Airbnb

In den letzten Jahren bin ich immer mal von meinem Florida Home für ein, zwei Tage woandershin gefahren. Diesmal wollte ich das eigentlich nicht, da es mir hier in meiner Heimat einfach so gut gefällt. Doch bike ich schrecklich gerne. Letzten Samstag habe ich den Seminole Wekiwa Trail gemacht und dabei festgestellt, dass es von dort ausgehend noch den Cross Seminole Trail gibt. Habe ihn recherchiert und festgestellt, dass einige Passagen nicht eindeutig übers Internet zu identifizieren sind. Und natürlich will ich das sowieso live machen. Es sind insgesamt 26 Meilen, und da es keinen öffentlichen Transport gibt heißt das 42 km hin und 42 km zurück. Nun bin ich kein junger Bursche wie mein Sohn, sondern eine Seniorin mit Rückenschmerzen, ich brauche mindestens 2 Tage dafür. Die Anreise dorthin ist auch etwa 80 km. Also kam ich auf die grandiose Idee, doch ein Hotel in der Mitte des Trails zu suchen und dort zu übernachten. Immerhin ist es ein dicht besiedeltes Gebiet.

Schnell stellte sich heraus, dass booking.com in Oviedo überhaupt nichts hat, dort gibt es kein Hotel. Alle sind etwas weiter in Orlando, das billigste 130 $. Nein, danke, das ist mir zu viel. Also schaute ich mal in Airbnb. Die habe ich noch nie ausprobiert. Schell fand ich eine Reihe von Unterkünften in Oviedo, aber genauso schnell fand ich meinen Favorit. Eine wunderschöne Luxusvilla. Wenn ich in Deutschland Leute treffe und es zufällig darauf kommt, dass ich ein Haus in Florida habe – sehr gerne erzähle ich es ja garnicht – so stellen sich die meisten genau so eine Luxusvilla vor. Doch leider bin ich nicht reich und lebe sehr viel bescheidener, dennoch sehr glücklich, in meinem einfachen, aber gemütlichen Trailer. Doch das hier war genau so eine Luxusvilla wie man sie sich vorstellt. Eigenes Zimmer mit privatem Bad und Nutzung des Pools. Ja, das ist es! Dazu nur 40 $ die Nacht, dazu kommen einige Gebühren. Ganz, ganz schnell habe ich das also gebucht und kann es nun kaum erwarten. Ich freue mich so schrecklich darauf und bin gespannt, ob die Wahrheit den Bildern entspricht. Und natürlich werde ich euch haargenau berichten.

Bestellungen meiner Bücher von Kunden aus dem Ausland

Zu Jahresbeginn gibt es zwei wichtige Änderungen. Zunächst einmal das Porto. Früher habe ich meine Bücher ins Inland preisgünstig als Büchersendung verschickt und ins Ausland als „Presse&Buch“. Inland ist unverändert, aber „Presse&Buch“ gibt es nun nicht mehr, ich darf keine kommerziell verkauften Bücher mehr so senden. Das geht jetzt als Warenversand International und es ist ja klar, dass damit eine Preiserhöhung verbunden ist.

In die EU kostet der Versand für Bücher bis 500 g, also z.B. Campingführer, 3,81 EUR, bis 1000 g (z.B. Reisehandbuch) 8,33 EUR. Beide zusammen als Päckchen 8,89 EUR.

In die Schweiz kostet der Versand für Bücher bis 500 g 3,20 EUR, bis 1000 g 7,- EUR. Beide zusammen als Päckchen 12,70 EUR, das heißt einzeln ist es günstiger.

Als kleine Gemeinheit verlangt die Post nun auch noch eine ziemlich umständliche Ausfüllung eines Versandscheines mit Zollangaben.

Amazon

Wenn ein Kunde in meinem Shop (shop.edith-kohlbach.de) bestellt, mache ich das im Inland versandkostenfrei, im Ausland wird das tatsächliche Porto hinzugerechnet. Aber bei Bestellungen über Amazon ist das anders. Dort wird vom System kein Unterschied gemacht zwischen Inland und Ausland. Ich bekomme für jedes verkaufte Buch eine Summe (Verkaufspreis – Verkaufsgebühr) und zusätzlich 3,- EUR Versandkosten, egal wo hin. Da lege ich beim Reisehandbuch ziemlich drauf. Deshalb erlaube ich in Amazon nun nur noch Bestellungen nach Deutschland, nicht jedoch an MeinEinkauf.ch

Denn hier gab es ein Problem, auf das ich alle Schweizer aufmerksam machen möchte. Am 16.1.2019 wollte ein Kunde meinen Campingführer bestellen. Ohne mein und sein Wissen wurde er auf die Seite MeinEinkauf.ch umgeleitet und in der Bestellung stand am Ende zwar sein Name als Käufer, aber als Lieferadresse war angegeben:

MeinEinkauf GmbH
Max-Stromeyer-Str. 160
78467 Konstanz

Also haben wir das Buch versandkostenfrei nach Konstanz verschickt.

