Withlacoochee State Trail

So lange schon wurde mir von diesem Trail berichtet und dass er noch für mein Buch fehlt. Doch ist er 74 km lang, die man natürlich auch zurück fahren muss. Und ziemlich weit weg. Ich habe dafür 3 Tage veranschlagt und benötige eine Übernachtungsmöglichkeit, eine, die mich nicht arm macht. Deshalb war ich zunächst ziemlich geschockt als ich entlang des Trails nach Möglichkeiten suchte über die horrenden Preise und entschied mich schließlich für ein AirBnB in Ocala. Zwar ziemlich weit von den jeweiligen Einstiegspunkten entfernt aber machbar.

AirBnB

Also mal wieder ein AirBnB in Florida, bei denen ich ja sehr gemischte Erfahrungen gesammelt habe und noch nie eins hatte, mit dem ich vollends zufrieden war. Als Gastgeber wurde mir Marquise genannt, Superhost. Habe mir warum auch immer eine weiße Frau vorgestellt. Es öffnete mir ein schwarzer Mann. Nun bin ich durch meine Reisen an Menschen vieler Hautfarben gewöhnt, mir kommt es auf die Persönlichkeit an, gerade in Marokko habe ich herzliche Freundschaften mit Menschen, die deutlich dunkler sind als ich. Aber in USA ist das anders, wie ich von meiner afroamerikanischen Freundin weiß. Dort ist die Trennung zwischen schwarz und weiß viel tiefer, was man ja auch durch die schmerzliche Geschichte verstehen kann. Ich trat Marquise also sehr freundlich entgegen, aber ihm ein Lächeln zu entlocken war nicht so einfach. Dazu kam dass im zweiten Gästezimmer ein weiteres schwarzes Paar war, die mich keines Blickes gewürdigt haben. So schade, ich hätte mich gerne mit ihnen unterhalten.

Rail-to-Trail

Aber ich bin ja hier zum Radfahren. Auf der Anreise hatte ich bereits den Santos Trail gefahren, auch der sehr berühmt und dann ging es zum Withlacoochee. Also, ich hatte ja echte Schwierigkeiten, dieses Wort auszusprechen, ein richtiger Zungenbrecher. Vor allem, da ich das Wort zunächst nur mündlich gehört hatte und mir nichts darunter vorstellen konnte. So langsam bekomme ich es nun hin. Es ist ein Rail-to-Trail. Mitte des 20. Jahrhundert wurden in Florida Bahnstrecken gebaut, die den bis dahin einzigen Transport per Dampfboot ersetzen sollten. Das ging aber nur wenige Jahrzehnte, dann wurden die Strecken still gelegt und das Land mit Autostraßen zugepflastert. Noch heute ist das Auto das einzig vollwertige Transportmittel im Land für Menschen und Waren. Aber das Land entlang der Strecke war im Staatsbesitz, einiges wurde privat verkauft, aber zum Glück auch einiges erhalten. Und dann zu herrlichen Radwegen ausgebaut. Diese sind natürlich meist sehr geradlinig und flach.

Der Withlacoochee beginnt eigentlich mitten in der Landschaft, obwohl Dunnellon nur wenige Kilometer entfernt ist. Aber ich denke, hier wurde eben genau das Land an privat verkauft. Zum Glück hat die Stadt aber ganz neu eine Verbindung zu diesem Radweg angelegt und macht ihn dann noch 4 Meilen länger. Nach 11 Meilen erreiche ich den ersten Ort, Hernando. Dort erspähte ich ein schönes Restaurant, von dem ich ja schon berichtet habe. Inverness liegt nur wenige Meilen danach, aber hier gibt es noch den Bahnhof sowie ein recht großes Depot, in dem damals die angelieferten Waren gelagert werden konnten. Zum Glück hat man hier nicht alles abgerissen, sondern schön restauriert und mit einigen netten Lokalen besetzt. Das Highlight für mich war aber Floral City, dort hat man einen Rest Stop eingerichtet mit WC, Trinkwasser und Picknicktisch. Ich könnte mir vorstellen, dass dies an der Stelle des alten Bahnhofs ist. Und gleich dahinter liegt das Shamrock Inn, eine sehr beliebte Kneipe in deutschem Besitz mit Erdinger Bier. Voll gepackt um die Mittagszeit, aber an der Bar war noch ein Plätzchen für mich.

