Monatsarchiv: August 2026

Straßburg 2 – Capitale Européenne

Das Zentrum Petite France hatte ich ja schon am Abend zuvor erkundet, heute habe ich die von Komoot angebotene Kulturrundfahrt gemacht. Auch hier wieder einfach ein Traum, die Fahrradstraßen. Es ging teils an der Ill entlang, teils durch einen Park mit der Russisch-Orthodoxen Kapelle, und vor allem das Europaviertel war sehr eindrucksvoll. Leider auch mit vielen Baustellen. Es ist so eine schöne Stadt, ja, hier könnte ich wohnen.

 

Und natürlich endete es wieder in Petite France. Am liebsten wäre ich noch einmal ins Amis Schutz gegangen, aber man sollte ja auch was Neues ausprobieren. So ging ich ins Marco Polo. Super schön gelegen mit einer von Blumen eingerahmten Terrasse direkt am Fluss. Ich bestellte eine Pizza, sie war ganz gut aber lange nicht so ein tolles Essen wie am Tag zuvor. Ob ich das Schutz doch noch mal einplane?

Es ging zurück in „meine Stadtwohnung mit Balkon“, wo ich mich etwas ausruhte. Ich habe ja die Hitzewelle für Straßburg bestellt, es sind so 35 °C, da kommt man bei einer Radtour schon etwas ins Schwitzen. Doch am Abend steht noch ein anderes Event auf dem Programm, die partielle Sonnenfinsternis. Ich fahre zur Mediatheque auf einer Halbinsel, wo sich schon viele Leute eingefunden haben, bewaffnet mit schwarzen Sonnenbrillen. Ich habe natürlich keine. Doch komme ich mit einer Dame ins Gespräch, sie hat es sich mit Tochter und Freundin gemütlich gemacht und sie schlürfen Sekt. Danielle schenkt mir eine Brille und achtet sehr darauf, dass ich nicht unbewaffnet in die Sonne schaue, denn sie ist Krankenschwester. Sie hätte mir auch gerne einen Sekt angeboten, aber es gibt kein Glas mehr. War dennoch ein richtig schöner Abschluss für meinen zweiten Straßburg-Tag. Das Bild der Sonne war eindrucksvoll, sie war fast völlig vom Mond bedeckt, aber es ließ sich nicht mit dem Handy fotografieren.

Fahrradurlaub in Straßburg, Teil 1

Ich habe mir angewöhnt, jedes Jahr mit meinem Auto, das Rad hintendrauf, irgendwohin zu fahren, was nicht allzu weit von meinem Wohnort entfernt ist, und dort einige Tage zu bleiben, um schöne Radtouren zu unternehmen. So war ich einige Male an der Mosel, auch am Rhein, an der Saar, häufig im Nordelsass und diesmal eben in Straßburg. Und muss sagen, das toppt alles. So wunderschön hier.

Was ich vorher nicht wusste: Straßburg gilt als die fahrradfreundlichste Stadt Frankreichs und bietet ein über 600 Kilometer langes Radwegenetz im gesamten Ballungsgebiet. Dank breiter, separater Radspuren, verkehrsberuhigter Zonen, des neuen Rad-Rings (Ring Vélo) um das Stadtzentrum sowie direkter Verbindungen über den Rhein nach Deutschland ist das Radfahren sicher, schnell und unkompliziert. Tolle Verbindung über die Zwei-Ufer-Garten-Brücke direkt ins deutsche Kehl.

Über AirBnB hatte ich mir zuvor ein kleines Apartment in einem Vorort gebucht, aber nicht ohne zuvor zu fragen, ob ich Auto und Rad sicher unterstellen kann. Die superfreundliche Audrey hat mir beides bestätigt. Das Studio ist in einer großen Wohnanlage mit privaten Parkplätzen und zu jeder Wohneinheit gibt es eine kameraüberwachte Radgarage. Direkt vor dem Haus beginnt der Radweg, auf dem man wirklich überall hinkommt, zum berühmten Münster und dem historischen Viertel „La Petite France“, aber auch nach Kehl. Mir scheint, hier sind nicht nur die Hauptstraßen mit Radwegen bestückt, sondern sogar die Nebenstraßen. Und muss man wirklich mal für ein kurzes Stück die Autostraße befahren, sind da Räder aufgezeichnet und die Autofahrer nehmen Rücksicht. Es ist natürlich der richtige Move für eine Stadt wie Straßburg, die von Touristen überschwemmt wird. Würden die alle ins Zentrum mit dem Auto kommen, so wäre Chaos. So gibt es nicht nur gute Straßenbahnverbindungen, sondern auch an allen Ecken Räder zum Mieten.

Zur Ankunft hat mir Audrey nicht nur alles erklärt, sondern auch den Kühlschrank mit eiskaltem Wasser und Zitrone bestückt, ich konnte mich bei meinem Aufenthalt tatsächlich über eine Hitzewelle von über 30 ° freuen, und das kalte Wasser ist da genau das, was man braucht. Habe auch eine super Radflasche, die das Wasser während der ganzen Fahrt eiskalt hält.

Fünf Tage will ich hierbleiben und schon der erste war einfach topp. Ich fuhr noch am gleichen Abend über eine richtige Rad-Autobahn in die Innenstadt und erreichte gerade zur Küchenöffnung das L’Ami Schutz bei den überdeckten Brücken. Das wars! Genau was ich mir vorgestellt hatte. Jeder bestellt dort Flammkuchen, der ist sicher auch gut, ich aber Escalopes de Fois Gras. Oh mein Gott, so gut habe ich das noch nicht gegessen, nicht einmal bei Lafer. Und der Preis – geschenkt. Und auch die Bedienung, super nett. Und so sparsam wie ich sonst immer bin, hier will ich zuschlagen und jeden Tag essen gehen. Zum Glück reicht mir auch die Vorspeise, ein weiteres Gericht wäre mir zu viel.