20 Tage später meldete sich der Kunde und fragte, wo denn sein Buch sei. Ich will die ganze leidige Suche nicht berichten, aber am Ende wollte MeinEinkauf.ch nichts von dem Kunden und dem Buch wissen und Amazon wies jede Verantwortung von sich. Ich werde nie mehr an diese Anschrift liefern.

Seminole-Wekiwa Trail – Paint the Trail

Der Wetterbericht kündigte für heute Regen an. So gegen 11 Uhr würde es mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit regnen. Im Landesinnern war die Prozentzahl etwas niedriger. Heute ist Samstag und es gibt etliche Möglichkeiten, was Schönes zu tun, die meisten im Freien. Zu Hause kann ich arbeiten, hab immer genug zu tun, aber schön ist das ja nicht gerade. Was also? Es war ganz klar, wohin mich mein Herz zog. Zu dem Seminole-Wekiwa Trail. Er wurde mir schon lange empfohlen, ist aber 70 km weit weg. Bleibt es trocken?

Trails haben wir ja auch in der Nähe genug, aber dieser ist eben etwas Besonderes. Paint the Trail ist das Motto. Hier der Hintergrund:

Jeff Sonksen ist der Maler hinter den Promi-Porträts entlang des Seminole Wekiva Trail. Mehr als eineinhalb Jahre nachdem Sonksen mit dem Titel „Paint the Trail“ begonnen hatte, erstreckt sich das ständig wachsende Wandprojekt in Longwood nun über eine halbe Meile und umfasst fast 500 Gemälde. „Ich habe jetzt alle möglichen verrückten Charaktere da draußen“, sagte er. Zu diesen „verrückten Charakteren“ gehören: Die Ghostbusters, Gene Simmons von KISS , Michael J. Fox , die Besetzung von „Lost“, Morrissey, David Bowie, Ronald Reagan, Catwoman, James Brown, Nelson Mandela und viele, viele mehr.

Sonksen begann im Jahr 2012 am Zaun vor dem Haus seiner Eltern Popkultur-Wandgemälde anzubringen. Obwohl Sonksen für den Trail bekannt geworden ist, hat er immer noch keinen Weg gefunden, das Projekt zu finanzieren. Sonksen schätzt, dass er mehr als 15.000 Dollar für Paint the Trail ausgibt.

„Ich bezahle das selbst“, sagte Sonksen, der hofft, eines Tages Sponsoren für die Gemälde zu finden. „Da es von mir finanziert wird, kann ich nur so viel tun.“ Er hält die Kosten niedrig, indem er gespendete Zäune verwendet, und er verwendet ausrangierte Farbe, die von einer nahegelegenen Müllumladestation kommt. Sonksen nennt es eloquent „Dump Paint“. Es gibt jedoch andere Kosten, einschließlich Schrauben, Klarlack, um die Gemälde und das Holz zu schützen. Die meisten Promi-Wandbilder sind Vorschläge von seiner Paint the Trail-Facebook- Seite. Er hat auch begonnen, Denkmäler für die kürzlich verstorbenen und gefallenen Veteranen zu malen. Da der Pfad weiter wächst, hofft Sonksen, dass andere einheimische Künstler beginnen, ihre Arbeit dem Projekt hinzuzufügen. Sonksen betrachtet Paint the Trail nicht als seinen persönlichen Ort, um seine Arbeit zu präsentieren. „Es ist für alle offen“, sagte er. „Es ist keine Kunstshow … niemand beurteilt es.“ Wie lange wird Sonksen dem Weg also noch hinzufügen? Fünf Meilen, sagte er „Das wird es genau dort beweisen … ich bin verrückt.“

Das wollte ich also endlich selbst sehen. Wie immer genügen mir die Infos, die das Web hergibt, nicht. Es ist zu ungenau. Ich wusste nicht so recht, wo genau ich anfangen sollte. Schließlich entschied ich mich für den Jones Trailhead. Ein Parkplatz entlang des Trail, kein WC, aber mit einer Reparaturstation. Kurze Unterhaltung mit einem Biker und es war klar, in welche Richtung ich fahren musste. Nach nur wenigen 100 Metern fand ich die ersten Gemälde. Der Pfad führt durch eine Villengegend, wunderschöne Häuser umgeben von großen Grundstücken. Also, wenn ich mit dem gleichen Beruf, den ich in Deutschland hatte, in der gleichen Einkommensgruppe, in Florida gelebt hätte, ich hätte auch ganz anders gewohnt. Die Möglichkeiten sind hier ganz anders, es ist so viel einfacher, sein eigenes Haus zu haben. In einer wunderschönen Gegend. Alle diese Häuser sind von einem sogenannten „Privacy Fence“ eingezäunt, einem leichten Holzlattenzaun, der weitgehend den Einblick verhindert. Und eben an diesen Zäumen sind die inzwischen etwa 500 Kunstwerke. Ich kenne die Künstler nicht, aber was ich so sehe ist grandios. Eine Kunstgalerie mit 500 Werken bei freiem Eintritt, brauchst nur dein Fahrrad.