Diesen Bereich zwischen Hernando und Floral City habe ich den „Europäischen Radweg“ getauft. Denn hier gibt es genau wie bei uns zu Hause ein tolles Angebot von Essen und Trinken direkt am Trail. Auf der weiteren Strecke war es dann wesentlich ruhiger, viel Natur, sogar zwei öffentliche Parks, aber auch weitläufige Farmen mit allerlei Getier, dazwischen die typischen Florida Sümpfe. Am heutigen Umkehrpunkt wieder eine schöne Bank, dort komme ich mit Radfahrern aus Minnesota ins Gespräch. Als ich von meinem Buch erzähle haben sie es sofort gekauft. Müsste an einem solchen Trail einen Stand aufmachen.

Für morgen bleibt mir nun nur noch das kurze letzte Stück und von dort aus werde ich direkt nach Hause fahren. Schön wars.

 

Hernando und Inverness

Das ist Urlaub! So macht es Spaß. Bin schon den zweiten Tag auf Radtour und es ist einfach unglaublich. Gestern bin ich den Santos Trail gefahren, war sehr schön, da er für Florida sehr ungewöhnlich ist mit Kurven und Hügeln. Schön, aber nicht aufregend. Interessant waren aber die luftigen Gebilde der Östlichen Zeltraupe.

Heute nun der Withlacoochee State Trail. Von vielen wurde mir gesagt, dass er eben noch für mein Buch fehlt, ist er doch mit 46 Meilen der längste in Central Florida. Ich war zunächst ein wenig, nein, nicht enttäuscht, eher gelangweilt. Als Rail-to-Trail auf einem ehemaligen Bahndamm gebaut wie so viele andere gibt es nur wenig Abwechslung. Doch dann komme ich nach Hernando und denke, langsam, das ist ja ein europäischer Trail, mit Essen und Trinken entlang der Strecke. Habe es mir aber für den Rückweg aufgehoben. Weiter nach Inverness. Nein, bis nach Schottland habe ich es nicht gebracht, auch in Florida gibt es ein Inverness. Sehr schön gelegen an mehreren Seen und es gibt tatsächlich noch den alten Bahnhof und das Depot, heute schön restauriert mit Bar und Café. Der Beginn der Strecke war ja bereits in Dunnellon, und auch dieses Städtchen zwischen dem Rainbow River und dem Withlacoochee River war wunderschön. Kein Wunder, dass ich in diesen Orten kein bezahlbares Zimmer gefunden habe, hier ist um diese Jahreszeit alles ausgebucht.

Ich fahre noch ein wenig weiter, dann zurück. Der Nachteil der meisten Florida-Trails, es sind keine Rundwege, man muss immer den gleichen Weg zurück zu seinem geparkten Wagen. Aber zunächst Einkehr. Rippchen vom Smoker mit Pommes, Coleslaw und Bohnen. Ich könnte mich reinlegen so gut ist es. Und ja, ich gestehe, zu einem schönen Urlaub gehört auch ein guter Restaurantbesuch. Auch wenn ich das möglichst vermeide. Und zum Blue Moon Bier sind mir dann diese Worte eingefallen.

Tomoka Landfill

„Adopt-a-road-Program“

Heute konnte ich wieder an einem sehr interessanten Volunteer Projekt teilnehmen. Zunächst bekamen wir eine Tour durch die Tomoka Landfill, die große Müll-Sammelstelle des Volusia County. Danach haben wir einen Eindruck von „Adopt-a-road-Program“ bekommen. Ich fange damit an. Private Gruppen oder auch Firmen und Vereine können sich an diesem Projekt beteiligen. An den Straßen stehen jeweils Schilder mit „Adopt-a-road-Program“ und einem Namen. Die hatte ich schon gesehen (leider nicht fotografiert). Das bedeutet, dass sich diese Gruppe jeweils um diesen Straßenabschnitt kümmert und in einem bestimmten Rhythmus den Müll aufsammelt, den die gedankenlosen Autofahrer aus dem Fenster werfen. Das wird in Müllsäcken gesammelt, dann an die Schilder gestellt, Waste-Pro benachrichtigt, und die lesen das dann auf. Finde ich toll. Wir haben also heute ein Straßenstück aufgesammelt und in zwei Gruppen viele Säcke gesammelt.

