein paar Stunden ein Apartment zur Verfügung. Wir haben Internet, Dusche, Sitzklo!, was Kühles zu trinken. Ich mache einen Bummel durch die Stadt, denn auch Ayoun hat eine besondere Architektur zu bieten, mit Steinen geometrisch verzierte Hausfassaden. Trotzdem leben viele Menschen auch in der Innenstadt noch in richtigen Gehöften, wie man sie vor allem auf dem Land findet. Dörfer bestehen hier nicht aus festen Häusern, sondern es ist jeweils ein sandiges Karree eingezäunt, zum Schutz gegen freilaufende Tiere. Darin steht oft, aber nicht immer, ein festes Haus für die Vorräte und vielleicht Regen, aber im Hof steht vor allem ein großes Khaima, ein rechteckiges, von niedriger Mauer umgebenes Gebilde, das von einem Zeltdach vor Sonne geschützt wird. Die Seiten sind offen, aber meistens mit Draht versehen, so dass die Luft durchgeht, aber kein Tier rein kommt. Hier hält man sich auf, hier schläft man bei Nacht. Evtl. gibt es auch noch eine Ecke für die Tiere in der Nacht, am Tage laufen sie frei draußen herum und verzehren z.B. in Städten den Müll, der einfach an den Straßenrand geworfen wird.

Ayoun bietet aber noch eine weitere Besonderheit. Wenn man von Westen in die Stadt einfährt kommt man zu Beginn durch eine wunderschöne bizarre Felsformation. Im weiten flachen Land ist das überraschend. Deshalb wird auch Ayoun gerne als eine der schönsten Städte Mauretaniens bezeichnet.

Die Krokodile von Metraucha

Doch bevor es weitergeht nach Kiffa, Idoumous Stadt, wo er seine Jugend verbracht hat und ein Hotel besitzt, möchte ich noch mal einen kurzen Besuch bei meinen Krokodilen machen. Ich liebe die ja, irgendwas haben diese Tiere an sich, dass sie mich wahnsinnig anziehen. Wie auch die Alligatoren in Florida. Wir fahren die kurze Piste, doch dann heißt es zu Fuß weiter gehen. Es ist wieder sehr, sehr heiß. Schlimmer sind noch meine offenen Sandalen, wo alle kleinen Steine und scharfen Dornen vorne rein kommen und sich festsetzen. Alle paar Schritte muss ich stoppen und die Schuhe leeren. Dann endlich stehe ich vor dem Guelta. Ein Guelta in der Sahara ist ein Felsenbecken, dessen Untergrund so fest ist, dass das Wasser ganzjährig nicht verdunstet. Dieses hier wird von einer Quelle gespeist. Und hier finden sich die berühmten Saharakrokodile. Wenn man zunächst zum Ufer kommt ist kein einziges zu sehen, sie haben Angst vor Menschen. Man muss sich ganz ruhig auf einen Felsen setzen und warten. Nach einiger Zeit strecken sie ihren Kopf aus dem Wasser. Beim ersten Besuch 2013 konnte ich 11 Krokodile auf der Felswand liegend fotografieren, während sich sicher noch 20 im Wasser tummelten, diesmal war es aber so heiß, dass sie nicht aus dem Wasser kamen. Mit ihren großen Augen schauten sie uns nur an. Ich saß nahe am Ufer, das Kroko glotzte mich an, ich wollte ein Foto machen, aber meine Batterie war leer. Also ging ich. Adana, der hoch auf dem Felsen saß, berichte mir, dass das Kroko kurz danach genau an dieser Stelle aus dem Wasser kam. War das nun gut oder schlecht?

Ahmed hatte inzwischen unter schattigen Bäumen das Mittagessen zubereitet. Ein Ziegenhirte kam vorbei und freute sich, eine Unterhaltung zu haben. Noch 2013 sagte man mir, dass die Krokodile harmlos seien und kein Herdentier fressen würden. Das hat sich aber inzwischen geändert. Irgendwann einmal kamen sie auf den Geschmack und unser Hirte hat schon zwei Ziegen an sie verloren. Aber für Menschen sind sie harmlos, unser Hirte ging zum Guelta und wusch sich erstmal gründlich. Dann füllte er seinen Ziegenbeutel mit diesem Kroko-Wasser zum Trinken. Als er uns zum Wagen begleitete sah er mein Buch mit dem Reisebericht von Mauretanien und den Fotos der Krokodile. Er war ganz begeistert und freute sich so, als ich ihm das Buch schenkte.