Ich fahre immer weiter und komme zum Ende des Trails. Umkehren. Das kommt mir gelegen. Noch immer scheint die Sonne, aber irgendwann soll es ja regnen. Ich komme trocken zurück zum Jones Trailhead, lege eine Pause mit Snack ein. Und entschließe mich, den Trail auch in der anderen Richtung noch weiter zu fahren. Bin einfach neugierig, denke, irgendwann ein Buch über Trails in Central Florida zu veröffentlichen und möchte wissen wie es weiter geht. Hatte mir vorgenommen, einen anderen Tag wieder zu kommen und den Trail nach Norden zu fahren.

Ich fahre also diesen Trail bis zum Lake Mary Boulevard. Dort ist ein Shoppingcenter mit schönen Restaurants, das Panera hat sogar einen Bike-Parkplatz. Also parke ich, esse eine Kleinigkeit und fahre zurück. Im Auto schaue ich nach, finde den Wekiwa State Park in der Nähe und will hin. Kurz vorher jedoch sehe ich ein Trail Crossing, also meine Straße kreuzt einen Biketrail. Ich weiß zunächst nicht wo ich bin, parke, packe mein Bike aus und fahre den Pfad weiter. Nicht lange und ich komme zum Markham Trailhead. Ein Parkplatz ziemlich am Anfang des Seminole-Wekiwa Trails. Einfach nur super. Ein Haus mit WC für Männlein und Weiblein, Trinkwasser, Fahrrad-Reparaturstation und eine Fahrradwaschanlage! Also, das schafft mich. Das habe ich noch nie gesehen. Auch ein Mountainbike-Kurs ist hier. Was Florida für die Fahrradfahrer tut ist einfach grandios. Da kann sich Deutschland eine dicke Scheibe abschneiden. Und kurz danach komme ich dann tatsächlich zum Ende des Trails am Wekiwa River. Habe also alles an einem Tag erkundet und kann darüber schreiben in meinem neuen Bikebook Florida. Ganz, ganz langsam ziehen Wolken auf, aber ich komme bequem noch zurück zu meinem Parkplatz ohne einen Tropfen Regen. Es war einfach ein gelungener Tag!

Video

Handwerker in Florida

Im Jahr 2002 habe ich mein Häuschen gekauft, älter schon, und deshalb habe ich öfter Handwerker benötigt. Ich hatte immer gute Erfahrungen. Wen ich auch immer brauchte, Elektriker, Handymann, Klempner, Dachdecker, alles lief bestens. Ein Anruf, sie kamen schnell, machten einen guten Job und der Preis war fair.

All das hat sich geändert im Jahr 2016 mit dem Hurrikan Matthew. Er richtete viele Schäden an und Handwerker waren gefragt. In erster Linie Dachdecker und Handyman. Ich hatte Glück im Jahr 2016, Bob kannte ich schon von früher, wusste er macht einen guten Job und das tat er auch diesmal. Es war ja ziemlich viel kaputt. Zwar hat Bob seine Probleme, das heißt, er ist sehr langsam, kommt immer später als angekündigt und macht alle 15 Minuten eine Zigarettenpause. Aber Ergebnis und Preis waren das wert.

Das erste Problem entstand im Jahr 2017. Meine Versicherung, die zunächst gezahlt hatte, auch für ein neues Dach, das aber eigentlich nur einer Reparatur bedurfte, fragte an, ob das Dach gemacht sei. Ich erklärte, dass es nur repariert sei, die Versicherungssumme in andere Reparaturen geflossen sei und alles in super Zustand hergerichtet wurde, legte zudem ein Papier eines offiziellen Inspektors bei, der bestätigte, dass das Dach noch 6 bis 7 Jahre halten würde. Doch die Versicherung setzte mir eine Frist, bis zu der das Dach ausgetauscht sein müsse, sonst würde die Versicherung gekündigt.

Nun, ich suchte und suchte, und fand keinen einzigen Dachdecker. Das rührte die Versicherung überhaupt nicht, es war klar, die wollten mich nur loswerden. So ein alter Trailer, 5 km vom Meer, das wollen die einfach nicht versichern. Und fanden aufgrund des Daches einen guten Grund.