Landfill

Doch dann begann der interessante Teil, die Tour über die Müllhalde. Was mich zuerst beeindruckt hat ist einfach die Fläche. Ich kenne die Müllentsorgungsanlage in Wiesbaden, sie ist einfach viel kleiner. Florida hat mehr Fläche, das Gelände erstreckt sich über 13,8 qkm und vor allem bildet sie damit die einzigen Hügel, über die Central Florida verfügt.

Tomoka State Park

Was mich erinnert. Vor wenigen Tagen hatten wir eine andere beeindruckende Tour. Wir standen im Tomoka State Park vor einem der vielen Indian Mounts, die es dort gibt. Auch das sind Müllhalden, die teils bis zu 5000 Jahre zurück gehen. Von den Ureinwohnern, den Timoucan-Indianern, von denen sich der Name Tomoka ableitet, ist sehr wenig bekannt, sie sind vollständig ausgerottet. Nur durch diese Müllhalden kann man ein wenig über deren Leben lernen. Und ich frage mich, ob in 5000 Jahren auch jemand die Tomoka Landfill erforscht nach Überbleibseln unserer Jahrhunderte.

Paradies für Vögel

Auf der Tomoka Landfill werden verschiedene Arten von Müll bearbeitet, wie ja auch unsere häusliche Müllentsorgung dies widerspiegelt. Sie ist um Längen besser als in Deutschland. Dienstag und Freitag wird Hausmüll abgeholt, Mittwoch Recycling und Gartenabfälle. Und all das kommt hierher. Und ganz klar ist die Abteilung Hausmüll DAS Paradies für Vögel. Sogar eine Gruppe der seltenen Bald Eagles, das Wappentier der USA, kann hier immer fotografiert werden. Natürlich auch die zwei Arten der Geier, die in Florida heimisch sind, sowie etliche andere Vögel. So viele, dass es eigene Bird Observation Stationen gibt und die Bird Watchers dem Landfill oft einen Besuch abstatten.

Free Paint

Natürlich ist auch das für mich interessant, aber nicht nur das zog mich am gleichen Tag ausgerüstet mit einer besseren Kamera zurück. Mich interessierte vor allem der Bereich, wo aus dem Hausmüll quasi mit Hand die Farbeimer und die Öldosen ausgesondert und in einem extra Lager aufgestellt werden. Und jeder Einwohner darf nun herbei kommen und sich daraus etwas suchen, was er noch gebrauchen kann. Denn nicht immer werden nur leere Farbeimer entsorgt, oft auch volle. So ein Eimer mit einer Gallone kostet gerne mal 50 $ und als Hausbesitzer kann man so etwas immer gebrauchen. Also bin ich zurück gefahren und habe vier Gallonen-Eimer ergattert. Morgen werde ich berichten, was ich damit angefangen habe.

 

Vorurteile

So ein schöner Sonntag. Sonnig, 30 Grad, Beach Wetter. Und dann so ein Schlag. Verraten und ausgenutzt habe ich mich gefühlt und keiner zu erreichen, bei dem ich mich ausweinen kann. Nur die liebe Schweizer Seele, die ist immer für mich da. Danke.

Da gibt es nur eins, abstrampeln den Ärger. Bin mit dem Rad zum Strand und dann nach Ponce Inlet rausgefahren. Nur mit Turnhose und Sport-BH und so dann auch in meine Lieblingsbar gegenüber dem Leuchtturm, Hidden Treasure. Das kann man hier, das ist normales Florida Outfit. Aber an der Bar kein einziges Plätzchen frei. Das macht meine schlechte Laune nur noch größer. Also weiter zum nächsten, Down the Hatch. Hier Musik, man tanzt, richtig schön. Überhaupt ist es ein wunderbarer Sonntag und alles was Beine hat ist in Ponce Inlet, ein wirklich schöner Platz in Florida. Ein Plätzchen frei an der Bar, nix wie hin, nett gefragt. Der linke sagte, ja gerne, die rechte sagte, nein, das ist für unseren Freund. Obwohl dort eine bereits bezahlte Kreditkartenquittung lag. Danke, noch ein bisschen mehr Ärger. Ich bin stinksauer, vor allem, als ich sehe wie die Leute aufbrechen. Aber bevor ich wieder dort bin, hat schon ein anderer Platz genommen.

Also wieder zurück ins Hidden Treasure und tatsächlich, hier ist Platz frei geworden und ich setze mich. Würde ja gerne einen netten Nachbarn haben für den Stuhl daneben, aber stattdessen kommt ein Paar, älter (was natürlich meint älter als ich), die Dame etwas gehbehindert und juwelenbehangen. Also ganz und gar nicht mein Ding. Krrr. Schrei.