Dann ging es weiter nach Kiffa, wo ich endlich wieder ein richtiges Zimmer bekam. Aber halt, ich habe ja das allerwichtigste vergessen! In Kiffa wurde ich ja erwartet. Von wem? Meinem Koffer natürlich. Endlich, nach 8 vollen Tagen, wieder mit richtigem Waschzeug, mit allen meinen Sachen und den Geschenken für Idoumous Familie, und ganz klar gab es als erstes eine wunderschöne Dusche. Und was ziehe ich danach an? Meine Sachen aus dem Koffer? Nein. Es ist so heiß, dass meine mauretanischen Kleider tatsächlich die beste Kleidung hier darstellen, zwei lässt Idoumou für mich waschen, das andere ziehe ich an.

Oualata – Nema

Die Männer tauchen auf und es kann weiter gehen. Ich bin sehr froh, dass wir nicht in dieser doch recht einfachen Auberge schlafen müssen, ein Biwak ist da wirklich besser, aber mir wurde ja ein Hotel mit Bad und Internet versprochen. Die Piste nach Nema ist sandig, aber trotzdem kommen wir gut voran, wenn auch mitten auf der Spur ein verlassenes Auto steht, das nicht mehr weiter kam, der Besitzer holt wohl Hilfe. Das kam schon vorher einmal vor. Gegen 17 Uhr sind wir in Nema. Ich bin überrascht, wie groß und sauber die Stadt doch ist, relativ gesehen natürlich. Und es gibt auch tatsächlich zwei sehr schöne Hotels, zwar ohne Internet, aber mit Bad und Klimaanlage. Ach wie schön!? Aber Idoumou will nicht. Will noch weiter fahren. Wir könnten doch noch einige Kilometer hinter uns bringen. Also, ich bin ja nicht blöd. Hier stimmt was nicht. Denn nach Ayoun und damit zum nächsten Hotel ist es weit, unterwegs gibt es nichts. Wir fahren zwar, aber ich bohre immer mehr nach. Und endlich kommt sie dann raus, die Wahrheit. Idoumou will nicht für alle Helfer ein teures Hotel bezahlen und er kennt niemand in der Stadt, wo sie bleiben können. In Ayoun wäre das besser. Aber wir können es nicht mehr im Hellen erreichen und ich bin für Argumente, die Sinn machen, durchaus empfänglich. Wir bräuchten mindestens 3 Zimmer, denn auch Idoumou will nicht mit den anderen zusammen schlafen, und eines kostet immerhin 50 Euro. Also gebe ich klein bei, verzichte auf mein schönes Zimmer und schlage vor, im nächsten Ort etwas zum Kochen zu kaufen und dann eine schöne Stelle fürs Biwak zu suchen. Die Männer sind begeistert.

Wir fahren ja ab Nema die Route de L’Espoir, eine wichtige Verkehrsader und auch in der Nacht befahren. Idoumou klärt mich auf, dass man zum Biwak niemals eine Stelle wählen dürfe, wo Sand mit Gras bewachsen ist. Denn dort seien CramCrams, irgendwelche kleine, distelartige Teilchen, die stechen und überall hängen bleiben. Sanddünen, also Sand, der sich bewegt, ist okay. Und tatsächlich finden wir bald eine richtig schöne Stelle und richten unser Biwak hinter einer Düne ein. Ahmed kocht das Abendessen, Mohammed den Tee und endlich erfahre ich auch, wozu der dritte, Adana, gut ist, er ist eigentlich der Fahrer und damit auch für alle Reparaturen am Fahrzeug zuständig. Ich hatte mich schon unterwegs gewundert, warum Idoumou nie hupte, um Menschen und Tiere wegzuscheuchen, nun zerlegt Adana die Lenksäule, weil die Hupe defekt ist. Außerdem haben wir auch noch einen Platten, na ob wir hier wieder wegkommen.

Wir essen zu Abend, wie üblich Fleischbrocken in Zwiebel gebraten, mit Wasser aufgefüllt und dann einen Riesenberg Nudeln dazu geworfen. Jeder sucht sich eine Stelle zum Schlafen aus und dann geht er los, der Wind. Wind hier heißt, irgendwo regnet es. Und wir hatten auch schon das junge Grün gesehen. Also Regen brachte die Nacht zum Glück nicht, aber der Sturm war heftig und es war nicht so leicht, ein geschütztes Plätzchen zu finden. Es gelang mir aber tatsächlich doch, einige Stunden Schlaf zu bekommen und um 5 Uhr waren wir alle wieder auf den Beinen. Ahmed bereitet das Frühstück, Adana baut die Lenksäule zusammen und holt den Kompressor, um den platten Reifen aufzupumpen. So kommen wir bis zur nächsten Stadt, Timbedra, und können ihn dort richtig flicken. Es ist nur ein kleines Loch.