Nachdem ich also keinen Dachdecker gefunden hatte suchte ich eine neue Versicherung. Und es war überall das gleiche. Null, nichts, zero. Ein so alter Trailer, und so dicht am Meer, keine Chance. Also beschloss ich, die doch ziemlich hohe Versicherungsgebühr lieber in Instandhaltung des Hauses zu investieren. Kam also diesmal nach Florida mit einer To-Do-Liste.

Zunächst Bob, der super gute Handyman. Er war schwer zu erreichen, beantwortete nicht meine Anrufe im November, aber irgendwann erreichte ich ihn doch. Und er kam im Dezember, um die Abmessungen zu machen. Meinte, es wird Januar. Ich war super geduldig mit ihm, kenne ihn doch, drängte nicht, aber Mitte Januar rief ich eben doch an. Doch nahm er meine Anrufe einfach nicht an. Ich hatte ihn auch vorher schon dringend gebeten, mir doch einfach zu sagen, wenn er es nicht machen kann, und am liebsten einen anderen Handwerker zu empfehlen. Aber nein, er spielte Opossum, das heißt, er stellte sich tot. Ich finde das richtig gemein. Ich kenne ihn so lange, hatte ein gutes Verhältnis mit ihm, habe immer prompt und gut bezahlt, sogar ein Weihnachtsgeschenk gegeben. Und diesmal einfach nichts.

Das ist sehr typisch für Florida „after Matthew“. Mit den Dachdeckern ist es das gleiche. Nachdem sich Bob nicht meldete, versuchte ich Dave zu erreichen. Er hat in der Vor-Matthew-Zeit mehrmals für mich gearbeitet, ich war immer zufrieden. Schon im Matthew Jahr 2016 erreichte ich ihn jedoch nicht, er reagierte nicht auf seinen Anrufbeantworter, aber da hatte ich sogar noch Verständnis. Im Jahr 2017, als die Versicherung mahnte, auch nicht. Aber 2018 müsste doch langsam wieder normal werden? Nein, nichts. Keine Reaktion auf meine Nachrichten. Ich kenne seine Frau, rief die an, die sagte, sie würde sofort ihren Mann anrufen. Nichts. Toter Hund.

Langsam wurde es mir knapp und ich setzte ein Gesuch in Facebook. Mehrere Antworten, ein Typ kam tatsächlich. Sah sich alles an (etwa ½ Tag Arbeit) und meinte dann, 650 $. Ich war geschockt. So was hat früher 200 $ gekostet. Es ging darum, einige neue Schrauben zwischen zu setzen und Abdichtungen zu machen. Ich fand das ein Rippoff und sagte ab. Die anderen kamen erst gar nicht. Dann empfahl einer die Firma Sun Coast Roofing. Ich rief an, sagte genau, um was es geht, und ein Mitarbeiter kam zum Anschauen. Traf ein, klopfte nur, um zu sagen, dass er so was nicht macht. Keine Trailer, kein Aluminiumdach. Immerhin gab er mir eine Nummer, die genau so was arbeiten würde. Ich rief umgehend an. Am Telefon sagte die Dame jedoch, nein Trailer machen wir nicht. Konnte sie auch nicht umstimmen.

Also ging ich wieder verstärkt in Facebook und schließlich reagierte Harvey, der schon seit vier Tagen kommen wollte und immer noch nicht aufgetaucht war. Wollte kommen. Dann fand ich aber auch in Craigslist eine Handwerkerfirma, der gute Mann wollte um 11:30 Uhr kommen. Harvey war der erste. Schaute alles an, wollte am liebsten sofort anfangen, es hatte auch Hand und Fuß, was er sagte. Aber zwei Punkte sprachen gegen ihn. Er war zuvor nicht zuverlässig, kam einfach nicht, wenn er sagte, er wolle kommen, und er gab mir keinen Preis. Wollte ihn zwar schicken, es kam aber nichts.

Statt dessen kam Richard „Rick“ Reinicke. Also deutscher geht es ja wohl nicht. Er machte einen sehr kompetenten Eindruck, fotografierte alles und gab mir schließlich einen Preis von 350 $. Nach den Vorerfahrungen wäre ich am liebsten vor ihm auf die Füße gefallen und wollte ihm die Hände küssen. Sofort fuhr er zu einer seiner Baustellen, zog dort seinen besten Mann Brian ab und war eine Stunde später wieder bei mir.

Also der Typ hat mir imponiert. Nicht wie Dave, der im Schweiße seines Angesichts auf dem Dach werkelt und deshalb keine Anrufe mit neuen Aufträgen entgegen nehmen kann. Er schickte Brian aufs Dach, setzte sich in seinen Pickup, ließ die Klimaanlage laufen und hat mir eine ausführliche Rechnung ausgestellt mit eben diesen 350 $. Das dauerte. Dann kam er, schaute was Brian macht, und setzte sich dann zu mir. Ich bot ihm einen Kaffee und Cookies an und wir hatten eine wirklich nette Plauderstunde während Brian schuftete. Doch muss ich sagen, dass ich dem armen Kerl dann auch einen Kaffee brachte.