Sie bestellt: Champagne! Ein Becher Eiswürfel dazu. Ich sage zu ihr You live good. Yes, sagt sie, und wir kommen ins Gespräch und ich kann nur noch staunen. So sehr kann man sich in einem Menschen täuschen (okay, ja, ging mir ja heute früh schon so), aber es war ein sehr interessantes Ehepaar. Sie leben in Minnesota ganz oben an der kanadischen Grenze, wo es so bitterkalt ist, dass es meist schon zu kalt ist zum Schneien. Aber im Sommer einfach ein Traum. Sie wohnen direkt an einem See, umgeben von Wald, ein wunderschönes Haus, und Wildlife en masse. Ein Füchsin ist fast schon handzahm und kommt mit ihren Jungen, die Wolfmutter dagegen, deren Jungen sie auch schon getroffen hat, hat ihre Kleinen zurück in die Büsche beordert. Sie hat mir Fotos gezeigt, einfach unglaublich, ja, da würde man gerne mal Urlaub machen. Sie kann beides, das City Girl und die Farmersfrau. Ich bin beeindruckt und der Tag wurde ein wenig freundlicher.

Zurück zu Hause waren es dann 33 km für den Tag, das hat mir gut getan.

Endless Summer

Gerade komme ich von einer 25 km Radtour bei 30 Grad durch meine städtische Nachbarschaft zurück. Ich liebe diese Wärme auf meinen Schultern, ich liebe es, kaum etwas anziehen zu müssen. Lange Hosen, dicke Westen, nixda. Der Florida – Winter mit seinen wöchentlichen Kältewellen – bei uns wäre das eher ein Frühling – ist vorbei, der endlose Sommer kommt, die Klimaanlagen laufen zur Höchstleistung auf.

Meine dagegen hat ein ganz besonderes Timing. Erst wartet sie, bis mein Besuch weg ist, damit der sich wohl fühlt, dann fällt sie am nächsten Tag aus, dem ersten richtig warmen Wochenende. Und keine Ersatzteile bis zum Montag. Den Tag muss ich irgendwo anders verbringen, ja, der Strand wäre möglich, aber ich fahre lieber Rad. Die Nächte gehen noch, es kühlt runter bis auf etwa 22 Grad im Zimmer, mit leichtem Betttuch kann man da schon schlafen. Wenn ich so an manche Marokko-Nacht denke, da war es trotz AC nicht kühler als 33 Grad, das ist schon heftig.

Auf dem Kontinent ist der Winter noch nicht vorbei. Im Norden um Washington und New York wird es wieder richtig heftig mit Schneesturm, aber bei uns drückt von Südamerika her eine Hitzewelle die Kälte zurück. Ja, so kann ich es aushalten.

Doch nein, ich muss ja schon meine Rückkehr vorbereiten. Es sind nur noch 5 Wochen. Früher hatte ein ganzer Urlaub hier nicht länger gedauert, nur 2 oder 3 Wochen. Und nun muss ich schon bei 5 Wochen an die Abreise denken. Das Unkraut im Garten noch mal jäten, die Hecken schneiden, die letzten Bücher an die Bikeshops verteilen. Die letzte Woche wird dann nur damit ausgefüllt sein alle Verträge für die Sommerzeit einzufrieren, das Haus hurrikanfest zu machen.

Kelly Park

Manch einer wird sich wundern, weil ich nicht mehr schreibe, aber ich hatte Besuch und einfach keine Zeit dazu. Deshalb fielen auch große Touren aus. Aber ein wenig habe ich doch gemacht und sicher das schönste war ein Besuch des Kelly Parks. Er liegt genau zwischen zwei Bike Trails, weshalb ich schon in der Nähe war, aber endlich wollte ich mal rein und schauen, was da geboten wird.

Und erneut muss ich sagen, einfach wundervoll dieses Florida mit seinen Parks. Es ist ein State Park, daher nicht so teuer wie die National Parks, ich habe allein im Auto 3 $ bezahlt, mit 2 Personen hätte es 4 $ gekostet. Aber was für ein Gegenwert!

Die klare Rock Spring Quelle speist das Wassersystem in diesem Park mit glasklarem Wasser. Es gibt einen eingefassten Schwimmbereich, aber viel schöner sind die kleinen Wasserläufe, die in Schlenkern zum großen St. Johns River führen. Die Kenner bringen sich natürlich dicke Autoschwimmreifen mit und lassen sich von der sachten Strömung treiben. Ich hatte einen herrlich sonnigen Tag erwischt, aber war leider nicht ausgerüstet für dieses Ereignis. Kam völlig falsch mit meinem Fahrrad, doch die Wege in dem Park sind eher zum Spazierengehen, nicht geeignet für Räder. Und Schwimmzeug hatte ich auch nicht dabei. Aber vor allem war ich allein, und dieser Park ist ganz sicher ein Ereignis für die Familie. Hier sind Grillplätze, viele Wiesen zum Hinlegen und Spielen, schattige Bäume darüber, hier kann man einen ganzen Tag aushalten und das für nur wenige Dollar. Dieser Park erhält ein ganz großes Sternchen.

Ein Lob

Wie ihr sicher wisst bin ich ja eine eifrige Fahrradfahrerin und auch aktiv in Organisationen, wo wir für sichere Fahrradwege kämpfen. Die Chefin in dieser Sache ist Maggie Ardito, die unglaublich viel arbeitet und wirklich die offiziellen Leute anspricht und zusammenbringt. Sie arbeitet von morgens 5 Uhr bis zum späten Abend.

Heute habe ich plötzlich die Ankündigung des Lyonia Wildlife Festivals gelesen und dachte, das wäre doch ideal, wenn wir dort mitmachen. Maggie hat sicher keine Zeit, dabei zu sein, aber ich mache so etwas auch allein. Also habe ich die Organisatorin angeschrieben. Und eben kommt von Maggie eine Email, mit der sie meine Bitte unterstützt und mich so richtig lobt. Bin ganz gebügelt und freue mich sehr. Deshalb stelle ich den Text mal hier rein.

Dear Ms. Klocke,

We would be pleased to have our colleague and Trails Alliance Friend Edith represent our organization at the Lyonia Wildlife festival.  Thank you for this opportunity to raise awareness for Volusia’s world-class trails, St Johns River-to-Sea Loop Alliance trail, and Volusia’s only trail advocacy nonprofit, active, equitable transportation in Volusia, and Edith’s excellent books that provide the best information about Central Florida Tails.

We were invited to participate in the Lyonia Wildlife festival but because we had conflicts and resource limitations, we felt we were unable to participate. If Edith can be present for the Wildlife Festival, we would be very happy to have a booth. We would like to provide material about our organization, Volusia Trails and active, equitable transportation as well as Edith’s excellent and informative books about Central Florida Trails.  As Edith says, we are a small organization with limited resources and no staff, so we would appreciate this opportunity to let people know about our trails, our organization and Edith’s unique books.

We will be presenting information about our organization, our projects and our environmental advocacy at the Nature at Night Event on March 16, so I have copied Melissa Hughes.

Thank you for your partnership on this.

Hier mein kleiner Stand letztes Jahr in Titusville

Und dies nun mein Stand von Lyonia

Workshop und Manatees

Das war mal wieder ein ausgefülltes Wochenende. Am Freitag ging es schon um 6 Uhr aus dem Haus, ein Workshop fand statt zum Thema Active Transportation for all. Es sollten Wege gefunden werden, wie man in Florida auch ohne Auto zurecht kommt und damit war natürlich in erster Linie das Fahrrad gemeint und der Ausbau der Fahrradwege. Maggie hatte in beeindruckender Weise die Verantwortlichen aus Central Florida in der historischen DeBary Hall zusammengebracht und viele, die schon an einem Fahrradwegenetz arbeiten, präsentierten ihre Erfolge als Anregung für andere. Wenn ein neuer Fahrradweg durch freie Landschaft geplant wird, also nicht entlang einer Straße, gibt es zunächst viel Protest von Anwohnern, aber am Ende stellt sich immer heraus, dass die Grundstückswerte steigen, wenn sie in der Nähe eines Trails liegen und wenn ein solcher Trail durch eine Stadt geht, wie z.B. in Winter Garden, dann bringt das den Geschäften deutlich mehr Kunden. Der Workshop lief über den ganzen Tag und sogar noch ein wenig länger, denn es gab viele Fragen. Und am Ende zogen wir um ins ebenso historische Museum von Enterprise zu einer After-Work Party.