Nach weniger als zwei Stunden war die Arbeit getan. Ich muss ehrlich zugeben, dass mich der Rick so eingewickelt hat, dass ich völlig vergaß, dass ja auch noch extra Schrauben zu setzen waren. Im Ergebnis hat er also Brian 2 Stunden abdichten lassen und dafür 350 $ eingesteckt, im nächsten Leben werde ich Handwerker in Florida. Aber irgendwie war ich nur froh, dass dieser Handwerkerstress endlich vorbei war und immerhin war es ja trotz allem das billigste Angebot, das ich hatte.

Fußnote: Einen Tag nach Beendigung der Arbeiten erhielt ich eine SMS von einem der Facebook Leute mit der Mitteilung, er hätte sich das Dach über google earth angeschaut, es braucht einige zusätzlich Schrauben und Abdichtungen und er könnte den Job für 100 $ nachen. Danke sehr!

Neujahrsfest im White Sands Buddhist Center

Am 5. Februar wird in diesem Jahr das Chinesische Neujahr gefeiert, das Jahr des Schweins beginnt, und das ist ein großes Fest im White Sands Buddhist Center. Diese riesige Anlage wurde erst vor wenigen Jahren angelegt und mit mächtigen Säulen und Buddha Statuen aus weißem Granit geschmückt, die in aufwändiger Seefahrt von Vietnam aus herkamen. Der große Garten um einen Teich soll Ruhe und Einkehr bringen.

Die wenige Mönche dort sind aus Vietnam, die Gemeinde zum größten Teil weiße Amerikaner, aber zum Neufahrfest kommen Buddhisten aus nah und fern, da dies ja einer der wenigen buddhistischen Tempel in der Region ist. Und die Frauen und Kinder sind in ihre wunderschönen Gewänder gehüllt. Das Fest ist offen für jedermann. Und ich war natürlich dort. Zur Eröffnung gab es einen Drachentanz. Die Drachen wurden von einem lauten Feuerwerk empfangen und die Gäste warfen Geldscheine ins Maul des Drachens, soll Glück bringen. Dann zogen die Mönche und Gemeindevorsteher feierlich in den Gebetstempel ein und eine Feierstunde begann. Ich tue mich schwer in der Wortwahl, im Christentum würden wir sagen, es ist ein Gottesdienst, aber Buddha ist kein Gott, sondern war ein Lehrer. Seine Anhänger folgen seiner Lehre. Die eine sehr schöne Lehre ist, in der Böses keinen Platz hat. Am besten verwende ich das englische Wort, dort sagte man für jede Messe immer nur Service. Dieser bestand aus vielen Gesängen und Mantras, immer in Vietnamesisch, eine Sprache, deren meiste Wörter nur aus 2 oder 3 Buchstaben bestehen und dann in Englisch. Alles wird auf einem Teleprompter angezeigt, so dass jeder mitsingen kann. Es war sehr feierlich. Zum Abschluss gab es für jeden „Lucky Money“, ein Umschlag mit einer Dollarnote darin, die uns auch allen Glück bringen soll. Den werde ich natürlich aufheben, so habe ich immer Geld.

Zum Abschluss gab es ein vegetarisches Abendessen. Auch nach dem Sonntags-Service werden die Besucher immer anschließend zum Essen eingeladen. All das völlig kostenlos. Es gibt zwar eine Box für Spenden, aber sehr diskret, niemand beobachtet, ob etwas hinein getan wird.