Zwar konnte ich am Samstag ein wenig länger schlafen, doch gab es an diesem Tag natürlich all die Arbeit nachzuholen, die am Freitag liegen geblieben war. Ich arbeite an einer neuen Ausgabe meines Bike Führers, außerdem habe ich nächsten Samstag wieder einen Vortrag über die Bike Trails, und das erfordert immer eine gute Vorbereitung. Trotzdem fand ich Zeit, mich zum ersten Mal an einem Vitello Tonnato zu versuchen und war mit dem Ergebnis so zufrieden, dass ich sogar noch Andre dazu einladen konnte. Und als Abschluss fuhren wir zu einem sehr großen und vielfältigen Kunstmarkt in New Smyrna Beach.

Aber am Sonntag klingelte der Wecker schon wieder sehr früh, denn im Blue Springs Park fand das große Manatee Festival statt. Schon seit Jahren bin ich dabei als Volunteer tätig, meist zwar mit Maggie über die Bike Trails, diesmal aber war Maggie viel zu sehr mit dem Workshop beschäftigt, um auch noch das einzuplanen. Also war ich am Stand von Volusia County, wo unser Thema diesmal die Erhaltung der Wasserqualität war, indem wir vor allen Dingen auf den smarten Umgang mit Düngern hinweisen. In Florida ist es zum Beispiel verboten, im Sommer zu düngen. Zu dieser Zeit gibt es täglich starke Regenschauer, die den Dünger dann in die Gewässer fortspülen und dort die Algenblüte anregen. Diese breiten sich an der Oberfläche aus, wobei der Sauerstoff für die darunter wachsenden Pflanzten abgeblockt wird. Gerade den schönen Manatees, den Seekühen, die vor allem im Winter in Florida zu Hunderten zu sehen sind, wird so ihre Nahrung, das Seegras, abgeschnitten.

 

Nach meiner Schicht gab es dann noch eine kleine Biketour und ich fuhr heim zu einem leckeren Resteessen, von Vitello Tonnato war ja noch reichlich da.

Wie immer ein schönes Wochenende in Florida. Ich will hier nicht weg!

Merritt Island

Es war einfach wieder ein traumhafter Tag, but what else is new in Florida. Heute war es lauwarm gemeldet, kein Wind, kein Regen, also ideal zum Fahrradfahren. Also habe ich mal ganz spontan Merritt Island auf mein Programm gesetzt. Das ist eine Halbinsel, auf der auch das Cap Canaveral Space Center liegt, von hier starten die irren Milliardäre ins All, aber es ist auch ein weitläufiger Naturpark mit einigen Attraktionen. Ich hatte mir den eigentlich aufs Programm gesetzt, wenn meine Wiesbadener Freundin kommt. Sie sollte diesen Mittwoch eintreffen, aber kam erst in letzter Minute darauf, dass zur Einreise in die USA ja ein vollständiger Impfschutz gegen Corona notwendig ist, den sie nicht hat. Also bin ich nun einfach los.

Auf Merritt Island gibt es die Biolab Road, die ich bereits für Fahrradfahrer entdeckt und in mein Buch aufgenommen habe. Lustig war damals, dass dies als State Park einen Tagespass erfordert, der 10 $ kostet. Was es aber als Radfahrer kostet stand nicht dabei. Ich traf sogar einen Ranger, der das auch nicht wusste und seinen Chef anrief. Der wusste ebenfalls nichts, ich fuhr mit seinem Segen einfach los und schrieb das auch so in meinem Buch über die Bike Trails. Außer diesem Trail gibt es aber noch den Black Point Wildlife Drive, und der ist wirklich etwas Besonderes. Es geht über 8 km durch die sumpfige Landschaft, amigerecht mit dem Auto und bisher war ich das auch noch nie mit dem Fahrrad gefahren. Hier ist die komplette Vogelwelt zu sehen und die Alligatoren liegen manchmal quer über dem Weg. Als ich diesmal zum Gate kam gab es zwei Überraschungen. Die erste, dass es nun auch einen Preis für Fahrradfahrer gibt, 1 $ gegenüber 10 $ für ein Auto, und dann dass der Park geschlossen war. Das war eine Überraschung, war ich doch von weither extra angereist. Und ich war nicht allein. Autos über Autos stauten sich am Eingang, kamen aber nicht herein.

Naja, dann eben weiter auf der Hauptstraße. Die führte mich zum Ausgang aus diesem Wildlife Drive. Kein Verbotsschild in Sicht. Also rein. Gleich zu Beginn ein dicker fetter Alligator, aber vor denen habe ich keine Angst, die wollen zartes junges Fleisch und solange ich die nicht reize bin ich sicher. Am Rundweg angekommen sah ich drei Fahrzeuge. Schlechtes Gewissen, also erstmal angehalten und abgewartet. Nach einiger Zeit setzte sich eines der Fahrzeuge in Bewegung und kam in meine Richtung. Der Ranger. Aber so was von nett. Technically you are in the wrong direction. Stimmt. Der Drive ist Einbahnstraße und ich kam ja von hinten. Aber er meinte ich solle nur gut auf die Dumster Trucks aufpassen und so bald wie möglich rausfahren. Also ging es in aller Ruhe weiter und traf auf die beiden anderen Fahrzeuge. Es waren Birdwatcher mit riesen Kamera Linsen. Sie hatten das Glück, noch vor der Schließung des Gate in den Park reinzukommen. Nun konnten wir in aller Ruhe die Vögel beobachten, die Attraktion waren die weißen Pelikane, die relativ selten sind. Aber meine Freunde sind nun mal die Alligatoren.

Dann ging es weiter über die Straße und zur Biolab Route, die ich natürlich auch mal wieder fahren wollte. Zu Beginn gab es tatsächlich ein neues Schild, auch hier wird nun für Fahrradfahrer eine Gebühr von 1 $ erhoben. Ob die vielleicht durch mein Buch darauf aufmerksam wurden? Und obwohl das ja nie kontrolliert wird habe ich diesmal den Beutel mit einer Dollarnote bestückt und in den Kasten geworfen, so richtig in der Gewissheit, etwas zur Erhaltung der Natur getan zu haben. Ja, hier gab es auch noch einige meiner Freunde und dann ging es zum Playalinda Beach. Eigentlich ist der durch das normale Tor und mit einer Gebühr von 20 $ Auto und 10 $ Fahrradfahrer zu erreichen, aber über die Biolab Route kommt man so hinein. Naja, heute wollte ich ja eh nicht zum Strand, aber eine schöne Tour war es trotzdem. Auch hier gibt es einen Nacktbadestrand, bewacht von Geiern.

Cathy und André

Das schönste am Tree Give away Freitag war die Zeit, als ich noch allein mit den Kunden war. Wir konnten reden, uns über die Büsche austauschen und sie konnten in Ruhe den schönsten aussuchen. Habe auch nicht direkt mitgezählt, wieviel jeder mitnahm, denn ich hatte ja keine Ahnung, dass dies auf 2 Stück begrenzt war. Sollte halt die Anweisungen auch tatsächlich lesen, haha. Einer der Kunden, André, gab mir seine Karte. Das tun öfter mal Leute, aber wer die Amis kennt weiß, dass da nie was raus kommt. Er bekam meine auch, aber das wars.

Nachdem ich wegen fehlendem Baumnachschub am Samstag arbeitslos war nutzte ich das schöne Wetter, um Cathy zu besuchen. Sie gehört zu einer Kirchengemeinde in Mims, der UMS Chain of Faith. Die liegt direkt am Bike Trail, und Cathy hat einen ganz tollen Bike Stop aufgebaut. Es gibt einen Raum mit Kühlschrank, Kaffeemaschine und Barbecue und hier gibt es einfach alles, was der Biker so braucht. Vor allem interessant für die Überlandfahrer. Hier können sie duschen oder sogar ihr Zelt über Nacht aufbauen. Man kann auch das Auto parken und den Trail von hier beginnen. Offiziell allerdings nur Samstag vormittag geöffnet. Cathy kümmert sich liebevoll um alle und bringt immer frische Donuts mit. Es gibt eine Donation Box, da kann man einfach reinwerfen, was man so möchte. Man freut sich aber auch über größere Spenden, denn alles was hier gebaut wird, wird nur mit den Spenden getan. Wenn wieder mehr Geld da ist soll ein guter Restroom mit WC und Dusche errichtet werden und natürlich auch eine Werkzeugstation. Cathys Ideen sind grenzenlos. Sie ist nicht ganz gesund, hat Knieprobleme, deshalb hat sie nun ein ganz tolles Rad gekauft, ein Trike mit E-Motor. Die sind hier in Florida sehr beliebt, so kommen auch ältere oder nicht ganz bewegliche Leute noch immer aufs Rad und in die frische Luft. Ich hatte für diesen Zweck aber am Trailhead Maytown Spur geparkt (gut 30 Meilen von zuhause), und bin dann die 12 Meilen hin und 12 zurück geradelt. Natürlich bei Cathy mit Kaffee und Donut gestärkt.