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Kayak zum Snake Creek

Nach all den miesen Wintertagen, ungewöhnlich für Florida, ist nun der erste wirklich schöne Tag, langsame Aufwärmung und Sonne. Zwar habe ich die Tage gut genutzt zur Arbeit am PC, das Verlagsgeschäft muss ja weiter gehen, aber ich freue mich, dass an diesem schönen Tag Kayak fahren angesagt ist. Wir gehen nahe dem Blue Springs Park zu Wasser, wie so oft sind wir fast 20 Kayaks, aber wir sind nicht allein. An der kleinen Launchstelle ist noch eine weitere Gruppe aktiv und die Feuerwehr macht irgendeine Übung. Es ist voll. Umso schöner dann im Wasser. Ein absolut klarer, windstiller Tag. Deshalb versuchen wir auch nicht, eine sportliche Leistung aufzustellen, sondern lassen uns ganz gemütlich treiben. Nah am Ufer, wo man dem Tierleben zusehen kann. Und davon sehen wir eine Menge. Mit Trey on tour haben wir noch nie so viele unterschiedliche Vögel gesehen, und nein, ich habe sie nicht alle fotografiert. Ein Kayak eng hinter den anderen in Linie zu halten und dann noch beide Hände zum Fotografieren zu nutzen ist fast unmöglich. So bin ich einfach froh für all die, die ich habe. Ich kann es aber in etwa aufzählen: Silberreiher, großer Blaureiher, Bussard, Limpkin, viele Enten und Möven. Und natürlich auch Alligatoren, diesmal aber alle noch im jugendlichen Adler. Der Snake Creek ist ja sehr schmal und teilweise überwachsen, so ist man nicht weit vom Ufer und als ich den kleinen Alli sah und meine Kamera schussbereit machte, trieb ich direkt auf ihn zu. Wer aber mehr Angst hatte war der Gator, ein Sprung und er war im Wasser. Wäre seine Mutter an seiner Stelle gewesen, ja, ich hätte auch einen Schreck bekommen. Auch Manatees sahen wir etliche, eins ist direkt unter meinem Kayak durch geschwommen. Meinen Kollegen konnte ich fotografieren mit einem Manatee direkt vor ihm, sehr ihr es? Auf dem Rückweg fuhr dann noch dieses schöne Amphicar an uns vorbei.

Was für ein Winter

In der Taunussteiner Facebook Gruppe las ich heute den Bericht einer traurigen Frau, die vollkommen vom Januar Blues erfasst war. Unter dem depressiven grauen Wetter leidet und fragt was sie tun kann. Wie gut kann ich die Frau verstehen, genau so ging es mir Jahrzehnte lang. Ich bin einfach nicht gemacht für das deutsche Wetter und kann sehr glücklich sein, dass ich ihm heute, als Rentnerin und Verlegerin, entfliehen kann. Deshalb habe ich der Frau auch nicht geantwortet, ich würde sie noch trauriger machen.

Auch in Florida gibt es Winter, was vor allem heute sehr gut zu erleben ist. Und dennoch ist alles anders hier. Wir haben mal einen Tag bewölkt, aber dann kommt wieder die Sonne raus, auch wenn es ein kalter Tag ist. Kalt bedeutet so etwa 15 ° C. Ich merke aber deutlich, wie sich auch hier das Klima verändert. Alles wird intensiver. Wenn es heiß ist, ist es heißer, wenn es regnet, regnet es stärker, und die Kälteperioden werden länger. Ich definiere hier einen Wintertag so, dass es in der Nacht an die 0-Grad-Grenze kommt, so dass ich den Orangenbaum einwickeln muss, und am Tag die lange Hose nötig wird. Noch vor drei Jahren hatten wir genau fünf davon. Im letzten Jahr war es häufiger, so dass zählen nicht gelohnt hat und dieses Jahr ist noch einmal kälter. Gestern war so ein sonniger 15 ° Tag, und heute regnet es den ganzen Tag heftig. Auch für die nächsten Tage ist es kühl gemeldet, aber es wird sonnig sein.

Vom Wetter her also immer noch viel besser als Taunusstein, aber das ist nicht das einzige. Hier kann man einfach mehr unternehmen. Von Explore Volusia und den SIMs habe ich ja schon erzählt. Und wenn ich mal gar niemand zum reden finde, was selten ist, dann gehe ich in den Fitness Club, der Whirlpool ist dort so eine Art geselliger Club. Meistens findet man jemand zum Reden, immer andere Leute und sehr interessant. Neulich habe ich einen Immobilienmakler getroffen, der mir erzählte, dass die Eigentumswohnungen am Strand von New Smyrna inzwischen eine halbe bis eine Million kosten und die Jahressteuer darauf etwa 6.000 $ beträgt. Hier werden die Gemeindekosten hauptsächlich über die Grundsteuer getragen. Der Immobilienmarkt boomt, am Strand ist kaum noch etwas zu verkaufen und groß im Kommen sind die neuen Suburbs außerhalb im Wald, wo die schöne Natur gerodet und trocken gelegt wird, um mal wieder einen neuen Vorort mit Einfamilienhäusern zu kreieren.