Am Sonntag früh ein wenig Büroarbeit erledigt und dann die Nase vor die Tür gehalten. Was für ein schönes Lüftchen. Ideal zum Radeln. Aber wohin? Hatte keine Lust, das Auto einzusetzen und tatsächlich kenne ich natürlich alle Ziele hier in und auswendig. Da bekam ich eine Message von André. So im Sinn, wenn du mal in die Gegend kommst …

Nun muss man erstmal meine Umgebung kennen. Ich wohne in Port Orange. Dies ist eine selbstständige Stadt, aber entlang der US1 reihen sich viele Städte ohne Zwischenraum wie an einer Perlenkette auf. Port Orange liegt am südlichsten, dann kommen South Daytona, Daytona Beach, Holly Hill, Ormond Beach und schließlich Ormond by the Sea. Ohne Unterbrechung. Warum das nicht eine einzige Stadt ist weiß ich nicht. Es sind in direkter Linie genau 20 Meilen oder 33 Kilometer und tatsächlich wohne ich am südlichsten Punkt und André am nördlichsten. Mein GPS spuckte also genau 20 Meilen aus und gab 1:50 h Fahrzeit an. Los gings.

An der Granada Bridge in Ormond Beach waren es immer noch 8 Meilen und ich überlegte umzukehren. Nicht dass ich keine 20 Meilen durchhalte, aber ich muss ja auch wieder zurück. Aber mein Stolz siegte. Nun habe ich es so weit gebracht, da geht auch noch mehr. Und klopfte schließlich an Andrés Tür. Wau, wau. Oh, werde ich jetzt zum Frühstück verspeist? Dem Geräusch nach (und auch in Wahrheit) ein richtig großer Hund. Aber nachdem er sich bemerkbar gemacht hatte zeigte er sein wirkliches und verschmustes Gemüt. Ich konnte also ohne Gefahr rein. Eine Gefahr ging auch von André nicht aus, er scheint kein Serienkiller zu sein, der seine Leichen im Garten vergräbt (ich sehe zu viel True Crime). Nein, stattdessen setzten wir uns in diesen Garten und ich konnte seine gärtnerischen Bemühungen sehen. André wohnt noch nicht so lange in dem Haus, deshalb brauchen seine Pflanzen nun erst einmal einen Sommer, aber es könnte schön werden. Gibt sogar Papayas und Olivenbäume.

Aber dann kam raus, dass er gar kein waschechter Ami ist. André ist Schweizer, und trotz seines französischen Namens schwyzerdütsch aufgewachsen. Und jetzt kommts: nachdem er seinen Militärdienst abgeleistet hatte und in der Richtung nicht mehr eingesetzt werden wollte, ging er ins Ausland, nach Wiesbaden! Und lernte Friseur, brauchte es bis zum Meister. Das war in den 1960ern, also die Zeit, als auch ich nach Wiesbaden kam. Ich fragte ihn nach dem bekanntesten Friseur dieser Zeit, dem Salon Hölzel, und er sagte, ja klar, das war mein Meister. Tja, so klein ist die Welt. André nahm aber an internationalen Wettbewerben teil und so bekam er schließlich ein Jobangebot in die USA. Ihr merkt schon, wir haben uns an diesem netten Nachmittag unser ganzes Leben erzählt und ich will natürlich nicht alles mitteilen, nur so viel, er blieb nicht beim Haareschneiden, sondern hatte später ein Baugeschäft. Und nun Retired in Florida.

Inzwischen war es Lunchtime und André bot an, für uns Pasta zu kochen. Das tat er richtig gut. Ist halt kein Ami! Ein Gläschen Wein dazu und schließlich meinte ich, ich müsse mich auf den Heimweg machen. Er bot an, mein Rad in seinen Van zu packen und mich heimzufahren. Shit, ich faule S… nahm das tatsächlich an. Mit schlechtem Gewissen natürlich, aber so konnte ich André dann noch mein kleines Paradies zeigen und wir nahmen uns vor in Kürze zu einem schweizer Käsefondue zusammen zu kommen.