Am Donnerstag erhielt ich eine Email von Ashley von Volusia County, man fragte nach Freiwilligen, die auf dem Manatee Festival im Blue Springs Park an diesem Wochenende aushelfen können. 2 Tage vorher! Aber ich hatte Zeit, meldete mich umgehend und wurde dann für Samstag eingeteilt. Was für ein Glück! Es war zwar kalt, aber trocken, und heute regnet es den ganzen Tag. Die arme Ashley muss zwar dort sein, aber es kommt sicher kein Besucher. Im Moment sieht es so aus, als gibt es keine Trockenperioden zwischendurch. Ashley ist Marinebiologin und kümmert sich um den Schutz der Manatees, hauptsächlich mit Education, d.h. die Bevölkerung soll über die Tiere aufgeklärt werden. Zu diesem Zweck hatte sie sich ein Spiel ausgedacht, Kinder mussten mit Klettbällchen auf eine Wand mit kleinen Manatees werfen, in verschiedenen Farben, und dann je nach Farbe ein Antwortkärtchen ziehen. Nach Beantwortung der Frage gab es Schokolade. Ich war überrascht, wie gerne die Kinder dieses Spiel spielten. Eigentlich doch so simpel, aber kaum ein Kind ging an unseren Stand vorbei ohne mitzumachen. Die Fragen gingen natürlich rund um die Manatees, wie lang können sie werden, wie schwer werden sie (bis zu 1,5 Tonnen) oder was fressen sie. Und natürlich bekam jeder seine Schokolade, auch wenn der Papa die Antwort ins Ohr flüsterte.

Es hat einfach Spaß gemacht. In 14 Tagen gibt es ein weiteres Festival in Lyonia und ich hoffe, ich kann wieder mitmachen.

Ich bin nun eine stolze SIM!

Nein, mit Mobiltelefonen habe ich nichts zu tun. In meiner geliebten Gruppe Explore Volusia mit unserem Führer Trey hat sich eine kleine Extra-Gruppe gebildet, Leute, die immer noch nicht genug Bewegung und Natur haben, die SIM. Seniors in Motion. Klar, dass ich dazu gehören möchte. Bisher waren alle Verabredungen immer schief gegangen, hatte es nicht in meinem Kalender notiert, aber heute hat es geklappt. Wie immer beim Kayakfahren war es ein eher kühler Tag, das schreckt uns aber nicht ab und die Sonne kam ja bald heraus. Wir haben uns in New Smyrna Beach getroffen und sind eine sehr schöne Tour gefahren vorbei an Traumvillen direkt am Flussufer. Da kann man sich ja schon mal was aussuchen, wenn denn der große Lottogewinn kommt. Ich glaube in Deutschland gibt es nicht viele Gegenden, wo man so wunderschön wohnen kann, mit dem Boot direkt vor dem Haus. Ich meine, ein richtiges Boot, so in der gleichen Preisklasse wie das Mansion. Egal, träumen darf man und in der Zwischenzeit freue ich mich an meinem rosa Kayak. Auch die Vogelwelt war wieder sehr reichhaltig, es war eine der schönsten Fahrten, die wir in der letzten Zeit gemacht haben. Und nein, ich habe keine Häuser fotografiert. Zu schwierig vom wackeligen Kayak.

Cracker Creek

Gestern zum Kayakfahren mit zwei langen Hosen übereinander, oben drei Lagen Shirts und Jacke. Heute in ganz kurzen Hosen und T-Shirt, genau das ist Winter in Florida. Ich habe ja schon so viel erkundet mit meinem rosa Bootchen, aber ich war noch nie im nahe gelegenen Cracker Creek paddeln. Das stand heute an diesem schönen Tag auf dem Plan, zur Abwechslung mal ganz allein. Cracker Creek liegt am Ortsrand von Port Orange, meinem Wohnort, und ist ein kleiner privater Park mitten im Wald bzw. Hammock. Und direkt am Spruce Creek, einem kleinen Fluss der sich durch den Urwald schlängelt. Man kann Bootstouren mitmachen oder sich selbst ein Kanu mieten, aber man kann auch sein eigenes Boot mitbringen und zahlt dann 5 $ Launchgebühr.

Erst als ich am Ufer stand und eine Frau mich fragte, in welche Richtung ich denn nun losziehen will ging mir auf, dass ich mich nicht weiter um die Örtlichkeit gekümmert und auch kein GPS dabei habe. Sie meinte, ich solle rechts ab fahren, wäre schöner, links käme ich recht bald zur Straße.  Also so ganz hat das nicht gestimmt, wie ich nun weiß. Hier kann man den Flusslauf schön erkennen, mein Ausgangspunkt an der Pin-Nadel.

Also gut, dann rechts rum. Unglaublich schöne Landschaft, so muss es ausgesehen haben, als die Indianer dieser sumpfige Land noch für sich hatten und mit den Kanu zum Fischen gefahren sind. Allerdings war es damals mit Sicherheit leiser. Heute grenzt an den Fluss, aber so, dass man es nicht sehen kann, die Spruce Creek Fly-in. Und dort starten und landen Flugzeuge fast minütlich. Aber Flugzeuge haben mich noch nie gestört und es ist einfach schön. Was ich ein wenig vermisse ist Tierleben. Ein einziger Vogel ist zu sehen und leider auch kein Alligator. Dabei sieht es absolut so aus, als könnte es ihnen hier gefallen. Aber das Wasser ist glasklar und alle Bäume sind zweimal zu sehen, einmal in echt, einmal als Spiegel, man wird richtig schwindlig. Traumhaft.

Doch die Fahrt ist nicht ganz einfach. Der Wasserlauf und sein sumpfiger Rand sind naturbelassen. Da fallen während eines Hurrikans auch öfter mal Bäume ins Wasser und versperren den Weg, ich muss mich oft ducken. Und irgendwann geht es einfach nicht mehr weiter und ich muss umkehren. Das Google Earth Foto hatte ich ja vorher nicht gesehen, dort sieht man, dass der Creek immer schmaler wird und dann irgendwie versickert. So ganz recht hat die Frau also nicht gehabt und ich kehre um. Vor allem, wenn man ganz allein unterwegs ist, ist es ja nicht so einfach, man kennt das Wasser nicht und weiß nicht, was noch kommt. Denn außer mir ist kein Mensch unterwegs.

Ich fahre also zurück und habe für den Abstecher tatsächlich nur 30 Minuten gebraucht. Also fahre ich doch noch in die andere Richtung. Ja, der Fluss ist hier breiter, das große Pontonboot fährt hier ja auch, aber es ist trotzdem noch eine sehr schöne Landschaft. Es gibt kaum sichtbare Anwohner. Und auch hier keine Alligatoren. Schließlich erreiche ich einen Bootsanlegesteg ohne Verbotsschild, also öffentlich zugänglich. Das ist selten. Es sind Anlegebuchten für drei Kayaks, aber weitere können am Rand festmachen. Aber heute macht mir keiner die schöne Kayakbucht streitig.Paddeln kann ich ja ganz gut trotz meinem beschädigten Rücken, aber das Aussteigen aus dem flachen Ding! Das ist schon echt schwierig und ich habe Glück, dass ich nicht im Wasser lande.

Ein Schild besagt, dass es sich hier um die Russel Property handelt und dass mit öffentlichen Geldern diese Anlegestelle gebaut wurde. Sie ist ja wirklich komfortabel, was umso ungewöhnlicher ist als man sie von Land nicht anfahren kann. Das Haus auf dem Gelände steht leer und ein Tor verschließt die Zufahrt. Aber es gibt einen Picknicktisch und ein Dixieklo, also ganz klar ist dies als Zwischenstation für Kayakfahrer gedacht. So etwas habe ich bisher noch nie angetroffen und nehme es gerne an. Das nächstemal muss ich mir echt ein Picknick mitbringen und hier länger bleiben. Und als dann noch eine Schar Wanderdrosseln Station macht und ich fotografieren kann bin ich restlos zufrieden.

Insgesamt hat die gemütliche Paddelei hier zwei Stunden gedauert und ich komme zufrieden zurück.

Mal wieder ein Wintertag

6°C waren es heute Morgen, unser fantastischer Führer Trey hat ein Talent dafür, zum Kayak fahren immer die kältesten Tage auszusuchen. Noch gestern war ich mit knappen Shorts Fahrrad fahren, und zwar von Osteen zum Green Springs Park. Es sind nur 7 km, aber so eine herrliche Natur. Das Wetter war genau so, wie man es zum Biken braucht, glasklarer, tiefblauer Himmel, warm, aber nicht heiß, es kann einfach nicht besser sein. Der Trail geht schnurgerade durch einen dichten Hammock, so heißt hier der mit Palmen durchsetzte Wald. Im Park bin ich dann noch kurz zu dem tiefgrünen Teich geradelt, bevor es dann auf dem gleichen Weg zurück ging. Und ein Bussardpaar habe ich auch hoch oben auf dem Baum gesehen.

  

Heute also Kayak. Es war schon gestern auf das Dach gekommen und damit bereit, aber ich war es nicht. Schließlich erzählten die in den News dauernd, wie kalt es ist. Ich habe die Gruppe angeschrieben, gefragt, ob die anderen kommen und um ein wenig Ermutigung gebeten. Und die kam postwendend. Also habe ich mich mit etlichen Lagen Kleidung gewappnet, bin los und war erstaunt. Erstens natürlich über die große Gruppe, die dem Wetter Trotz bietet, dann aber auch über die relative Wärme. Es war halt wieder ein azurblauer Himmel und mit Sonne ist alles nicht so schlimm. Konnte sogar eine Kleidungsschicht zurücklassen. Wir waren im Riverbreezepark, wo sich immer die Delfine tummeln, aber die hatten heute keine Lust. Oder es liegt an der Uhrzeit. Ich bin sonst immer am Nachmittag dort, treffe immer Tümmler, aber heute früh kein Einziger. Aber schön war es doch.